19. Mai 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
Moderate Gewinne nach Hoffnungen auf Iran-Entspannung
Der Schweizer Aktienmarkt erholte sich nach einem schwachen Start und beendete den gestrigen Handelstag dank Hoffnungen auf Fortschritte im Iran-Konflikt leicht im Plus.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.16%, SPI: +0.19%, SMIM: +0.25%
Der Schweizer Aktienmarkt hat gestern nach einem volatilen Handelstag leicht im Plus geschlossen. Belastet wurde der Markt zunächst von Sorgen über eine Eskalation im Nahost-Konflikt und steigenden Ölpreisen. Im Tagesverlauf sorgten Hoffnungen auf eine Annäherung zwischen den USA und dem Iran jedoch für eine Erholung. Berichte über mögliche Lockerungen der US-Ölsanktionen stützten die Stimmung. Die Unsicherheit an den Börsen bleibt insgesamt jedoch hoch. Das Wachstum der Schweizer Wirtschaft im ersten Quartal sorgte hingegen für keine positiven Impulse. Das BIP legte gegenüber dem Vorquartal um 0.5% zu, nach zuvor 0.2%. Das Schweizer Wirtschaftsinstitut KOF warnte jedoch davor, dass der Krieg im Iran die wirtschaftliche Erholung in den kommenden Monaten belasten könnte. Der SMI hievte sich erst im Laufe des Nachmittags in die Gewinnzone und ging schlussendlich 0.2% höher aus dem Handel. Von den 20 SMI-Werten schlossen 13 mit positivem Vorzeichen. Tagesgewinner waren ohne Neuigkeiten Swiss Re und Alcon mit einem Plus von je 2.0%, vor Givaudan (+1.7%). Auch die Versicherungstitel Swiss Life und Zurich Insurance (je +1.4%) schlossen fester. Bei den Index-Schwergewichten zeigte sich ein gemischtes Bild. Novartis legte um 0.5% und Nestlé um 0.2% zu, während Roche 0.3% nachgab. Das Schlusslicht war Holcim (-2.1% bzw. CHF -1.52), wobei die Abgaben rein optischer Natur waren, da die Aktien des Baustoffkonzerns gestern ohne Dividende von CHF 1.70 handelten. Konjunktursensitive Titel wie ABB (-1.2%), Kühne + Nagel (-0.7%), Richemont (-0.6%) und Amrize (-0.4%) standen unter Abgabedruck.
Am breiten Markt machten die Titel von Sonova (+7.8%) einen Kurssprung. Der Hörgerätehersteller überzeugte mit den publizierten Zahlen des verschobenen Geschäftsjahres 2025/26 per Ende März, in welchem er stärker als der Markt gewachsen ist. Der Umsatz des fortgeführten Geschäfts sank zwar um 0.2% auf CHF 3.61 Mrd. In Lokalwährungen resultierte hingegen ein Plus von 5.9%, womit das Unternehmen die eigene Zielsetzung erfüllte. Sonova stellt für die kommenden Jahre weiteres Wachstum sowie zusätzliche Marktanteilsgewinne in Aussicht. Dies insbesondere in Asien sowie in den USA. Für das Geschäftsjahr 2026/27 peilt Sonova zu konstanten Wechselkursen ein Wachstum von 5% bis 8% an. Der Kern-EBIT soll um 7% bis 10% ansteigen (2025/26: CHF 780 Mio.). Zu einer Erholung kam es gestern bei den Aktien von Adecco (+3.6%). Nach Publikation der Quartalszahlen in der letzten Woche verloren die Papiere des Personaldienstleisters massiv an Wert.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +0.36%, DAX: +1.49%
Die europäischen Aktienmärkte haben den Wochenauftakt nach einem volatilen Handelsverlauf mit moderaten Gewinnen beendet. Die stärksten Avancen verzeichnete der deutsche DAX (+1.5%), gefolgt vom britischen FTSE 100 (+1.3%) und dem spanischen IBEX 35 (+0.8%). Der länderübergreifende EuroStoxx50 verzeichnete Gewinne von 0.4%, während einzig der italienische FTSE MIB (-0.9%) Abgaben hinnehmen musste. Auf Sektorenebene konnten die Bereiche Energie, Kommunikationsdienste und Versorger die deutlichsten Gewinne verzeichnen. Unterdurchschnittlich schnitten hingegen die Branchen Technologie, Grundstoffe und Gesundheit ab.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.32%, S&P 500: -0.07%, Nasdaq: -0.51%
