Symbolbild für Kurse an der Börse: Zahlen auf einer Anzeige

10. April 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht

SMI trotz Nahost-Spannungen im Plus

Trotz der anhaltenden Unsicherheiten im Nahen Osten schliesst der SMI dank den defensiven Schwergewichten im Plus. Im Fokus steht heute das Umsatzupdate von Bossard zum 1. Quartal 2026.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.35%, SPI: +0.32%, SMIM: +0.17%

Nach der Erholung am Mittwoch infolge der angekündigten Waffenruhe im Nahen Osten startete der Schweizer Aktienmarkt gestern schwächer, nachdem die Spannungen im Nahen Osten weiter anhalten. Im Handelsverlauf konnten die Verluste jedoch zunehmend aufgeholt werden und in den positiven Bereich drehen. Der Schweizer Leitindex (SMI) schloss 0.4% höher, wobei sich Gewinner und Verlierer in etwa die Waage hielten und Unternehmensneuigkeiten rar gesät waren. Unterstützung kam von den defensiven Schwergewichten. Roche (+0.8%) und Novartis (+0.8%) legten deutlich zu, während Nestlé (+0.2%) moderat zulegte. Zu den grössten Gewinnern zählten Swiss Life (+1.5%), Swisscom (+1.1%) und ABB (+1.0%). Auf der Verliererseite standen insbesondere technologienahe und zyklische Werte wie Logitech (-3.4%) und Partners Group (-0.7%). Auch Holcim und Amrize (beide -0.6%) schlossen tiefer. HelvetiaBaloise führte mit einem Plus von 3.3% den SLI an. Daneben war aber auch Schindler (+1.5%) gefragt.

Am breiten Markt profitierten die Aktien von ams-OSRAM von einer Kurszielerhöhung durch einen Broker. Zudem konnten Halbleiterzulieferer wie VAT (+2.9%) und Inficon (+1.3%) an die positive Entwicklung des Vortages anknüpfen.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -0.29%, DAX: -1.14%

Nach den deutlichen Kursanstiegen zur Wochenmitte gaben die meisten europäischen Indizes gestern wieder nach. Einzig der italienische FTSE MIB (+0.5%) konnte sich dem negativen Trend entziehen und leichte Kursgewinne verbuchen. Belastend wirkte die anhaltende Schliessung der Strasse von Hormus sowie die fortgesetzten Angriffe im Libanon. Die stärksten Abgaben verzeichnete der zyklische DAX (-1.1%). Auf Sektorenebene waren die Bereiche Energie, Versorger und Gesundheit gefragt, während konjunktursensitive Sektoren wie Zyklischer Konsum, Kommunikationsdienste und Technologie unter Druck standen. Im DAX fiel SAP mit einem Kursverlust von 6.8% ans Ende des Index. Belastend wirkten Aussagen von CEO Christian Klein, die auf kurzfristigen Gegenwind im Zuge der laufenden KI-Transformation hindeuten, bevor sich die langfristigen Ertragspotenziale materialisieren. Die Aussagen wurden von Investoren negativ aufgenommen, da Befürchtungen aufkamen, dass KI das bestehende Geschäftsmodell zumindest vorübergehend unter Druck setzen könnte.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +0.58%, S&P 500: +0.62%, Nasdaq: +0.83%

Nachdem die US-Aktienmärkte zunächst mit negativen Vorzeichen in den Handel gestartet waren, drehten die Indizes im Tagesverlauf ins Plus. Auslöser waren positivere Signale im Nahostkonflikt, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärte, dass Israel die Angriffe im Libanon zurückfahren werde. Der technologielastige Nasdaq legte um 0.8% zu, gefolgt vom marktbreiten S&P 500 (+0.6%) und dem Dow Jones (+0.6%). Auf Sektorenebene waren insbesondere zyklische Konsumgüter, Industrie- und Kommunikationswerte gefragt. Unterdurchschnittlich entwickelten sich die Sektoren Energie und Gesundheit. Bei den Einzelwerten avancierte Amazon um 5.6%. Hintergrund war ein Aktionärsbrief des CEO, in dem das Potenzial von Künstlicher Intelligenz hervorgehoben wurde. Demnach erwartet das Unternehmen, im laufenden Jahr mit dem Verkauf von Chips an Drittkunden Umsätze von über USD 20 Mrd. zu erzielen.

