13. März 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht

Dividendenabgang von Roche belastet SMI

Der SMI verzeichnete gestern Kursverluste. Unter anderem belastete der Dividendenabgang des Pharmariesen Roche. Heute präsentierte Medacta die Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: -0.90%, SPI: -0.21%, SMIM: +0.37%

Der Schweizer Aktienmarkt musste gestern mehrheitlich Abgaben hinnehmen. Der im Zuge des Iran-Konflikts gestiegene Ölpreis sorgte für Verunsicherung unter den Anlegern. Im Fokus standen zudem zahlreiche Unternehmensberichte zum abgelaufenen Geschäftsjahr. Der Schweizer Leitindex SMI verlor 0.9%, während der marktbreite SPI um 0.2% tiefer schloss. Entgegen dem negativen Trend gewann der klein- und mittelkapitalisierte SMIM 0.4% hinzu. Von den 20 Blue Chips im SMI schlossen sieben Titel im Plus, während 13 Werte nachgaben. Für den deutlichen Rücksetzer im SMI war insbesondere der Dividendenabgang beim Pharmariesen Roche (-3.6%) verantwortlich. Daneben verzeichnete Holcim mit -3.7% den grössten Kursrückgang ohne nennenswerte Neuigkeiten. Geberit (-0.3%) und Swiss Life (-2.3%) präsentierten Zahlen im Rahmen der Erwartungen, gaben jedoch ebenfalls nach. An der Tabellenspitze standen Logitech (+2.5%), gefolgt von Givaudan (+1.4%) und Zurich Insurance (+0.9%). Nestlé legte um 0.6% zu, während Novartis leicht um 0.3% nachgab.

Für deutlichen Schwung sorgte der Kurssprung beim Turboladerhersteller Accelleron. Das präsentierte Zahlenset lag über den Erwartungen. Zudem stellte das Unternehmen einen stärkeren Wachstumsausblick in Aussicht. Die Aktie legte zeitweise um über 15% zu und schloss letztlich mit einem Plus von 11.8%. Der Intralogistikspezialist Kardex überzeugte mit seinen Jahreszahlen, insbesondere mit einem starken Auftragseingang. Die Aktie gewann 8.4%. Interroll blieb mit seinem Zahlenset hingegen hinter den Erwartungen zurück, worauf die Aktie um 1.8% nachgab. Der Aussenwerbespezialist APG legte solide Jahreszahlen vor, worauf die Aktie um 0.5% zulegte. Bachem konnte mit den präsentierten Ergebnissen die Erwartungen teilweise übertreffen, was die Marktteilnehmer mit einem Kursplus von 7.7% honorierten.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -0.79%, DAX: -0.21%

An den europäischen Aktienmärkten dominierten auch gestern die negativen Vorzeichen. Hauptgrund waren weiterhin die gestiegenen Ölpreise, die Inflationsrisiken schürten. Am stärksten verlor der spanische IBEX 35, der um 1.2% nachgab, gefolgt vom länderübergreifenden EuroStoxx50 (-0.8%). Auf Sektorenebene gehörten im Zuge der gestiegenen Erdöl- und Erdgaspreise insbesondere rohstoffnahe Bereiche zu den Gewinnern. An der Spitze lagen die Sektoren Energie, Versorger und Grundstoffe. Unterdurchschnittlich entwickelten sich hingegen die Sektoren Finanzen, Gesundheit und Zyklischer Konsum. An der Spitze des DAX stand der Modehändler Zalando (+9.5%), der nach einem besser als erwarteten Zahlenset und der Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms deutlich zulegte. Die Bankenwerte wie Deutsche Bank (-5.3%) und Commerzbank (-4.1%) waren nicht gesucht. Belastend wirkten der Iran-Krieg sowie zunehmende Sorgen vor einer wirtschaftlichen Abkühlung infolge der stark gestiegenen Energiepreise.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: -1.56%, S&P 500: -1.52%, Nasdaq: -1.78%

Die amerikanischen Aktienmärkte legten gestern den Rückwärtsgang ein. Der Iran-Konflikt sowie der trotz der Ankündigung einer Freigabe strategischer Ölreserven weiter ansteigende Ölpreis standen im Mittelpunkt des Anlegerinteresses. Der technologielastige Nasdaq verlor 1.8%, während der US-Leitindex Dow Jones mit -1.6% tiefer schloss und der marktbreite S&P500 1.5% nachgab. Gefragt waren rohstoffnahe Sektoren wie Energie und Versorger sowie der defensive Basiskonsum. Unter Druck standen hingegen konjunktursensitive Bereiche wie Industrie und Zyklischer Konsum.

