21. Mai 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht

Positiver Börsentag dank spätem Aufschwung

Hoffnungen auf eine Friedenslösung im Iran und sinkende Ölpreise verhalfen der Schweizer Börse am späteren Nachmittag zu einem moderaten Kursanstieg. Heute stehen die Unternehmensberichte von Swiss Life, Nvidia und Target im Fokus.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.26%, SPI: +0.44%, SMIM: +0.87%

Der Schweizer Aktienmarkt knüpfte gestern dank einem späten Schub an die Vortagesgewinne an. Vor den mit Spannung erwarteten Zahlen des US-Chipgiganten Nvidia waren die Anleger zunächst zurückhaltend gestimmt. Eine positive Eröffnung der US-Börsen und Friedenshoffnungen nach einer Aussage von US-Präsident Trump brachten aber am Nachmittag neue Impulse. Der SMI beendete den Handelstag 0.3% höher. Deutlich stärker entwickelte sich der auf mittelkapitalisierte Werte ausgerichtete SMIM, der 0.9% anzog.

Die Tagesgewinnerin bei den grosskapitalisierten Aktien war ABB (+2.1%), die unterstützt durch eine Branchenstudie und den KI-Boom wieder neue Käufer fand. Dahinter folgten mit UBS (+2.1%), Holcim (+1.9%), Richemont (+1.7%), Amrize (+1.5%) und Geberit (+1.3%) weitere konjunktursensitive Titel. Gebremst wurden die Indexavancen hingegen von den Schwergewichte Novartis (-0.4%), Roche (-0.4%) und Nestlé (-1.6%), die im Zuge der Börsenstimmung als Geldgeber herhalten mussten. 

Am breiten Markt schossen Ypsomed nach der gestrigen Präsentation der Jahreszahlen um 9.3% nach oben. Der Medizintechnikkonzern aus Burgdorf übertraf mit seinem Zahlenset die Analystenerwartungen und bestätigte zudem seine Wachstumsziele. Der Halbleiterzulieferer Inficon (+5.3%) erhielt Rückenwind von einer optimistischen Branchenstudie und dem weltweiten Auftrieb bei den Halbleiterwerten. Auch der Branchennachbar VAT (+3.3%) gehörte zu den Profiteuren. Galderma (+3.0%) waren nach einem Analystenbericht ebenfalls gefragt. Die Aktien des Online-Plattform-Betreibers SMG gaben im Zuge von weltweit schwachen Softwarewerten um 6.2% nach.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: +2.13%, DAX: +1.38%

Die europäischen Aktienmärkte schlossen nach einem Endspurt am späteren Nachmittag deutlich höher. Hoffnungen auf eine baldige Friedenslösung im Iran schoben die Kurse im späteren Handelsverlauf an. Der EuroStoxx50 kletterte um 2.1% nach oben, während der deutsche Leitindex DAX um 1.4% anzog. Nach der Branchenschwäche vom Dienstag gehörten gestern die Halbleiterwerte wieder zu den Gewinnern. ASML gewann 6.7%, während STMicroelectronics um 6.0% und Infineon um 5.1% nach oben kletterten. Gefragt waren zudem Aktien aus den zyklischen Sektoren Industrie und Finanzen. Einen Schub erhielten zudem die Immobilienwerte, die von sinkenden Anleiherenditen getragen wurden. Auf der Verliererseite standen defensive Bereiche wie Basiskonsum und Kommunikationsdienste.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +1.31%, S&P 500: +1.08%, Nasdaq: +1.54%

Nach zuletzt drei schwachen Handelstagen in Folge fanden die amerikanischen Aktienmärkte gestern den Tritt und schlossen deutlich höher. Eine Aussage von US-Präsident Trump, wonach sich die Gespräche zwischen den USA und Iran in einer finalen Phase befinden würden, fachte die Risikobereitschaft am Markt wieder an. Der Dow Jones kletterte um 1.3% nach oben, während der S&P 500 um 1.1% anzog. Am stärksten erholte sich der Nasdaq, der getragen von starken Technologiewerten 1.5% höher schloss. Vor der Zahlenvorlage am Abend schlossen Nvidia 1.3% höher. Die im Jahresverlauf stark gelaufenen Hardwarewerte fanden nach der jüngsten Korrektur gestern bereits wieder Käufer. Intel (+7.4%), Micron (+4.8%) und Qualcomm (+3.6%) gehörten zu den Tagesgewinnern. 

Unternehmensberichte

Swiss Life steigert Geschäftsvolumen stärker als erwartet

Swiss Life veröffentlichte heute einige Eckdaten zum 1. Quartal 2026. Der Versicherungskonzern konnte die Bruttoprämien zwischen Januar und März um 4% auf CHF 8.2 Mrd. steigern. Währungsbereinigt entspricht dies einem Anstieg von 5%. Die sogenannten Fee-Erträge, die Gebühren im Bereich Finanzberatungen, Vermögensverwaltung und dem Verkauf von Vorsorgeprodukten umfassen, kletterten um 4% auf CHF 659 Mio. nach oben (währungsbereinigt: +6%). Insgesamt konnte Swiss Life CHF 4.2 Mrd. an Nettoneugeld verbuchen und die verwalteten Assets im Drittkundengeschäft von CHF 146 Mrd. Ende 2025 auf CHF 148 Mrd. ausbauen. Gewinnzahlen werden erst wieder mit dem Halbjahresbericht präsentiert. In Bezug auf die Strategieziele 2027 sieht sich das Unternehmen weiterhin auf Kurs. Der Zwischenbericht erfüllt die Erwartungen bei den Fee-Erträgen und übertrifft sie beim Prämienvolumen.

