25. März 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
Schweizer Aktienmarkt schliesst leicht höher
Der SMI konnte gestern trotz einem volatilen Kursverlauf und einer nach wie vor hohen Nervosität der Marktteilnehmer höher schliessen. Im Fokus stehen heute die Jahreszahlen von Orior.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +1.02%, SPI: +0.92%, SMIM: +0.75%
Der Schweizer Aktienmarkt konnte trotz erhöhter Nervosität erneut höher schliessen. Nach wir vor wird das Geschehen stark von Meldungen um den Iran-Krieg bestimmt. US-Präsident Trump hatte am Montag die angedrohten Angriffe auf iranische Energieanlagen um fünf Tage ausgesetzt, da es produktive Gespräche gebe. Die iranische Seite dementierte jedoch, dass es Verhandlungen gebe und die Kämpfe hielten an. Unterstützend wirkte am Nachmittag, dass die wichtigen US-Einkaufsmanagerindizes von S&P Global im Rahmen der Erwartungen ausfielen. Der Leitindex SMI zeigte einen volatilen Verlauf und schloss 1.0% höher. Von den 20 grosskapitalisierten Werten schlossen 16 im Plus, einer unverändert und drei mit negativem Vorzeichen. Angeführt wurde das Tableau von Kühne+Nagel (+2.4%), Nestlé (+2.2%) und Logitech (+2.1%). Tagesverlierer waren die Aktien von Givaudan (-1.1%), UBS (-0.4%) und Partners Group (-0.1%).
Im breiten Markt waren die Medizinaltechnikwerte Tecan (+9.1%) und Straumann (+5.7%) gesucht. Tecan profitierte von der Meldung um den Einstieg des Family Office von Thomas Schmidheiny und Straumann von verschiedenen positiven Analystenkommentaren. Tagesgewinner war MCH Group (+12.8%), nach Vorlage der Jahreszahlen, die eine Verbesserung der Profitabilität zeigten. In die Gegenrichtung ging es für den Halbleiterzulieferer Inficon (-10.4%). Nachdem die Eckwerte zum vergangenen Geschäftsjahr bereits bekannt waren, enttäuschte das Unternehmen mit einem verhaltenen Ausblick und einer Dividendenkürzung.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +0.13%, DAX: -0.07%
Die europäischen Aktienmärkte schlossen mehrheitlich leicht höher. Der EuroStoxx50 konnte um 0.1% zulegen und der französische CAC40 um 0.2%. Der deutsche DAX verzeichnete hingegen leichte Abgaben von 0.1%. Vor allem das Index-Schwergewicht SAP (-3.8%) wirkte belastend. Die Aktien des Chemiekonzerns BASF (+4.5%) profitierten hingegen von einer Kaufempfehlung eines Brokers. Auf Sektorenstufe waren Energie, Grundstoffe und Kommunikationsdienste gesucht. Abgaben verzeichneten die Bereiche Zyklischer Konsum, Finanzen und Industrie.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: -0.18%, S&P 500: -0.37%, Nasdaq: -0.84%
Nach der Erholung zu Wochenbeginn drehten die US-Aktienmärkte gestern nach anfänglichen Gewinnen wieder nach unten. Die anhaltenden Kämpfe im Iran und der wieder steigende Ölpreis sorgten für Gegenwind. Der US-Leitindex Dow Jones büsste 0.2% ein. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0.4% und der technologielastige Nasdaq gab um 0.8% nach. Erneut belasteten Sorgen um die Disruption durch Künstliche Intelligenz zahlreiche Softwareaktien. So standen Salesforce (-5.7%), Oracle (-4.2%), Adobe (-3.0%) und Microsoft (-2.2%) unter Druck. Grund für die erneuten Verwerfungen könnten Meldungen über die Entwicklung eines KI-Agenten von Amazon (-0.9%) sein, welcher Aufgaben im Vertrieb und der Geschäftsentwicklung automatisieren soll.
