31. März 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht

Schweizer Aktienmarkt mit positivem Wochenstart

Der SMI konnte freundlich in die verkürzte Osterwoche starten. Im Fokus stehen heute die Jahreszahlen der Jungfraubahnen sowie die Ausblicksreduktion von VAT.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.78%, SPI: +0.69%, SMIM: +0.47%

Der Schweizer Aktienmarkt ist freundlich in die verkürzte Osterwoche gestartet. Im Fokus bleibt weiterhin die geopolitische Entwicklung rund um den Iran-Krieg. US-Präsident Trump sendete optimistische Signale, warnte jedoch gleichzeitig auch vor einer weiteren Eskalation. Aus dem Iran wurden hingegen Berichte über konstruktive Gespräche dementiert. Trotz dieser gemischten Neuigkeiten schloss der Schweizer Aktienmarkt gestern im Plus. Der SMI legte um 0.8% zu, gefolgt vom breiten SPI (+0.7%) sowie dem SMIM (+0.5%). Von den 20 SMI-Titeln schlossen 18 im positiven Bereich. Nestlé avancierte um 2.3%, gestützt durch Berichte vom Freitag, wonach der geplante Teilverkauf des Wassergeschäfts voranschreitet. Auch die Pharmaschwergewichte Novartis (+0.6%) und Roche (+0.5%) verbuchten solide Kursgewinne. An der Spitze des SMI stand Kühne + Nagel (+3.0%), unterstützt durch eine Kurszielerhöhung eines Brokers. Ebenfalls gefragt waren die Versicherer Swiss Re (+2.0%), Zurich Insurance (+1.7%) und Swiss Life (+1.5%), die im aktuellen Marktumfeld gefragt waren. Am unteren Ende des Index rangierten ABB (-1.5%) und Richemont (-0.6%) ohne nennenswerte Nachrichten.

Im breiten Markt fiel Kardex (-5.9%) ohne kursrelevante Nachrichten ans Ende des SPI zurück. Positiv hervorzuheben ist hingegen Idorsia (+8.3%), nachdem das Biotechunternehmen überzeugende Studiendaten präsentieren konnte. Holcim (+0.3%) gab gestern nachbörslich bekannt, die Mehrheitsbeteiligung von 50.01% am peruanischen Unternehmen Cementos Pacasmayo für USD 550 Mio. übernommen zu haben.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: +0.65%, DAX: +1.18%

Die europäischen Aktienmärkte konnten gestern trotz gemischter Signale vom Iran-Krieg zulegen. Besonders positiv stach der britische FTSE 100 (+1.6%) hervor, gefolgt vom deutschen DAX (+1.2%) und dem italienischen FTSE MIB (+1.0%). Auf Sektorenebene waren vor allem energieintensive Bereiche gefragt, darunter Versorger, Energie- und Immobilienwerte. Belastend entwickelte sich hingegen der Technologiesektor.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +0.11%, S&P 500: -0.39%, Nasdaq: -0.73%

Die amerikanischen Aktienmärkte entwickelten sich gestern uneinheitlich. Während der US-Leitindex Dow Jones (+0.1%) leicht im Plus schloss, verloren der marktbreite S&P 500 (-0.4%) und der technologielastige Nasdaq (-0.7%) an Wert. Im Fokus bleibt weiterhin der Iran-Krieg, auch wenn die Signale von US-Präsident Trump widersprüchlich blieben und der Iran Berichte über Gespräche dementierte. Auf Sektorenebene standen insbesondere Technologiewerte unter Druck, allen voran Halbleiterunternehmen mit teils deutlichen Kursverlusten. Investoren zeigen sich zunehmend kritisch gegenüber den hohen Investitionsausgaben im Technologiesektor. Demgegenüber verzeichneten Finanzwerte, Versorger sowie nichtzyklische Konsumgüter Gewinne und profitierten von einer defensiveren Positionierung der Marktteilnehmer. Unter Abgabedruck standen hingegen die Sektoren Industrie, Technologie und Energie. Unter den Einzelwerten geriet unter anderem die Aktie von Micron (-9.9%) deutlich unter Druck, nachdem Google mit TurboQuant einen effizienteren KI-Speicherkomprimierungsalgorithmus vorgestellt hatte, der den Bedarf an Speicherkapazitäten in der KI-Entwicklung reduzieren könnte.

Unternehmensberichte

VAT senkt Umsatzausblick fürs 1. Quartal wegen Irankonflikt

Der Ostschweizer Vakuumventilhersteller VAT gab heute einen reduzierten 1. Quartalsausblick bekannt. Grund dafür ist der Nahostkonflikt, der die Lieferketten belaste. Die Auftragslage sei aber weiter sehr stark und der Ausblick fürs Gesamtjahr wird bestätigt. Das Book-to-Bill Ratio beträgt im 1. Quartal rund 1.6. Aufgrund der teilweisen Unterbrüche der Lieferketten wird der Umsatz im 1. Quartal rund CHF 25 bis 30 Mio. tiefer erwartet. VAT rechnet fürs 1. Quartal mit einem Umsatz von rund CHF 215 Mio. (zuvor: CHF 240 bis 260 Mio.). Die Situation um die Lieferketten konnte entschärft werden und die Aufträge werden im 2. Quartal ausgeliefert. VAT wird am 16. April die Quartalszahlen vorlegen.

