Weisse Öltanks in der Erdöl-Produktion

18. März 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht

Schweizer Aktienmarkt knüpft an Erholung an

Der Schweizer Aktienmarkt knüpfte an die Erholung des Vortages an. Im Wochenverlauf stehen die geldpolitischen Entscheide der wichtigsten Notenbanken im Fokus. Heute legten TX Group, SMG und Stadler Rail das Jahresergebnis vor.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.62%, SPI: +0.58%, SMIM: +0.48%

Der Schweizer Aktienmarkt drehte im Tagesverlauf nach oben und schloss nach der positiven Wocheneröffnung erneut höher. Derweil geht der Krieg zwischen den USA und Israel gegen den Iran in die dritte Woche und es ist weiter keine Deeskalation abzusehen. In der Folge verharrte auch der Ölpreis der Sorte Brent über der Marke von USD 100. Zudem herrschte gestern eine gewisse Zurückhaltung vor dem heutigen US-Notenbankenentscheid und den Zinsentscheiden der SNB und der EZB von morgen Donnerstag. Der Leitindex SMI legte um 0.6% zu. Von den 20 grosskapitalisierten Werten schlossen 16 höher. Angeführt wurde das Tableau von Swiss Re (+3.2%), Partners Group (+2.0%) und Logitech (+2.0%). Der Rückversicherer Swiss Re gab bekannt, in den USA eine Langlebigkeitsrückversicherung über USD 2 Mrd. verkauft zu haben. Gegenpartei sei unter anderem der US-Versicherer Athene. Tagesverlierer waren Kühne + Nagel (-1.2%), Geberit (-1.0%) und Richemont (-0.6%).

Im breiten Markt avancierte Comet (+4.9%), angetrieben von einer Broker-Aufstufung. Die Aktien des Halbleiterzulieferers haben damit trotz schwachen Zahlen zum Jahr 2025 seit Jahresanfang um über 15% zugelegt. Dies ist etwas mehr als beim Branchennachbar Inficon, dessen Aktie seit Anfangs Januar rund 13% zulegen konnten, aber klar weniger als beim Überflieger VAT, wo die bisherige Jahresperformance +33% beträgt. Ebenfalls nach oben ging es für die Aktien der Onlineapotheke DocMorris (+6.9%), vor den heute präsentierten Zahlen.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: +0.39%, DAX: +0.50%

Auch die europäischen Aktienmärkte bestätigten gestern ihren Erholungskurs. Der länderübergreifende EuroStoxx50 legte um 0.5% zu. Für den deutschen DAX ging es um 0.7% nach oben und für den französischen CAC40 um 0.5%. Auf Sektorenebene profitierten die Bereich Energie und Versorger vor möglicherweise länger erhöhten Energiepreisen. Der drittbeste Sektor Finanzen wurde vor allem von den Rückversicherern Munich Re (+2.5), Hannover Rück (+4.0%) und Scor (+4.0%) gestützt. Abgaben verzeichneten hingegen die Branchen Zyklischer Konsum, Nichtzyklischer Konsum und Technologie.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +0.10%, S&P 500: +0.25%, Nasdaq: +0.47%

Auch die amerikanischen Aktienmärkte erholten sich weiter. Die anfänglichen Kursgewinne schrumpften gegen Handelsende aber wieder zunehmend. Der Iran-Krieg, die hohen Ölpreise und der anstehende Zinsentscheid sorgten für Zurückhaltung. Der Leitindex Dow Jones legte leicht um 0.1% zu. Der breiter gefasste S&P 500 stieg um 0.3% und der technologielastige Nasdaq um 0.5%. Für Aufmerksamkeit sorgte die Aktie von Uber (+3.7%). Der Fahrdienstvermittler gab einen Ausbau der Kooperation für autonome Fahrzeuge mit dem Chipentwickler Nvidia bekannt. Bei Nvidia selbst stellte Konzernchef Jensen Huang zwischen 2025 bis 2027 Einnahmen mit den KI-Prozessoren Blackwell und Rubin von über USD 1 Bio. in Aussicht. Die Nvidia-Aktie reagierte wenig darauf und verlor 1.1%. Nach oben ging es für die Fluggesellschaft Delta (+6.1%), nach einem positiven Umsatzausblick für das laufende Quartal. Nach untern rutschten hingegen die Aktien des Pharmakonzerns Eli Lilly (-6.4%), nach einer Brokerabstufung.

