23. Juni 2026, Tägliche Marktsicht
SMI startet mit Gewinnen in die Handelswoche
Sinkende Ölpreise und Hoffnungen auf Fortschritte im Iran-Konflikt haben den Schweizer Aktienmarkt leicht gestützt.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.54%, SPI: +0.49%, SMIM: +0.50%
Der Schweizer Aktienmarkt hat den Wochenauftakt im Plus beendet. Nach Verlusten am Vormittag erholte sich der SMI im Tagesverlauf wieder. Unterstützt wurde die Stimmung durch sinkende Ölpreise und Hoffnungen auf Fortschritte in den Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran. Der weitere Verlauf der Verhandlungen sorgt jedoch weiterhin für Zurückhaltung unter den Marktteilnehmern. Bei den 20 SMI-Titeln hielten sich Gewinner und Verlierer die Waage. An der Spitze des SMI standen ABB und Novartis, die jeweils 1.7% an Wert zulegten. ABB profitiert weiterhin von der hohen Nachfrage nach Infrastruktur für KI-Rechenzentren. Bei Novartis fehlten unterdessen kursbewegende Unternehmensnachrichten. Die beiden weiteren Schwergewichte entwickelten sich unterschiedlich. Während Nestlé 0.3% gewannen, gaben Roche 0.4% nach. Auf dem Einkaufszettel standen auch die Versicherer Swiss Life (+1.4%), Zurich Insurance (+1.4%) und Swiss Re (+0.9%). Ebenfalls gesucht waren die Aktien der Grossbank UBS (+0.9%). Die Finanzwerte dürften von den gestiegenen Zinsen profitiert haben. Am Tabellenende notierte hingegen Partners Group (-1.7%). Die Aktien des Privatmarktspezialisten litten nach einer Kurszielsenkungen eines Brokers unter Abgaben. Rückläufig zeigte sich auch der Luxusgüterkonzern Richemont (-0.7%) sowie Aktien aus dem Baubereich. Während Holcim (-0.6%) und Geberit (-0.4%) klar an Wert einbüssten, schloss Sika (-0.03%) nur marginal im Minus. Amrize (+0.7%) schloss entgegen dem Trend im Plus.
Am breiten Markt waren insbesondere Technologiewerte mit KI-Bezug gesucht. So stiegen VAT um 3.0% und schlossen damit erstmals über der Marke von CHF 700. Rückenwind verlieh weiterhin die anhaltende KI-Euphorie. Ebenfalls kräftig zulegen konnten Inficon (+8.1%) und Comet (+3.7%), unterstützt von positiven Analystenkommentaren. Im Sog dieser Entwicklung gewannen auch AMS Osram 2.8%.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +0.29%, DAX: +0.62%
Die europäischen Aktienmärkte präsentierten sich gestern uneinheitlich. Während der spanische IBEX 35 (+1.0%), der deutsche DAX (+0.6%) und der länderübergreifende EuroStoxx50 (+0.3%) zulegen konnten, schlossen der französische CAC 40 (-0.3%) und der italienische FTSE MIB (-0.1%) im Minus. In der Gewinnzone schloss auch der britische FTSE 100 (+0.7%). Der britische Premierminister Keir Starmer gab seinen Rücktritt als Parteichef bekannt und reagierte damit auf den wachsenden Druck aus der eigenen Partei. Bis zur Wahl einer Nachfolge will er im Amt bleiben. Auf Sektorenstufe waren die Bereiche Finanzen, Basiskonsum, Technologie und Immobilien gesucht. Unter Abgabedruck standen hingegen die Branchen Zyklischer Konsum und Kommunikationsdienste.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.29%, S&P 500: -0.37%, Nasdaq: -1.32%
Die amerikanischen Aktienmärkte sind nach dem verlängerten Feiertagswochenende uneinheitlich in die neue Handelswoche gestartet. Während der Dow Jones (+0.3%) von sinkenden Ölpreisen und Hoffnungen auf Fortschritte in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran profitierte, standen Technologiewerte unter Druck und verzeichneten teilweise deutliche Kursverluste. Entsprechend notierte der Tech-Index Nasdaq (-1.3%) klar tiefer und auch der marktbreite S&P 500 musste Abgaben von 0.4% hinnehmen. Bei den Einzelwerten standen vor allem die sogenannten Hyperscaler unter Druck – grosse Tech-Unternehmen, die viel Geld in KI investieren. Alphabet verlor 5.0% an Wert, Amazon gab um 4.8% nach und Microsoft notierte 3.2% tiefer. Dagegen blieb der konjunktursensible Halbleitersektor gefragt: Intel stiegen um 5.2% auf ein Rekordhoch, während die Aktien von Micron 6.8% zulegten. Unter starkem Verkaufsdruck gerieten erneut die Aktien von SpaceX, die mit einem Minus von 16.4% den dritten Verlusttag in Folge verzeichneten.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.49%; DE: 2.95%; CH: 0.34%
In Ermangelung neuer Konjunkturdaten bewegten sich die Renditen auf die massgebenden Staatsanleihen auf beiden Seiten des Atlantiks gestern nur wenig. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe notiert weiterhin im Bereich von 4.5% – rund 30 Basispunkte mehr als noch Anfang Jahr. Grund für den Anstieg ist unter anderem der Iran-Krieg, der damit verbundene Inflationsschub und die erwarteten Auswirkungen auf die Geldpolitik.
Währungen
Euro in Franken: 0.924
US-Dollar in Franken: 0.809
Euro in US-Dollar: 1.142
Seit dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed von letztem Donnerstag kostet ein US-Dollar wieder mehr als 80 Rappen. Gestern näherte er sich sogar der Marke von 81 Rappen und erreichte dabei den höchsten Stand seit November 2025. Hintergrund sind die Markterwartungen an die weitere Entwicklung der Leitzinsen. Während sich für die USA die Erwartung steigender Leitzinsen nochmals verfestigt hat, wird von der Schweizerischen Nationalbank bis Ende Jahr keine Zinsveränderung erwartet.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 77.20 pro Fass
Goldpreis: USD 4'136.13 pro Unze
Der Ölpreis hat seinen Abwärtstrend der Vorwoche gestern fortgesetzt. Hintergrund sind die vorsichtig positiven Signale aus den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran auf dem Bürgenstock. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostet im Moment rund 77 US-Dollar. Dies ist weiterhin rund 27% mehr als noch Anfang Jahr. Mittelfristig betrachtet ist ein Ölpreis um 80 US-Dollar aber nicht aussergewöhnlich.
Wirtschaft und Konjunktur
Es wurden gestern keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe publiziert.
Anja Felder
8021 Zürich
Roman Elbel
8021 Zürich
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