Jungfraubahnen mit solidem Zahlenset 2025, jedoch verhaltener Jahresstart

Die Jungfraubahnen konnten 2025 den Betriebsertrag um 3.7% auf CHF 305.7 Mio. steigern. Die Nachfrage aus den Kernmärkten blieb über das Gesamtjahr hoch und führte zu einem Gästewachstum von 3.2% über alle Segmente. Mit 3.9 Mio. Besuchern bleibt die Jungfrauregion die meistfrequentierte Bergdestination der Schweiz. Der EBITDA nahm um 3.0% auf CHF 138.4 Mio. zu. Insgesamt blieb ein Reingewinn von CHF 78.2 Mio., 2.3% mehr als im Vorjahr. Den Aktionären soll eine CHF 1.0 höhere Dividende von CHF 8.5 je Aktie ausbezahlt werden. Der Start ins 2026 verlief hingegen verhalten. Der anhaltende Krieg im Nahen Osten beeinträchtigt die Reiserouten der fernöstlichen Gäste negativ, was zu rückläufigen Besucherzahlen führte. Die im Januar kommunizierten neuen Mittelfristziele bis 2030 wurden bestätigt. Demnach strebt das Unternehmen bis 2030 eine EBITDA-Marge von mehr als 45% an, sowie einen kumulierten freien Geldfluss von mehr als CHF 300 Mio. Mit dem Zahlenset konnten die Erwartungen erfüllt werden, die vorgeschlagene Dividende liegt jedoch über den Erwartungen.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.32%; DE: 3.04%; CH: 0.39%

Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell hat gestern Spekulationen über baldige Zinserhöhungen gedämpft. An einer Veranstaltung betonte er, dass die Inflationserwartungen kurzfristig weiterhin gut verankert seien. In der Folge sanken die Renditen der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihen. Auch Vertreterinnen und Vertreter der Europäischen Zentralbank (EZB) relativierten die Erwartungen an baldige Zinserhöhungen. Entsprechend gingen die Zinsen auch in Europa zurück. Dieser Entwicklung folgten schliesslich auch die Schweizer Zinsen.

Währungen

Euro in Franken: 0.916
US-Dollar in Franken: 0.799
Euro in US-Dollar: 1.147

Der Euro stand gestern trotz eines überraschend starken Inflationsanstiegs in Deutschland unter Druck und büsste sowohl gegenüber dem Schweizer Franken als auch gegenüber dem US-Dollar an Wert ein. Grund dafür sind Äusserungen von Vertreterinnen und Vertretern der EZB, welche Erwartungen an baldige Zinserhöhungen dämpften.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 103.00 pro Fass
Goldpreis: USD 4'579.59 pro Unze

Nachdem Donald Trump mit einer weiteren Eskalation im Iran-Krieg gedroht hatte, sind die Ölpreise gestern weiter gestiegen. Trump drohte mit einer Ausweitung der Militärschläge, sollte die Strasse von Hormus nicht für den Schiffsverkehr geöffnet werden. Der Erdölpreis der US-Sorte WTI schloss gestern erstmals seit 2022 wieder über der Marke von 100 US-Dollar pro Fass. Seit Beginn des Konflikts hat sich der Ölpreis der US-Sorte um mehr als 50% erhöht.

Wirtschaft und Konjunktur

Schweiz: KOF-Konjunkturbarometer (März)
aktuell: 96.1 (erwartet: 101.0, Vormonat: 103.8)

Die Konjunkturaussichten in der Schweiz haben sich im März deutlich eingetrübt. Das KOF-Konjunkturbarometer fiel um 7.7 Punkte auf 96.1 Zähler. Damit liegt der Index erstmals seit rund einem halben Jahr wieder unter dem langjährigen Durchschnitt von 100 Punkten, nachdem er zuletzt im August und September im Zuge des 39%-Zollschocks darunter gelegen hatte. Die Eintrübung ist breit abgestützt: Sämtliche betrachteten Unterindikatoren gaben nach. Besonders deutlich zeigt sich die Abschwächung im verarbeitenden Gewerbe.

Deutschland: Inflationsrate YoY (März)
aktuell: 2.7% (erwartet: 2.6%, Vormonat: 1.9%)

Die Konsumentenpreise in Deutschland lagen im März um 2.7% über dem Vorjahresniveau, nachdem die Teuerung im Februar noch bei 1.9% gelegen hatte. Damit ist die Inflation so stark gestiegen wie zuletzt im Januar 2024. Haupttreiber dieser Entwicklung waren die Energiepreise, die infolge des Nahostkonflikts im Jahresvergleich um 7.2% zulegten. Für den weiteren Inflationsverlauf dürfte entscheidend sein, wie sich die Energiepreise in den kommenden Monaten entwickeln und ob sich die höheren Energiekosten über Zweitrundeneffekte auch auf andere Güter- und Dienstleistungskategorien übertragen werden.

Angela Truniger

Portraitfoto von Angela Truniger, Senior Finanzanalystin bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Céline Keller

Portraitfoto von Céline Koster, Strategieanalystin bei der St.Galler Kantonalbank
Strategieanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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