Symbolbild für Kurse an der Börse: Zahlen auf einer Anzeige

20. Mai 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht

Schweizer Aktienmarkt am Dienstag mit Gewinnen

Der Schweizer Aktienmarkt legte gestern unter anderem dank der Indexschwergewichte zu. Heute stehen die Unternehmensberichte von EFG und Ypsomed im Fokus.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.94%, SPI: +0.81%, SMIM: +0.57%

Der Schweizer Aktienmarkt beendete den Dienstag mit deutlichen Kursgewinnen. Ausschlaggebend waren einerseits Signale von US-Präsident Donald Trump, die auf eine mögliche Entspannung im Nahost-Konflikt hindeuteten, andererseits starke Kursanstiege bei den defensiven Schwergewichten. Trump hatte angekündigt, einen geplanten Angriff auf den Iran vorerst auszusetzen, was die Märkte spürbar beeinflusste. Gleichzeitig blieb die Unsicherheit hoch, da die Börsen stark auf seine wechselnden Aussagen reagieren. Der SMI schloss letztlich 0.9% höher. Zu den gestrigen Gewinner-Aktien zählten Novartis (+1.6%), Nestlé (+2.1%) und Roche (+2.4%). Roche wird an einem US-Kongress neue Krebsstudien präsentieren. Im Mittelpunkt steht der Brustkrebs-Wirkstoff Giredestrant, der in Studien das Rückfallrisiko deutlich senkte. Zudem wird Roche neue Forschungsansätze vorstellen. Alcon (+2.7%) und Lonza (+4.2%) verbuchten die höchsten Tageszuwächse. Schwächer schnitten die Werte von Kühne + Nagel (-1.3%), ABB (-1.7%) und Geberit (-1.8%) ab. Am breiten Markt zogen die Titel von Sonova (+3.5%), SMG (+3.9%), Gurit (+4.4%) und Tecan (+4.5%) deutlich an. Tiefere Kurse stellten die Aktien von Arbonia (-3.3%), Idorsia (-5.2%) und Huber + Suhner (-7.6%). Letzterer Titel wurde nach längerer starker Kursentwicklung von Gewinnmitnahmen belastet.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: +0.04%, DAX: +0.38%

Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Dienstag kaum bewegt. Der EuroStoxx50 schloss praktisch unverändert, während Anleger angesichts schwacher US-Börsen und des Nahost-Konflikts weiterhin vorsichtig agierten und eher defensive Aktien bevorzugten. Entspannungssignale im Konflikt mit Iran sorgten nur begrenzt für Unterstützung, während hohe Ölpreise die Sorgen vor steigender Inflation aufrechterhielten. Positiv entwickelte sich der Kurs des deutschen DAX (+0.4%) und des britischen FTSE100 (+0.1%). In der Verlustzone befanden den sich der spanische IBEX35 (-0.5%) und der italienische FTSE MIB (-0.7%).  Auf Sektorenebene verzeichneten die Bereiche Gesundheit, Kommunikationsdienste und Nichtzyklischer Konsum die deutlichsten Gewinne. Unterdurchschnittlich schnitten hingegen die Branchen Energie, Industrie und Grundstoffe ab.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: -0.65%, S&P 500: -0.67%, Nasdaq: -0.84%

Die wichtigen Indizes Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq schlossen den Handelstag allesamt im Minus, womit sich die jüngste Gewinnmitnahme nach den Rekordständen fortsetzte. Die zuvor von KI-Fantasie getriebene Erholungsrally verlor damit weiter an Schwung. Auf Einzeltitelebene stiegen die Aktien von Marvell Technologies (+4.4%), Sandisk (+3.8%) und Eli Lilly (+3.4%), während Amazon (-2.0%), Boeing (-2.5%) und Cisco (-3.0%) rückläufig waren. Die amerikanische Baumarktkette Home Depot legte nach den vorgelegten Quartalszahlen 0.9% zu. Das Unternehmen verzeichnete im letzten Quartal nur ein leichtes Umsatzwachstum und blieb damit knapp unter den Erwartungen. Hohe Zinsen und teure Immobilien bremsen weiterhin die Nachfrage, weshalb viele US-Kunden eher kleinere Renovationen anstelle von grossen Umbauten durchführen. Trotz der schwierigen Lage bestätigte das Unternehmen seine Jahresziele. 

