28. April 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
SMI startet verhalten in ereignisreiche Woche
Die Aktienmärkte zeigten sich gestern angesichts wichtiger anstehender Termine von der abwartenden Seite. Heute stehen die Quartalszahlen von Bucher Industries, Novartis und SIG im Fokus.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: -0.03%, SPI: -0.12%, SMIM: -0.67%
Der Schweizer Aktienmarkt zeigte sich zu Wochenbeginn kaum verändert. Leichte Unterstützung kam von Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte im Iran-Konflikt. Allerdings bleibt die Lage angespannt und unsicher. Im Fokus stehen diese Woche eine ganze Reihe wichtiger Termine, insbesondere die geldpolitischen Entscheide von Fed und EZB sowie zahlreiche Quartalszahlen grosser US-Technologiekonzerne und wichtige Konjunkturdaten, was zu einer abwartenden Haltung der Marktteilnehmer führte. Der Leitindex SMI (-0.03%) schloss wenig verändert. Dabei hielten sich die Gewinner und Verlierer in etwa die Waage. Der markbreite SPI schloss 0.1% tiefer, während der SMIM für die mittelgrossen Werte den Handel mit einem Minus von 0.7% beendete.
An der Tabellenspitze des SMI notieren UBS und Lonza, die beide um 1.8% an Wert gewannen. Beide Titel hatten in der Vorwoche an Wert eingebüsst, wobei bei der UBS insbesondere der kapitalintensive Regulierungsvorschlag des Bundesrats belastete. Am Mittwoch legt die Grossbank Quartalszahlen vor. Auch der Baustoffhersteller Amrize (+1.3%) wird morgen seine Zahlen präsentieren. Zu den weiteren Gewinnern gehörten Alcon (+0.9%), Geberit und Sika (je +0.5%) sowie Richemont (+0.4%). Unter Druck standen hingegen Swisscom (-1.8%) und Finanzwerte wie Partners Group (-1.4%), Zurich Insurance (-1.3%) und Swiss Re (-1.0%). Die Schwergewichte entwickelten sich uneinheitlich. Novartis (+0.3%) legte vor der heutigen Zahlenvorlage leicht zu, während Roche (-0.3%) und Nestlé (-0.9%) nachgaben.
Am breiten Markt sorgten Analystenkommentare für Bewegung. Nach Kurszielerhöhungen waren die Aktien von Inficon (+1.9%) gesucht. Auch Dätwyler gewann nach einer Kurszielerhöhung 2.2%. Beim Laborausrüster Tecan belastete hingegen eine Kurszielsenkung und die Aktie verlor 4.1% an Wert.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: -0.39%, DAX: -0.19%
Die europäischen Aktienmärkte zeigten sich von der verhaltenen Seite. Ausbleibende Fortschritte im Nahost-Konflikt und vor einer richtungsweisenden Woche mit geldpolitischen Entscheiden und zahlreichen Quartalszahlen, darunter von US-Technologieriesen, überwog weiterhin die Vorsicht. Während der italienische FTSE MIB (+0.04%) und der spanische IBEX35 (+0.01%) knapp in der Gewinnzone notierten, verloren der britische FTSE 100 (-0.6%), der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx50 und der französische CAC 40 (-0.2%) an Wert. Auf Sektorenebene verzeichneten lediglich die Bereiche Versorger, Gesundheit und Finanzen leichte Gewinne. Auf dem Verkaufszettel standen insbesondere die Sektoren Technologie, Kommunikationsdienste und Basiskonsum.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: -0.13%, S&P 500: +0.12%, Nasdaq: +0.20%
Die amerikanischen Aktienmärkte bewegten sich zum Wochenauftakt kaum. Die Marktteilnehmer agierten vor einer richtungsweisenden Woche mit Fokus auf Geldpolitik, Quartalszahlen und den Iran-Konflikt abwartend. Hoffnungen auf eine Öffnung der Strasse von Hormus bestehen, ein diplomatischer Durchbruch blieb bislang jedoch aus. Der Dow Jones ging 0.1% tiefer aus dem Handel. Der Technologie-Index Nasdaq (+0.2%) sowie der marktbreite S&P 500 (+0.1%) erreichten kurz vor Handelsschluss neue Allzeithochs, konnten diese jedoch nicht ganz halten. Bei den Einzelwerten machte weiterhin die KI-Euphorie Schlagzeilen. Die Aktien von Nvidia (+4.0%) erreichten ein neues Rekordhoch, womit der Börsenwert des Unternehmens rund USD 5.2 Bio. erreichte. Der Telekomkonzern Verizon (+1.6%) übertraf mit den publizierten Quartalszahlen die Markterwartungen leicht. Die Aktien von Domino’s Pizza gerieten nach der Zahlenvorlage unter Druck. Eine enttäuschende Umsatzentwicklung liess den Kurs um 8.8% nachgeben.
