26. Juni 2026, Tägliche Marktsicht
Rekordjagd am Schweizer Markt fortgesetzt
Der SMI konnte seinen Lauf auf breiter Front fortsetzen und markierte auch gestern ein neues Rekordhoch.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.81%, SPI: +0.70%, SMIM: +0.40%
Der Schweizer Aktienmarkt setzte gestern seine Rekordjagd fort und markierte erneut Höchststände. Der Leitindex SMI gewann 0.8%, während der breite SPI um 0.7% und der mittel- und klein kapitalisierte SMIM um 0.4% zulegten. Im Fokus standen vor allem konjunktursensitive Titel, die zuletzt teilweise deutlich hinter dem Gesamtmarkt zurückgeblieben waren. Gleichzeitig lieferten auch die defensiven Schwergewichte einen wichtigen Beitrag zur positiven Indexentwicklung. Unterstützend wirkten die weiter gesunkenen Ölpreise, welche die Inflationssorgen etwas dämpften. Zu den stärksten Blue Chips gehörten Kühne + Nagel (+3.3%), Sika (+2.0%) und Lonza (+1.7%). Lonza erhielt Rückenwind durch positive Analystenkommentare. Ebenfalls gefragt waren die Baustoffwerte Holcim (+1.6%) und Amrize (+1.6%). Die Schwergewichte Novartis (+1.3%), Roche (+1.0%) und Nestlé (+0.8%) starteten zwar verhalten in den Handel, drehten im Tagesverlauf jedoch ins Plus und stützten den Gesamtmarkt. Auf der Verliererseite blieb das Bild überschaubar. Logitech (-2.4%) verzeichnete die deutlichsten Abgaben, gefolgt von Givaudan (-0.9%), Partners Group (-0.3%) und Swisscom (-0.1%). Von den starken Geschäftszahlen des US-Speicherchipherstellers Micron profitierten die Schweizer Halbleiterwerte nur teilweise. VAT gewann 2.4%, während Comet 0.3% nachgab und Inficon unverändert schloss.
Am breiten Markt sorgte Gurit mit einem Kurssprung von 14.3% für Aufsehen. Auslöser war eine Hochstufung durch einen Broker, der von einer steigenden Nachfrage nach Windenergie ausgeht. Davon dürfte auch Gurit als Zulieferer profitieren.
DocMorris kündigte zudem eine Beschleunigung seiner «AI-First»-Strategie an. Im Zuge von Automatisierungen und Prozessoptimierungen werden rund 100 Vollzeitstellen abgebaut. Erste positive Effekte erwartet das Unternehmen ab dem zweiten Halbjahr 2026. Ab Ende 2027 sollen dadurch jährlich mindestens CHF 15 Mio. eingespart werden.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +0.85%, DAX: +1.03%
Die europäischen Aktienmärkte schlossen gestern durchwegs im Plus. Die stärksten Zugewinne verzeichnete der deutsche DAX (+1.0%), gefolgt vom EuroStoxx50 (+0.9%) und dem britischen FTSE 100 (+0.7%). Unterstützung erhielten die Märkte von den überzeugenden Quartalszahlen des US-Speicherchipherstellers Micron sowie dessen über den Erwartungen liegenden Ausblick. Davon profitierten insbesondere europäische Halbleiterwerte wie ASML (+2.6%) und STMicroelectronics (+2.7%). Ebenfalls gefragt waren Versorger- und Gesundheitswerte. Versorger dürften vom anhaltenden KI-Boom profitieren, da der steigende Energiebedarf von Rechenzentren die Nachfrage nach Strom weiter erhöht. Unterdurchschnittlich entwickelten sich hingegen lediglich die Sektoren Kommunikationsdienste und Energie.