Unternehmensberichte

EFG erfüllt Erwartungen dank Rekordgewinn

EFG erzielte in den ersten vier Monaten 2026 einen Gewinn von «mehr als CHF 130 Mio.» (nach «rund CHF 130 Mio.» im Vorjahr) und verzeichnete Netto-Neugeldzuflüsse von CHF 3.7 Mrd. Die annualisierte Wachstumsrate belief sich auf 6% und erreichte damit das obere Ende der Zielgrösse von 4% bis 6%. Die verwalteten Vermögen stiegen auf ein Rekordniveau von CHF 190 Mrd. (+3% zur Vorjahresperiode), unterstützt durch Kundenzuflüsse und die positive Marktentwicklung. Zudem setzte die Bank ihren Wachstumskurs mit zahlreichen Neueinstellungen im Kundenberaterbereich fort. Die Kosten/Ertrags-Quote sank auf rund 70% und lag damit leicht unter dem Vorjahresniveau mit 73.1% sowie deutlich unter dem Wert des zweiten Halbjahres 2025. CEO Giorgio Pradelli sprach von einem starken Start in die neue Strategieperiode trotz geopolitischer Unsicherheiten und volatiler Märkte. Die ausgewiesenen Zahlen erfüllen die Analystenerwartungen.

Ypsomed verdoppelt Dividende nach gutem Geschäftsjahr

Ypsomed steigerte im Geschäftsjahr 2025/26 das Wachstum im Kerngeschäft Delivery Systems um rund 20% auf CHF 601.5 Mio. Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit Autoinjektoren, wo die kommerziellen Lieferungen um über 33% zunahmen. Insgesamt erzielte der Konzern einen Umsatz von CHF 731 Mio. (+15.1%). Der operative Gewinn (EBIT) im fortgeführten Kerngeschäft erhöhte sich auf CHF 195.5 Mio. (Vorjahr CHF 167 Mio.), was einer hohen EBIT-Marge von rund 32.5% entspricht. Aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung will der Verwaltungsrat die Dividende auf CHF 4.40 je Aktie verdoppeln. Auch für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich Ypsomed optimistisch und erwartet im Kerngeschäft Delivery Systems ein Umsatzwachstum von 12% bis 15% bei weiterhin hoher Profitabilität. Die mittelfristigen Ziele bis 2029/30, die einen Umsatz von bis zu CHF 1.1 Mrd. und eine EBIT-Marge von mindestens 30% vorsehen, wurden bestätigt. Das Zahlenset von Ypsomed übertrifft die Analystenerwartungen.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.65%; DE: 3.19%; CH: 0.59%

Die höher als erwarteten Inflationsdaten in den USA haben das Zinsgefüge zuletzt nach oben gedrückt. Die richtungsweisende 10-jährige US-Staatsanleihe liegt rund 25 Basispunkte über dem Stand von Anfang Monat und erreichte ein 16-Monatshoch. In Europa stieg die Rendite der Bundesanleihe mit 3.19% auf ein neues 15-Jahres-Hoch. Der Renditeabstand zwischen dem 10-jährigen Eidgenossen und dem deutschen Bund liegt mit rund 2.6 Prozentpunkten auf einem historisch ausserordentlich hohen Niveau. Dies widerspiegelt primär die unterschiedlichen geldpolitischen Erwartungen an EZB und SNB. Im Fokus steht heute Abend das Protokoll der letzten Fed-Zinssitzung vom 29. April.

Währungen

Euro in Franken: 0.916
US-Dollar in Franken: 0.789
Euro in US-Dollar: 1.159

Der US-Dollar legte leicht zu, während der Ölpreis auf erhöhtem Niveau blieb, nachdem US-Präsident Donald Trump die Drohungen erneuert hatte, Angriffe auf den Iran bei ausbleibenden Fortschritten in den Verhandlungen wieder aufzunehmen. Der Dollar profitiert von der Erwartung höherer Fed-Zinsen. Gleichzeitig begrenzen steigende Renditen von US-Staatsanleihen die Unterstützung für die US-Währung, da die Schuldenentwicklung ebenfalls stärker in den Fokus rückt.

Rohwarenmärkte

Ölpreis (Brent): USD 110.68 pro Fass
Goldpreis: USD 4'461.75 pro Unze

Der Ölpreis der Sorte Brent konsolidierte gestern um die Marke von 110 US-Dollar pro Fass. Die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt. Am Dienstag hatte US-Präsident Donald Trump mitgeteilt, dass er vorerst auf einen angeblich geplanten weiteren Angriff auf den Iran verzichtet hatte. In seinen jüngsten Aussagen äusserte er sich jedoch weiterhin vage.

Nach dem Erreichen eines neuen Allzeithochs zu Jahresbeginn befindet sich Gold derzeit in einer Konsolidierungsphase. Der jüngste Zinsanstieg belastete das zinslose Edelmetall. In US-Dollar notiert der Goldpreis noch immer rund 3% im Plus gegenüber Anfang Jahr.

Wirtschaft und Konjunktur

Es wurden gestern keine Konjunkturdaten aus der ersten Reihe publiziert.

Florian Hiltpold

Portraitfoto von Florian Hiltpold, Finanzanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Daniel Wachter

Portraitfoto von Daniel Wachter, Senior Strategieanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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