Ölfässer in der Erdöl-Produktion

14. Juli 2026, Tägliche Marktsicht

Defensive Werte stützen den SMI

Im SMI waren gestern defensive Werte gefragt, nachdem der Ölpreis im Zuge der jüngsten Eskalation am Persischen Golf wieder angestiegen war.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.22%, SPI: +0.21%, SMIM: +0.12%

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Montag leicht im Plus beendet. Belastet wurde die Stimmung durch die erneute Eskalation im Nahost-Konflikt und den deutlichen Anstieg des Ölpreises. Zusätzliche Unsicherheit schürten neue US-Angriffe auf den Iran sowie die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Wiederaufnahme der Seeblockade gegen Schiffe mit Ziel oder Herkunft Iran. Zudem kündigte er an, künftig 20% des Frachtwertes für die sichere Durchfahrt der Meerenge zu erheben. Dank seiner defensiven Ausrichtung konnte sich der SMI im internationalen Quervergleich gut behaupten. Gleichzeitig überwog am Markt weiterhin die Hoffnung, dass der Konflikt zwischen den USA und dem Iran diplomatisch beigelegt werden kann. Bei Handelsschluss notierte der der Schweizer Leitindex 0.2% höher. Von den 20 SMI-Titeln schlossen 15 mit positivem Vorzeichen. Unter Druck standen insbesondere Bauwerte. Belastet wurden die Titel von Konjunktursorgen und dem deutlichen Anstieg der Ölpreise infolge der Eskalation im Nahen Osten. Sika verlor 2.0%, Amrize 1.7% und Geberit 0.4%. Holcim (+0.1%) schloss leicht im Plus. An der Spitze notierte Alcon, die ohne nennenswerte Neuigkeiten um 2.7% avancierten. Kühne + Nagel legte 2.2% zu. Der Logistikkonzern profitierte von der Aussicht auf höhere Margen durch alternative Transportwege infolge der Unsicherheit rund um die Strasse von Hormus. Gefragt waren im gestrigen Marktumfeld vor allem defensive Titel. Swisscom legte 2.1% zu, während Nestlé (+1.2%) und Novartis (+0.3%) den SMI stützten. Roche verlor hingegen 1.8% und belastete den Gesamtmarkt. Zu den grössten Gewinnern zählte zudem Partners Group (+1.9%), gestützt von Deckungskäufen nach der jüngsten Verkaufswelle. Der Privatmarktspezialist veröffentlicht am Mittwochabend die Entwicklung der verwalteten Vermögen per Mitte Jahr. Auch die weiteren Finanztitel wie Swiss Re (+1.5%), Zurich Insurance (+0.6%), Swiss Life (+0.5%) und UBS (+0.4%) notierten in der Gewinnzone. Die Aktien des Luxusgüterherstellers Richemont legten im Vorfeld der Publikation der Erstquartalszahlen vom Mittwoch um 1.1% zu.

Am breiten Markt zählte DocMorris mit einem Plus von 17.3% zu den grössten Gewinnern. Die Titel profitierten von einer Hochstufung durch einen Broker. Ebenfalls gefragt war EFG (+1.7%) nach einer Kaufempfehlung sowie Centiel (+11.0%), nachdem das Unternehmen den ersten Auftrag im US-Markt unter einem bestehenden Rahmenvertrag bekanntgab. EMS-Chemie legte weitere 4.8% zu und knüpfte nach den starken Halbjahreszahlen an die Kursgewinne vom Freitag an. Belastet wurden dagegen Technologiewerte. Comet verlor 1.5%, Inficon 2.0% und VAT 0.6%, nachdem Anleger zunehmend einen nachlassenden Schwung des KI-Booms befürchteten.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: +0.02%, DAX: +0.19%

