17. April 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
US-Rekordjagd geht am Donnerstag weiter
Die US-Aktienindizes S&P 500 und Nasdaq verzeichneten gestern weitere Höchststände. Der Schweizer Aktienmarkt war leicht rückläufig. Heute stehen die Quartalszahlen von Gurit im Fokus.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: -0.35%, SPI: -0.41%, SMIM: -0.82%
Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag leicht tiefer geschlossen. Der SMI wurde vor allem von den defensiven Gesundheitswerten gebremst, die im KI-getriebenen Börsenumfeld wenig gefragt waren. Entsprechend schnitt die Schweizer Börse etwas schwächer ab als die grossen Handelsplätze in Europa und den USA. Zu den Tagesgewinner gehörten die Aktien von Logitech (+2.5%), Sika (+1.3%) und Kühne + Nagel (+0.7%). Tiefere Kurse stellten die Indexschwergewichte Novartis (-0.8%) und Roche (-1.1%). Roche gab gestern bekannt, dass das Unternehmen Saga Diagnostics, einen auf Krebsdiagnostik spezialisierten Anbieter, für bis zu USD 595 Mio. übernehmen will. Der Abschluss der Transaktion wird im dritten Quartal erwartet. Der Baustoffhersteller Amrize war mit einem Kursrückgang von 1.9% der gestrige Tagesverlierer.
Im breiten Markt verbuchten die Titel von Temenos (+3.0%), Stadler Rail (+4.1%), Burkhalter (+4.6%), ams-Osram (+7.5%) und DocMorris (+10.6%) überdurchschnittliche Kursgewinne. DocMorris konnte mit den gestern präsentierten Quartalszahlen die Anleger überzeugen. Rückläufige Kurstendenzen zeigten sich bei Galderma (-3.1%), Sandoz (-4.0%), Bystronic (-8.5%) und Barry Callebaut (-16.0%). Die Aktie des grössten Schokoladenherstellers der Welt fiel deutlich, nachdem das Unternehmen für das laufende Geschäftsjahr einen Gewinnrückgang angekündigt hatte. Grund dafür sind vor allem Überkapazitäten im Markt, rückläufige Volumen und Störungen in der Lieferkette.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: -0.12%, DAX: +0.36%
Die europäischen Börsen zeigten sich am Donnerstag uneinheitlich. Höhere Ölpreise weckten Inflations- und Konjunktursorgen, während Anleger im Iran-Konflikt weiter auf eine diplomatische Lösung und Gespräche zwischen den USA und dem Iran setzten. Der länderübergreifende EuroStoxx50 gab 0.1% nach. Der französische CAC40 verlor ebenfalls 0.1%. Leichte Tagesgewinne verzeichneten die Indizes des britischen FTSE100 (+0.3%) und des deutschen DAX (+0.4%). Nach den Kursverlusten von Mittwoch gaben die Titel von ASML gestern erneut 3.3% nach. Die Aktien von EasyJet (-5.0%) fielen, nachdem die Airline wegen der Folgen des Iran-Kriegs einen Halbjahresverlust ankündigte. Zusätzlich belasten höhere Treibstoffkosten und schwächere Buchungen für die kommenden Quartale. Novo Nordisk (+2.1%), SAP (+2.6%) und Wolters Kluwer (+3.9%) erzielten nennenswerte Kursgewinne.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.24%, S&P 500: +0.26%, Nasdaq: +0.36%
Die US-Aktienmärkte legten am Donnerstag trotz höherer Ölpreise weiter zu. Für Rückenwind sorgte vor allem die Zuversicht von US-Präsident Donald Trump im Iran-Konflikt. Er sagte, man sei einem Abkommen nahe und eine Verlängerung der Waffenruhe sei bei Bedarf möglich. Auf Einzeltitelebene legten die Aktien von ON Semiconductor (+10.3%), Dell (+8.9%), AMD (+7.8%) und Intel (+5.4%) stark zu. Schwächere Kurse stellten Boeing (-2.2%), Norwegian Cruise Lines (-5.1%) und Abbott Laboratories (-6.0%).
Unternehmensberichte
Gurit setzt im 1. Quartal erwartungsgemäss weniger um
Gurit hat im 1. Quartal 2026 CHF 75.9 Mio. umgesetzt. Auf Basis der fortgeführten Aktivitäten entsprach das einem Plus von 25.1% gegenüber dem Vorjahresquartal, während der ausgewiesene Umsatz wegen der aufgegebenen Aktivitäten um 10.9% in CHF bzw. 2.2% zu konstanten Wechselkursen zurückging. Gurit sieht bislang nur begrenzte Auswirkungen der Nahost-Krise. Die Lieferketten funktionieren derzeit störungsfrei, und auch die Nachfrageseite bleibt aus Sicht des Unternehmens bisher gut beherrschbar. Das Unternehmen bestätigt die aktuelle Prognose. Gurit liegt mit seinen Umsatzzahlen im Rahmen der Analystenerwartungen.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.32%; DE: 3.03%; CH: 0.43%
Die Renditen der gängigsten Staatsanleihen haben sich am gestrigen Handelstag nur wenig verändert. Weiterhin bleibt die weitere Entwicklung des Iran-Kriegs das bestimmende Thema an den Kapitalmärkten. Inflationssorgen aufgrund höherer Energiepreise haben die Renditen auf langjährige Staatsanleihen seit Kriegsausbruch deutlich ansteigen lassen. Die Renditen der 10-jährigigen US-Staatsanleihe und der Bundesanleihe mit gleicher Laufzeit liegen derzeit über 35 Basispunkte höher. Die Rendite der 10-jährigen Eidgenossenanleihe verzeichnet seit Ende Februar einen Anstieg von rund 20 Basispunkten.
Währungen
Euro in Franken: 0.923
US-Dollar in Franken: 0.783
Euro in US-Dollar: 1.178
Wenig Bewegung gab es gestern an den Devisenmärkten. Somit bleibt der US-Dollar die stärkste G10-Währung seit Ausbruch des Iran-Kriegs. Im Jahresvergleich liegt der Greenback gegenüber dem Schweizer Franken jedoch leicht zurück.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 98.15 pro Fass
Goldpreis: USD 4'804.25 pro Unze
Der Ölpreis ist gestern erneut leicht angestiegen, liegt jedoch noch knapp unter der Marke von 100 US-Dollar das Fass. Weiterhin lasten die Befürchtungen, dass sich die Blockade der Strasse von Hormus hinauszögert, auf dem Ölpreis. Mit der US-Blockade von iranischen Häfen wurde dabei eine weitere Eskalationsstufe gezündet.
Wirtschaft und Konjunktur
USA: Philadelphia Fed Geschäftsklima (April)
aktuell: +26.7 (erwartet: +10.0, Vormonat: +18.1)
Der gestern veröffentlichte Geschäftsklimaindex der Philadelphia Fed, welcher die Aktivität im Industriesektor misst, ist im April entgegen den Erwartungen weiter angestiegen. Laut der aktuellen Umfrage bewertet eine Mehrheit der Unternehmen die allgemeine Geschäftslage noch einmal optimistischer als noch vor Monatsfrist. Weiterhin positiv zeigt sich insbesondere der «Auftragseingang», während die «Offenen Aufträge» negativer beurteilt werden.
Patrick Häfeli
8021 Zürich
Florian Hiltpold
8021 Zürich
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