16. April 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
S&P 500 und Nasdaq mit neuen Höchstständen
Angetrieben von einer Erholung bei den Technologiewerten und Hoffnungen auf ein baldiges Friedensabkommen zwischen den USA und Iran markierten der S&P 500 und der Nasdaq gestern neue Rekordstände. Der Schweizer Aktienmarkt verlor wegen den schwachen Schwergewichten an Terrain. Heute stehen die Zwischenberichte von VAT und Barry Callebaut im Fokus.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: -0.38%, SPI: -0.28%, SMIM: -0.06%
Der Schweizer Aktienmarkt verlor gestern in einem ruhigen Umfeld leicht an Terrain. Während die Entwicklung im Nahen Osten aufgrund fehlender Impulse etwas in den Hintergrund rückte, richten die Investoren ihren Fokus wieder stärker auf die anlaufende Berichtssaison. Der SMI schwankte im Handelsverlauf zunächst unweit von seinem Eröffnungskurs, gab aber am späteren Nachmittag noch nach und schloss zuletzt 0.4% tiefer. Ein Bremsfaktor waren unter anderem die Schwergewichte Roche (-0.4%), Nestlé (-1.2%) und Novartis (-1.6%), deren schwache Tagesperformance auf der Indexentwicklung lasteten. Nicht gefragt war zudem Swisscom (-1.1%), die von einer Brokerabstufung belastet wurde. Die Baustoffkonzerne Holcim (-0.8%) und Amrize (-1.6%) litten nach den jüngsten Kursanstiegen unter Gewinnmitnahmen. Am Ende des Tableaus fiel Richemont um 1.9% zurück. Grund dafür waren enttäuschende Zahlen der französischen Branchennachbarn Kering und Hermes. Auf der Gewinnerseite standen mit Alcon (+0.4%) und Lonza (+0.9%) unter anderem Aktien aus dem Gesundheitssektor. An der Spitze des Tableaus standen Logitech (+2.1%) und Partner Group (+3.7%). Der Private Equity-Konzern knüpfte damit an die Erholungstendenz der letzten Wochen an.
Im breiten Markt gehörte Sunrise (-3.8%) nach einer Brokerabstufung zu den Tagesverlierern. Im Fokus standen nach den gestern vorgelegen Jahreszahlen Helvetia Baloise. Nach einer deutlich positiven Reaktion zu Handelsbeginn gaben die Aktien des neu fusionierten Versicherungskonzerns ihre Kursgewinne teilweise wieder her und schlossen 0.9% höher. Auftrieb spürten auch die Halbeiterzulieferer VAT (+2.7%), Inficon (+2.9%) und Comet (+2.0%), die von starken Quartalszahlen des niederländischen Chipausrüsters ASML unterstützt wurden. Cosmo sprangen nach positiven Studiendaten zum Haarausfallmittel Clascoterone um 6.1% nach oben.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: -0.74%, DAX: +0.09%
Die europäischen Aktienmärkte konnten ihre anfänglichen Kursgewinne mehrheitlich nicht halten und schlossen moderat tiefer. Für Zurückhaltung sorgten unter anderem einige enttäuschende Quartalszahlen aus der anlaufenden Berichtssaison. Der länderübergreifende EuroStoxx50 gab 0.7% nach. Dem negativen Trend entziehen konnte sich der deutsche Leitindex DAX (+0.1%), der unter anderem von SAP (+2.1%) getragen wurde. Die Aktien des Softwarekonzerns haben in den letzten Monaten im Soge der KI-Ängste deutlich an Wert eingebüsst und zeigten gestern eine leichte Erholung. Nicht für eine positive Reaktion reichten die gestern präsentierten Quartalszahlen von ASML (-4.2%), obwohl der Hableiterkonzern mit dem Ergebnis positiv überraschte und zudem die Jahresziele erhöhte. Das Haar in der Suppe fanden die Analysten im Ausblick auf das laufende Quartal, der etwas unter den Erwartungen blieb. Noch stärker unter Druck standen die Aktien von Hermes (-8.2%) und Kering (-9.9%). Beide Luxusgüterkonzerne spürten im 1. Quartal die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt und verfehlten mit ihren Zwischenberichten die Analystenerwartungen.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: -0.15%, S&P 500: +0.80%, Nasdaq: +1.59%
An den US-Aktienmärkten scheint der Iran-Konflikt bereits weitgehend abgeschlossen. Angetrieben von starken Technologiewerten erreichten sowohl der S&P 500 (+0.8%) als auch der Nasdaq (+1.6%) neue Höchststände. Nicht vom Fleck kam hingegen der auf Standardwerte ausgerichtete Dow Jones (-0.2%). Bei den gesuchten Technologietiteln standen unter anderem Broadcom (+4.2%) und Meta (+1.4%) im Fokus, die eine vertiefte Partnerschaft im KI-Bereich ankündigten. Bei den Superschwergewichten wurde das Feld von Tesla (+7.6%) und Microsoft (4.6%) angeführt, die jeweils ohne relevante Neuigkeiten deutlich anzogen. Im Fokus stand zudem Morgan Stanley. Die Aktien der Grossbank kletterten nach der gestrigen Zahlenvorlage um 4.5% nach oben. Das Quartalsergebnis übertraf insbesondere bei den Zinseinnahmen die Analystenerwartungen.
