25. Februar 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
SMI auf Allzeithoch
Der SMI steigt angetrieben von Index-Schwergewicht Nestlé auf ein neues Allzeithoch. Heute stehen die Jahreszahlen von Alcon, Sandoz, Temenos, Georg Fischer und Adecco im Fokus.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.91%, SPI: +0.78%, SMIM: +0.10%
Der Schweizer Aktienmarkt legte im Tagesverlauf immer stärker zu und schloss klar höher. Der SMI stieg um 0.9% und erreichte ein neues Allzeithoch. Der Leitindex konnte sich dank der defensiven Ausrichtung den Unsicherheiten um Künstliche Intelligenz und die US-Zölle weitgehend entziehen. Angeführt wurde das Tableau von Logitech (+2.1%), Amrize (+2.0%), Givaudan (+2.0%) und Nestlé (+1.9%). Nur ein knappes Kursplus von 0.3% zeigte der Privatmarktspezialist Partners Group, nach einem Kursverlust von 8.4% am Vortag aufgrund der Sippenhaft für konkurrierende Private Equity Firmen, die stärker in durch Künstliche Intelligenz beeinträchtigte Softwareunternehmen investiert haben. Tagesverlierer waren die Aktien von UBS (-1.3%), Kühne+Nagel (-1.1%) und Swiss Life (-0.1%).
Im breiten Markt avancierte OC Oerlikon um 16.7%. Die Jahreszahlen lagen beim Auftragseingang über den Erwartungen und das Unternehmen überraschte mit einer Sonderdividende. Ebenfalls höher ging das Immobilienunternehmen PSP (+3.5%) aus dem Handel nach soliden Jahreszahlen. Unter Abgabedruck nach der Präsentation des Jahresergebnisses litten hingegen Bellevue (-13.0%) und Dormakaba (-3.5%). Der Apothekenbetreiber Galenica (-6.3%) verbuchte Kursverluste nach einer Brokerabstufung. Nach oben ging es für Lindt&Sprüngli (PS: +2.2%) und Barry Callebaut (+5.8%), die von einem weiter gesunkenen Kakaopreis profitierten.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +0.04%, DAX: -0.02%
Die europäischen Aktienmärkte zeigten sich nach wie vor verunsichert von den jüngsten US-Zollankündigungen. Der EuroStoxx50 (+0.04%) und der französische CAC40 (+0.3%) legten leicht zu. Der deutsche DAX (-0.02%), der italienische FTSE MIB (-0.1%) und der spanische IBEX 35 (-0.5%) gaben hingegen nach. Weiter nach unten ging es für das dänische Pharmaunternehmen Novo Nordisk (-3.2%). Nachdem das Abnehmmittel Cagrisema in einer Studie hinter den Erwartungen zurückblieb, gab der Titel schon am Vortag um 16.5% nach. Nun will Novo Nordisk den US-Listenpreis für die Abnehmermedikamente Wegovy und Ozempic weiter senken.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.76%, S&P 500: +0.77%, Nasdaq: +1.04%
Die US-Aktienmärkte erholten sich gestern vom schwachen Wochenauftakt und den Sorgen um die Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz auf die Unternehmensgewinne. Der Leitindex Dow Jones und der breiter gefasste S&P 500 gewannen 0.8%. Der technologielastige Nasdaq legte um 1.0% zu. Vor den wegweisenden Zahlen des Index-Schwergewichts Nvidia (+0.6%) herrschte jedoch eine gewisse Zurückhaltung. Bei den Einzelwerten stand der Chipkonzern AMD (+8.7%) im Fokus. Dieser wird Meta (+0.3%) künftig mit Chips für mehrere Milliarden USD beliefern. Ebenfalls noch oben ging es für die Aktien von Home Depot (+1.9%), welche mit den Quartalszahlen die Analystenerwartungen übertrafen. Die Aktien des Pharmaunternehmens Eli Lilly (-1.6%) gaben hingegen leicht nach aufgrund der angekündigten Preissenkungen des Konkurrenten Novo Nordisk.