Die europäischen Aktienmärkte haben sich von der erneuten Eskalation im Nahost-Konflikt weitgehend unbeeindruckt gezeigt. Zwar sorgten die jüngsten Entwicklungen zwischen den USA und dem Iran für einen Anstieg des Ölpreises und damit für neue Inflationssorgen. Insgesamt überwog an den Börsen jedoch die Einschätzung, dass das bekannte Eskalationsmuster den Markt nur begrenzt belastet. Die stärksten Avancen zeigte der italienische FSTE MIB (+0.4%), gefolgt vom französischen CAC40 (+0.3%) und dem deutschen DAX (+0.2%). Praktisch unverändert zeigten sich der EuroStoxx (+0.02%) und der britische FTSE 100 (+0.01%), während der spanische IBEX 35 (-0.3%) unter Abgaben litt. Der Anstieg des Ölpreises verlieh europäischen Öl- und Gaswerten Rückenwind. BP (+4.6%), Eni (+3.9%), TotalEnergies (+3.0%) und Shell (+2.3%) gehörten zu den stärksten Titeln. Der Autokonzern Stellantis überzeugte mit den publizierten Absatzzahlen für das 2. Quartal 2026 und die Aktie zog in der Folge um 1.9% an.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: -0.26%, S&P 500: -0.79%, Nasdaq: -1.55%

Die amerikanischen Aktienmärkte haben am Montag angesichts der erneuten Eskalation im Nahost-Konflikt nachgegeben. Besonders unter Druck standen die Technologiewerte, weil Anleger nach der KI-bedingten Kursrally Gewinne mitnahmen. Entsprechend notierte der Tech-Index Nasdaq 1.6% tiefer, während der marktbreite S&P 500 0.8% und der Leitindex Dow Jones 0.3% an Wert verloren. Nach dem starken US-Börsendebüt vom vergangenen Freitag gaben die Aktien des südkoreanischen Halbleiterherstellers SK Hynix um 6.5% nach. Gefragt waren dagegen Energietitel, die vom deutlichen Anstieg des Ölpreises profitierten. Chevron und ExxonMobil legten um 2.8% bzw. 3.9% zu. Ebenfalls gefragt waren die Aktien von Dow (+3.6%), da der Chemiekonzern aufgrund seiner Wettbewerbsvorteile bei den Produktionskosten von steigenden Ölpreisen profitiert.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.62%; DE: 3.11%; CH: 0.43%

Mit den höheren Ölpreisen setzt sich auch der Anstieg der Zinsen fort. Sollte sich der Inflationsdruck wieder intensivieren, nimmt auch die Wahrscheinlichkeit höherer Leitzinsen zu. Die Rendite der massgebenden 10-jährigen US-Staatsanleihe stieg gestern erneut an und überquerte dabei erstmals seit Mitte Mai wieder die Marke von 4.6%. Ein ähnliches Muster zeigt sich auch bei der 10-jährigen deutschen Bundesanleihe, welche wieder über 3.1% notiert.

Währungen

Euro in Franken: 0.927
US-Dollar in Franken: 0.814
Euro in US-Dollar: 1.139

Analog zum Kriegsausbruch Anfang März profitiert der US-Dollar auch von der jüngsten Eskalation im Nahen Osten. Betrachtet man die letzten sieben Tage, ist die Bewegung gegenüber dem Schweizer Franken besonders ausgeprägt (+0.7%). Ein Dollar kostet aktuell rund 81.4 Rappen und damit so viel wie zuletzt vor rund einem Jahr.

Rohwarenmärkte

Ölpreis (Brent): USD 84.43 pro Fass
Goldpreis: USD 4'030.89 pro Unze

Die Eskalationsspirale am Persischen Golf dreht weiter. Nach mehreren gegenseitigen Angriffswellen hatte der Iran am Wochenende die Strasse von Hormus wieder für geschlossen erklärt. Gestern Abend kündigte dann US-Präsident Trump an, dass auch die USA ihre Blockade von Schiffen mit Ziel- oder Ausgangshäfen im Iran wieder aufnehmen werden. In einem Post bezeichnete Trump die USA zudem als «Hüter der Strasse von Hormus», welche als Gegenleistung ab sofort eine Art Durchfahrtszoll von 20% auf alle durch die Meerenge transportierten Güter verlangen würden. Auch wenn dieses Vorhaben wenig realistisch erscheint, setzte der Ölpreis gestern seinen Aufwärtstrend von letzter Woche fort. Aktuell bewegt sich der Preis für ein Fass der Sorte Brent im Bereich von 85 US-Dollar. Im Vergleich mit den Höchstständen der Monate März bis Mai ist der Anstieg bisher aber weiterhin moderat.

Wirtschaft und Konjunktur

Es wurden gestern keine Konjunkturdaten aus der ersten Reihe publiziert.

Roman Elbel

Portraitfoto von Roman Elbel, Senior Strategieanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Anja Felder

Portraitfoto von Anja Felder, Senior Finanzanalystin bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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