14. April 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht

Gescheiterte Iran-Gespräche belasten SMI

Der Schweizer Aktienmarkt gab gestern leicht nach, nachdem Iran-Verhandlungen am Wochenende scheiterten. Im Fokus stehen heute die Quartalszahlen von Comet, Givaudan und Sika.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: -0.28%, SPI: -0.20%, SMIM: -0.35%

Die gescheiterten Verhandlungen zur Beilegung des Iran-Konflikts belasteten am Montag den Schweizer Aktienmarkt. Der Ölpreis zog wieder deutlich an und stieg auf eine Marke von über USD 100 pro Barrel. Im Handelsverlauf sorgten Hoffnungen auf neue diplomatische Bemühungen zwischen den Kriegsparteien und die vorerst anhaltende Waffenruhe für eine gewisse Stabilisierung. Der Schweizer Leitindex SMI ging 0.3% tiefer aus dem Handel. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 11 Kursverlierer und acht Gewinner gegenüber. Unverändert zeigte sich der Baustoffhersteller Amrize. An der Tabellenspitze notierte UBS (+1.0%), die von den gestern publizierten Quartalszahlen der US-Grossbank Goldman Sachs profitierte. Diese überzeugte trotz einer Schwäche im Anleihenhandel mit einem überraschend hohen Gewinn. Gefragt waren auch Partners Group (+0.9%), nachdem der Privatmarktspezialist am letzten Freitag nach Börsenschluss in einem überraschenden Zwischenbericht weiterhin klare Vermögenszuflüsse vermeldete und die Jahresprognose bestätigte. Auf dem Einkaufszettel standen zudem die Versicherer Swiss Life (+0.8%) und Zurich Insurance (+0.6%), sowie der PC-Zubehörhersteller Logitech (+0.7%). Unterstützung kam zudem vom Schwergewicht Roche (+0.5%), während Nestlé (-1.3%) und Novartis (-0.9%) unter deutlichen Abgaben litten. Schlusslicht war Swisscom (-2.4%), hinter Geberit (-1.5%) und Kühne + Nagel (-1.1%). Der Zementhersteller Holcim (-0.7%) zeigte sich ebenfalls unterdurchschnittlich. Das gestrig gefällte Urteil gegen die Holcim-Tochter Lafarge hatte kaum Auswirkungen auf den Aktienkurs. Lafarge wurde vom Pariser Strafgericht wegen Finanzierung dschihadistischer Gruppen während des syrischen Bürgerkriegs zu einer Geldstrafe von EUR 1.125 Mio. verurteilt.

Am breiten Markt geriet Sulzer nach den gestern publizierten Quartalszahlen unter Druck. Die Aktie verlor 1.4%, belastet von einem rückläufigen Bestellungseingang von 8.6% auf CHF 853. Mio. Das Unternehmen bestätigte aber die Prognose für das Gesamtjahr 2026. Deutlich besser lief es für den Elektroinstallateur Burkhalter (+3.2%), wo ein höherer Umsatz und ein gestiegener Gewinn für das Geschäftsjahr 2025 sowie eine angehobene Dividende für Auftrieb sorgten. Stark gefragt war zudem Polypeptide (+13.4%), nachdem das Unternehmen gemäss Medienberichten das Interesse mehrere Private-Equity Investoren geweckt haben soll.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -0.36%, DAX: -0.26%

Nach dem vorläufigen Scheitern der Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran gaben die meisten europäischen Aktienmärkte am Montag nach. Die stärksten Abgaben musste der spanische IBEX35 (-1.0%) hinnehmen, gefolgt vom länderübergreifenden EuroStoxx50 (-0.4%) sowie dem französischen CAC40 und dem deutschen DAX (je -0.3%). Entgegen dem Trend notierte die ungarische Börse im Plus, beflügelt vom klaren Wahlsieg der Tisza-Partei von Oppositionsführer Peter Magyar und der Abwahl von Viktor Orban. Der ungarische Leitindex BUX ging 5.0% höher aus dem Handel. Auf Sektorenebene waren nur die Bereiche Energie, Technologie und Finanzen gesucht, während der Sektor Kommunikationsdienste deutliche Verluste hinnehmen musste. Aber auch die Branchen Versorger und Basiskonsum standen überdurchschnittlich unter Druck.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +0.63%, S&P 500: +1.02%, Nasdaq: +1.23%