Unternehmensberichte
Orior schreibt wieder Gewinn
Der Lebensmittelhersteller Orior erzielte, wie bereits im Januar bekannt gegeben, im vergangenen Jahr einen 3.0% tieferen Umsatz von CHF 623 Mio. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA verdoppelte sich auf CHF 42.9 Mio. Die entsprechende Marge erreichte 6.9%. Der bereinigte EBITDA lag bei CHF 39 Mio. bzw. einer Marge von 6.3%. Unter dem Strich resultierte nach einem Verlust von CHF 35 Mio. im Vorjahr ein Reingewinn von CHF 9.4 Mio. Die Nettoverschuldung wurde von CHF 181 Mio. auf CHF 152 Mio. bzw. 3.9x Nettoverschuldung/EBITDA reduziert. Die Eigenkapitalquote lag bei 12.4%. Auf eine Dividendenauszahlung wird erneut verzichtet. Für das laufende Jahr wir ein organischer Umsatzrückgang von 3.0% bis 6.0% erwartet. Die bereinigte EBITDA-Marge soll zwischen 6.3% bis 6.6% betragen. Mittelfristig wird eine EBITDA-Marge von 7.5% und eine Verschuldung unter 3x Nettoverschuldung/EBITDA angestrebt. Dazu soll bei einem anhaltend soliden freien Cashflow die Wiederaufnahme einer Dividende kommen.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.34%; DE: 3.02%; CH: 0.40%
Die vagen Hoffnungen auf einen Waffenstillstand im Nahen Osten liessen die Zinsen gestern vorerst nicht weiter ansteigen. Die Ölpreise zeigen jedoch weiterhin starke Tagesschwankungen und prägen die Inflationserwartungen. Seit dem 28. Februar und dem Beginn der militärischen Konfrontation von Israel und den USA mit dem Iran notieren die Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen in den USA und Deutschland rund 40 Basispunkte höher. Auch das Pendant in der Schweiz ist seither um rund 20 Basispunkte gestiegen.
Währungen
Euro in Franken: 0.915
US-Dollar in Franken: 0.789
Euro in US-Dollar: 1.159
Am Devisenmarkt steht der Nahost-Konflikt weiterhin im Fokus. Der Euro und der US-Dollar bewegten sich am Dienstag trotz der vielen Schlagzeilen letztlich auf Vortagsniveau. SNB-Vertreter betonten gestern die erhöhte Interventionsbereitschaft am Devisenmarkt, um eine übermässige Aufwertung des Frankens zu verhindern.
Rohwarenmärkte
Ölpreis WTI: USD 89.21 pro Fass
Goldpreis: USD 4'533.40 pro Unze
Der Erdölpreis reagiert weiterhin stark in einem von Schlagzeilen getriebenen Markt. Die Ölsorten WTI und Brent sanken gestern erst im späten Handel um rund 5%. Auslöser sind Hoffnungen auf eine diplomatische Annäherung zwischen den USA und Iran nach Bekanntwerden eines 15-Punkte-Plans. Gleichzeitig bleiben die Signale widersprüchlich, da die USA zusätzliche Truppen in die Region verlegen und die Strasse von Hormus weiterhin nur eingeschränkt passierbar ist. Die Positionen bleiben weit auseinander, ein rascher Durchbruch erscheint unsicher.
Auch beim Gold bleiben die Preisbewegungen hoch. Nach einem deutlichen Rückgang zum Wochenstart kam es zuletzt zu einer Gegenbewegung. Im März liegt der Goldpreis in US-Dollar dennoch rund 13% im Minus. Seit Jahresbeginn resultiert weiterhin ein Plus von rund 5%, nach einem Anstieg von 65% im Vorjahr. Vergangene Woche haben gleich acht grosse Notenbanken getagt. Im Grundtenor sind sie sich einig: Die gestiegenen Energiepreise bringen Aufwärtsrisiken für die Inflation mit sich, gleichzeitig warten die Notenbanken vorerst ab. Das Spannungsfeld zwischen Zinsen und geopolitischer Unsicherheit dürfte den Goldpreis damit weiterhin prägen.
Wirtschaft und Konjunktur
Deutschland: S&P Einkaufsmanagerindex Industrie (März)
aktuell: 51.7 (erwartet: 49.5, Vormonat: 50.9)
Die neueste Umfrage unter den deutschen Einkaufsmanagern wurde vom 12. bis 20. März durchgeführt und erfasst damit die Eskalation im Nahen Osten zumindest teilweise. Der Krieg im Nahen Osten und der damit einhergehende Anstieg der Energiepreise haben die Stimmung der Unternehmen in Deutschland bislang nur moderat eingetrübt. Ein Verbleib der Öl- und Gaspreise auf dem aktuellen erhöhten Niveau wird den Aufschwung jedoch belasten.
USA: S&P Einkaufsmanagerindex Industrie (März)
aktuell: 52.4 (erwartet: 51.5, Vormonat: 51.6)
Der von S&P erhobene Index notiert weiterhin über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die Umfrage unter den US-Einkaufsmanagern signalisiert trotz leichtem Wachstum eine zunehmende Belastung durch den Krieg im Nahen Osten. Unternehmen berichten von einer schwächeren Nachfrage sowie steigenden Kosten infolge höherer Energiepreise und anhaltender Unsicherheit. Gleichzeitig deuten die Preiskomponenten auf einen wieder zunehmenden Inflationsdruck hin.
Tobias Kistler
8021 Zürich
Daniel Wachter
8021 Zürich
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