15. Mai 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
Positive Stimmung an den Aktienmärkten
Starke Quartalszahlen des Netzwerkausrüsters Cisco und die Hoffnungen auf konstruktive Signale aus den Gesprächen zwischen den USA und China sorgten gestern für steigende Kurse an den Aktienmärkten.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: geschlossen, SPI: geschlossen, SMIM: geschlossen
Der Schweizer Aktienmarkt blieb gestern aufgrund des Feiertags Auffahrt geschlossen.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +1.26%, DAX: +1.32%
Die europäischen Aktienmärkte schlossen gestern einheitlich im positiven Bereich. Am stärksten konnten der deutsche DAX und der länderübergreifende EuroStoxx50 zulegen, die beide um je +1.3% avancierten. Dahinter folgte der italienische FTSE MIB, der 1.2% höher schloss. Die Gespräche zwischen den USA und China stehen im Fokus der Marktteilnehmer, von denen sich die Anleger positive Impulse erhoffen. Auf Sektorenebene gehörten die Bereiche Technologie, Finanzen und Nichtzyklischer Konsum zu den Überfliegern. Unterdurchschnittlich schnitten einzig der Grundstoff- und Versorgersektor ab. Unter den Einzeltiteln gehörten vor allem die Technologie- und Halbleiterwerte Infineon (+5.8%), SAP (+3.6%) und ASML (+3.0%) im Zuge positiver US-Vorgaben zu den Gewinnern. Die Aktien des spanischen Telekomkonzern Telefonica fielen mit einem Plus von 5.9% ebenfalls positiv auf. Ein besser als erwartetes 1. Quartalsergebnis war dafür verantwortlich. Positiv wirkten dabei das solide Wachstum in Brasilien und der nachlassende Wettbewerbsdruck im Heimmarkt Spanien.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.75%, S&P 500: +0.77%, Nasdaq: +0.88%
Die US-Aktienmärkte schlossen am Donnerstag deutlich im Plus, getragen vom anhaltenden Höhenflug der Technologiewerte. Besonders gefragt waren erneut KI-nahe Titel. Der technologielastige Nasdaq gewann 0.9%, während der breite S&P 500 sowie der Dow Jones jeweils um 0.8% zulegten. Unterstützung erhielten die Märkte einerseits von Hoffnungen auf konstruktive Signale aus den laufenden Gesprächen zwischen den USA und China. Andererseits sorgte der überzeugende Quartalsbericht des Netzwerkausrüsters Cisco für zusätzliche Dynamik im Technologiesektor. Die Aktie sprang um 13.4% nach oben, nachdem das Unternehmen die Markterwartungen übertroffen und gleichzeitig den Jahresausblick anhob. Für das vierte Quartal erwartet Cisco neu einen Umsatz zwischen USD 16.7 Mrd. und USD 16.9 Mrd., nachdem Analysten zuletzt von rund USD 15.8 Mrd. ausgegangen waren. Positiv hervorgehoben wurde die stärker als erwartete Nachfrage seitens Cloud-Computing-Anbietern. Zudem rechnet das Unternehmen im Netzwerkgeschäft mit zweistelligen Wachstumsraten. Im Zuge dessen gewann auch Nvidia 4.4% hinzu. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte zudem das Börsendebüt des KI-Unternehmens Cerebras Systems. Die Aktie des auf Rechenzentren und KI-Halbleiter spezialisierten Unternehmens verzeichnete einen sehr starken ersten Handelstag. Nachdem der Ausgabepreis mit USD 185 bereits über der ursprünglich anvisierten Spanne von USD 150 bis USD 160 festgelegt wurde, schloss die Aktie aufgrund der hohen Nachfrage bei USD 311.07. Dies entspricht einem Tagesgewinn von 68%.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.53%; DE: 3.04%; CH: 0.45%
Die stärker als erwartet gestiegene US-Inflation hat diese Woche zu Spekulationen um mögliche Zinserhöhungen in den USA geführt. Aktuell wird an den Futures-Märkten eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte bis Ende Jahr mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 60% eingepreist. Ende letzter Woche sind die Märkte noch von konstanten Leitzinsen ausgegangen. In diesem Zusammenhang ist seit Anfang dieser Woche auch die Rendite auf die massgebende 10-jährige US-Staatsanleihe um insgesamt 17 Basispunkte angestiegen und hat den höchsten Stand seit rund einem Jahr erreicht.
Gestern wurde zudem Kevin Warsh vom US-Senat offiziell zum neuen Fed-Präsidenten und Nachfolger von Jerome Powell gewählt. Letzterer bleibt als normales Mitglied aber vorerst weiterhin Mitglied im zinsbestimmenden Offenmarktausschuss.
Neue Inflationssorgen: Zentralbanken und der Iran-Krieg
In der neusten Ausgabe unseres Audio-Podcasts sprechen unsere Strategieanalysten Patrick Häfeli und Roman Elbel über den Krieg im Nahen Osten, dessen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und wie die Zentralbanken auf die jüngst gestiegenen Inflationsraten reagieren werden.
Währungen
Euro in Franken: 0.915
US-Dollar in Franken: 0.786
Euro in US-Dollar: 1.164
Die gestiegene US-Inflation und die damit verbundenen Spekulationen um Zinserhöhungen in den USA haben dem US-Dollar in den letzten Tagen Auftrieb gegeben. Seit Anfang Woche resultiert sowohl gegenüber dem Schweizer Franken als auch dem Euro ein Plus von rund 1.1%. Betrachtet man die Entwicklung seit Anfang Jahr hat sich der Franken aber weiterhin stärker entwickelt als die US-Währung (+0.9%). Der Euro verzeichnet zum US-Dollar im selben Zeitraum leichte Verluste (-0.8%).
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 107.05 pro Fass
Goldpreis: USD 4'570.21 pro Unze
Wie schon an den Tagen davor, bewegte sich der Erdölpreis gestern im Bereich zwischen 104 und 108 US-Dollar seitwärts – dies ist rund 50% mehr als vor Kriegsausbruch. Weiterhin bestimmt die Lage in der Strasse von Hormus und Spekulationen um den weiteren Konfliktverlauf den Rohstoffpreis. Das Treffen zwischen US-Präsident Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping hat den Ölpreis bisher nicht merklich beeinflusst.
Wirtschaft und Konjunktur
USA: Detailhandelsumsätze MoM (April)
aktuell: 0.5% (erwartet: 0.5%, Vormonat: 1.6%)
Die Umsätze der US-Detailhändler sind im April im Rahmen der Erwartungen angestiegen. Nach dem starken Plus vom Vormonat fiel im April unter anderem der Anstieg der Ausgaben für Benzin und Diesel deutlich weniger gross aus (+2.8% vs. 13.6% im März). Die Detailhandelsumsätze gelten als wichtiger Indikator für den US-Privatkonsum, welcher rund 70% zum BIP der grössten Volkswirtschaft der Welt beiträgt. Da die Daten aber nominal ausgewiesen werden, wird mindestens ein Teil des Wachstums aktuell von Preissteigerungen verursacht.
Roman Elbel
8021 Zürich
Angela Truniger
8021 Zürich
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