Öltanker auf dem Meer

17. März 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht

Leichte Erholungstendenzen zum Wochenauftakt

Leicht sinkende Ölpreise sorgten gestern für Kursgewinne. Im Wochenverlauf stehen die geldpolitischen Entscheide der wichtigsten Notenbanken im Fokus.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.33%, SPI: +0.25%, SMIM: -0.07%

Nach einem verhaltenen Start in die neue Handelswoche konnte der Schweizer Aktienmarkt gestern insbesondere am Nachmittag Terrain gut machen. Der Leitindex SMI sowie der marktbreite SPI schlossen je 0.3% höher, während der klein- und mittelkapitalisierte SMIM leichte Abgaben von 0.1% hinnehmen musste. Trotz anhaltender Spannungen im Nahost-Konflikt sorgten Meldungen über einige passierende Öl- und Gastanker in der Strasse von Hormus für vorsichtige Entspannung. Die Hoffnung auf eine teilweise Wiederbefahrbarkeit drückte die Ölpreise zum Wochenstart leicht, was die Aktienkurse stützte. Neben dem Iran-Krieg stehen diese Woche die geldpolitischen Entscheidungen der wichtigsten Notenbanken im Fokus. Am Mittwoch und Donnerstag werden die US-Notenbank, die Europäische Zentralbank, die Schweizerische Nationalbank, die Bank of England und die Bank of Japan ihre Sitzungen abhalten. Während bei den meisten mit einer Bestätigung des aktuellen Zinsniveaus gerechnet wird, hängt der weitere Kurs massgeblich von der Entwicklung des Iran-Konflikts sowie dessen Auswirkungen auf Ölpreise und Inflation ab. Bei den 20 SMI-Werten schlossen gestern 15 mit positivem Vorzeichen. An der Tabellenspitze notierte Holcim (+2.1%), nachdem dieser in der letzten Woche deutlich unter Druck geraten war. Aber auch weitere Bauwerte wie Geberit (+0.8%) und Amrize (+0.1%) verzeichneten Gewinne. Gesucht waren auch Finanzwerte wie Zurich Insurance (+1.8%), Swiss Life (+1.1%), UBS (+0.8%) und Swiss Re (+0.6%). Auf der Verkaufsliste standen hingegen Partners Group (-0.4%), Nestlé (-0.3%) sowie Richemont (-0.1%).

Am breiten Markt standen die Titel von Sonova (-2.8%) unter Druck, nachdem bekannt geworden war, dass der Konkurrent GN Store Nord sein Hörgerätegeschäft an Amplifon verkaufen wird. Eine deutlichen Kursrutsch musste zudem Idorsia (-13.8%) hinnehmen. Nach nicht mal einem Jahr als CEO tritt Srishti Gupta von ihrem Amt zurück. Nach einer Kurszielsenkung durch einen Broker litten auch die Aktien von Stadler Rail (-4.2%) unter Abgaben. Das Unternehmen wird morgen seine Geschäftszahlen 2025 publizieren. Ebenfalls negativ aufgefallen ist Tecan (-3.4%). Der Laborausrüster präsentierte gestern die Gewinnzahlen 2025, nachdem der Umsatz bereits im Januar veröffentlicht worden war. Das bereinigte Betriebsergebnis (EBITDA) fiel von CHF 164.4 Mio. im Vorjahr auf CHF 142.1 Mio. Die entsprechende Marge sank um 150 Basispunkte auf 16.1%. Unter dem Strich rutschte Tecan mit CHF -110.7 Mio. in die Verlustzone. Der Grund dafür sind nicht-zahlungswirksame Wertminderungen von CHF 139.5 Mio., die von der strategischen Restrukturierung weniger rentabler oder verlustbringender Produktlinien stammen. Tecan will den Aktionären trotzdem eine unveränderte Dividende von CHF 3.00 pro Aktie ausschütten. Für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich Tecan zurückhaltend und geht davon aus, ein Umsatzwachstum im niedrigen, einstelligen Prozentbereich zu erzielen (2025: CHF 882.5 Mio.) und prognostiziert eine bereinigte EBITDA-Marge von 15.5% bis 16.5%.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: +0.39%, DAX: +0.50%

