26. Mai 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
Hoffnungen auf Iran-Abkommen
Während gestern viele Märkte aufgrund des verlängerten Pfingstwochenendes geschlossen waren, gab es Berichten zufolge Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran.
Deal or No Deal?
Während des verlängerten Pfingstwochenendes haben die USA und der Iran ihre Verhandlungen um ein erstes «Memorandum of Understanding» fortgesetzt. Der genaue Stand ist dabei unklar, die Signale teils widersprüchlich. Einerseits ist von guten Fortschritten und einem fertig ausgearbeiteten Rahmen die Rede. Andererseits sollen zentrale Fragen wie die Regelung der Schifffahrt durch die Seestrasse von Hormus weiterhin ungeklärt sein. Zudem haben die USA in der Nacht auf heute wieder Ziele im Iran angegriffen.
Sollte tatsächlich bald ein Abkommen zu Stande kommen, wäre dies ein weiterer wichtiger Schritt hin zu einer Deeskalation. Eine nachhaltige Lösung des Konflikts wäre damit aber noch nicht erreicht. Die Lage am Persischen Golf bliebe fragil, die Risiken einer erneuten Eskalation erheblich. Auch deshalb würden die Energiepreise selbst im positiven Szenario einer baldigen Einigung wohl noch einige Zeit deutlich über dem Vorkriegsniveau verbleiben. Dabei spielen neben den politischen Risiken auch rein praktische Mechanismen eine Rolle. Es würde mehrere Wochen dauern, bis die ersten Tanker aus dem Persischen Golf an ihren Zielhäfen in Europa, Asien oder Amerika eintreffen. Eine Normalisierung der Lieferketten würde mehrere Monate dauern und die globalen Lagerbestände erstmal noch weiter zurückgehen.
Trotz der nicht eindeutigen Signale aus den Verhandlungen haben die Märkte am Montag positiv reagiert. Der Ölpreis ist um rund 6% zurückgegangen und dabei wieder unter die Marke von 100 US-Dollar pro Fass gefallen. Soweit geöffnet, verzeichneten die Aktienmärkte in Europa und Japan gestern Zugewinne.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: geschlossen, SPI: geschlossen, SMIM: geschlossen
Der Schweizer Aktienmarkt war am gestrigen Pfingstmontag geschlossen.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +1.95%, DAX: +2.01%
Optimismus über eine mögliche Friedenslösung im Iran-Konflikt hat die europäischen Aktienmärkte am Pfingstmontag angetrieben. Sowohl die USA als auch Iran äusserten sich positiv über die Chancen auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung der Kampfhandlungen. Dies nährte die Erwartungen an eine Wiedereröffnung der Strasse von Hormus und brachte die Ölpreise unter Druck. Am stärksten avancierte der spanische IBEX 35 (+2.2%), gefolgt vom deutschen DAX und dem marktbreiten EuroStoxx 50 (je +2.0%) sowie dem französischen CAC 40 (+1.8%). Der britische FTSE 100 blieb feiertagsbedingt geschlossen. Mit Ausnahme des Energiesektors konnten alle Branchen Gewinne verzeichnen. Am stärksten legten die zyklischen Bereiche Industrie, Zyklischer Konsum, Technologie und Finanzen zu.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: geschlossen, S&P 500: geschlossen, Nasdaq: geschlossen
Die amerikanischen Aktienmärkte blieben gestern aufgrund des Feiertags «Memorial Day» geschlossen.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.50%; DE: 2.95%; CH: 0.57%
Zeichen der Beruhigung an den europäischen Kapitalmärkten: Mitte letzte Woche hatte die Rendite auf die richtungsweisende 10-jährige deutsche Bundesanleihe mit 3.19% den höchsten Stand seit 15 Jahren erreicht. Danach hat aber eine Gegenbewegung eingesetzt, welche sich auch gestern fortsetzte. Die Rendite fiel wieder unter die Marke von 3% und ist damit nur noch rund 9 Basispunkte über dem Wert von Anfang Jahr.
Währungen
Euro in Franken: 0.911
US-Dollar in Franken: 0.784
Euro in US-Dollar: 1.163
Die Kursbewegungen an den Devisenmärkten sind aktuell vergleichsweise gering. Der Schweizer Franken hat in den letzten Tagen sowohl gegenüber dem Euro als auch zum US-Dollar leicht an Wert gewonnen. Ein klarer mittelfristiger Trend zeichnet sich aktuell aber nicht ab.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 98.52 pro Fass
Goldpreis: USD 4'532.25 pro Unze
Berichte um Fortschritte in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran liessen den Ölpreis gestern wieder unter die Marke von 100 US-Dollar pro Fass sinken. Dort blieb er auch, als die USA in der Nacht auf heute erneut Ziele im Iran angegriffen haben. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostet aber weiterhin rund ein Drittel mehr als noch vor Kriegsausbruch.
Wirtschaft und Konjunktur
USA: Konsumentenstimmung (Mai)
aktuell: 44.8 (erwartet: 48.2; Vormonat: 48.2)
Die Konsumentenstimmung in den USA ist auf den tiefsten Stand seit Messbeginn im Jahr 1978 gefallen. Gemäss den am Freitag publizierten Ergebnissen aus der Umfrage der University of Michigan belasteten insbesondere Sorgen um höhere Lebenshaltungskosten die Stimmung. Auch die Inflationserwartungen sind angestiegen. Stimmungsindikatoren sind zwar mit einer gewissen Vorsicht zu interpretieren und sind gerade in den USA auch stark von politischen Präferenzen geprägt. Trotzdem illustriert der Index die Verunsicherung der US-Konsumentinnen und Konsumenten hinsichtlich der weiteren Preisentwicklung.
Roman Elbel
8021 Zürich
Anja Felder
8021 Zürich
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