Die US-Aktienmärkte zeigten sich zum Wochenstart von der uneinheitlichen Seite. Während der Leitindex Dow Jones Gewinne von 0.3% verzeichnete, mussten der marktbreite S&P500 (-0.1%) und der technologielastige Nasdaq (-0.5%) Verluste hinnehmen. Aussagen von US-Präsident Donald Trump über einen abgesagten Angriff auf den Iran bewegten die Märkte kaum und auch Berichte über mögliche Lockerungen der US-Ölsanktionen sorgten nur kurzzeitig für Unterstützung. Bei den Einzelwerten stand Dominion Energy im Fokus. Die Aktien sprangen um 9.4% nach oben, nachdem der US-Energiekonzern Nextera eine Übernahme für rund USD 67 Mrd. angekündigt hatte. Die Titel von Nextera verloren daraufhin 4.6%.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.59%; DE: 3.15%; CH: 0.57%
Nach dem deutlichen Renditeanstieg bei Staatsanleihen in der Vorwoche war gestern Konsolidierung angesagt. Die richtungsweisende 10-jährige US-Staatsanleihe pendelte im Tagesverlauf um die Marke von 4.6%. Auch in Europa blieben die Zinsbewegungen seitwärtsgerichtet. Der Renditeabstand zwischen dem 10-jährigen Eidgenossen und dem deutschen Pendant, dem 10-jährigen Bund, liegt mit rund 2.6%-Prozentpunkten auf einem historisch ausserordentlich hohen Niveau. Dies widerspiegelt primär die unterschiedlichen geldpolitischen Erwartungen zwischen der EZB und SNB.
Währungen
Euro in Franken: 0.914
US-Dollar in Franken: 0.784
Euro in US-Dollar: 1.162
Auch an den Devisenmärkten waren gestern keine grösseren Bewegungen zu verzeichnen. Die Argumente, welche für den Franken sprechen, behalten trotz tiefer Schweizer Zinsen ihre Gültigkeit.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 108.66 pro Fass
Goldpreis: USD 4'566.67 pro Unze
Der Ölpreis hat gestern im Tagesverlauf zwischenzeitlich fast 5% nachgegeben. Ausschlaggebend waren Gerüchte, dass die USA im Rahmen von Gesprächen zur Beendigung des seit Wochen andauernden Konflikts eine vorübergehende Aussetzung der gegen Iran verhängten Ölsanktionen vorgeschlagen hätten. Die Hoffnungen waren jedoch nur von kurzer Dauer und am Ende notierte der Preis der Sorte Brent wieder bei knapp 109 USD pro Fass.
Wirtschaft und Konjunktur
Schweiz: Bruttoinlandprodukt QoQ Sportevent-bereinigt (1. Quartal 2026)
aktuell: 0.5% (erwartet: 0.4%; Vorquartal: 0.2%)
Die Schweizer Wirtschaft ist im ersten Quartal 2026 sporteventbereinigt gegenüber dem Vorquartal um 0.5% und damit stärker als erwartet gewachsen. Laut der Schnellschätzung des Staatssekretariats für Wirtschaft trieben sowohl der Industrie- als auch der Dienstleistungssektor das beschleunigte Wachstum an. Da bei dieser ersten Schätzung noch unvollständige Grunddaten durch Prognosewerte ergänzt werden, können spätere Revisionen das Ergebnis noch leicht verändern. Detaillierte Zahlen folgen am 1. Juni. Die eigentliche Bewährungsprobe steht zudem noch bevor, da die Auswirkungen des Energieschocks aufgrund des Irankriegs erst in den kommenden Quartalen deutlich werden.
Konjunkturtalk der SGKB
Nachdem die Ostschweizer Industrie mit einer gewissen Zuversicht ins neue Jahr gestartet war, haben sich die Aussichten mit dem Iran-Krieg und den gestiegenen Energiepreisen zuletzt wieder eingetrübt. In der neusten Ausgabe des Konjunkturtalks diskutieren unsere Konjunkturexperten Céline Keller und Roman Elbel zusammen mit Sabine Bianchi über die Folgen des Iran-Konflikts für die Ostschweiz wie auch für die Schweiz.
Anja Felder
8021 Zürich
Dominik Schmidlin
8021 Zürich
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