13. Juli 2026, Tägliche Marktsicht

Halbjahreszahlen rücken in den Fokus

In der neuen Handelswoche beginnt die Berichtssaison zum 1. Halbjahr 2026 richtig anzulaufen. Partners Group und ABB werden unter anderem ihre Zahlen präsentieren. Zudem stehen die neusten Daten zur US-Inflation auf dem Programm.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.14%, SPI: +0.12%, SMIM: +0.11%

Der Schweizer Aktienmarkt wurde in der vergangenen Handelswoche von der erneuten Eskalation im Iran-Konflikt und den Kursvolatilitäten bei den US-Chipwerten geprägt. Auf Wochensicht verlor der Leitindex SMI 1.3%. Der Handel am Freitag war ebenfalls auf die Entwicklung im Nahen Osten fokussiert, nachdem US-Präsident Trump auf seiner Plattform Truth Social bekräftigt hatte, dass die Waffenruhe vorbei sei. Der SMI ging nach einem volatilen Verlauf 0.1% höher aus dem Handel. Von den 20 grosskapitalisierten Werten schlossen 16 mit positivem Vorzeichen. Angeführt wurde das Tableau von Amrize (+2.8%), Logitech (+1.9%) und Holcim (+1.8%). Tagesverlierer waren die Aktien von ABB (-1.3%), Richemont (-1.0%) und Nestlé (-0.2%).

Im breiten Markt zeigte EMS-Chemie (+4.2%) eine positive Kursreaktion auf die Halbjahreszahlen, welche eine neue Rekord EBIT-Marge von 30.6% hervorgebracht hatten sowie die Anhebung des Jahresausblicks. Nach oben ging es auch für SFS (+3.6%), nach einer kleinen Übernahme im US-Luftfahrtgeschäft. Auch die Halbleiterzulieferer Inficon (+3.3%), Comet (+2.1%) und VAT (+0.4%) waren nach dem Ausverkauf Anfangs Woche wieder gefragt. Erneut unter Abgabedruck standen die Aktien von Barry Callebaut (-3.1%). Bereits am Vortag hatten die Aktien nach Präsentation der Neumonatszahlen 4.1% nachgegeben.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -0.23%, DAX: -0.20%

Die europäischen Aktienmärkte litten in der vergangenen Woche ebenfalls unter den geopolitischen Turbulenzen. Der EuroStoxx50 verlor auf Wochensicht -2.2%. Am Freitag notierten die meisten Märkte aber leicht im Plus. Der britische FTSE100 (+0.2%), der französische CAC40 (+0.2%) und der italienische FTSE MIB (+0.4%) legten zu. Der länderübergreifende EuroStoxx50 (-0.2%) und der deutsche DAX (-0.2%) verbuchten hingegen leichte Abgaben. Auf Sektorenstufe waren Aktien aus den Bereichen Grundstoffe, Finanzen und Kommunikationsdienste gefragt. Letztere erhielten Schub durch die Aktien von Vodafone (+12.7%), welche vom Verkauf der Vodafone-Beteiligung des Grossaktionärs Emirates Telecom an den französischen Milliardär Xavier Niel für GBP 4.4 Mrd. profitierten. Auf Sektorenebene verkauft wurden hingegen Titel in den Branchen Technologie, Gesundheit und Versorger.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +0.28%, S&P 500: +0.42%, Nasdaq: +0.29%

Die amerikanischen Aktienmärkte haben die Verluste nach der Aufgabe des Waffenstillstandes zwischen den USA und dem Iran wieder aufgeholt und schlossen auf Wochensicht höher. Der marktbreite S&P500 legte um insgesamt 1.3% zu, während der technologielastige Nasdaq dank Gewinnen aus dem Halbleitersektor und einem Kurssprung von 15% des Schwergewichts Meta 1.7% avancierte. Der weniger technologielastige Dow Jones verlor 0.5% in der Handelswoche. Auch der Wochenabschluss am Freitag war freundlich: S&P500 (+0.4%), Nasdaq (+0.3%) und Dow Jones (+0.3%) legten alle leicht zu.

Am Freitag stand zudem der US-Börsenstart des grössten Speicherchip-Herstellers der Welt, SK Hynix aus Korea, im Fokus. Die Zweitkotierung war siebenfach überzeichnet. Die Aktie legte entsprechend zum Emissionspreis um rund 13% zu. Im Schlepptau der Kotierung legten auch die Sektornachbarn Nvidia (+4.0%), AMD (+2.0%) und Applied Materials (+2.4%) zu. Der Social-Media-Riese Meta (+6.1%) profitierte von einem positiven Bericht einer Tech-Analysefirma betreffend seines KI-Geschäfts.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.59%; DE: 3.07%; CH: 0.42%

Im Kontext der neuen Spannungen am Persischen Golf und gestiegener Ölpreise haben die Zinsen letzte Woche wieder angezogen. Die Rendite auf die massgebende 10-jährige US-Staatsanleihe ist um insgesamt acht Basispunkte gestiegen und erreichte zwischenzeitlich den höchsten Stand seit Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens. Auch bei der 10-jährigen deutschen Bundesanleihe (+13 Basispunkte) und dem Schweizer Eidgenoss (+8 Basispunkte) zeigten die Renditen nach oben.

Fixpunkt der neuen Woche an den Kapitalmärkten ist der Dienstag, an welchem die neuesten US-Inflationszahlen publiziert werden. Diese könnten neue Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Fed geben. An den Futures-Märkten wird für das nächste Fed-Meeting vom 29. Juli mehrheitlich von einem unveränderten Leitzins ausgegangen. 

Währungen

Euro in Franken: 0.923
US-Dollar in Franken: 0.810
Euro in US-Dollar: 1.140

Weiterhin stabile Verhältnisse an den Devisenmärkten: Der US-Dollar bewegt sich zum Franken seit rund drei Wochen wieder über der Marke von 80 Rappen. Im Vergleich zu Anfang Jahr notiert der Greenback zum Franken rund 2% im Plus. Ein Euro kostet aktuell etwas mehr als 92 Rappen – rund 0.8% weniger als zum Jahreswechsel.

Rohwarenmärkte

Ölpreis (Brent): USD 79.25 pro Fass
Goldpreis: USD 4'054.18 pro Unze

Die Spannungen am Persischen Golf haben wieder zugenommen. Die USA und der Iran sind sich uneins über den Status der Strasse von Hormus und die Schifffahrtsrouten durch die strategisch wichtige Meerenge. Auch am Wochenende hat es neue gegenseitige Angriffe gegeben. Am Samstag erklärte Iran die Strasse von Hormus wieder für geschlossen, die USA dementierten. In der Folge stieg der Ölpreis heute Morgen weiter an. Der Preis für ein Fass der Nordsee-Sorte Brent liegt wieder nahe der Marke von 80 US-Dollar. Dies ist rund 13% mehr als im langfristigen Durchschnitt. Von den Höchstständen der Monate März bis Mai ist man aber weit entfernt.

Wirtschaft und Konjunktur

Am Freitag wurden keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe publiziert. Diese Woche stehen für Dienstag die neusten US-Inflationszahlen auf dem Programm.

Roman Elbel

Portraitfoto von Roman Elbel, Senior Strategieanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Tobias Kistler

Portraitfoto von Tobias Kistler, Senior Finanzanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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