Öltanker auf dem Meer

01. April 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht

Hoffnung auf Kriegsende sorgt für Erholung

Die weltweiten Börsen wurden gestern von der Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende angetrieben.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.85%, SPI: +0.92%, SMIM: +1.11%

Der Schweizer Aktienmarkt profitierte von der Hoffnung auf ein baldiges Ende der Kampfhandlungen im Iran-Krieg. Trotz der anhaltenden militärischen Auseinandersetzungen fiel der Ton bei den Verhandlungen zuletzt etwas moderater aus. Positiv wirkten auch besser als erwartet ausgefallene Daten zur amerikanischen Konsumentenstimmung. Der SMI legte bis Handelsschluss um 0.9% zu und knüpfte damit an die positive Wocheneröffnung an. Trotz der Erholung fällt die Bilanz des Leitindex im 1. Quartal 2026 mit einem Rückgang von 3.7% negativ aus. Die Konflikte im Iran machten die Kursavancen aus dem Februar wieder zunichte.

Von den 20 SMI-Titeln schlossen gestern 14 mit positivem Vorzeichen. Angeführt wurde das Tableau von UBS (+4.0%), gefolgt von den Zyklikern Kühne+Nagel (+2.2%) und ABB (+1.7%). Die Grossbank profitierte von einem Bericht der Financial Times, welcher einen Kompromiss in der Kapitalfrage für wahrscheinlich hält. Der Zementhersteller Amrize (+0.4%) gab nach Börsenschluss bekannt, Baris Oran per heute zum neuen CFO zu ernennen. Tagesverlierer waren gestern die Aktien von Swisscom (-0.8%), Givaudan (-0.7%) und Geberit (-0.5%).

Im breiten Markt konnte der Bergbahnbetreiber Jungfraubahn die anfänglichen stärkeren Verluste etwas eingrenzen und schloss letztlich 3.3% tiefer. Bei der Präsentation der Jahreszahlen wurde von einem verhaltenen Jahresstart auf dem Jungfraujoch, aufgrund des anhaltenden Krieges im Nahen Osten, berichtet. Nach oben ging es für den Halbleiterzulieferer VAT (+2.8%) trotz einem für das 1. Quartal 2026 reduzierten Ausblick. Positiv wurde aufgenommen, dass die Aufträge im 2. Quartal ausgeführt werden und der Auftragseingang mit einer Book-to-Bill Ratio von 1.6 hoch ausfällt.

Heute Morgen gab der Kabelmaschinenhersteller Komax bekannt sich nach einer mehrjährigen Transformationsphase strategisch neu auszurichten. Der bisherige CEO Matijas Meyer wird das Unternehmen per sofort verlassen und die Suche nach einem Nachfolger ist eingeleitet. Interimistisch wird VR-Präsident Andrea Häberli die operative Leitung übernehmen.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: +0.65%, DAX: +1.18%

Auch die europäischen Aktienmärkte erholten sich weiter. Der länderübergreifende EuroStoxx50 gewann 0.5% hinzu. Der deutsche DAX ging um 0.5% und der französische CAC40 um 0.6% nach oben. Auf Sektorenebene gab nur der Bereich Nichtzyklischer Konsum nach. Gefragt waren vor allem die zyklischen Branchen Industrie, Finanzen, Grundstoffe und Technologie.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +2.49%, S&P 500: +2.91%, Nasdaq: +3.83%

Die amerikanischen Aktienmärkte konnten sich nach drei negativen Handelstagen gestern deutlich erholen. Für Hoffnung sorgte ein Medienbericht, wonach US-Präsident Trump gegenüber Beratern erklärt habe, den Iran-Krieg bald zu beenden, selbst wenn die Strasse von Hormus weiterhin gesperrt bleibt. Der US-Leitindex Dow Jones legte um 2.5% zu und der breiter gefasste S&P500 um 2.9%. Der technologielastige Nasdaq konnte um 3.8% avancieren. Bei den Einzelwerten stand Marvell Technology (+12.9%) im Fokus. Der Chip-Entwickler Nvidia (+5.7%), investiert im Rahmen einer strategischen Partnerschaft USD 2 Mrd. in den Chiphersteller, um im Bereich von KI-Chips und -systemen enger zusammenzuarbeiten. In die Gegenrichtung ging es für Constellation Energy (-6.4%), welche mit der Gewinnprognose enttäuschten.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.29%; DE: 3.00%; CH: 0.37%

