05. März 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
SMI mit Erholungsversuch
Nach den jüngsten Verlusten zeigten die Aktienmärkte gestern weltweit eine Erholungsbewegung. Heute stehen die Jahreszahlen von Galderma, Bossard und Broadcom im Rampenlicht.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.79%, SPI: +0.81%, SMIM: +0.77%
Nach den hohen Verlusten vom Dienstag standen die Zeichen gestern auf vorsichtige Erholung. Für Unterstützung sorgte unter anderem die Aussage von US-Präsident Trump, der den Schiffsverkehr in der Strasse von Hormus mit militärischer Unterstützung schützen möchte. Eine Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs ist vor allem für die Öl- und Gasversorgung von grosser Bedeutung, da rund 20% der weltweiten Ölvolumen die Meerenge durchqueren. Der SMI schloss 0.8% höher, machte damit aber nur einen kleinen Teil der Vortagesverluste von 3.1% wett. Gefragt waren im Leitindex unter anderem Finanzwerte, die zuletzt besonders stark unter der Verkaufswelle gelitten haben. Swiss Life, Zurich Insurance und Partners Group gehörten mit Kursanstiegen von jeweils 1.6% zu den besten grosskapitalisierten Werten. Gefragt waren zudem konjunktursensitive Titel wie Amrize (+1.4%) und Richemont (+2.3%). Ebenfalls Auftrieb erhielten Alcon, die 2.0% höher schlossen. Der Augenheilkundekonzern knüpfte damit an die Erholungstendenz im Anschluss an die jüngste Veröffentlichung der Jahreszahlen an. Auf der Verliererseite standen gestern Nestlé (-0.8%), Geberit (-1.1%), Givaudan (-1.2%) und Kühne + Nagel (-1.3%).
Im breiten Markt schossen die Aktien von Implenia nach der gestrigen Präsentation der Jahreszahlen um 10.0% nach oben. Vor allem das Wachstum beim Auftragsbestand und der optimistische Blick des Managements auf 2027 gaben Anlass für positive Reaktionen. Gefragt waren zudem Aktien aus dem erweiterten Gesundheitsbereich: Sonova, Sandoz, Medacta und Ypsomed schlossen zwischen 1.3% und 3.0% höher.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +1.72 %, DAX: +1.74%
Die europäischen Aktienmärkte wagten gestern nach den jüngsten Verlusten ebenfalls einen Erholungsversuch. Anscheinend hoffen Marktteilnehmer nach der Schutz-Ankündigung von Trump darauf, dass die Auswirkungen des Iran-Konflikts begrenzt ausfallen werden. Der EuroStoxx50, der am Dienstag um 3.5% eingebrochen war, schloss gestern 1.9% höher. Neuigkeiten aus dem Unternehmensbereich blieben gestern Mangelware. Aus Branchensicht gehörten Aktien aus konjunktursensitiven Sektoren wie zyklischer Konsum, Industrie, Finanzen, IT zu den Tagesgewinnern. Verkauft wurden Energieaktien, nachdem die Öl- und Gaspreise nach dem starken Anstieg der letzten Tage konsolidierten.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.49%, S&P 500: +0.78%, Nasdaq: +1.29%
Die US-Aktienmärkte zeigten gestern ebenfalls eine Erholungsbewegung. Neben der Stabilisierung der Ölpreise unterstützen positive Stimmungsdaten aus dem Dienstleistungssektor die Kaufbereitschaft am Markt. Der Dow Jones gewann 0.5% dazu, während der S&P 500 um 0.8% anzog. Der Nasdaq schloss 1.3% höher. Im Fokus standen untere anderem die Aktien von Moderna, die 16.1% nach oben sprangen. Grund dafür war die Beilegung eines Rechtsstreits mit einer tiefer als erwarteten Vergleichszahlung von USD 950 Mio. Starken Auftrieb spürten zudem Aktien mit Bezug zu Kryptowährungen, die Rückenwind von der gestrigen Erholung an den Kryptomärkten erhielten. Die Krypto-Handelsplattform Coinbase schoss 14.6% nach oben, während das Bitcoin-Entwicklungsunternehmen Strategy um 10.4% ansprang.
