25. Juni 2026, Tägliche Marktsicht

Schweizer Aktienmarkt weiterhin im Aufholmodus

Angetrieben von einer Umschichtung in defensive Branchen markierte der SMI gestern ein neues Allzeithoch. In den USA übertraf der Speicherchiphersteller Micron mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen deutlich.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +1.49%, SPI: +1.28%, SMIM: +1.54%

Der Schweizer Aktienmarkt setzte gestern seinen starken Lauf der letzten Tage fort und schloss erneut deutlich stärker als die internationalen Märkte. Angetrieben wurde der Aufschwung von einer Umschichtung in defensiven Aktien, von der auch die Schwergewichte profitierten. Unterstützung für den exportorientierten Schweizer Markt kam zudem vom US-Dollar, der sich im Vergleich zum Schweizer Franken deutlich aufwertete. Der SMI erreichte im Tagesverlauf ein neues Rekordhoch und schloss 1.5% höher. Gefragt waren unter anderem Aktien aus dem Gesundheitssektor wie Lonza (+2.6%) und Alcon (+3.9%). Zu den Gewinnern gehörten auch die beiden Zykliker Kühne + Nagel (+3.5%) und Richemont (+4.0%), die jeweils Auftrieb von positiven Analystenkommentaren erhielten. An der Spitze des Tableaus sprangen Givaudan um 4.4% nach oben, angetrieben von den Umschichtungen in defensivere Bereiche. Unterstützung kam in diesem Zusammenhang auch von den Index-Schwergewichten Roche (+2.1%) und Nestlé (+3.3%). Auf der Verliererseite gaben Holcim nach einem vorsichtigen Analystenkommentar 1.6% nach. Bei UBS (+1.3%) setzten sich die jüngsten Gewinnmitnahmen fort.

Im breiten Markt gehörten Aktien aus dem erweiterten Gesundheitssektor zu den Tagesgewinnern. Medacta, Sandoz, Tecan, Bachem und Galderma legten zwischen 3.0% und 4.7% zu. Skan sprangen um 10.5% nach oben, nachdem ein mRNA-Impfstoff des US-Biotechunternehmens Moderna eine Zulassungsempfehlung erhielt. Dies weckte Hoffnungen auf weitere Zulassungen in diesem Bereich, wovon Skan mit seinen sterilen Abfülllösungen profitieren könnte. DSM Firmenich sprangen parallel zum Branchennachbarn Givaudan um 5.6% nach oben. Deutlich abwärts ging es für Klingelnberg (-6.5%), nachdem der Maschinenbauer mit seinem Jahresbericht enttäuschte und zudem die Dividende strich. Der Verpackungshersteller SIG (+5.1%) erhielt Rückenwind von einer optimistischen Analysteneinschätzung.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -0.25%, DAX: -0.62%

Die europäischen Aktienmärkte kamen gestern mehrheitlich nicht vom Fleck. Skepsis über die Fortsetzung der KI-Rally belastete die Anlegerstimmung. Der EuroStoxx50 beendete den Handelstag 0.3% tiefer, während der DAX um 0.6% zurückfiel. Hauptgrund für das schwächere Abschneiden des deutschen Leitindex war der Kurstaucher von 18.6% bei Rheinmetall. Der Rüstungskonzern verlor ein potenzielles Grossprojekt zur Herstellung von Kriegsschiffen über rund EUR 12 Mrd. an den Konkurrenten TKMS, dessen Aktien deswegen um 16.1% nach oben sprangen. Branchenseitig standen defensive Sektoren wie Gesundheit, Basiskonsum und Immobilien hoch in der Gunst der Anleger. Unter Druck standen mit Grundstoffen, IT und Finanzen vor allem zyklische Sektoren. Am schwächsten entwickelten sich Aktien aus dem Öl- und Gassektor, die von den fallenden Ölpreisen belastet wurden.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +0.35%, S&P 500: -0.10%, Nasdaq: -0.43%

