06. März 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht

Aktienmärkte verlieren erneut

Die Erholungsbewegung war nur von kurzer Dauer, ehe gestern die Kursentwicklung wieder rückläufig war. Heute stehen die Jahreszahlen von SFS, Mobilezone und Comet im Fokus.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: -1.57%, SPI: -1.43%, SMIM: -0.94%

Am Schweizer Aktienmarkt trübte sich die Stimmung am Donnerstag deutlich ein. Zu Handelsbeginn hatten noch Gerüchte über iranische Verhandlungsbereitschaft gestützt, doch im Tagesverlauf überwogen Unsicherheit und Risikoaversion. Steigende Ölpreise und die Blockade der Strasse von Hormus schürten Inflationssorgen. Etwas Entlastung brachten robuste US-Arbeitslosenzahlen, doch die Märkte warten nun auf den US-Arbeitsmarktbericht, der Hinweise zur weiteren Fed-Politik liefern soll. Gestern gingen alle grosskapitalisierten SMI-Titel mit einem negativen Vorzeichen aus dem Handel. Die Titel mit den geringsten Verlusten waren Partners Group (-0.1%), Swiss Life (-0.3%) und Nestlé (-0.6%). Deutlich tiefere Kurse stellten ABB, Roche (beide -2.0%), Lonza (-2.1%), Novartis (-2.2%) und Geberit (-2.6%). Das Schlusslicht war der Bauchemiekonzern Sika, der 3.0% einbüsste.

Am breiten Markt zogen die Aktien von Schweiter Technologies (+6.3%) stark an, nachdem das Unternehmen von einer Ratingaufstufung eines Brokers profitieren konnte. Noch stärker schnitt der Gesundheitswert Galderma ab mit einem Kurszuwachs von 7.0%. Hintergrund dafür waren solide Quartalsergebnisse und eine angehobene Prognose, inklusive einer Verdoppelung der erwarteten Spitzenumsätze des injizierbaren Dermatitis-Mittels Nemluvio. Auf der Verliererseite befanden sich unter anderem Dormakaba (-3.8%), Sensirion (-5.3%), Sonova (-5.5%) und Cicor (-15.8%). Der Schweizer Mikroelektronik-Hersteller enttäuschte mit Gewinn und Prognose, die unter den Konsens-Erwartungen zu liegen kamen.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -1.50%, DAX: -1.61%

Die europäischen Aktienmärkte brachen ihren Erholungsversuch am Donnerstag ab. Die Ölpreisrallye durch den Nahost-Krieg sorgte für Unruhe, darauf folgten nachmittags durch die US-Börsen kräftige Verluste. Der EuroStoxx50 fiel um 1.5%, wie auch der französische CAC40 und der britische FTSE100. Der deutsche DAX verlor 1.6% und der spanische IBEX35 1.4%. Aus Branchensicht schafften es gestern nur die Sektoren Energie und Kommunikationsdienstleistungen in die Gewinnzone. Die Sektoren Gesundheit, Grundstoffe und Industrie verbuchten die höchsten Verluste.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: -1.61%, S&P 500: -0.56%, Nasdaq: -0.26%

Die amerikanischen Aktienmärkte gaben am Donnerstag nach einer kurzen Erholung wieder nach. Steigende Ölpreise durch den Iran-Krieg und robuste Arbeitsmarktdaten schürten Inflationssorgen. Der Dow Jones fiel um 1.6%, während der marktbreite S&P 500 mit -0.6% und der technologielastige Nasdaq mit -0.3% moderater einbüssten. Die Aktien von Broadcom stiegen um 4.8%, getrieben von soliden Quartalszahlen und optimistischen Geschäftsprognosen für das 2. Quartal und darüber hinaus. Booking Holding (+8.5%) und Expedia (+13.7%) profitierten gemäss Berichten von OpenAIs zurückgeschraubten Plänen für Direktbuchungen in ChatGPT. Schwächere Einzelwerte waren Walmart (-3.5%), Caterpillar (-3.5%) und Goldman Sachs (-3.7%).

Unternehmensberichte

SFS mit unveränderter Dividende

Das Industrieunternehmen SFS erzielt im Geschäftsjahr 2025 einen um 7.4% tieferen operativen Gewinn auf Stufe EBIT von CHF 324.3 Mio. Die entsprechende EBIT-Marge sank von 11.6% auf 10.6%. Die adjustierte EBIT-Marge erreichte hingegen 12.2%. Unter dem Strich blieb ein um 9.3% tieferer Reingewinn von CHF 220.2 Mio. Wie bereits seit Ende Januar bekannt lag der Umsatz 0.6% höher bei CHF 3.06 Mrd. Für das laufende Jahr wird ein Umsatzwachstum in Lokalwährung von 3% bis 6% und eine adjustierte EBIT-Marge von 12% bis 15% erwartet. Die Dividende soll unverändert bei CHF 2.50 je Aktie zu liegen kommen. Die Zahlen lagen unter den Analystenerwartungen.

