11. März 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
Gegenbewegung nach dem Ausverkauf
Die europäischen Aktienmärkte zeigten gestern eine Gegenbewegung zu den jüngsten Ausverkäufen. Heute stehen die Jahreszahlen von BKW und Avolta im Fokus.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.50%, SPI: +0.88%, SMIM: -0.26%
Der Schweizer Aktienmarkt zeigte gestern eine leichte Gegenbewegung zum jüngsten Ausverkauf. Für Rückenwind sorgten Aussagen von US-Präsident Trump, welche Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende machten. Der SMI schloss letztlich 0.5% höher. Von den 20 grosskapitalisierten Aktien gingen 16 mit positivem Vorzeichen aus dem Handel. Angeführt wurde der Leitindex von den konjunktursensitiven Titeln Amrize (+4.3%), ABB (+4.2%) und Richemont (+3.2%). Auch die Aktien des Privatmarktspezialisten Partners Group schlossen nach einem volatilen Handel 0.7% höher. Die präsentierten Jahreszahlen und der Ausblick lagen innerhalb der Analystenerwartungen und boten keinerlei Überraschungen. Die Tagesverlierer waren Swisscom (-1.2%), Givaudan (-1.0%) und Nestlé (-0.6%).
Im breiten Markt fielen vor allem die Aktien von Lindt & Sprüngli auf. Nach Vorlage der detaillierten Jahreszahlen und der Reduktion des im Januar noch bestätigten organischen Wachstumsziels brach der Partizipationsschein um 10.3% ein. In die Gegenrichtung avancierten die Papiere des Sensorenspezialisten Sensirion (+17.0%). Der Jahresumsatz legte um 24% zu und für das laufende Jahr werden weitere 5% bis 12% Wachstum erwartet. Am stärksten sprang die Aktie des Verbundwerkstoffspezialisten Gurit (+25.7%) nach einer Brokeraufstufung nach oben. Nach Börsenschluss nutzte der Hautpflegekonzern Galderma (-0.8%) die Platzierung der verbleibenden Aktienanteile von EQT, Abu Dhabi Investment Authority und Auba Investment, um rund 1.6 Mio. Aktien zu CHF 143.75 je Aktie für total CHF 232 Mio. zurückzukaufen. Nach Abschluss der Transaktion steigt der Free Float bei Galderma von 65% auf rund 80%.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +2.67%, DAX: +2.39%
Die europäischen Aktienmärkte erholten sich stark, nachdem US-Präsident Trump in einem Telefoninterview mit «Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet», zitiert wurde. Der länderübergreifende EuroStoxx 50 avancierte um 2.7%. Der deutsche DAX legte um 2.4% und der französische CAC40 um 1.8% zu. Aus Branchensicht verlor nur der Sektor Energie aufgrund der rückläufigen Ölpreise. Am stärksten gefragt waren die Bereiche Industrie, Technologie und Finanzen.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: -0.07%, S&P 500: -0.21%, Nasdaq: +0.01%
Nachdem sich die amerikanischen Aktienmärkte schon am Montag erholt hatten, trübte sich die Stimmung gestern wieder ein. Der Leitindex Dow Jones gab um 0.1% nach und der marktbreite S&P500 verlor 0.2%. Der technologielastige Nasdaq konnte sich knapp im Plus halten. Auf Einzeltitelebene stiegen die Papiere von Vertex Pharmaceuticals (+7.9%) nach positiven Studiendaten zu einem Medikament gegen Nierenerkrankungen. Um 16.3% ginge es hingegen für Centene nach unten. Der Krankenversicherer äusserte sich an einer Branchenkonferenz zurückhaltend zu den Geschäftsaussichten. Nach Börsenschluss übertraf Oracle mit den Zahlen um 3. Geschäftsquartal die Analystenerwartungen und erhöhte den Ausblick für das Gesamtjahr. Der Umsatz konnte im wichtigen Cloud-Geschäft um 44% auf USD 8.9 Mrd. gesteigert werden. Der Bereich Cloud-Infrastruktur wuchs um 84% auf USD 4.9 Mrd. Insgesamt stieg der Umsatz um 22% auf USD 17.2 Mrd. Die Aktie legte nachbörslich um 7% zu.