Die amerikanischen Aktienmärkte zeigten sich nach dem KI-bedingten Ausverkauf vom Dienstag gestern zunächst eine Gegenbewegung. Trotz sinkender Ölpreise und schwindender Inflationssorgen blieb das Handelsumfeld vor den mit Spannung erwarteten Zahlen des Chipherstellers Micron nervös und der S&P 500 und der Nasdaq gaben schliesslich 0.1% respektive 0.4% nach. Grund dafür waren erneut schwache Technologiewerte. Der Dow Jones schloss dagegen 0.4% höher. Nachdem die Aktien des stark gelaufenen Chipherstellers Micron am Dienstag um 13.2% einbrachen, übertrafen die nachbörslich vorgelegen Quartalszahlen die Analystenerwartungen deutlich. Der Umsatz des Speicherchip-Herstellers stieg im 3. Geschäftsquartal um mehr als das Vierfache auf USD 41 Mrd. Im 4. Geschäftsquartal rechnet das Unternehmen mit einem weiteren Anstieg auf USD 50 Mrd. Auch der Gewinn und die Gewinnprognosen übertrafen die Analystenerwartungen deutlich. Die Micron-Aktien sprangen nachbörslich rund 15% nach oben.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.40%; DE: 2.87%; CH: 0.29%

Die Marktentwicklung stand gestern im Zeichen rückläufiger Energiepreise. Sie dämpften die Sorgen vor anhaltendem Inflationsdruck im Vorfeld der heute anstehenden Veröffentlichung der von der US-Notenbank Fed bevorzugten Kernrate der privaten Konsumausgaben. Entsprechend gaben die Kapitalmarktrenditen auf beiden Seiten des Atlantiks nach. In den USA fiel der Rückgang bei den 10-jährigen Treasuries mit zehn Basispunkten deutlich stärker aus als in Europa. Die Rendite der 10-jährigen deutschen Bundesanleihe sank um fünf Basispunkte, jene der Schweizer Eidgenossen gleicher Laufzeit um vier Basispunkte.

Währungen

Euro in Franken: 0.923
US-Dollar in Franken: 0.813
Euro in US-Dollar: 1.136

Der US-Dollar konnte auch gestern seinen Aufwärtstrend der Vortage fortsetzen. Gegenüber dem Franken legte er um 0.4% zu. Das EUR/CHF-Wechselkurspaar notierte hingegen praktisch unverändert gegenüber dem Vortagesniveau.

Rohwarenmärkte

Ölpreis (Brent): USD 73.79 pro Fass
Goldpreis: USD 3'982.94 pro Unze

Der Ölpreis hat gestern über 4% nachgegeben. Der Preis der Sorte Brent fiel erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs wieder unter 75 US-Dollar je Fass. Grund dafür sind die zunehmenden Signale einer Entspannung. Mehr Tanker passieren die Strasse von Hormus und die Ölexporte der Vereinigten Arabischen Emirate liegen bereits wieder bei rund 85% des Vorkriegsniveaus. Gegenüber dem Höchststand während der Eskalation ist der Ölpreis damit um mehr als 40% gefallen. Ganz entspannt ist die Lage aber nicht. Vor allem in den USA zeigen sich Engpässe. Die Lagerbestände im wichtigen Ölknotenpunkt Cushing sollen gemäss einer ersten Meldung erneut deutlich gesunken sein. Falls die offiziellen Daten dies bestätigen, würden die Bestände unter die Marke von 20 Millionen Fass fallen, die als operatives Mindestniveau gilt.

Der Goldpreis stand auch gestern unter Druck und hat zum ersten Mal seit Anfang November die Marke von 4'000 US-Dollar pro Unze unterschritten. Per Handelsschluss resultierte ein Minus von rund 3%.

Wirtschaft und Konjunktur

Es wurden gestern keine Wirtschaftsdaten aus der ersten Reihe publiziert.

Matthias Müller

Portraitfoto von Matthias Müller, Senior Finanzanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich

Dominik Schmidlin

Portraitfoto von Dominik Schmidlin, Leiter Anlagestrategie und Analyse bei der St.Galler Kantonalbank
Leiter Anlagestrategie und Analyse
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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