Nach den am Wochenende gescheiterten Gesprächen zwischen den USA und dem Iran ist am Montag im Verlauf des Handels wieder vorsichtige Hoffnung aufgekommen, was die US-Aktienmärkte stützte, sodass die anfänglichen Verluste wettgemacht wurden und der Handelstag mit Gewinnen endete. Die deutlichsten Gewinne verzeichnete der technologielastige Nasdaq (+1.2%). Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 1.0% nach oben und der Leitindex Dow Jones schloss 0.6% höher. Auf Sektorenebene waren insbesondere die Bereiche Finanzen, Technologie und Zyklischer Konsum gefragt. Unter Abgaben litten einzig die defensiven Sektoren Versorger und Basiskonsum. Goldman Sachs (-1.9%) war Schlusslicht im Dow Jones, obwohl die US-Investmentbank einen überraschend starken Gewinn ausweisen konnte. Belastet wurde der Titel durch ein schwaches Abschneiden im Handel mit festverzinslichen Papieren, Währungen und Rohstoffen. Übernahmespekulationen trieben Dell (+6.7%) und HP Inc (+5.3%) deutlich nach oben. Medienberichten zufolge prüft Nvidia mögliche Zukäufe im PC-Bereich, um die Branchenstruktur neu zu gestalten. Die Aktien von Nvidia legten um 0.4% zu.

Unternehmensberichte

Währungen belasten Givaudan, organisches Wachstum leicht über Erwartungen
Givaudan erzielte im 1. Quartal 2026 einen um 5.2% tieferen Umsatz von CHF 1.88 Mrd. Bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte erzielte der Duft- und Aromahersteller hingegen ein Umsatzwachstum von 2.8%. Im Segment Riechstoffe und Schönheit erzielte Givaudan auf vergleichbarer Basis einen Zuwachs von 5.9% auf CHF 1.0 Mrd. Der Bereich Luxusparfümerie entwickelte sich trotz des starken Vorjahresquartals (+16.7%) weiterhin dynamisch und wuchs auf vergleichbarer Basis um 9.6%. Das Segment Geschmack & Wohlbefinden erzielte Verkäufe von CHF 871 Mio., was einem Rückgang von 0.4% auf vergleichbarer Basis entspricht. Das Unternehmen ist angesichts höherer Inputkosten im laufenden Jahr bereits dabei, seine Preise zu erhöhen, um den Kostenanstieg vollständig auszugleichen. Givaudan hält an seinem mittelfristigen Umsatzzielband von 4% bis 6% und einen durchschnittlichen freien Geldflussziel von über 12% für den Zeitraum von 2026 bis 2030 fest. Das Zahlenset liegt leicht über den Markterwartungen.

Schweizer Franken und China belasten Sikas Umsatz
Sika publizierte heute Morgen die Umsatzzahlen zum 1. Quartal 2026. Der Bauchemie- und Klebstoffhersteller musste in den ersten drei Monaten einen deutlichen Umsatzrückgang von 7.0% auf CHF 2.49 Mrd. hinnehmen. Insbesondere der starke Schweizer Franken belastete das Ergebnis (-7.6%). In Lokalwährungen erzielte Sika ein Umsatzwachstum von 0.9%. Akquisitionen steuerten 1.1% bei. Organisch verzeichnete Sika einen Rückgang von 0.2%. Vor allem die anhaltend schwache Nachfrage in China belastet das Ergebnis. Bereinigt um das chinesische Baugeschäft wäre Sika organisch um 1.0% gewachsen. Nichtsdestotrotz erzielte das Unternehmen in allen Regionen Marktanteilsgewinne. Das Management bestätigt die Prognosen für das Gesamtjahr 2026, in welchem mit einem Umsatzwachstum in Lokalwährungen zwischen 1% und 4% und einer EBITDA-Marge zwischen 19.5% und 20% gerechnet wird. Zudem bestätigte Sika die mittelfristigen Ziele der «Strategie 2028». Mit den Umsatzzahlen liegt Sika leicht über den Markterwartungen.