Im DAX sorgte Bayer für das grösste Kursfeuerwerk. Die Aktie sprang um 18.7% nach oben, nachdem der US Supreme Court einen für den Konzern wichtigen Entscheid im Zusammenhang mit den Schadenersatzklagen rund um den Unkrautvernichter Roundup bekanntgab. Der Entscheid dürfte die rechtlichen Unsicherheiten deutlich reduzieren.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.14%, S&P 500: -0.01%, Nasdaq: -0.46%
Die US-Aktienmärkte schlossen gestern uneinheitlich. Während der Leitindex Dow Jones um 0.1% zulegte und ein neues Rekordhoch erreichte, beendete der marktbreite S&P 500 den Handel praktisch unverändert. Der technologielastige Nasdaq gab nach zwischenzeitlichen Kursgewinnen um 0.5% nach. Im Fokus standen die besser als erwarteten Quartalszahlen des Speicherchipherstellers Micron (+15.7%) sowie der optimistische Geschäftsausblick. Zusätzliche Unterstützung erhielt das Marktumfeld von der Hoffnung auf eine nachlassende Inflation infolge der tieferen Ölpreise. Belastend wirkte hingegen Apple (-6.1%). Der iPhone-Hersteller geriet unter Druck, nachdem er überraschend deutliche Preiserhöhungen bei MacBooks und iPads aufgrund gestiegener Speicherchip-Kosten ankündigte. Von den positiven Vorgaben von Micron profitierten auch weitere Halbleiterwerte. Applied Materials (+13.4%), Lam Research (+7.2%) und Qualcomm (+3.8%) verzeichneten überdurchschnittliche Kursgewinne.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.37%; DE: 2.86%; CH: 0.27%
Nach der gestrigen Publikation der neusten US-Inflationsdaten sind die US-Renditen weiter zurückgeglitten. Zwar stiegen die Preise erwartungsgemäss erneut an. Die sogenannten Zweitrundeneffekte halten sich jedoch weiterhin in Grenzen, was tendenziell für ein Zuwarten der US-Notenbank spricht. Der Rückgang der US-Renditen sorgte auch für etwas tiefere Zinsen auf der anderen Seite des Atlantiks. Die Rendite der 10-jährigen deutschen Bundesanleihe sank um einen Basispunkt, jene der Schweizer Eidgenossen gleicher Laufzeit um zwei Basispunkte.
Währungen
Euro in Franken: 0.920
US-Dollar in Franken: 0.809
Euro in US-Dollar: 1.138
Wenig Bewegung gab es gestern an den Devisenmärkten. Der US-Dollar bleibt jedoch tendenziell gesucht. Gegenüber dem Schweizer Franken legte der Greenback im Juni bisher um 3.5% zu, gegenüber dem Euro avancierte er im laufenden Monat um 2.4%.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 73.75 pro Fass
Goldpreis: USD 4'017.25 pro Unze
Der Ölpreis zog gestern zwischenzeitlich um fast 5% an. Hintergrund war ein Zwischenfall in der Strasse von Hormus, wonach mutmasslich iranische Drohnen erneut ein Frachtschiff angegriffen hätten. Kurz zuvor hatten Irans Revolutionsgarden gewarnt, dass Durchfahrten nur auf von Teheran festgelegten Routen sicher seien. Dies ist ein Rückschritt in den Bemühungen um eine weitere Entspannung. Zuletzt hatten wieder deutlich mehr Tanker die Strasse von Hormus passiert.
Wirtschaft und Konjunktur
USA: Inflationsrate PCE (Personal Consumption Expenditures) (Mai)
aktuell: 4.1% (erwartet: 4.1%, Vormonat: 3.8%)
Die Preise in den USA sind im Mai erwartungsgemäss weiter gestiegen, wobei der Anstieg der Inflationsrate hauptsächlich auf die Energiepreise zurückzuführen ist. Diese legten im Jahresvergleich um 24.3% zu. Die Frage bleibt, wie stark sich die indirekten Effekte des hohen Erdölpreises über höhere Transportkosten und teurere Vorprodukte noch in der Inflationsrate zeigen werden. Die von der US-Notenbank Fed bevorzugte Kernrate der privaten Konsumausgaben – ohne die stark schwankenden Energie- und Nahrungsmittelpreise – ist im Mai um 0.1 Prozentpunkte auf 3.4% gestiegen.
USA: Bruttoinlandprodukt (1. Quartal, dritte Schätzung, QoQ annualisiert)
aktuell: 2.1% (erwartet: 1.6%, Vorquartal: 0.5%)
Die US-Wirtschaft ist im ersten Quartal 2026 stärker gewachsen als zuvor geschätzt. Gemäss der dritten und damit letzten Schätzung stieg das reale Bruttoinlandprodukt der USA von Januar bis März gegenüber dem Vorquartal um annualisierte 2.1%. Die zweite Schätzung von letztem Monat ging lediglich von einem BIP-Wachstum von 1.6% aus. Ein Wermutstropfen ist allerdings der für die US-Wirtschaft wichtige private Konsum, der gemäss den aktualisierten Daten im Startquartal nur noch um 0.5% gewachsen ist.
Patrick Häfeli
8021 Zürich
Angela Truniger
8021 Zürich
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