15. April 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
Berichtssaison und Hoffnung auf weitere Friedensgespräche lassen SMI steigen
Der Schweizer Aktienmarkt legte gestern getrieben von der Hoffnung auf ein Abkommen im Iran-Konflikt zu. Für Unterstützung sorgte auch die laufende Berichtssaison. Im Fokus stehen heute die Jahreszahlen von Helvetia Baloise.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.94%, SPI: +1.07%, SMIM: +0.85%
Hoffnungen auf ein Abkommen im Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie die Berichtssaison zum 1. Quartal 2026 gaben dem Schweizer Aktienmarkt gestern Schwung. Der Leitindex SMI zog zu Handelsbeginn an und schloss nahe dem Tageshoch mit einem Plus von 0.9%. Von den 20 grosskapitalisierten Werten legten 19 zu. Für Unterstützung sorgten Sika (+7.9%) und Givaudan (+2.7%), welche das Tableau anführten. Beide Unternehmen legten mit den 1. Quartalszahlen organische Umsatzwachstumszahlen vor, welche über den Erwartungen lagen. Zusätzlich wurden die Ausblicke für das laufende Jahr (Sika) bzw. die Mittelfristziele (Givaudan) bestätigt. Von starken Vorgaben der US-Konkurrenten konnte die Aktie der UBS (+1.3%) profitieren. Tagesverlierer waren Novartis (-0.3%), Roche (+0.3%) und Zurich Insurance (+0.5%).
Im breiten Markt legten die Aktien des Halbleiterzulieferers Comet (+7.3%) stark zu, nach positiven Zahlen zum Auftragseingang. Ebenfalls nach oben ging es für den Bankensoftware-Entwickler Temenos (+5.6%), aufgrund einer Brokeraufstufung. Weiter avancierte auch Polypeptide (+4.5%), nachdem die Aktie bereits am Vortag 13.4% zugelegt hatte. Grund dafür sind Medienberichte zu Übernahmegerüchten aus dem Private-Equity-Bereich. Gefallen fanden die Investoren zudem an den Quartalszahlen von Cicor (+11.1%). Heute Morgen wurde bekannt, dass die Schadenersatzklage des Aussenwerbekonzern APG (-0.8%) gegen Serbien vom Schiedsgericht abgewiesen wurde. APG muss nun die Prozesskosten von USD 3.5 Mio. an Serbien bezahlen.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +1.35%, DAX: +1.27%
Die Nachrichten um die Erwägung weiterer Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran stimmten die europäischen Aktienmärkte gestern freundlich. Der länderübergreifende EuroStoxx50 gewann 1.4% hinzu. Der zyklischere deutsche DAX legte um 1.3% und der französische CAC40 um 1.1% zu. Auf Sektorenebene waren die Bereiche Technologie, Industrie und Finanzen gesucht, während der Sektor Energie, aufgrund der sinkenden Ölpreise, unter Abgaben litt.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.66%, S&P 500: +1.18%, Nasdaq: +1.96%
Nach dem freundlichen Wochenauftakt stiegen die US-Aktienmärkte gestern weiter an. Der Leitindex Dow Jones legte um 0.7% und der breiter gefasste S&P 500 um 1.2% zu. Am stärksten nach oben bewegte sich der technologielastige Nasdaq (+2.0%). Im Fokus stand die Berichtsaison zum 1. Quartal 2026. Die grösste Bank des Landes JPMorgan erzielte einen um 13% höheren Gewinn von USD 16.5 Mrd., der getrieben vom Handelsgeschäft über den Erwartungen lag. CEO Jamie Dimon sieht jedoch angesichts der konfliktreichen Weltlage ein schwieriges Umfeld und der Ausblick für den Zinsüberschuss im Gesamtjahr lag unter den Erwartungen. Die Aktien gaben 1.4% nach. Auch Wells Fargo (-6.3%) steigerte den Gewinn um 7% auf USD 5.25 Mrd. und übertraf damit die Analystenerwartungen, blieb aber beim Zinsüberschuss zurück. Bei Citigroup (+2.0%) kam es zu einem Gewinnsprung von 42% auf USD 5.8 Mrd. Die Betreuung von Fusionen und Übernahmen liessen den Ertrag ansteigen. Der Gesundheitskonzern Johnson & Johnson (+0.3%) konnte die Investoren im 1. Quartal 2026 mit starken Zuwächsen bei neuen Krebsmedikamenten überzeugen. Zudem wurde der Ausblick für das Gesamtjahr 2026 leicht angehoben.