Unternehmensberichte
Alcon mit zuversichtlichem Ausblick
Der Augenheilkonzern Alcon steigerte dank einer Wachstumsbeschleunigung im 4. Quartal (+9%) den Umsatz im Gesamtjahr 2025 um knapp 5% auf USD 10.3 Mrd. Die operative Kernmarge lag mit 19.8% unter dem Vorjahreswert von 20.6%. Der Kerngewinn legte von USD 3.05 je Aktie auf USD 3.07 je Aktie zu. Unter dem Strich resultierte ein um 3.7% tieferer Reingewinn von USD 980 Mio. Die Dividende wird unverändert bei USD 0.28 je Aktie vorgeschlagen. Mit den vorgelegten Zahlen wurden die Analystenerwartungen zum Umsatz und Gewinn leicht übertroffen und zur operativen Marge verfehlt. Im laufenden Jahr wird zu konstanten Wechselkursen ein Umsatzwachstum von 5% bis 7% angestrebt und eine operative Kernmarge, welche 70 bis 170 Basispunkte höherliegt. Der Gewinn je Aktie soll um 9% bis 12% steigen.
Gewinnsprung von 25% bei Temenos und Erhöhung der Mittelfristziele
Der Softwarehersteller Temenos steigerte den Umsatz im vergangenen Jahr um 11% auf USD 1’071 Mio., was schon im Januar kommuniziert wurde. Der bereinigte Gewinn je Aktie legte um 25% auf USD 4.20 je Aktie zu. Der operative Gewinn auf Stufe EBIT lag 22% höher bei USD 371.9 Mio., was einer um 31 Basispunkte höheren EBIT-Marge von 34.7% entspricht. Der Free Cashflow wuchs um 15% auf USD 256.4 Mio. Für das laufende Jahr wird ein EBIT-Wachstum von mindestens 9% zu konstanten Wechselkursen erwartet und der Gewinn je Aktie soll um rund 7% ansteigen. Der Free Cashflow wird 16% höher erwartet. Das Mittelfristziel für das Jahr 2028 für den EBIT wurde von USD 450 auf USD 480 Mio. und für den Free Cashflow von USD 400 auf 410 Mio. erhöht. Die Dividende soll von CHF 1.30 auf CHF 1.40 je Aktie erhöht werden. Mit dem Ausblick übertrifft Temenos die Analystenerwartungen.
Sandoz steigert Umsatz um 7% und übertrifft Erwartungen leicht
Der Generikahersteller Sandoz hat im Jahr 2025 den Umsatz um 7% auf USD 11.1 Mrd. gesteigert. Zu konstanten Wechselkursen lag das Plus bei 5%. Das Geschäft mit Generika wuchs zu konstanten Wechselkursen um 2% und die kleinere Biosimilar-Sparte um 13%. Die Biosimilars steuerten damit 30% zum Umsatz bei. Der Kern-Betriebsgewinn stieg um 14% auf USD 2.4 Mrd. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 20.1% auf 21.7%. Unter dem Strich resultierte ein 33% höherer Reingewinn von USD 1.6 Mrd. Mit den Zahlen lag Sandoz leicht über den Analystenerwartungen. Für das laufende Jahr 2026 soll der Umsatz im mittleren bis hohen einstelligen Bereich steigen und die Kern-EBITDA-Marge um rund 100 Basispunkte zulegen.
Georg Fischer schliesst Transformation ab
Georg Fischer musste im nach der strategischen Neuausrichtung verbleibendem Flow Solutions einen Umsatzrückgang von 1.7% auf CHF 3.0 Mrd. hinnehmen. Organisch lag das Wachstum bei 0.6%. Mit der abgeschlossenen Transformation fokussiert sich Georg Fischer künftig auf Flow Solutions für Gebäude, Industrie und Infrastruktur. Der vergleichbare EBIT nahm um 14.3% auf CHF 299 Mio. ab, was einer 140 Basispunkte tieferen EBIT-Marge von 10.0% entsprach. Eine Abschwächung des Industriegeschäfts in Europa,ein schlechterer Margenmix (höherer Anteil des margenschwächeren Infrastruktursegments) und die US-Zölle sowie negative Wechselkurseffekte belasteten. Insgesamt sank der Reingewinn um über 50% auf CHF 103 Mio. Es wird eine unveränderte Dividende von CHF 1.35 je Aktie vorgeschlagen. Für 2026 erwartet Georg Fischer ein organisches Wachstum im unteren einstelligen Bereich, sowie eine vergleichbare EBIT-Marge zwischen 10.5% und 12.5%.