Nvidia übertrifft Erwartungen mit Umsatzanstieg von 85%

Nvidia veröffentlichte gestern nachbörslich die Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsquartal. Der KI-Chipkrösus steigerte den Umsatz zwischen Februar und April 2026 um 85% auf USD 81.6 Mrd. und erhöhte damit das Wachstumstempo im Vergleich zum Vorquartal. Die bereinigte Bruttomarge stieg im Vorjahresvergleich um 14.2% auf 75%, gleichauf mit dem letzten Quartal. Der bereinigte Gewinn schoss um 139% auf USD 45.5 Mrd. nach oben. Für das laufende 2. Quartal rechnet der Chipkonzern dank dem anhaltenden KI-Boom mit einem Umsatzanstieg auf USD 91 Mrd. plus minus 2% und einer konstant hohen Bruttomarge von 75%. Das Zahlenset übertrifft die Analystenerwartungen. Allerdings hatten einige Analysten im laufenden Quartal mit einem noch stärkeren Anstieg gerechnet. Die Aktie reagierte nachbörslich zunächst leicht negativ auf die Zahlen.

Target-Aktie korrigiert trotz besser als erwartetem Quartal

Target präsentierte gestern vorbörslich die Zahlen zum verschobenen 1. Geschäftsquartal 2027. Der Einzelhandelskonzern steigerte den Umsatz im Vorjahresvergleich um 6.7% auf USD 25.4 Mrd. und damit stärker als von den Analysten erwartet. Auf vergleichbarer Basis stiegen die Umsätze um 5.6%. In den Geschäften erhöhte sich der Umsatz um 4.7%, während der Absatz über die digitalen Kanäle um 8.9% zulegte. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg von USD 1.30 auf USD 1.71, ebenfalls stärker als der Analystenkonsens erwartet hatte. Für das Gesamtjahr rechnet Target neu mit einem Umsatzwachstum von ungefähr 4%, 2% höher als noch zu Jahresbeginn. Der Gewinn pro Aktie wird neu am oberen Ende der Zielbandbreite von USD 7.50 bis 8.50 pro Aktie veranschlagt. Trotz des guten Jahresstarts schloss die Aktie gestern 3.8% tiefer, nachdem das Management an der Telefonkonferenz mit Analysten vor einer anspruchsvollen Vergleichsbasis im laufenden Quartal warnte.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.59%; DE: 3.09%; CH: 0.53%

Die Kapitalmärkte legten gestern eine Verschnaufpause ein und die Zinsen zeigten für einmal wieder nach unten. Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihen fiel um rund 7 Basispunkte zurück. Auch in Europa und der Schweiz notierten die Renditen tiefer. Noch immer liegt die Rendite der 10-jährigen Schweizer Eidgenossenanleihe jedoch rund 12 Basispunkte über dem Stand von Anfang Monat.

Die Veröffentlichung des Protokolls zur letzten Fed-Zinssitzung vom 29. April hatte derweil keine Auswirkungen auf das Zinsgefüge. Wie bereits bekannt war, warnte eine Mehrheit der Notenbank-Vertreter davor, dass die Zentralbank eine Leitzinserhöhung in Betracht ziehen müsse, sollte die Inflation weiterhin dauerhaft über dem Zielwert von 2% bleiben. Entsprechend forderten drei Mitglieder des Offenmarktausschusses, dass die Formulierung, die bezüglich der künftigen Zinsentscheidungen eine Tendenz zur geldpolitischen Lockerung nahelegte, aus dem offiziellen Statement zu streichen sei.

Währungen

Euro in Franken: 0.915
US-Dollar in Franken: 0.787
Euro in US-Dollar: 1.162

Im Einklang mit den tieferen US-Renditen und dem sinkenden Ölpreis glitt gestern auch der US-Dollar etwas zurück. Entsprechend verlor der Greenback gegenüber den meisten G10-Währungen an Terrain. Gegenüber dem Schweizer Franken liegt der US-Dollar seit Jahresbeginn 0.7% zurück.

Rohwarenmärkte

Ölpreis (Brent): USD 106.14 pro Fass
Goldpreis: USD 4'532.64 pro Unze

Der Ölpreis ist gestern deutlich gesunken, nachdem US-Präsident Donald Trump erneut Verhandlungserfolge mit dem Iran in Aussicht stellte. Nach iranischen Angaben haben gestern zudem 26 Schiffe in Koordination mit der Marine der iranischen Revolutionsgarden die Strasse von Hormus passiert. Eine dauerhafte und vollständige Öffnung der Meerenge ist jedoch weiterhin nicht in Sicht.

Wirtschaft und Konjunktur

Es wurden gestern keine Konjunkturdaten aus der ersten Reihe publiziert.

Matthias Müller

Portraitfoto von Matthias Müller, Senior Finanzanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich

Patrick Häfeli

Portraitfoto von Patrick Häfeli, Senior Strategieanalyst Fixed Income bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst Fixed Income
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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