08. Juli 2026, Tägliche Marktsicht
Chip-Aktien unter Druck, SMI im Plus
Während zahlreiche europäische und amerikanische Aktienindizes am Dienstag nachgaben, konnte der SMI moderat zulegen.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.41%, SPI: +0.18%, SMIM: -0.66%
Der Schweizer Aktienmarkt zeigte sich am Dienstag nach der verhaltenen Entwicklung zum Wochenstart wieder fester. Getragen von den defensiven Schwergewichten legte der SMI um 0.4% zu und näherte sich zwischenzeitlich bis auf wenige Zähler seinem Rekordhoch an. Die Marke von 14'400 Punkten konnte der Leitindex bis Handelsschluss jedoch nicht verteidigen. Belastet blieb hingegen das Technologiesegment. Trotz starker Quartalszahlen gerieten die Aktien von Samsung deutlich unter Druck. Dies verstärkte die Sorge, dass die stark gestiegenen Bewertungen vieler KI- und Technologiewerte vor Beginn der Berichtssaison zunehmend anfällig für Kurskorrekturen sind. Der Schweizer Aktienmarkt konnte sich diesem Abwärtstrend dank seines defensiven Charakters und der vergleichsweisen geringen Gewichtung von Technologiewerten weitgehend entziehen. Eine starke Tagesperformance wiesen die Werte von Swiss Re (+1.7%), Nestlé (+1.7%), Roche (+2.3%) und Givaudan (+2.4%) auf. In der unteren Tabellenhälfte notierten derweil Alcon (-1.3%), Holcim (-1.9%) und ABB (-4.3%). Der grösste Verlierer des Handelstages war der Baustoffhersteller Amrize, dessen Aktie nach einer Herabstufung durch einen Broker um 5.5% nachgab.
Am breiten Markt gehörten Lindt (+2.2%), Barry Callebaut (+3.3%) und DSM-Firmenich (+4.5%) zu den stärksten Gewinnern. Dagegen gerieten technologie- und halbleiternahe Titel unter Druck: VAT (-4.8%), Huber+Suhner (-6.4%), Comet (-7.5%) und Inficon (-7.8%) mussten im Zuge von Gewinnmitnahmen deutliche Kursverluste hinnehmen.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: -1.22%, DAX: -1.37%
Die europäischen Aktienmärkte schlossen am Dienstag überwiegend schwächer. Der EuroStoxx 50 verlor 1.2%, nachdem der Leitindex in den drei vorangegangenen Handelstagen jeweils neue Rekordstände erreicht hatte. Der deutsche DAX verlor 1.4%. Die übrigen Indizes verbuchten Verluste auf niedrigerem Niveau. Der britische FTSE 100 legte leicht um 0.1% zu. Belastet wurde das Marktgeschehen vor allem vom Technologiesektor. Trotz starker Geschäftszahlen von Samsung nutzten Anleger die Gelegenheit, Gewinne bei Halbleiterwerten mitzunehmen. Besonders deutlich unter Druck gerieten ASML (-7.3%) und Infineon (-6.9%). Auf Sektorebene büssten neben Technologie auch Industrie- und Grundstoff-Werte ein. Positiv entwickelten sich Gesundheit, Energie und Nichtzyklischer Konsum.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: -0.25%, S&P 500: -0.45%, Nasdaq: -1.16%
Die amerikanischen Aktienmärkte schlossen am Dienstag überwiegend tiefer und legten nach der jüngsten Rekordrally eine Pause ein. Der Leitindex Dow Jones gab um 0.3% nach, nachdem er im Tagesverlauf noch ein neues Allzeithoch erreicht hatte. Der S&P 500 verlor 0.5%, während der technologielastige Nasdaq mit einem Minus von 1.2% unter Druck geriet. Besonders im US-Markt lösten die Quartalszahlen von Samsung bei den KI-nahen Aktien grössere Verkäufe aus. Entsprechend verzeichneten zahlreiche Chipwerte wie Micron (-4.7%), Applied Materials (-6.5%), AMD (-6.5%) und Intel (-9.7%) deutliche Kursverluste. Dieser Umstand führte dazu, dass der Sektor Technologie neben Industrie gestern zu den schwächsten gehörte. In die andere Richtung entwickelten sich die Sektoren Immobilien, Gesundheit und Energie.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.55%; DE: 2.99%; CH: 0.35%
Nach einem ruhigen Marktgeschehen in den Tagen zuvor kam gestern wieder etwas Bewegung in die Kapitalmärkte. Die richtungsweisende 10-jährige US-Staatsanleihe stieg gestern um 8 Basispunkte, liegt damit aber weiterhin rund 10 Basispunkte unter dem Jahreshöchst vom April. Die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe stieg um fünf Basispunkte, jene des zehnjährigen Eidgenossen um drei. Die Zinsdifferenz zwischen beiden liegt mit 260 Basispunkten nur knapp unter dem Ende März erreichten Allzeithöchststand.
Heute Abend wird zudem das Protokoll der letzten Fed-Zinssitzung vom 17. Juni, unter dem neuen Fed-Präsidenten Kevin Warsh, veröffentlicht.
Währungen
Euro in Franken: 0.922
US-Dollar in Franken: 0.808
Euro in US-Dollar: 1.141
Aufgrund der erneuten Spannungen zwischen den USA und Iran legte der US-Dollar zu den anderen G10-Währungen zu. Die Bewegungen sind jedoch limitiert, so auch beim USD/CHF-Kurs mit 0.4%. Heute Morgen notiert der Neuseeland-Dollar im Nachgang der erstmals seit 2023 erfolgten Leitzinserhöhung im Plus. Der NZD/CHF-Wechselkurs notiert derzeit auf dem Stand von Anfang Jahr.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 76.10 pro Fass
Goldpreis: USD 4'126.33 pro Unze
Der Goldpreis tendierte die letzten Tage ohne klare Richtung seitwärts, liegt damit aber rund 5% über dem Jahrestief von Ende Juni.
Mehr Bewegung zeigte sich gestern am Ölmarkt. Der Brent-Preis legte um vier Dollar zu und erreichte mit 76 Dollar pro Fass ein Zweiwochenhoch. In der Nacht griffen die USA im Iran mehrere Ziele an. Nach einer Serie von Angriffen Irans auf Schiffe in der Strasse von Hormus haben die USA zudem eine Ausnahmeregelung aufgehoben, die neue Verkäufe iranischen Öls erlaubt hatte. Damit gerät das vorläufige Friedensabkommen erneut unter Druck – ein Zeichen für die fragile Lage am Persischen Golf. Vom Jahreshoch von Ende April bei rund 126 Dollar je Fass bleibt der Ölpreis aber weit entfernt.
Wirtschaft und Konjunktur
Deutschland: Industrieproduktion MoM (Mai)
aktuell: 0.9% (erwartet: 0.1%, Vormonat: 0.2%)
In Deutschland sind die Daten zur Industrieproduktion vom Mai besser als erwartet ausgefallen, nach schwachen Vormonaten. Industrie, Bau und Energieversorger stellten in Summe 0.9% mehr her als im Vormonat, wobei die Automobilindustrie mit einem Produktionsplus von 3.6% der Haupttreiber war. Auch der Bausektor legte zu. Die Daten folgen auf die am Montag veröffentlichten Auftragseingänge der Industrie für Mai, die ebenfalls anstiegen, gestützt durch höhere öffentliche Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur.
Florian Hiltpold
8021 Zürich
Daniel Wachter
8021 Zürich
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