Mit den vagen Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahen Osten sind die Renditen der massgebenden 10-jährigen Staatsanleihen in den USA, der Eurozone und der Schweiz gestern zurückgegangen. In den USA notieren diese aktuell rund 25 Basispunkte höher als vor einem Monat. Die Auswirkungen höherer Energiepreise auf die Inflation bleiben das zentrale Thema an den Kapitalmärkten. Die März-Inflationsdaten aus den USA werden am 10. April veröffentlicht.

Währungen

Euro in Franken: 0.922
US-Dollar in Franken: 0.797
Euro in US-Dollar: 1.156

Im März entwickelte sich der US-Dollar im Gleichtakt mit dem Ölpreis und legte gegenüber allen anderen G10-Währungen zu. Gestern waren nochmals deutlichere Kursbewegungen zu beobachten. Mit den vagen Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende im Iran gab der US-Dollar nach, während der Euro von der freundlicheren Stimmung an den Finanzmärkten profitierte. Auch gegenüber dem Franken konnte der Dollar die Marke von 0.80 nicht halten und fiel wieder darunter. Der Euro notiert zum Franken erstmals seit Ende Januar wieder oberhalb von 0.92.

Rohwarenmärkte

Ölpreis (Brent): USD 105.26 pro Fass
Goldpreis: USD 4'677.55 pro Unze

Der Ölpreis zeigte gestern starke Tagesschwankungen, da die Märkte zwischen Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs und einer weiterhin angespannten Lage im Nahen Osten abwägen. US-Präsident Donald Trump stellte ein mögliches Kriegsende innerhalb von zwei bis drei Wochen in Aussicht. Gleichzeitig verstärken zusätzliche US-Truppen in der Region und die anhaltende Blockade der Strasse von Hormus die Unsicherheit. Der Preis der Sorte Brent notiert derzeit rund 40% höher als noch vor einem Monat.

Der Goldpreis legte in den letzten drei Handelstagen zu und hat damit seine Monatsbilanz etwas aufgebessert. Im März resultiert in US-Dollar dennoch ein Minus von rund 11%.

Wirtschaft und Konjunktur

USA: Conference Board Konsumentenstimmung (März)
aktuell: 91.8 (erwartet: 87.9, Vormonat: 91.0)

Das vom Conference Board erhobene Verbrauchervertrauen hat sich im März verbessert. Die Daten spiegeln primär die Stimmung bis etwa Mitte März wider. Während die Einschätzung der aktuellen Lage robust bleibt, haben sich die Erwartungen für die kommenden sechs Monate etwas eingetrübt. Ob steigende Kosten den Konsum bremsen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

Eurozone: Inflationsrate YoY (März)
aktuell: 2.5% (erwartet: 2.6%, Vormonat: 1.9%)

Mit dem Ölpreisschub hat die Inflation in der Eurozone deutlich angezogen. Im Jahresvergleich legten die Verbraucherpreise im März um 2.5% zu, nach 1.9% im Februar. Höhere Energiepreise wirken sich bereits direkt auf die Treibstoffpreise aus, während der Effekt höherer Gaspreise auf Haushalte verzögert eintritt. Im März ging die Kerninflation hingegen leicht auf 2.3% zurück. Diese klammert Nahrungsmittel und Energie aus. Auch die Dienstleistungsinflation ging weiter auf 3.2% zurück und setzte damit ihren Abwärtstrend fort.

Tobias Kistler

Portraitfoto von Tobias Kistler, Senior Finanzanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Daniel Wachter

Portraitfoto von Daniel Wachter, Senior Strategieanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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