Unternehmensberichte
Novartis kämpft mit Patentabläufen und Margenrückgang
Novartis erzielte im 1. Quartal 2026 einen um 1% tieferen Umsatz von USD 13.1 Mrd. Zu konstanten Wechselkursen ergab sich ein Minus von 5%. Insbesondere Einbussen durch Generika belasteten den Umsatz. Der Pharmakonzern steht in den kommenden Monaten vor einer aussergewöhnlich hohen Belastung durch Generika, da mehrere umsatzstarke Medikamente ihren Patentschutz verloren haben. Gemäss Management wird die Umsatzbelastung auf etwa USD 4 Mrd. geschätzt. Der operative Gewinn sank im 1. Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 9% auf USD 4.2 Mrd. Das operative Kernergebnis fiel um 12% auf USD 4.9 Mrd. zurück. Die entsprechende Marge sank von 42.1% auf 37.3%. Unter dem Strich blieb ein Reingewinn von USD 3.2 Mrd. nach USD 3.6 Mrd. im 1. Quartal 2025. Novartis bestätigt die Prognosen für das Gesamtjahr. Zu konstanten Wechselkursen peilt der Konzern ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich an. Beim operativen Kerngewinn wird ein Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich erwartet. Novartis verfehlt mit dem publizierten Quartalsergebnis die Markterwartungen.
Bucher Industries mit schwachem Jahresstart
Bucher Industries musste im 1. Quartal 2026 einen rückläufigen Auftragseingang von 8.9% auf CHF 643 Mio. hinnehmen. Bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte lag der Rückgang bei 5.3%. Nach einer zuvor starken Vorbestellsaison verzeichnete das Segment Kuhn Group einen rückläufigen Auftragseingang (-27.4%). Die Bereiche Bucher Municipal (+4.2%) und Bucher Hydraulics (+3.7%) entwickelten sich hingegen positiv. Auch die Umsatzentwicklung zeigte sich rückläufig. Im Vergleich zum Vorjahresquartal fiel der Umsatz um 7.3% auf CHF 725 Mio. Bereinigt resultierte ein moderateres Minus von 3.4%. Der Hersteller von Landmaschinen, Gemeindefahrzeugen und Hydraulikkomponenten bestätigt die Prognosen für das Gesamtjahr. Das Unternehmen peilt einen stabilen Umsatz auf vergleichbarere Basis und eine Betriebsgewinnmarge auf Vorjahresniveau (ohne Sondereffekte aus einem Immobilienverkauf) an. Allerdings weist Bucher darauf hin, dass die Auswirkungen der zunehmenden politischen Unsicherheiten auf den Verlauf der Nachfrageerholung derzeit schwierig abzuschätzen seien. Bucher verfehlt beim Auftragseingang wie auch beim Umsatz die Markterwartungen.
SIG übertrifft Erwartungen trotz leicht rückläufigem Umsatz
SIG verzeichnete im 1. Quartal 2026 einen rückläufigen Umsatz von 4.2% auf EUR 714 Mio. Bereinigt um Fremdwährungen und der Preisentwicklung von Kunststoff nahm der Umsatz lediglich um 0.2% ab. Der bereinigte operative Gewinn (EBIT) stieg von EUR 95.3 Mio. auf EUR 95.7 Mio. leicht an. Die entsprechende Marge stieg um 60 Basispunkte auf 13.4%. Unter dem Strich erzielte SIG einen Reingewinn von EUR 67.3 Mio. nach EUR 15.6 Mio. im 1. Quartal 2025. SIG bestätigt den Ausblick für das Geschäftsjahr 2026, in welchem ein Umsatzwachstum (währungsbereinigt und zu konstanten Kunststoffpreisen) von 0% bis 2% angepeilt wird. Ausserdem zielt SIG eine bereinigte EBIT-Marge zwischen 15.7% und 16.2% an (2025: 15.7%). Auch die mittelfristigen Aussichten bestätigt das Unternehmen. Hier strebt SIG ein Umsatzwachstum zwischen 3% und 5% sowie eine bereinigte EBIT-Marge von über 16.5% an. SIG plant einen Kapitalmarkttag am 27. Oktober 2026. Mit den publizierten Zahlen übertrifft SIG die Markterwartungen.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.35%; DE: 3.03%; CH: 0.44%
Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihen zog gestern leicht an. Im Fokus stehen in dieser Woche die geldpolitischen Entscheide: Die US-Notenbank gibt ihren Zinsentscheid am Mittwochabend bekannt, die Europäische Zentralbank folgt am Donnerstag. In beiden Fällen wird keine Anpassung der Leitzinsen erwartet. Angesichts der gestiegenen Energiepreise haben sowohl die Aufwärtsrisiken für die Inflation als auch die Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum zugenommen.
Währungen
Euro in Franken: 0.922
US-Dollar in Franken: 0.787
Euro in US-Dollar: 1.171
Der Schweizer Franken war gestern wenig gefragt und verlor sowohl gegenüber dem Euro als auch dem US-Dollar an Terrain. Seit Ausbruch des Iran-Konflikts vor zwei Monaten zählt er zu den schwächsten Währungen im G10-Universum. SNB-Präsident Martin Schlegel betonte wiederholt die erhöhte Bereitschaft für Interventionen der Schweizerischen Nationalbank am Devisenmarkt und dämpfte damit Aufwertungsspekulationen.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 110.66 pro Fass
Goldpreis: USD 4'629.27 pro Unze
Diplomatische Bemühungen zur Beendigung des Konflikts mit dem Iran blieben übers Wochenende ohne Fortschritte. US-Unterhändler sagten eine geplante Reise nach Pakistan erneut ab. Damit bleibt die Strasse von Hormus weiterhin weitgehend blockiert. Vor dem Hintergrund der stockenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran stieg der Ölpreis der Sorte Brent zum Wochenstart um 2.8%.
Wirtschaft und Konjunktur
Es wurden gestern keine Wirtschaftsdaten aus der ersten Reihe publiziert.
Anja Felder
8021 Zürich
Céline Keller
8021 Zürich
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