Unternehmensberichte

Lindt & Sprüngli kündigt neues Aktienrückkaufprogramm an

Lindt & Sprüngli hat das im August 2024 lancierte Aktienrückkaufprogramm im Umfang von knapp CHF 500 Mio. bereits per 9. April vorzeitig abgeschlossen. Im Mai 2026 soll ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu CHF 1 Mrd. gestartet werden, das längstens drei Jahre laufen wird.

Bossard mit besser als erwarteten Umsatzzahlen

Bossard konnte den Umsatz im 1. Quartal 2026 trotz starkem Franken um 0.6% auf CHF 284.9 Mio. steigern. Bereinigt um Währungseinflüsse lag das Plus bei 6.5%. Nach Divisionen wuchs Amerika um 1.8% auf CHF 60.8 Mio., während der wichtigste Markt Europa um 0.4% auf CHF 177.9 Mio. anstieg. Der asiatische Markt war hingegen um 0.4% auf CHF 46.2 Mio. rückläufig. Der Nahostkonflikt hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf das Geschäft von Bossard, die Lieferfähigkeit blieb durchgehend gewährleistet. Für das erste Halbjahr 2026 erwartet Bossard eine verhaltene konjunkturelle Nachfrage vor dem Hintergrund eines volatilen Marktumfelds. An den mittelfristigen Finanzzielen, wonach ein organisches Wachstum von über 5% sowie eine EBIT-Marge von 12% bis 15% angepeilt werden, hält das Unternehmen fest. Auch die Strategie 200 wurde bestätigt. Das Zahlenset liegt leicht über den Erwartungen.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.30%; DE: 2.98%; CH: 0.42%

Nachdem zur Wochenmitte die Renditen der massgebenden Staatsanleihen als Reaktion auf den Waffenstillstand im Nahen Osten nach unten gezeigt haben, sind diese gestern wieder leicht angestiegen. Die Frage, wie lange der Ölpreis erhöht bleibt und damit die Inflationsraten nach oben treibt, bleibt auch an den Kapitalmärkten zentral. Aktuell liegen die Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen aus den USA, Deutschland und der Schweiz in etwa 20 bis 25 Basispunkte höher als vor Kriegsausbruch.

Währungen

Euro in Franken: 0.924
US-Dollar in Franken: 0.791
Euro in US-Dollar: 1.169

Nach dem deutlichen Rücksetzer des US-Dollars zur Wochenmitte ging es gestern an den Devisenmärkten wieder etwas ruhiger zu und her. Der US-Dollar bleibt allerdings die stärkste G10-Währung seit Ausbruch des Iran-Kriegs. Im Jahresvergleich liegt der Greenback gegenüber dem Schweizer Franken jedoch leicht zurück.

Rohwarenmärkte

Ölpreis (Brent): USD 96.76 pro Fass
Goldpreis: USD 4'764.78 pro Unze

Der Schiffsverkehr in der Strasse von Hormus bleibt weiterhin im Fokus. Nach Ansicht von US-Präsident Donald Trump hält sich der Iran bei der Öffnung der Meerenge nicht an die Vereinbarung. Der Iran machte hingegen klar, dass erst die Angriffe von Israel auf den Libanon eingestellt werden müssen. Der Rückgang des Ölpreises wurde damit jäh gestoppt.

Wirtschaft und Konjunktur

Die dritte und letzte Schätzung des US-BIP für das 4. Quartal 2025 ergab keine wesentliche Veränderung bezüglich der Einschätzung zur US-Konjunktur. Heute Nachmittag stehen dann die US-Inflationsdaten im Fokus. Der deutliche Anstieg der Energiepreise infolge des Iran-Kriegs dürfte seine Spuren hinterlassen haben. Für März wird eine Jahresrate von 3.4% erwartet (Februar: 2.4%). Die Kerninflationsrate, die Energie- und Nahrungsmittelpreise ausschliesst, wird hingegen nur leicht höher bei 2.7% erwartet.

Angela Truniger

Portraitfoto von Angela Truniger, Senior Finanzanalystin bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Patrick Häfeli

Portraitfoto von Patrick Häfeli, Senior Strategieanalyst Fixed Income bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst Fixed Income
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Ihr nächster Schritt

Möchten Sie unsere Research-Berichte als Newsletter erhalten? Abonnieren Sie die Themen-Newsletter unseres Investment Centers oder verschaffen Sie sich mit unserem kompakten Anlagemagazin /sicht einen Gesamtüberblick.