26. März 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht

Hoffnung auf baldiges Kriegsende beflügelt Aktienkurse

Der SMI verzeichnete gestern im Einklang mit freundlichen europäischen Märkten deutliche Kursgewinne. Angetrieben wurde die Erholung von Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Iran-Konflikts.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +1.62%, SPI: +1.30%, SMIM: +1.40%

Der Schweizer Aktienmarkt setzte gestern seinen jüngsten Erholungsversuch fort, angetrieben von Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Iran-Konflikts. Nach dem von Donald Trump angekündigten teilweisen Waffenstillstand nahm die Zuversicht, dass es bald eine diplomatische Lösung geben könnte, wieder zu. Der SMI schloss 1.6% über dem Vortagesschlusskurs. Tagesgewinner waren Partners Group (+3.2%), die nach den starken Verlusten seit Mitte Januar zuletzt wieder etwas Auftrieb erhielten. Ebenfalls weit vorne notierten mit Sika (+2.1%), Logitech (+2.4%), ABB (+2.4%) und UBS (+3.0%) verschiedene konjunktursensitive Werte. Unterstützung kam zudem von den Schwergewichten Novartis (+1.8%) und Roche (+2.0%), während Nestlé (+0.4%) nicht vom Fleck kam. Der Nahrungsmittelkonzern wurde von einer vorsichtig formulierten Analystenstudie gebremst.

Im breiten Markt avancierten die Aktien von Orior nach der gestrigen Zahlenvorlage um 7.2%. Das finanziell angeschlagene und hoch verschuldete Lebensmittelunternehmen übertraf mit seinem Zahlenwerk die Erwartungen und kündigte weitere Restrukturierungsmassnahmen an. Stadler Rail (+4.5%) und SIG (+3.1%) erhielten Rückenwind von Brokeraufstufungen. DocMorris avancierte um 8.8%, nachdem der Grossaktionär CEPD bei der Online-Apotheke einen umfassenden Wechsel im Verwaltungsrat forderte. Als Gründe für den Umbau nennt der Grossaktionär, der 14% am Unternehmen hält, unter anderem den Kursverlust von 98% bei der Aktie über die letzten 5 Jahre.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: +1.22%, DAX: +1.41%

Angetrieben von Hoffnungen auf eine baldige Entspannung im Mittleren Osten schlossen die europäischen Aktienmärkte zur Wochenmitte deutlich fester. Impulse aus dem Unternehmens- und Konjunkturbereich waren gestern rar gesät. Der EuroStoxx50 beendete den Handelstag 1.2% höher, während der DAX um 1.4% nach oben kletterte. Branchenseitig gehöhrten sowohl zyklische Sektoren wie Grundstoffe und Industrie als auch defensive Bereiche wie Versorger und Gesundheit zu den Tagesgewinnern. Nicht vom Fleck kamen dagegen Aktien aus den Bereichen Technologie und Kommunikationsdienste.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +0.66%, S&P 500: +0.54%, Nasdaq: +0.77%

Die US-Aktienmärkte starteten gestern ebenfalls einen Erholungsversuch. Allerdings bröckelten die Kursgewinne im Handelsverlauf nach widersprüchlichen Aussagen der Kriegsparteien grösstenteils wieder ab. Der Dow Jones beendete den Handelstag 0.7% höher, während der S&P 500 um 0.5% anzog. Beim technologielastigen Nasdaq verblieb ein Plus von 0.8%. Im Fokus standen unter anderem die Aktien von ARM-Holdings, die um 16.4% nach oben schossen. Grund dafür war eine Ankündigung des Chipentwicklers, neu selbst in die Chipproduktion einzusteigen und damit in den nächsten fünf Jahren einen jährlichen Umsatz von USD 15 Mrd. zu erreichen.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.36%; DE: 2.96%; CH: 0.34%

Hoffnungen auf einen Waffenstillstand im Nahen Osten und die in den letzten Tagen gesunkenen Energiepreise prägten gestern die Kapitalmärkte. Die Renditen auf die massgebenden 10-jährigen Staatsanleihen aus den USA, Europa und der Schweiz gingen tendenziell zurück. Beim Schweizer Eidgenoss resultiert seit Ausbruch des Iran-Kriegs aber weiterhin ein Plus von 13 Basispunkten. Bei der deutschen und der US-Staatsanleihe sind die Bewegungen mit insgesamt +30 bzw. +40 Basispunkten gar deutlich grösser.

Währungen

Euro in Franken: 0.915
US-Dollar in Franken: 0.792
Euro in US-Dollar: 1.156

Die geopolitischen Turbulenzen rund um den Krieg im Nahen Osten haben bisher nicht zu einer Aufwertung des Schweizer Frankens geführt. Im Gegenteil: Der Franken gehört seit Kriegsausbruch zu den schwächsten G10-Währungen. Gegenüber dem US-Dollar hat die Schweizer Währung rund 3% verloren. Zum Euro notiert ein Minus von 0.7%. SNB-Vertreter hatten in den letzten Wochen wiederholt ihre Interventionsbereitschaft betont, um eine etwaige übermässige Aufwertung des Frankens zu verhindern.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 92.36 pro Fass
Goldpreis: USD 4'428.87 pro Unze

Der Erdölpreis wird weiterhin von den Spekulationen um den weiteren Verlauf des Iran-Kriegs geprägt. Im Kontext möglicher Verhandlungen um einen Waffenstillstand bewegte sich der Preis für ein Fass Öl der US-Sorte WTI gestern seitwärts, notiert aber immer noch um rund 40% höher als vor Kriegsausbruch. Der Goldpreis bewegte sich gestern wenig, nachdem er seit Beginn des Kriegs 16% verloren hatte. Bei den Verlusten spielten neben Gewinnmitnahmen auch veränderte Zinserwartungen eine Rolle. Da an den Märkten Zinssenkungen aufgrund des Krieges als weniger wahrscheinlich eingestuft werden, verlor Gold als zinslose Anlage an Attraktivität.

Wirtschaft und Konjunktur

Deutschland: IFO-Geschäftsklimaindex (März)
aktuell: 86.4 (erwartet: 86.4, Vormonat: 88.4)

Das Geschäftsklima in Deutschland hat sich im März im Vergleich zum Vormonat leicht eingetrübt. Während die aktuelle Lage gemäss dem IFO-Institut unverändert eingestuft wurde, gingen die Geschäftserwartungen aus Sorge vor den möglichen Auswirkungen des Iran-Kriegs zurück. Gemäss den am Dienstag publizierten Zahlen zu den Einkaufsmanager-Indizes (PMI) für denselben Monat befindet sich die deutsche Wirtschaft aber weiterhin auf Wachstumskurs. Ein Verbleib der Öl- und Gaspreise auf einem hohen Niveau würde den Aufschwung jedoch belasten.

Matthias Müller

Portraitfoto von Matthias Müller, Senior Finanzanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich

Roman Elbel

Portraitfoto von Roman Elbel, Senior Strategieanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Ihr nächster Schritt

Möchten Sie unsere Research-Berichte als Newsletter erhalten? Abonnieren Sie die Themen-Newsletter unseres Investment Centers oder verschaffen Sie sich mit unserem kompakten Anlagemagazin /sicht einen Gesamtüberblick.