Mobilezone plant bis 2028 mit gleicher Dividende

Mobilezone verzeichnete im Geschäftsjahr 2025 für das Schweizer Geschäft einen leicht gestiegenen Umsatz auf CHF 274 Mio. gegenüber CHF 273 Mio. im Vorjahr. Der EBITDA stieg auf CHF 43.4 Mio. (Vorjahr: CHF 37.9 Mio.). Die Marge lag bei 15.8% (Vorjahr: 13.9%). Der EBIT erreichte CHF 36.5 Mio. (Vorjahr: CHF 30 Mio.). Die entsprechende Marge befand sich bei 13.3% (Vorjahr: 11.0%). Der Free Cashflow verbesserte sich auf CHF 37.8 Mio. (Vorjahr: CHF 30.9 Mio.). Der Nettoerlös aus dem deutschen Geschäft belief sich auf CHF 182.8 Mio. Die Geschäftsleitung schlägt eine stabile Dividende von CHF 0.90 pro Aktie vor. Mobilezone erwartet für 2026 ein EBITDA von CHF 40 bis 47 Mio. und eine stabile Cash-Generierung von rund CHF 40 Mio. Das MVNO-Geschäft soll auf 250'000 Postpaid-Kunden wachsen (+14%). Bis 2028 bleibt das EBITDA-Ziel von CHF 70 Mio. bestehen. Die Dividende von CHF 0.90 pro Aktie soll bis 2028 stabil bleiben. Das Zahlenset erreichte insgesamt in etwa die Markterwartungen, wobei die Schätzungen aufgrund des Verkaufs des Deutschlandgeschäfts eher schwierig waren.

Comet mit tieferen Gewinnzahlen als erwartet

Comet verzeichnete im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatzanstieg von 2.6% auf CHF 457 Mio. (konstante Währung +7.3%). Getrieben wurde das Wachstum durch Halbleiter-Märkte (Speicher, KI-Infrastruktur), deren Dynamik sich Anfang 2026 verstärkt. Der EBITDA fiel durch einen schwachen USD, einen ungünstigen Mix und höhere Kapitalausgaben auf CHF 46.3 Mio. (-20% zum Vorjahr). Die EBITDA-Marge reduzierte sich auf 10.1% gegenüber 13.0% im Vorjahr. Für 2026 erwartet das Unternehmen starkes Wachstum durch das Halbleiterumfeld sowie moderates Wachstum in den Industriemärkten. Der Umsatz und die EBITDA-Marge sollen deutlich steigen und von einem starken Auftrags-Einstieg im 1. Quartal profitieren. Comet schlägt eine Dividende von CHF 0.50 pro Aktie vor (Vorjahr: CHF 1.50). Das Zahlenset von Comet liegt unter den Analystenerwartungen.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.14%; DE: 2.84%; CH: 0.36%

Die infolge des Iran-Kriegs deutlich angestiegenen Öl- und Gaspreise wirken sich immer stärker auch auf die Renditen aus. Anhaltend höhere Energiepreise könnten für neuen Inflationsdruck sorgen und dazu führen, dass die Notenbanken weitere Zinssenkungen verschieben oder die Leitzinsen wieder anheben müssen. Seit Ausbruch des Krieges im Nahen Osten sind die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihe und der deutschen Bundesanleihe mit gleicher Laufzeit um gut 20 Basispunkte angestiegen. Die Zinsen in der Schweiz stiegen in dieser Zeit ebenfalls deutlich an.

Währungen

Euro in Franken: 0.906
US-Dollar in Franken: 0.781
Euro in US-Dollar: 1.161

An den Devisenmärkten blieb es gestern für einmal wieder etwas ruhiger. Insgesamt hat sich der Schweizer Franken als traditionell sicherer Hafen trotz der grossen Unsicherheiten rund um den Krieg im Nahen Osten bisher nur wenig aufgewertet und hat beispielsweise gegenüber dem US-Dollar sogar etwas an Wert eingebüsst.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 80.84 pro Fass
Goldpreis: USD 5'119.73 pro Unze

Der Ölpreis ist auch gestern weiter angestiegen und liegt mittlerweile bereits über 20% höher als vor Kriegsbeginn. Gemäss dem Joint Maritime Information Center (JMIC) sei der Schiffsverkehr in der Strasse von Hormus mittlerweile praktisch vollständig zum Erliegen gekommen. So habe es in den vergangenen 24 Stunden lediglich zwei kommerzielle Durchfahrten von Frachtern gegeben, Öltanker hätten die Meerenge gar ganz gemieden. Die weitere Entwicklung des Ölpreises dürfte somit wesentlich davon abhängen, wie rasch sich der Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus wieder normalisieren wird.

Wirtschaft und Konjunktur

Schweiz: Arbeitslosenrate (Februar)
aktuell: 3.2% (erwartet: 3.2%, Vormonat: 3.2%)

Die Arbeitslosenrate verharrte im Februar bei 3.2%. Damit steigt die um saisonale Effekte bereinigte Arbeitslosenquote leicht auf 3% und liegt somit 1.1 Prozentpunkte über dem 20-Jahrestief vom Frühjahr 2023. Bei den Zahlen für die Kurzarbeit, die jeweils verzögert publiziert werden, zeigen sich jedoch vermehrt die Auswirkungen der im August eingeführten US-Zölle. So waren im November 2025 deutlich mehr Personen (+12.4%) von Kurzarbeit betroffen als noch im Oktober.

Florian Hiltpold

Portraitfoto von Florian Hiltpold, Finanzanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Patrick Häfeli

Portraitfoto von Patrick Häfeli, Senior Strategieanalyst Fixed Income bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst Fixed Income
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8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Tobias Kistler

Portraitfoto von Tobias Kistler, Senior Finanzanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
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Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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