Unternehmensberichte

SMG erfüllt Erwartungen

SMG konnte im Jahr 2025 den Umsatz um 14.1% auf CHF 332.0 Mio. steigern. Dabei trugen alle Segmente zum Wachstum bei, insbesondere Automotive mit einem Plus von 16.4% auf CHF 81.7 Mio. Der bereinigte EBITDA erhöhte sich um 29.4% auf CHF 180.2 Mio., was einer 640 Basispunkte höheren Marge von 54.3% entspricht. Der Reingewinn konnte um 10.8% auf CHF 68.0 Mio. gesteigert werden. Der Generalversammlung wird eine Dividende in Höhe von CHF 0.82 je Aktie vorgeschlagen, wovon die Hälfte aus den Kapitaleinlagenreserven bezahlt wird. Für 2026 erwartet SMG ein Umsatzwachstum zwischen 10% und 12% sowie eine bereinigte EBITDA-Marge zwischen 56% und 58%. Die Mittelfristziele werden bestätigt. Das Zahlenset trifft beim Umsatz und übertrifft bei den übrigen Kennzahlen die Erwartungen.

Gewinnsteigerung trotz tieferem Umsatz bei TX Group

Das Medienunternehmen TX Group erzielt im vergangenen Jahr einen um 7.3% tieferen Umsatz von CHF 873.1 Mio. Dabei entwickelten sich alle Segmente rückläufig. Der operative Gewinn auf Stufe EBIT verdoppelte sich hingegen auf CHF 38.8 Mio. unterstützt durch Kostenmassnahmen. Die entsprechende EBIT-Marge legte von 2.0% auf 4.4% zu. Der bereinigte EBIT nahm leicht von CHF 103.5 Mio. auf CHF 102 Mio. ab. Unter dem Strich resultierte ein um 17.6% höherer Reingewinn von CHF 36.6 Mio. Die Dividende soll von CHF 4.80 auf CHF 4.00 gesenkt werden.

Stadler Rail erholt sich von Unwetterschäden aus dem Vorjahr

Stadler Rail erzielte im vergangenen Jahr 2025 einen 13% höheren Umsatz von CHF 3.7 Mrd. Verheerende Unwetter hatten im Jahr 2024 CHF 350 Mio. an Umsatz gekostet. Der Auftragseingang erreicht CHF 6.1 Mrd. womit der Auftragsbestand von CHF 29.2 Mrd. auf einen Rekordwert von CHF 32 Mrd. anstieg. Der operative Gewinn auf Stufe EBIT legte um 60% auf CHF 160.6 Mio. zu. Die entsprechende EBIT-Marge stieg von 3.1% auf 4.4%. Unter dem Strich stieg der Reingewinn von CHF 55 auf CHF 100.7 Mio. Für das laufende Jahr wird ein Umsatz von über CHF 5 Mrd. und eine EBIT-Marge von über 5% erwartet. Mittelfristig soll die EBIT-Marge auf 6% bis 8% steigen, bei einem stabilen Umsatzniveau von über CHF 5 Mrd. Die Dividende soll von CHF 0.20 auf CHF 0.50 angehoben werden. Mit dem Zahlenset wurden die Analystenerwartungen beim Auftragseingang und Umsatz übertroffen, hingegen bei EBIT und Reingewinn verpasst.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.17%; DE: 2.91%; CH: 0.34%

Die Rendite der richtungsweisenden US-Staatsanleihe ist gestern leicht gesunken und knüpfte damit an die Bewegung vom Montag an. Dieser Entwicklung folgten auch die Zinsen in der Schweiz und in Europa.

Heute Abend gibt die US-Notenbank ihren Zinsentscheid bekannt. Eine Veränderung des Leitzinses wird nicht erwartet. Mit grösserer Spannung blicken die Marktteilnehmenden jedoch auf die aktualisierten Wirtschaftsprognosen, die Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs liefern könnten. Morgen stehen dann die Zinsentscheide der Schweizerischen Nationalbank und der Europäischen Zentralbank an.

Währungen

Euro in Franken: 0.907
US-Dollar in Franken: 0.785
Euro in US-Dollar: 1.154

Am Devisenmarkt überwog im Vorfeld der Zinsentscheide mehrerer bedeutender Zentralbanken eine abwartende Haltung. Der US-Dollar gab gestern, wie bereits am Montag, sowohl gegenüber dem Euro als auch dem Schweizer Franken nach. Seit Beginn des Kriegs im Nahen Osten hat der Greenback jedoch gegenüber allen wichtigen Währungen zugelegt.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 93.01 pro Fass
Goldpreis: USD 4'993.73 pro Unze

Am Ölmarkt bleibt die Sorge vor einem Angebotsengpass im Fokus. Zuletzt hat der Iran die Angriffe auf die Ölförderinfrastruktur in der Golfregion intensiviert und damit für zusätzliche Beeinträchtigungen der Ölförderung gesorgt. Entsprechend stieg der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI gestern um 2.9% und hat damit einen Teil des Rückgangs vom Montag wettgemacht. Seit Beginn des Krieges im Nahen Osten ist der Ölpreis um fast 40% gestiegen.

Wirtschaft und Konjunktur

Gestern wurden keine Wirtschaftsdaten aus der ersten Reihe publiziert.

Céline Keller

Portraitfoto von Céline Koster, Strategieanalystin bei der St.Galler Kantonalbank
Strategieanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Tobias Kistler

Portraitfoto von Tobias Kistler, Senior Finanzanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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