Adecco trifft Analystenerwartungen
Der Personaldienstleister Adecco steigerte im 4. Quartal 2025 den Umsatz um 1.4% auf EUR 5.96 Mrd. Bereinigt um Währungseffekte und unterschiedliche Arbeitstage lag das Wachstum bei 3.9%. Der bereinigte operative Gewinn auf Stufe EBITA legte um einen Fünftel auf EUR 225 Mio. zu. Die entsprechende EBITA-Marge verbesserte sich um 60 Basispunkte auf 3.8% und lag damit im angestrebten Bereich von 3% bis 6%. Unter dem Strich resultierte ein Reingewinn von EUR 88 Mio. Mit dem Zahlenset wurden die Analystenerwartungen leicht übertroffen. Die Dividende wird unverändert bei CHF 1 je Aktie vorgeschlagen.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.04%; DE: 2.70%; CH: 0.24%
Die neuesten US-Daten beeinflussten die Kapitalmärkte gestern kaum. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe notiert weiterhin knapp über 4% und liegt damit rund 20 Basispunkte unter dem Stand zu Monatsbeginn. Auch in Europa traten die Renditen auf der Stelle. Die Präsidentin der Federal Reserve Bank of Boston, Susan Collins, signalisierte, dass die Leitzinsen vorerst unverändert bleiben dürften, während die Inflationsrisiken bestehen. Die nächsten Zinsentscheide in den USA, der Eurozone und der Schweiz stehen am 18. und 19. März an.
Währungen
Euro in Franken: 0.911
US-Dollar in Franken: 0.772
Euro in US-Dollar: 1.180
Der US-Dollar gab gegenüber den meisten wichtigen Währungen leicht nach, nachdem US-Präsident Donald Trump in seiner Rede zur Lage der Nation erneut bekräftigt hatte, an den Handelszöllen festzuhalten. Der Vorschlag, Zölle könnten langfristig die Einkommenssteuer als wichtigste Einnahmequelle des Staates ersetzen, deutet darauf hin, dass er künftig noch stärker auf Zölle setzen könnte. Diese Befürchtung hat den US-Dollar in der Vergangenheit bereits belastet.
Rohwarenmärkte
Ölpreis WTI: USD 65.91 pro Fass
Goldpreis: USD 5'185.25 pro Unze
Nach Angaben aus US-Regierungskreisen wollen die USA am Donnerstag mit dem Iran in Genf weiter verhandeln. Die Ölpreise bleiben aufgrund der Spannungen zwischen den USA und dem Iran erhöht. Seit Jahresbeginn hat sich die US-Sorte WTI um rund 15% verteuert. Auf Sicht von zwölf Monaten notiert WTI jedoch rund 5% tiefer.
Die europäischen Erdgaspreise notieren deutlich unter dem Niveau von 2022, als Russland seinen Angriff auf die Ukraine begann. Der für Europa richtungweisende Terminkontrakt TTF an der Börse in Amsterdam notiert bei rund 30 Euro pro MWh. Damit liegt das Preisniveau deutlich unter dem Höchststand von über 300 Euro pro MWh zu Beginn des Kriegs. Viele Länder haben sich seither angepasst und neue Lieferquellen erschlossen.
Wirtschaft und Konjunktur
USA: Conference Board Konsumentenstimmung (Februar)
aktuell: 91.2 (erwartet: 87.1, Vormonat: 89.0)
Das vom Marktforschungsinstitut Conference Board erhobene Verbrauchervertrauen hat sich im Februar aufgehellt, gestützt durch gestiegene Erwartungen für die kommenden Monate. Vom US-Arbeitsmarkt kamen zuletzt positive Signale, wenn auch noch keine klare Trendwende erkennbar ist. Insgesamt zeigten sich die Konsumausgaben weiterhin robust. Die befragten Konsumenten nennen jedoch nach wie vor häufig die Lebenshaltungskosten sowie Zölle und politische Unsicherheiten als Belastungen. Der Index liegt weiterhin unter den Durchschnittswerten der Jahre 2024 (104.5) und 2025 (96.1), aber über dem Tief von 85.7 aus dem April des Vorjahres während einer Phase erhöhter Zollunsicherheiten.
Tobias Kistler
8021 Zürich
Daniel Wachter
8021 Zürich
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