29. Mai 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
Schweizer Aktienmarkt unterbricht Gewinnserie
Der Schweizer Aktienmarkt schloss an einem mehrheitlich impulsarmen Börsentag moderat in der Verlustzone.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: -0.90%, SPI: -0.76%, SMIM: -0.47%
Der Schweizer Aktienmarkt beendete am Donnerstag seine zuletzt starke Aufwärtsserie und schloss erstmals seit elf Handelstagen wieder im Minus. Ein Bericht über mögliche Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sorgte kurzzeitig für Entspannung. Die Anleger blieben jedoch skeptisch, da eine endgültige Einigung noch aussteht und zusätzlich wieder neue Spannungen die Märkte belasteten. Der SMI beendete den Börsentag 0.9% im Minus. Zu den gestrigen vier Gewinnern im Index gehörten Amrize (+0.1%), Lonza (+1.1%), Logitech (+1.3%) und Kühne + Nagel (+1.4%). Deutlich in der Verlustzone notierten Alcon (-2.0%), Zurich Insurance (-2.2%), Swiss Life (-2.4%) und Partners Group (-2.5%).
Am breiten Markt verbuchten die Aktien von Cicor Technologies (+3.7%), Sensirion (+3.8%), SMG (+3.8%) und Idorsia (+6.7%) deutliche Kursavancen. Deutlich unter Abgabedruck standen Unternehmen wie Sonova (-2.1%), Julius Bär (-2.2%) und Implenia (-3.3%).
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: -0.25%, DAX: -0.34%
Die europäischen Aktienmärkte zeigten sich am Donnerstag leicht schwächer, da die Unsicherheit rund um die Waffenruhe zwischen Israel und dem Iran wieder zunahm. Berichte über einen US-Militärschlag nahe der strategisch wichtigen Strasse von Hormus belasteten die Stimmung, trotz verbreiteten Medienberichten über mögliche Verhandlungsfortschritte. Der EuroStoxx50 schloss 0.3% tiefer als am Vortag. Der französische CAC40 und der deutsche DAX gaben um 0.2% bzw. 0.3% nach, während der britische FTSE100 mit einem Verlust von 0.8% deutlich tiefer schloss. Unter den Einzelwerten legten die Titel des Luxusautoherstellers Ferrari (+3.5%) wieder zu, nachdem die Aktien zuvor deutlich unter der Präsentation des ersten Elektro Ferraris «Luce» gelitten hatten. Weiter avancierte das Halbleiterunternehmen STMicroelectronics (+3.2%). In der unteren Tabellenhälfte rangierten die Werte von Siemens Energy (-4.4%) und Dassault Systems (-5.7%).
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.05%, S&P 500: +0.58%, Nasdaq: +0.91%
Die amerikanischen Aktienmärkte legten am Donnerstag weiter zu. Die Indizes des marktbreiten S&P 500 und technologielastigen Nasdaq verbuchten gestern wieder neue Rekordstände. Auf Einzeltitelebene sprangen die Aktien vom Software-Unternehmen Snowflake um 36.5% nach oben. Nebst einem überraschend starken Jahresausblick erhielt der Titel zusätzlich Rückenwind von einem mehrjährigen Vertrag mit Amazon im Umfang von USD 6 Mrd. für ihre Cloud-Dienste. Die Werte von Dollar Tree stiegen um 17.9%, nachdem der Detailhändler für das erste Quartal besser als erwartete Ergebnisse vorgelegt und seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben hatte. Ebenso stiegen die Aktien von Elektronikhändler Best Buy um 15.8%, nachdem dieser für das erste Quartal einen überraschend starken Umsatz vermeldete und damit die Erwartungen übertraf. Wachstumstreiber waren insbesondere die Bereiche Gaming und Computer. Auf der anderen Seite fielen trotz starker Unternehmenszahlen die Titel vom Halbleiterunternehmen Synopsys um 8.6%.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.44%; DE: 2.96%; CH: 0.43%
Hoffnungen auf ein Rahmenabkommen im Nahen Osten und damit einhergehend einen mittelfristig tieferen Ölpreis liessen die Zinsen gestern sinken. Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe fiel um gut 4 Basispunkte. Auch in der Eurozone und der Schweiz zeigten die Renditen der Staatsanleihen weiter nach unten. Mit 0.43% liegt die Rendite der 10-jährigen Schweizer Eidgenossenanleihe schon fast wieder auf dem Stand vom Monatsanfang, nachdem sie zwischenzeitlich beinahe 0.2% höher lag.
Kaum Einfluss auf das Zinsgefüge hatte gestern die Publikation des Protokolls zur letzten EZB-Ratssitzung. Gemäss der Mitschrift hätten sich diverse EZB-Mitglieder nicht gegen eine Leitzinserhöhung ausgesprochen, wäre eine solche bereits im April zur Debatte gestanden. Wir gehen davon aus, dass die Europäische Zentralbank an ihrer Juni-Sitzung eine Leitzinserhöhung beschliessen wird.
Währungen
Euro in Franken: 0.913
US-Dollar in Franken: 0.784
Euro in US-Dollar: 1.164
Mit den aufkommenden Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahost-Konflikt kam der US-Dollar gestern Nachmittag unter Druck und verlor gegenüber den wichtigsten Währungen an Terrain. Die gestern veröffentlichten Konjunkturdaten hatten hingegen keinen Einfluss auf das Währungsgefüge.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 92.59 pro Fass
Goldpreis: USD 4'507.87 pro Unze
Der Ölpreis fiel gestern aufgrund der Spekulationen über eine baldige Einigung zwischen dem Iran und den USA deutlich. Gemäss dem Nachrichtenportal Axios seien bezüglich einer Absichtserklärung viele Fortschritte erzielt worden, was allerdings heute Morgen von Seiten Irans zumindest teilweise wieder dementiert wurde. Dennoch prägte die Aussicht auf eine mögliche Einigung zur Wiederöffnung der Strasse von Hormus und eine damit verbundene Normalisierung der Öltransporte durch den Persischen Golf die Marktstimmung.
Wirtschaft und Konjunktur
USA: Inflationsrate PCE (Personal Consumption Expenditures) (April)
aktuell: 3.8% (erwartet: 3.8%, Vormonat: 3.5%)
Die Preise in den USA sind im April erwartungsgemäss weiter gestiegen, wobei der Anstieg der Inflationsrate hauptsächlich auf die Energiepreise zurückzuführen ist. Diese legten im Jahresvergleich um 18.3% zu. Die Frage bleibt, wie stark sich die indirekten Effekte des hohen Erdölpreises über höhere Transportkosten und teurere Vorprodukte noch in der Inflationsrate zeigen werden. Die von der US-Notenbank Fed bevorzugte Kernrate der privaten Konsumausgaben – ohne die stark schwankenden Energie- und Nahrungsmittelpreise – ist im April um 0.1 Prozentpunkte auf 3.3% gestiegen.
USA: Bruttoinlandprodukt (1. Quartal, zweite Schätzung, QoQ annualisiert)
aktuell: 1.6% (erwartet: 2.0%, Vorquartal: 0.5%)
Gemäss der zweiten Schätzung ist das reale Bruttoinlandprodukt der USA im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal um annualisierte 1.6% gewachsen. Die erste Flash-Schätzung von letztem Monat ging noch von einem BIP-Wachstum von 2.0% aus. Nach unten korrigiert wurde insbesondere der private Konsum, der im Startquartal noch um 1.4% gewachsen ist. Der Aussenhandel trug hingegen für einmal nicht zum Wachstum bei.
Patrick Häfeli
8021 Zürich
Florian Hiltpold
8021 Zürich
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