Unternehmensberichte
Helvetia Baloise konkretisiert Mittelfristziele und Dividendenstrategie
Der vergangenes Jahr fusionierte Versicherer Helvetia Baloise legte heute Morgen, in der laufenden Berichtssaison zum 1. Quartal 2026, die Jahreszahlen 2025 vor. Das Geschäftsvolumen erreicht CHF 19.8 Mrd. und der Reingewinn CHF 1.03 Mrd. Die bereinigte Eigenkapitalrendite lag bei 15.4%. Am heutigen Kapitalmarkttag werden die neuen Mittelfristziele vorgestellt. Bis 2028 wird eine bereinigte Eigenkapitalrendite von 16% bis 18% angestrebt. Dazu sollen Synergien von CHF 350 Mio. beitragen, von denen bis Ende 2025 bereits CHF 139 Mio. umgesetzt wurden. Von den insgesamt 22'000 Stellen sollen 2'000 bis 2'600 abgebaut werden. In den Jahren 2026 bis 2028 sollen über CHF 2.8 Mrd. ausgeschüttet werden. Bis 2029 soll die Dividende über 50% höher als 2025 liegen. Für 2025 wird eine Dividende von CHF 7.70 je Aktie vorgeschlagen.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.25%; DE: 3.02%; CH: 0.44%
Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihen bewegt sich weiterhin im Gleichlauf mit dem Ölpreis. Mit 4.25% liegt sie derzeit rund 20 Basispunkte unter dem Jahreshoch von Ende März. Die Frage, wie lange der Ölpreis erhöht bleibt und damit die Inflationsraten nach oben treibt, bleibt an den Kapitalmärkten zentral. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sagte, höhere Energiekosten hätten die Eurozone vom Basisszenario der EZB wegbewegt. Dies rechtfertige jedoch noch keine Tendenz zu Zinserhöhungen. Die nächste Zinssitzung der Fed findet am 29. April statt, jene der EZB am 30. April, während die SNB erst im Juni tagt.
Währungen
Euro in Franken: 0.921
US-Dollar in Franken: 0.781
Euro in US-Dollar: 1.178
Im Vergleich zu anderen Anlageklassen sind die Kursbewegungen am Devisenmarkt weiterhin begrenzt. Der EUR/CHF-Kurs tritt bei rund 0.92 auf der Stelle, während sich auch das USD/CHF-Paar mit 0.78 kaum bewegt.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 95.26 pro Fass
Goldpreis: USD 4'824.98 pro Unze
Die Hoffnungen auf eine neue Gesprächsrunde zwischen den USA und Iran haben den Preis der Nordseesorte Brent zuletzt wieder unter 100 Dollar je Fass gedrückt. Gegenüber Ende Februar handelt Brent-Öl weiterhin rund einen Drittel höher, da die für den Weltmarkt wichtigen Energielieferungen durch die anhaltende Blockade der Strasse von Hormus beeinträchtigt bleiben. Diese Meerenge wird daher ein zentrales Thema der Gespräche sein. Sowohl der Iran als auch die USA nutzen sie weiterhin als Druckmittel.
Wirtschaft und Konjunktur
Es wurden gestern keine Wirtschaftszahlen aus der ersten Reihe publiziert.
Daniel Wachter
8021 Zürich
Tobias Kistler
8021 Zürich
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