Öltanker auf dem Meer

27. Mai 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht

SMI startet positiv in verkürzte Handelswoche

Der Leitindex SMI startete mit einem Plus in die verkürzte Handelswoche, obwohl die Hoffnung auf eine Friedenslösung im Iran-Konflikt nach US-Angriffen wieder kritischer gesehen wird.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.17%, SPI: +0.23%, SMIM: +0.25%

Der Schweizer Aktienmarkt startete mit leichten Handelsgewinnen in die verkürzte Handelswoche. US-Militärschläge gegen den Iran dämpften die Hoffnungen vom Wochenende auf ein baldiges Abkommen im Konflikt und die Öffnung der Strasse von Hormus. Der Leitindex SMI gewann 0.5% hinzu. Bei den 20 grosskapitalisierten Werten hielten sich die Gewinner und Verlierer die Waage. Angeführt wurde das Tableau von den Zyklikern Holcim (+2.1%), Sika (+1.8%) und Amrize (+1.6%). Unter Abgabedruck standen hingegen die defensiven Aktien Swisscom (-1.2%), Roche (-1.0%) und Novartis (-0.9%).

Im breiten Markt fiel Julius Bär (+3.0%) auf, die nach dem 4-Monats-Update eine Gegenbewegung zu den Verlusten vom Freitag vollzog. Tagesgewinner waren die Aktien von LEM (+24.9%). Der Elektronikkomponenten-Hersteller zeigte mit den Jahreszahlen einen sequenziell verbesserten Auftragseingang und prüft zudem strategische Optionen, sprich er ist zum Übernahmeziel geworden. Im Aufwind befanden sich auch die Titel von Aryzta (+9.2%). Der Backwaren-Hersteller profitierte von einer Brokeraufstufung. Erneut Einbussen verbuchte Lindt & Sprüngli (-2.2%). Der Premium-Schokoladenhersteller verzeichnet damit im laufenden Jahr eine Minus-Performance von rund 20%.       

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -1.18%, DAX: -0.80%

Die europäischen Aktienmärkte litten mehrheitlich unter Abgaben und konnten die Kursgewinne vom Pfingstmontag nicht halten. Der länderübergreifende EuroStoxx50 gab um 1.2% nach, während der deutsche DAX 0.8% verlor. Der französischen CAC40 büsste 1.0% ein. Der britische FTSE100 (+0.2%) konnte sich hingegen im Plus halten. Bei den Einzelwerten fiel der britische Ölkonzern BP auf. Das Unternehmen entliess den VR-Präsidenten Albert Manifold wegen schwerwiegender Vorwürfe in Bezug auf Governance-Standards, Aufsicht und Verhalten. Die BP-Aktie büsste 3.9% ein. Ebenfalls Abgaben verzeichnete Ferrari. Die Vorstellung des ersten reinen Elektrofahrzeugs liess die Aktie um 8.2% einbrechen. Auf Sektorenstufe führten Grundstoffe und Versorger. Die grössten Verluste verzeichneten die Branchen Technologie, Kommunikationsdienste und Zyklischer Konsum.   

Aktienmärkte USA

Dow Jones: -0.23%, S&P 500: +0.61%, Nasdaq: +1.19%

Die amerikanischen Aktienmärkte starteten uneinheitlich in die Handelswoche. Für etwas Unterstützung sorgte das US-Verbrauchervertrauen für den Mai. Der Konsumindikator fiel zwar um 0.7 Punkte, fiel jedoch besser als erwartet aus. Der Leitindex DowJones gab um 0.2% nach, während der breiter gefasste S&P500 0.6% hinzugewann und einen neuen Höchststand erreichte. Der technologielastige Nasdaq stieg um 1.2% und damit ebenfalls auf einen Rekordstand, getragen von den Chipwerten. Hier fiel vor allem der Speicherchip-Hersteller Micron mit einem Kurssprung von 19.5% auf. Damit durchbrach das Unternehmen erstmals die Grenze einer Marktkapitalisierung von USD 1 Bio. Bei den Einzelaktien stand der Pharmamulti Eli Lilly (+0.2%) im Fokus. Das Unternehmen kündigte die Übernahme von drei Unternehmen im Infektionskrankheitsbereich für bis zu USD 3.8 Mrd. an.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.47%; DE: 2.98%; CH: 0.51%

Bei den US-Zinsen war gestern wenig Bewegung. Die Schweizer Zinsen holten die Bewegung vom Montag nach: Die Rendite des 10-jährigen Eidgenossen sank um rund sechs Basispunkte auf 0.51%.

Währungen

Euro in Franken: 0.913
US-Dollar in Franken: 0.785
Euro in US-Dollar: 1.164

Der Schweizer Franken hat im Wochenverlauf gegenüber dem US-Dollar und dem Euro leicht an Wert gewonnen, ohne dass sich eine klare Tendenz abzeichnet. Beide Währungspaare notieren auf dem Stand von Anfang Monat.

Rohwarenmärkte

Ölpreis (Brent): USD 97.99 pro Fass
Goldpreis: USD 4'510.62 pro Unze

Der Ölpreis der Sorte Brent verharrt aktuell knapp unterhalb der Marke von 100 US-Dollar pro Fass. Ungeachtet einiger militärischer Zwischenfälle am Persischen Golf zu Wochenbeginn sollen die Friedensverhandlungen nach US-Angaben fortgesetzt werden. Diese finden derzeit in der katarischen Hauptstadt Doha statt. Seit dem 8. April herrscht zwischen dem Iran und den USA eine fragile Waffenruhe, jedoch bisher ohne diplomatischen Durchbruch. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostet weiterhin rund ein Drittel mehr als noch vor drei Monaten.

Wirtschaft und Konjunktur

USA: Conference Board Konsumentenstimmung (Mai)
aktuell: 93.1 (erwartet: 92.0, Vormonat: 93.8)

Die vom Conference Board erhobene Konsumentenstimmung hat sich im Mai eingetrübt. Treiber war die Verschlechterung der aktuellen Lageeinschätzung. Leicht verbesserte Zukunftserwartungen federten den Rückgang teilweise ab. Ein Zeichen, dass die befragten Haushalte auf eine Beruhigung hoffen, aber aktuell den Preisdruck spüren. So liegt der US-Benzinpreis seit der Blockade der Strasse von Hormus vor rund drei Monaten etwa 50% höher.

Tobias Kistler

Portraitfoto von Tobias Kistler, Senior Finanzanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Daniel Wachter

Portraitfoto von Daniel Wachter, Senior Strategieanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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