Comet überrascht mit starkem Auftragseingang
Comet musste im 1. Quartal 2026 einen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahresquartal von 4.5% auf CHF 106.3 Mio. hinnehmen. Das Wachstum im Segment Industrial X-ray Modules (IXM) konnte die Rückgänge in den weiteren Divisionen Plasma Control Technologies (PCT) und Industrial X-ray Systems (IXS) nicht kompensieren. Allerdings fiel der Auftragseingang beim Röntgen- und Hochfrequenzspezialisten deutlich besser aus. Die Aufträge stiegen im Vergleich zum 1. Quartal 2025 um 22.3% auf CHF 144.90 Mio. Zum Ende des ersten Quartals 2026 belief sich das Book-to-Bill-Verhältnis auf 1.4x, getragen von allen Divisionen, wobei PCT besonders vom einsetzenden Aufschwung im Halbleiterzyklus profitierte. Für 2026 rechnet das Management unverändert mit einem Umsatz und einer bereinigten EBITDA-Marge deutlich über den Vorjahreswerten. Für das 2. Quartal 2026 erwartet Comet eine gute Umsatzentwicklung. Mit dem erzielten Umsatz konnte Comet die Markterwartungen leicht übertreffen, während der Auftragseingang deutlich positiv überrascht.

Sensirion bestätigt Mittelfristziele an Investorentag
Anlässlich des heutigen Investorentags bestätigt der Sensorhersteller Sensirion seine mittelfristigen Wachstumsziele. Unter Annahme von gleichbleibenden Fremdwährungskursen rechnet das Management über die nächsten 4 bis 6 Jahre weiterhin mit einem mittleren jährlichen Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren Zehnprozentbereich und einer gemittelten EBITDA-Marge im mittleren bis hohen Zehnprozentbereich. Anlässlich des Investorentages wird Sensirion vier Wachstumsfelder in den Bereichen Medizintechnik, HLK-Industrie (Heizung, Lüftung, Klimatisierung), Automobilindustrie und Connected Solutions im Detail vorstellen. Zudem publizierte Sensirion erstmals den seit dem Börsengang erzielten gemittelten Return on Invested Capital (ROIC) von rund 17%.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.28%; DE: 3.09%; CH: 0.46%

Die Frage, wie lange der Ölpreis erhöht bleibt und damit die Inflationsraten nach oben treibt, bleibt an den Kapitalmärkten zentral. Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihen zog zwar gestern aufgrund der höheren Ölpreise zunächst an, gab im weiteren Verlauf jedoch wieder nach – getragen von Hoffnungen auf eine Fortsetzung der Verhandlungen. In Europa und der Schweiz legten die Zinsen zum Wochenauftakt hingegen leicht zu.

Währungen

Euro in Franken: 0.921
US-Dollar in Franken: 0.783
Euro in US-Dollar: 1.176

Auch an den Devisenmärkten bleiben die Entwicklungen rund um den Iran-Konflikt im Fokus. Im Tagesverlauf aufkommende Hoffnungen auf eine Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran setzten den US-Dollar unter Druck, sodass er zum Wochenstart gegenüber den meisten wichtigen Währungen nachgab. Gesucht war hingegen gestern der Schweizer Franken.

Rohwarenmärkte

Ölpreis (Brent): USD 98.47 pro Fass
Goldpreis: USD 4'763.19 pro Unze

Nach dem vorläufigen Scheitern der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran vom Wochenende kündigte Donald Trump eine US-Blockade der Strasse von Hormus an. Der Ölpreis kletterte daraufhin gestern Morgen zunächst auf fast 104 US-Dollar pro Fass. Im Tagesverlauf sorgten Hoffnungen auf weitere Verhandlungen dafür, dass der Ölpreis wieder leicht nachgab. Insgesamt legte die Nordseesorte Brent gestern um 4.4% zu. Seit Beginn des Kriegs beläuft sich der Anstieg auf rund 35%.

Wirtschaft und Konjunktur

Es wurden gestern keine Wirtschaftszahlen aus der ersten Reihe publiziert.

Anja Felder

Portraitfoto von Anja Felder, Senior Finanzanalystin bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Céline Keller

Portraitfoto von Céline Koster, Strategieanalystin bei der St.Galler Kantonalbank
Strategieanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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