Unternehmensberichte
VAT mit starkem Auftragseingang und optimistischem Ausblick
Wie Ende März vorangekündigt, musste VAT im 1. Quartal 2026 wegen Lieferkettenproblemen im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt einen Umsatzrückgang von 19.7% auf CHF 220.9 Mio. hinnehmen. Damit fiel der Rückgang etwas weniger stark aus, als vom Unternehmen befürchtet. Der Auftragseingang stieg hingegen dank der starken Nachfrage aus dem Halbleiterbereich um hohe 47.4% auf CHF 356.3 Mio. Der Auftragsbestand erhöhte sich im Vorjahresvergleich um 27.2% auf CHF 431.3 Mio. Im laufenden Quartal soll ein Grossteil der verschobenen Umsätze aus dem 1. Quartal nachgeholt werden. Entsprechend rechnet VAT für das 2. Quartal mit einem Umsatzanstieg auf CHF 265 bis 295 Mio. Am Gesamtjahresausblick, der höhere Werte bei Auftragseingang, Umsatz, EBITDA und Reingewinn erwartet, hält das Unternehmen fest. Der Auftragseingang lag über den Analystenerwartungen.
Barry Callebaut erwartet Rückkehr zu Volumenwachstum im 2. Halbjahr
Barry Callebaut legte heute die Zahlen zum verschobenen 1. Halbjahr 2025/26 vor. Der Schokoladenkonzern musste wegen der gedämpften Konsumentenstimmung einen Rückgang der Verkaufsmenge um 6.9% auf 1.0 Mio. Tonnen hinnehmen. Immerhin fiel der Rückgang im 2. Quartal (-3.6%) etwas schwächer aus als im 1. Quartal (-9.9%), unter anderem dank einem sich verbessernden Momentum in China, Indien, Australien und Lateinamerika. Der Umsatz verringerte sich um 7.3% auf CHF 6.8 Mrd., was einem wechselkursbereinigten Rückgang von 3.7% entspricht. Der bereinigte Betriebsgewinn auf Stufe EBIT sank im Vorjahresvergleich um 5.7% auf CHF 310.9 Mio. Unter dem Strich verblieb ein 1.3% höherer, bereinigter Reingewinn von CHF 138.5 Mio. Der Jahresausblick wurde leicht angepasst. Neu rechnet das Management mit einem Volumenrückgang zwischen 1% und 3% (zuvor: mittlerer einstelliger Rückgang) und einem Rückgang beim bereinigten EBIT im mittleren Zehnprozentbereich. Das Ergebnis übertrifft die Erwartungen bei der Volumenentwicklung und beim Volumenausblick, enttäuscht hingegen beim erwarteten EBIT.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.27%; DE: 3.04%; CH: 0.44%
An den Kapitalmärkten bleibt der Krieg im Iran das beherrschende Thema. Inflationssorgen und ein geringerer Risikoappetit haben die Renditen auf langjährige Staatsanleihen seit Kriegsausbruch teils deutlich ansteigen lassen. Der 10-jährige Schweizer Eidgenoss verzeichnet beispielsweise einen Anstieg von rund 20 Basispunkten. Noch grösser waren die Bewegungen bei den deutschen und amerikanischen Staatsanleihen.
Währungen
Euro in Franken: 0.922
US-Dollar in Franken: 0.781
Euro in US-Dollar: 1.181
Der Schweizer Franken nimmt während des Kriegs im Nahen Osten weiterhin keine Funktion als sicherer Hafen ein. Sowohl gegenüber dem Euro als auch gegenüber dem US-Dollar resultiert seit Kriegsbeginn ein Minus von je rund 1.5%. Zu Beginn des Konflikts hatte die SNB offensiv kommuniziert, dass sie im Fall einer starken Aufwertung des Frankens mit Deviseninterventionen dagegenhalten würde. Nichtsdestotrotz bleibt der Franken insgesamt attraktiv. Betrachtet man die gesamte Periode seit Anfang Jahr, liegt die Schweizer Währung gegenüber US-Dollar, Euro, Yen und Pfund weiterhin im Plus.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 95.03 pro Fass
Goldpreis: USD 4'835.13 pro Unze
Die Hoffnungen auf eine neue Gesprächsrunde zwischen den USA und Iran haben den Preis der Nordseesorte Brent zuletzt wieder unter 100 Dollar je Fass gedrückt. Der derzeitige Preis liegt aber weiterhin rund ein Drittel höher als noch vor Kriegsausbruch. Die weitere Entwicklung des Ölpreises hängt wesentlich von der Situation in der Strasse von Hormus ab, welche aktuell sowohl der Iran als auch die USA als Druckmittel verwenden.
Wirtschaft und Konjunktur
Es wurden gestern keine Wirtschaftszahlen aus der ersten Reihe publiziert.
Roman Elbel
8021 Zürich
Matthias Müller
8021 Zürich
Ihr nächster Schritt
Möchten Sie unsere Research-Berichte als Newsletter erhalten? Abonnieren Sie die Themen-Newsletter unseres Investment Centers oder verschaffen Sie sich mit unserem kompakten Anlagemagazin /sicht einen Gesamtüberblick.