01. Juli 2026, Tägliche Marktsicht
Erfreuliches 1. Halbjahr 2026 für den Schweizer Aktienmarkt
Gemessen am Swiss Performance Index hat der Schweizer Aktienmarkt trotz der gestrigen leichten Abgaben das 1. Semester 2026 mit einer erfreulichen Performance von +9.9% abgeschlossen.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: -0.21%, SPI: -0.13%, SMIM: -0.04%
Der Schweizer Aktienmarkt startete mit einem neuen Rekordhoch in den Handelstag, gab die Gewinne am Nachmittag aber wieder ab und schloss leicht tiefer. Der Leitindex SMI büsste schlussendlich 0.2% ein. Bremsend wirkten vor allem die defensiven Schwergewichte Roche (-1.8%) und Nestlé (-1.5%), die den gefragten Technologiewerten und Zyklikern gegenüberstanden. Das 1. Semester schloss der Schweizer Aktienmarkt, gemessen am SPI, mit einer erfreulichen Performance von +9.9% ab. Bei den sogenannten Large-Caps führt ABB (+46.4%) im bisherigen Jahresverlauf das Tableau klar an. Dies vor Novartis (+18.6%), Kühne + Nagel (+17.7%) sowie Swisscom (+14.2%). In der Tagesbilanz trafen gestern bei den grosskapitalisierten Aktien 14 Gewinner-Titel auf sechs Verlierer. Angeführt wurde das Tableau von den zyklischen Werten ABB (+2.5%), Sika (+2.1%) und Partners Group (+1.9%). Tagesverlierer waren Logitech (-4.8%), welche unter einer Broker-Abstufung litten, sowie Roche (-1.8%) und Richemont (-1.8%). Bei Richemont nutzte ein Spitzenmanager die jüngsten Kursavancen und verkaufte Aktien im Wert von CHF 2 Mio. Der Pharmazulieferer Lonza (+1.2%) gab heute Morgen bekannt, die Zusammenarbeit mit einem US-Biopharmaunternehmen zu erweitern. Der kumulierte Auftragswert der neuen Vereinbarung hat ein Potential von mehreren Milliarden Franken. Im breiten Markt waren Titel mit Bezug zum Halbleiter-Thema gefragt: Inficon (+4.4%), Accelleron (+4.1%), Sensirion (+4.1%), Comet (+4.0%), VAT (+3.2%) sowie R&S (+2.3%) legten alle klar zu. Unter einem erneuten Anstieg des Kakaopreises litten hingegen Barry Callebaut (-1.5%) und Lindt & Sprüngli (-1.2%).
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +1.55%, DAX: +1.50%
Die europäischen Börsen zeigten sich von der freundlichen Seite. Der länderübergreifende EuroStoxx50 schloss 1.6% höher. Damit resultiert in der ersten Jahreshälfte 2026 eine Performance von 9.3% bzw. 11.7% inklusive Dividenden. Diese war getrieben von den beiden Chip-Werten Infineon (+111.8%) und ASML (+75.6%), aber auch von Anheuser-Busch Inbev (+35.9%) sowie Siemens (+33.1%). Der zyklischere deutsche DAX legte gestern um 1.5% und der französische CAC 40 um 0.4% zu. Auf Sektorenebene legten die Bereiche Technologie, Industrie und Finanzen zu. Eine schwache Kursperformance zeigten die Sektoren Kommunikationsdienste, Basiskonsum und Zyklischer Konsum. Im Technologiebereich zogen vor allem die Halbleiterwerte ASML (+6.8%), Infineon (+4.4%) und STMicroelectronics (+1.5%) davon, während Softwaretitel wie SAP (-1.9%) Verluste verbuchten.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.26%, S&P 500: +0.79%, Nasdaq: +1.52%