Die europäischen Aktienmärkte schlossen nach einem schwankenden Handelsverlauf leicht im Plus. Trotz anhaltender Spannungen im Nahost-Konflikt sorgten vereinzelte Schiffsbewegungen durch die Strasse von Hormus für etwas Entspannung, woraufhin die Ölpreise leicht nachgaben. Der britische FTSE100 legte um 0.6% zu, der deutsche DAX 0.5% und der EuroStoxx50 0.4%. Beinahe unverändert schloss der italienische FSTE MIB (+0.07%). Auf Sektorenebene verbuchten die Bereiche Immobilien und Energie die grössten Kursgewinne, während die Bereiche Kommunikationsdienste, Versorger und Zyklischer Konsum Abgaben zu verzeichnen hatten. Bei den Einzelwerten fiel GN Store Nord (+21.2%) positiv auf. Das dänische Unternehmen veräussert seine Hörgerätesparte an Amplifon (-14.3%). Das italienische Finanzinstitut Unicredit (+0.5%) legte ein offizielles Übernahmeangebot für die deutsche Commerzbank (+8.6%) vor, mit dem Ziel die bereits bestehende Beteiligung auf mehr als 30% zu erhöhen.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +0.83%, S&P 500: +1.01%, Nasdaq: +1.22%

Auch die amerikanischen Aktienmärkte legten zum Wochenbeginn zu, nachdem der Ölpreis etwas nachgegeben hatte. Zu Beginn der dritten Kriegswoche im Nahen Osten ist auf diplomatische Ebene allerdings weiterhin keine Bewegung in Sicht. Der Dow Jones verzeichnete bei Handelsschluss ein Anstieg von 0.8%. Damit löste sich der Leitindex vom tiefsten Stand seit Ende November, auf dem er letzten Freitag notierte. Der marktbreite S&P500 stieg um 1.0% und der technologielastige Nasdaq avancierte um 1.2%. Für Aufmerksamkeit sorgte der Social-Media-Konzern Meta (+2.2%), der gemäss Medienberichten ein umfassendes Kündigungsprogramm plant. Auf Sektorenebene konnte alle Sektoren Gewinne verzeichnen, wobei die Bereiche Technologie, Zyklischer Konsum und Telekommunikationsdienste am deutlichsten avancierten.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.24%; DE: 2.95%; CH: 0.39%

Der Rückgang des Ölpreises hat die Inflationssorgen gestern etwas gedämpft. Entsprechend gaben die Renditen der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihen zum Wochenstart leicht nach. Auch in Europa und der Schweiz waren die Zinsen rückläufig.

Im Fokus stehen diese Woche die Notenbanken: Am Mittwoch entscheidet die US-Notenbank über die Zinsen, am Donnerstag folgen die Schweizerische Nationalbank und die Europäische Zentralbank. Von allen drei wird kein Zinsschritt erwartet, mit Spannung erwartet werden jedoch mögliche Hinweise zum weiteren geldpolitischen Kurs.

Währungen

Euro in Franken: 0.906
US-Dollar in Franken: 0.789
Euro in US-Dollar: 1.149

Am Devisenmarkt stand der US-Dollar zum Wochenauftakt unter Druck. Seit Ausbruch des Kriegs im Nahen Osten hat er jedoch gegenüber allen wichtigen Währungen zugelegt – um rund 2.5% gegenüber dem Schweizer Franken und um 2.8% gegenüber dem Euro.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 97.59 pro Fass
Goldpreis: USD 5’011.39 pro Unze

Der Ölpreis der US-Sorte WTI ist zum Wochenstart um 5.3% gefallen. Die Internationale Energieagentur erklärte, dass bei Bedarf weitere Rohölreserven freigegeben werden könnten. Die bereits angekündigte Freigabe von 400 Millionen Barrel hat den Anstieg des Ölpreises bisher nicht stoppen können. Auch der gestrige Rückgang scheint nicht nachhaltig zu sein, denn heute Morgen liegt der Ölpreis nach iranischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur wieder fast auf dem Niveau vom Freitagabend.

Wirtschaft und Konjunktur

USA: Industrieproduktion MoM (Februar)
aktuell: +0.2% (erwartet: +0.1%, Vormonat: +0.7%)

Der Output des US-Industriesektors ist im Februar mit 0.2% leicht stärker gewachsen als erwartet. An stärksten zugenommen hat die Produktion in der Autoindustrie (+1.7%). Dahingegen war sie im Maschinenbau um 1.2% rückläufig. Die Kapazitäten in der US-Industrie waren wie bereits im Vormonat zu 76.3% ausgelastet.

Céline Koster

Portraitfoto von Céline Koster, Strategieanalystin bei der St.Galler Kantonalbank
Strategieanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Anja Felder

Portraitfoto von Anja Felder, Senior Finanzanalystin bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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