Unternehmensberichte
Galderma dank Hautmedikament mit starkem Ausblick
Galderma steigerte den Umsatz 2025 um 18.1% auf USD 5.2 Mrd. Das stärkste Wachstum verzeichnete die kleineste Sparte «Dermatologische Therapien», die dank dem neu zugelassenen Hautmedikament Nemluvio ein Umsatzwachstum von 52% auf USD 452 Mio. erreichte. Im Kernbereich «Injizierbare Produkte» stieg der Umsatz um 11.9% auf USD 2.6 Mrd., während das Geschäft mit Hautcremes um 8.9% auf USD 1.5 Mrd. zulegte. Der operative Kerngewinn (EBITDA) erhöhte sich um 18.9% auf 1.2 Mrd. und damit noch etwas stärker als der Umsatz. Die entsprechende Marge verbesserte sich um 24 Basispunkte auf 23.3%. Unter dem Strich verblieb ein bereinigter Reingewinn von USD 871 Mio., 75% höher als im Vorjahr. Im laufenden Jahr rechnet das Management mit einem Umsatzwachstum zwischen 17% bis 20% und einer Kern-EBITDA-Marge von mindestens 26%. Beim Hautmedikament Nemluvio rechnet Galderma neu mit einem Umsatz von mehr als 4 Mrd. (zuvor: mindestens USD 2 Mrd.). Die Jahreszahlen fallen im Rahmen der Erwartungen aus, während der Ausblick übertrifft.
Bossard trifft mit detaillierten Zahlen die Erwartungen
Bossard steigerte den operativen Betriebsgewinn 2025 in einem anspruchsvollen Umfeld um 6.5% auf CHF 106.6 Mio. Die entsprechende Marge verringerte sich um 20 Basispunkte auf 10.0%. Über den Umsatzanstieg von 8.6% auf USD 1.07 Mrd., der vor allem von zwei Übernahmen angetrieben war, hatte das auf Verbindungstechnik spezialisierte Unternehmen bereits im Januar berichtet. Unter dem Strich verblieb ein 0.8% tieferer Reingewinn von CHF 74.6 Mio. Den Aktionären wird eine unveränderte Dividende von CHF 3.90 pro Aktie vorgeschlagen. Angesichts der unsicheren Wirtschaftslage und beschränkter Visibilität verzichtet das Management auf einen konkreten Ausblick. Zumindest im 1. Halbjahr 2026 rechnet Bossard aber konjunkturbedingt und trotz positiven Impulsen aus Asien und den USA weiterhin mit einer verhaltenen Nachfrageentwicklung. Das Zahlenset liegt im Rahmen der Analystenerwartungen.
Broadcom mit besserem Ausblick und Aktienrückkauf
Der US-Chipentwickler steigerte den Umsatz im verschobenen 1. Geschäftsquartal 2027 um 29% auf USD 19.3 Mrd. Der bereinigte Quartalsgewinn stieg um 30% auf USD 7.4 Mrd. Für das noch bis Ende April laufenden 2. Quartal rechnet Broadcom dank des anhaltenden KI-Booms mit einem Umsatzanstieg auf USD 22 Mrd. (+47% im Vergleich zum Vorjahresquartal). Die Analysten rechneten im Schnitt mit einem Anstieg auf USD 20 Mrd. Zudem kündigte der Konzern ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu USD 10 Mrd. an. Die Aktie handelte gestern nachbörslich wenig verändert.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.11%; DE: 2.75%; CH: 0.31%
An den Kapitalmärkten dominieren weiterhin Sorgen um anhaltend höhere Energiepreise. Diese könnten für neuen Inflationsdruck sorgen und damit das mittelfristige Zinsniveau in den USA oder in der Eurozone beeinflussen. Seit Ausbruch des Krieges im Nahen Osten ist die Rendite auf die massgebende 10-jährige US-Staatsanleihe um 18 Basispunkte gestiegen, liegt aber weiterhin leicht unterhalb des Stands von Anfang Jahr. Ein qualitativ ähnliches Muster ist auch bei der 10-jährigen deutschen Bundesanleihe zu beobachten.