Die US-Aktienmärkte zeigten sich von der freundlichen Seite, angetrieben vom technologielastigen Nasdaq (+1.5%), der seine starken Vortagesgewinne ausbaute. Der Dow Jones legte um 0.3% zu, der breiter gefasste S&P 500 um 0.8%. Beflügelt wurde der Markt von den Technologiewerten. Neben den Halbleiteraktien AMD (+7.7%), Intel (+6.0%), Lam Research (+5.5%) und Applied Materials (+4.1%) legten auch die Schwergewichte Apple (+2.7%), Nvidia (+2.6%) und Microsoft (+1.2%) zu. Bei den Einzelwerten waren auch Titel aus dem Solarbereich gesucht: Nextpower (+7.8%), Solar Edge (+5.7%), Fluence Energy (+3.9%) und First Solar (+1.5%) stiegen alle an. Grund dafür waren Medienberichte, wonach die USA ein Importverbot für chinesische Wechselrichter vorbereitet. Im 1. Semester 2026 erzielten auch die US-Märkte mit Gesamtrenditen von 13.1% für den Nasdaq, 10.2% für den S&P 500 und 9.8% für den DowJones eine erfreuliche Performance.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.46%; DE: 2.86%; CH: 0.29%
Zum Quartalsende sind die Zinsen in den USA noch einmal deutlich angestiegen. Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe stieg um knapp 10 Basispunkte auf über 4.45% an. Damit liegt diese deutlich höher als noch Anfang Jahr. Der durch den Iran-Krieg ausgelöste Inflationsschub hat die Erwartungen an die Geldpolitik verändert. Anders als noch zu Jahresbeginn wird nicht mehr von einer US-Leitzinssenkung ausgegangen, erwartet wird vielmehr eine Leitzinserhöhung bis Jahresende. Wenig Bewegung gab es gestern bei den Zinsen in Europa und der Schweiz.
Währungen
Euro in Franken: 0.923
US-Dollar in Franken: 0.809
Euro in US-Dollar: 1.141
Der US-Dollar bewegt sich weiterhin nahe der Marke von 81 Rappen. Im Vergleich zu Anfang Jahr ist dies gleichbedeutend mit einem Anstieg von 2.1%. Noch etwas grösser sind die Zugewinne des Greenbacks gegenüber dem Euro (rund 3%).
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 73.15 pro Fass
Goldpreis: USD 3'974.96 pro Unze
Die Waffenruhe im Nahen Osten bleibt weiterhin fragil. Direkte Gespräche zwischen den USA und Iran finden derzeit nicht statt. Dennoch bleibt es am Ölmarkt aktuell ausgesprochen ruhig. Ein Fass Öl der Nordsee-Sorte Brent kostetet mit rund 73 US-Dollar derzeit nur unwesentlich mehr als im Schnitt der letzten 10 Jahre.
Wirtschaft und Konjunktur
Schweiz: KOF-Konjunkturbarometer (Juni)
aktuell: 101.2 (erwartet: 99.0, Vormonat: 98.6)
Die Konjunkturaussichten in der Schweiz haben sich im Juni erneut verbessert. Das KOF-Konjunkturbarometer stieg um 2.6 Punkte auf 101.2 Zähler. Damit liegt der Index wieder über dem langjährigen Durchschnitt von 100 Punkten, was Wachstum verspricht. Positive Entwicklungen zeigt insbesondere das Verarbeitende Gewerbe, wo sich die günstigeren Aussichten besonders deutlich in den Indikatoren der Produktionstätigkeit zeigen. Erfreulich entwickelt haben sich jedoch auch die Indikatoren der Auslandsnachfrage und der Konsumnachfrage.
Deutschland: Inflationsrate YoY (Juni)
aktuell: 2.3% (erwartet: 2.6%, Vormonat: 2.6%)
Die Teuerung in Deutschland ist im Juni überraschend gefallen. Die Konsumentenpreise lagen im Juni noch 2.3% über dem Vorjahresniveau, nachdem die Inflationsrate im Mai noch bei 2.6% gelegen hatte. Der Rückgang der Inflation ist in erster Linie auf den wieder gesunkenen Ölpreis zurückzuführen. Auch der von der deutschen Regierung vorübergehend eingeführte Tankrabatt wirkte sich dämpfend auf die Teuerungsrate aus. Für den weiteren Inflationsverlauf dürfte entscheidend sein, wie sich die Energiepreise in den kommenden Monaten entwickeln und ob sich die zeitweise höheren Energiekosten über Zweitrundeneffekte auch auf andere Güter- und Dienstleistungskategorien übertragen werden.
Patrick Häfeli
8021 Zürich
Tobias Kistler
8021 Zürich
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