11. Juni 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
US-Börsen setzen Korrektur fort
Die US-Leitbörsen korrigierten gestern erneut. Vor allem die Halbleiter-Aktien bremsten den technologielastigen Nasdaq aus.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.80%, SPI: +0.68%, SMIM: +0.41%
Der Schweizer Aktienmarkt schloss nach einem volatilen Handel nahe dem Tageshoch. Der Leitindex SMI legte um 0.8% zu. Für kurzzeitige Bewegung am Nachmittag sorgten Drohungen von US-Präsident Trump gegen den Iran. Die vom Markt mit Spannung erwarteten US-Inflationsdaten fielen hingegen innerhalb der Erwartungen aus und hatten wenig Einfluss auf das Marktgeschehen. Der Fokus richtet sich nun auf den Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank von heute. Bei den grosskapitalisierten Werten standen gestern 14 Gewinneraktien sechs Verlierern gegenüber. Angeführt wurde das Tableau von Nestlé (+2.6%), Swisscom (+1.9%) und Roche (+1.6%). Die Hoffnung auf einen Teilverkauf der Wassersparte sorgte bei Nestlé für Unterstützung. Schwächste Aktien im Leitindex waren Logitech (-1.4%), ABB (-1.1%) und Sika (-0.9%). Im breiten Markt waren die Aktien der Halbleiterzulieferer Inficon (+4.0%), VAT (+3.5%) und Comet (+1.9%) aufgrund einer optimistischen Broker-Studie gefragt. Angeführt wurde der SPI vom Börsenneuling Centiel (+33.3%). Das Unternehmen gab bekannt, einen Vertriebspartner in den USA gefunden zu haben. Unter Abgabedruck standen hingegen die Medtechwerte Straumann (-1.1%), Sonova (-1.1%) und Tecan (-0.3%). Nach Börsenschluss gab der Flughafen Zürich (-0.4%) bekannt, dass das Passagieraufkommen im Mai gegenüber der Vorjahresperiode um 9.1% auf 3.03 Mio. Passagiere zugenommen hat.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: -0.66%, DAX: -0.97%
Die europäischen Aktienmärkte konnten sich den schwachen US-Vorgaben nicht entziehen. Der länderübergreifende EuroStoxx 50 gab um 0.7% nach. Der zyklischere deutsche DAX verlor 1.0%, belastet durch das Index-Schwergewicht SAP (-3.1%), und der französische CAC40 gab um 0.5% nach. Auf Sektorenstufe waren die Bereiche Kommunikationsdienste, Nichtzyklischer Konsum und Immobilien gefragt. Unter Abgabedruck standen hingegen Industrie, Grundstoffe und Technologie.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: -1.87%, S&P 500: -1.62%, Nasdaq: -1.98%
Die amerikanischen Aktienmärkte gaben im Handelsverlauf immer stärker nach. Für Gegenwind sorgten neue Drohungen von US-Präsident Trump, verbunden mit neuen Angriffen im Iran. Weiter unter Druck stand der schon am Vortag schwächere technologielastige Nasdaq (-2.0%). Der breiter gefasste S&P500 büsste 1.6% ein und der Leitindex DowJones 1.9%. Der Nasdaq wurde vor allem von schwachen Halbleiteraktien belastet: Die Aktien von Qualcomm (-6.9%), Broadcom (-5.1%) und Marvell Technology (-5.3%) standen alle unter Abgabedruck. Das Index-Schwergewicht Nvidia (-3.7%) hielt sich etwas besser. Nach Börsenschluss legte Oracle (-2.2%) die Jahreszahlen vor. Trotz starker, von KI-Datenzentren angetriebenen Zahlen, gab die Aktie nachbörslich um 5% nach. Die Augen der Marktteilnehmer sind nun mit Spannung auf den morgen anstehenden Börsengang von SpaceX gerichtet. Die Nachfrage soll das Angebot um das Vierfache übertroffen haben.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.55%; DE: 3.08%; CH: 0.47%
Die Veröffentlichung der jüngsten US-Inflationszahlen hatte gestern nur begrenzten Einfluss auf die Anleihemärkte. Sowohl in den USA als auch in Europa bewegten sich die Renditen bei den 10-jährigen Staatsanleihen leicht nach oben. Für die Fed-Sitzung in der kommenden Woche unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh wird allgemein mit unveränderten Leitzinsen gerechnet. Die Terminmärkte preisen jedoch ein, dass die US-Notenbank angesichts steigender Inflationserwartungen bis Ende Jahr weitere Zinserhöhungen vornehmen könnte.
Heute richtet sich der Fokus auf die Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB). Am Futures-Markt wird eine Anhebung des Einlagensatzes von 2.00% auf 2.25% erwartet.
Währungen
Euro in Franken: 0.923
US-Dollar in Franken: 0.799
Euro in US-Dollar: 1.154
Im Anschluss an die Publikation der Inflationszahlen, welche im Rahmen der Erwartungen lagen, verlor der US-Dollar zunächst etwas an Boden. Danach näherte er sich wieder der Marke von 80 Rappen an. Der EUR/CHF-Kurs pendelte im Vorfeld der EZB-Entscheidung in einem engen Band oberhalb der Marke von 92 Rappen.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 93.10 pro Fass
Goldpreis: USD 4'072.31 pro Unze
Der Erdölpreis hat gestern nur geringfügig auf die gestiegenen Spannungen im Nahen Osten reagiert und ist um 1.8% angestiegen. Der Goldpreis hat im Anschluss and die US-Inflationszahlen um mehr als 4% nachgegeben. Haupttreiber ist die gestiegene Sorge der Anleger, dass die US-Notenbank Fed angesichts des Inflationsdrucks schon bald mit Zinserhöhungen beginnen könnte.
Wirtschaft und Konjunktur
USA: Inflationsrate (Mai)
aktuell: 4.2% (erwartet: 4.2%, Vormonat: 3.8%)
Die US-Inflation beschleunigte sich im Mai deutlich und stieg auf 4.2% gegenüber dem Vorjahr. Damit erreichte sie den höchsten Stand seit Anfang 2023. Haupttreiber waren die stark gestiegenen Energiepreise infolge des Iran-Kriegs, wobei allein die Benzinpreise um 7% zulegten. Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel fiel mit 0.2% zum Vormonat jedoch tiefer aus als erwartet und deutet bislang nicht auf eine breite Preisbeschleunigung hin. Gleichzeitig sanken die Reallöhne um 0.7% gegenüber dem Vorjahr, was die Kaufkraft der Haushalte belastet. Für die Geldpolitik entscheidend wird sein, ob die Energiepreissteigerungen in den kommenden Monaten stärker auf Dienstleistungen und andere Güter übergreifen.
Tobias Kistler
8021 Zürich
Dominik Schmidlin
8021 Zürich
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