Unternehmensberichte

Medacta schlägt Dividendenerhöhung vor

Medacta konnte 2025 ein Umsatzwachstum von 15.8% (+18.5% zu konstanten Währungen) auf EUR 683.8 Mio. erzielen. Alle Regionen trugen zum Wachstum bei. Der adjustierte EBITDA erhöhte sich um 19.1% auf EUR 190.8 Mio., was einer um 190 Basispunkte höheren Marge von 29.0% entspricht. Die Margenverbesserung ist vor allem auf Effizienzsteigerungen sowie tiefere Kosten in Sales und Marketing zurückzuführen. Der Reingewinn erhöhte sich um 31.0% auf EUR 95.5 Mio. Den Aktionären wird eine Dividende von CHF 1.10 nach CHF 0.69 im Vorjahr vorgeschlagen. Für 2026 erwartet Medacta ein Umsatzwachstum zu konstanten Währungen zwischen 10% und 14%. Die bereinigte EBITDA-Marge soll um rund 50 Basispunkte ausgeweitet werden. Mittelfristig strebt Medacta eine jährliche Umsatzwachstumsrate zwischen 12% und 15% sowie eine graduelle Verbesserung der bereinigten EBITDA-Marge von 2025 an. Insgesamt blieb das Zahlenset leicht hinter den Erwartungen zurück, einzig die höhere Dividende konnte positiv überraschen.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.26%; DE: 2.95%; CH: 0.41%

Die weiter steigenden Energiepreise schürten gestern erneut Inflationssorgen. Entsprechend stiegen die Renditen der massgebenden Staatsanleihen weiter an. Die Renditen der 10-jährigen US-Treasury-Anleihe sowie der deutschen Bundesanleihe mit vergleichbarer Laufzeit erhöhten sich seit Kriegsbeginn mittlerweile um jeweils 32 Basispunkte. Auch die Rendite auf den 10-jährigen Schweizer «Eidgenoss» ist seit der Eskalation im Nahen Osten gestiegen, um insgesamt 20 Basispunkte.

Währungen

Euro in Franken: 0.905
US-Dollar in Franken: 0.787
Euro in US-Dollar: 1.150

Der US-Dollar tendierte gestern erneut zur Stärke und legte gegenüber allen G10-Währungen weiter zu. Damit baut der Greenback seine Gewinne seit Ausbruch des Iran-Kriegs weiter aus. Auch zum Schweizer Franken, der traditionell als sicherer Hafen gilt, liegt der US-Dollar seit der Eskalation im Nahen Osten rund 2.3% im Plus.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 95.13 pro Fass
Goldpreis: USD 5'091.88 pro Unze

Der Preis für ein Fass Öl der Nordseesorte Brent ist gestern erneut über die Marke von 100 US-Dollar gestiegen. Auch der Preis für ein Ölfass der US-Sorte WTI nähert sich langsam wieder der 100-Dollar-Marke. Ursache für diesen neuerlichen Preisanstieg waren Angriffe der iranischen Streitkräfte gegen die Energiewirtschaft wichtiger Förderstaaten am Persischen Golf. So wurden unter anderem im Oman Treibstofftanks von iranischen Drohnen getroffen.

Wirtschaft und Konjunktur

Gestern wurden keine Wirtschaftsdaten aus der ersten Reihe publiziert.

Patrick Häfeli

Portraitfoto von Patrick Häfeli,  bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst Fixed Income
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Angela Truniger

Portraitfoto von Angela Truniger,  bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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