Währungen
Euro in Franken: 0.906
US-Dollar in Franken: 0.780
Euro in US-Dollar: 1.161
Trotz der grossen Unsicherheiten rund um den Krieg im Nahen Osten hat sich der Schweizer Franken als traditionell sicherer Hafen seit Ausbruch der Kampfhandlungen nur wenig aufgewertet. Gegenüber dem US-Dollar hat die Schweizer Währung sogar leicht an Wert eingebüsst (-1.5%). SNB-Vizepräsident Antoine Martin hat gestern bekräftigt, dass die Nationalbank im Fall einer durch den Krieg ausgelösten, starken Aufwertung des Schweizer Frankens mit Deviseninterventionen reagieren würde. Bereits am Montag hatte sich die Nationalbank entsprechend geäussert.
Rohwarenmärkte
Ölpreis WTI: USD 77.51 pro Fass
Goldpreis: USD 5'159.85 pro Unze
Nach Tagen mit erheblichen Preissteigerungen hat sich der Anstieg des Ölpreises gestern verlangsamt. Dazu beigetragen haben unter anderem Ankündigungen von US-Präsident Trump zu möglichen US-Schiffseskorten durch die Strasse von Hormus sowie die geplante Unterstützung des Versicherungsschutzes für Öltanker. Ein Fass der US-Sorte WTI kostet mit rund 77 US-Dollar aktuell rund 19% mehr als noch vor der Eskalation.
Weiterhin erhöht ist auch der Preis für Erdgas, auch wenn die Höchstwerte vom Dienstag gestern nicht mehr erreicht worden sind. Der für Europa richtungsweisende Terminkontrakt TTF an der Börse in Amsterdam notiert aber weiterhin mehr als 50% höher als Anfang Monat. Die weitere Entwicklung der Öl- und Gaspreise dürfte wesentlich davon abhängen, wie rasch sich der Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus wieder normalisieren wird.
Wirtschaft und Konjunktur
Schweiz: Inflationsrate YoY (Februar)
aktuell: 0.1% (erwartet: 0.0%, Vormonat: 0.1%)
Die Konsumentenpreise in der Schweiz sind im Februar im Vergleich zum Vormonat um 0.6% gestiegen. Im Jahresvergleich verharrt die Teuerung jedoch bei 0.1% und liegt damit weiterhin am unteren Ende des Zielbands der Schweizerischen Nationalbank von 0-2%. Während Inlandgüter 0.6% teurer waren als vor einem Jahr, verbilligten sich Importgüter um 1.6%. Dabei spielten insbesondere tiefere Energiepreise und der starke Franken eine Rolle. Die Kerninflation ohne die Preise für frische und saisonale Produkte sowie Energie betrug 0.4%.
USA: Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor (Februar)
aktuell: 56.1 (erwartet: 53.5, Vormonat: 53.8)
Die Stimmung im US-Dienstleistungssektor hat sich im Februar entgegen den Erwartungen deutlich verbessert. Der vom Institute of Supply Management erhobene Einkaufsmanagerindex ist kräftig angestiegen und liegt mit 56.1 deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Damit signalisiert der Index das kräftigste Wachstum im US-Dienstleistungssektor seit Mitte 2022. Zum Anstieg beigetragen haben insbesondere die deutlich angestiegenen Auftragseingänge. Auch die Beschäftigungskomponente hat sich verbessert. Gleichzeitig fiel der Anstieg der bezahlten Preise im Februar schwächer aus als noch im Januar.
Matthias Müller
8021 Zürich
Roman Elbel
8021 Zürich
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