Unternehmensberichte
Gewinneinbruch bei BKW
Der Energieversorger BKW erzielte im vergangenen Jahr einen 4.8% tieferen Umsatz von CHF 4.5 Mrd. Der Reingewinn nahm um 40% auf CHF 387.9 Mio. ab. Der operative Gewinn auf Stufe EBIT schrumpfte um 29% auf CHF 561 Mio. Grund dafür war unter anderem eine bereits bekannte Wertberichtigung auf dem Kohlekraftwerk Wilhelmshaven, ein starker Rückgang im Handelsgeschäft sowie eine geringere Stromproduktion aus Wind- und Wasserkraft. Bereinigt um die Wertberichtigung für Wilhelmshaven wäre der EBIT bei CHF 674.6 (-14.6%) zu liegen gekommen. Wie bereits bekannt, erwartet BKW für das laufende Jahr einen EBIT von CHF 650 bis 750 Mio. Die Dividende soll um CHF 0.10 auf CHF 3.80 je Aktie steigen.
Avolta übertrifft beim Umsatz mit 5.5% organischem Wachstum
Der Reisedetailhändler Avolta steigerte den Kernumsatz im abgelaufenen Jahr 2025 um 1.8% auf CHF 13.7 Mrd., was einem organischen Wachstum von 5.5% entspricht. Der bereinigte Betriebsgewinn (CoreEBITDA) stieg um 4.5% auf CHF 1.32 Mrd. Die entsprechende Marge legte von 9.4% auf 9.7% zu. Unter dem Strich blieb ein 17% höherer Kern-Reingewinn von CHF 645 Mio. Die Dividende soll um 15 Rappen auf CHF 1.15 je Aktie steigen. Die mittelfristige Zielsetzung bis 2027, die ein Umsatzwachstum von 5% bis 7% pro Jahr und eine jährliche Margenverbesserung zwischen 20 bis 40 Basispunkten umfasst, wurde bestätigt.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.14%; DE: 2.83%; CH: 0.38%
Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe stieg zum Wochenstart zunächst wegen Inflationssorgen infolge höherer Energiepreise auf über 4.2%, gab mit dem späteren Rückgang des Ölpreises jedoch wieder nach. Sie notiert aber noch rund 20 Basispunkte höher als beim zwischenzeitlich erreichten Jahrestief Ende Februar. Auch die Renditen der deutschen Bundes- und der Schweizer Eidgenossenanleihen liegen derzeit fast 20 Basispunkte höher. Nächste Woche geben die Notenbanken in den USA, der Eurozone und der Schweiz am 18. und 19. März ihre geldpolitischen Lagebeurteilungen bekannt.
Währungen
Euro in Franken: 0.904
US-Dollar in Franken: 0.777
Euro in US-Dollar: 1.163
Der EUR/CHF-Kurs hat sich gestern vom Jahrestief vom Montag etwas erholt, kann sich jedoch nicht entscheidend von der Marke von 0.90 nach oben lösen. Seit Monatsanfang und dem Ausbruch des Iran-Kriegs ist der Euro die schwächste G10-Währung, während der US-Dollar in dieser Phase an Wert gewonnen hat – für einmal auch gegenüber dem Franken.
Rohwarenmärkte
Ölpreis WTI: USD 84.21 pro Fass
Goldpreis: USD 5'204.25 pro Unze
Der WTI-Ölpreis notiert aktuell rund 30% unter dem Höchststand von Montagmorgen, liegt seit Jahresbeginn jedoch noch immer knapp 50% höher. Die Internationale Energieagentur (IEA) prüft Medienberichten zufolge eine grössere Freigabe strategischer Ölreserven. Der Vorschlag würde die bisherige Rekordfreigabe von 182 Mio. Barrel aus dem Jahr 2022 übertreffen. Die Mitgliedstaaten beraten heute darüber. Insgesamt verfügen die IEA-Länder über rund 1.2 Mrd. Barrel strategische Reserven, was etwa 12 Tagen des globalen Ölverbrauchs entspricht. Für eine nachhaltige Entspannung ist jedoch eine Normalisierung der Lage in der wichtigen Handelsroute der Strasse von Hormus notwendig. Wann dies der Fall sein wird, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen.
Wirtschaft und Konjunktur
Es wurden gestern keine Wirtschaftsdaten aus der ersten Reihe publiziert.
Tobias Kistler
8021 Zürich
Daniel Wachter
8021 Zürich
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