27. März 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
Aktienmärkte im Rückwärtsgang
Der SMI verzeichnete gestern im Vergleich zu anderen Regionen lediglich moderate Verluste. Die Unsicherheiten im Iran-Krieg und der gestiegene Ölpreis belasteten die Anlegerstimmung.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: -0.60%, SPI: -0.44%, SMIM: -0.28%
Der Schweizer Aktienmarkt konnte seine Erholung nicht fortsetzen. Allerdings fielen die Kursverluste im Vergleich zu anderen Regionen moderat aus. Sorgen über einen länger als zunächst erwarteten Iran-Krieg infolge widersprüchlicher Signale sorgten für eine getrübte Stimmung und liessen den Ölpreis ansteigen. Mit den Unsicherheiten nehmen auch die Befürchtungen wieder zu, dass eine erhöhte Inflation das konjunkturelle Wachstum abschwächen könnte. Der Leitindex SMI verlor 0.6%, während der marktbreite SPI 0.4% tiefer schloss. Etwas besser hielt sich der klein- und mittelkapitalisierte SMIM (-0.3%). Von den 20 Blue Chips im SMI standen sich sechs Gewinner und 14 Verlierer gegenüber. Die Indexschwergewichte erwiesen sich nur bedingt als Stütze. Roche konnte um 0.3% zulegen, während Novartis (-0.1%) und Nestlé (-0.8%) nachgaben. An der Tabellenspitze standen ohne unternehmensspezifische Neuigkeiten Lonza (+1.8%), Kühne + Nagel (+1.2%) und Alcon (+0.6%). Kühne + Nagel dürfte von einer höheren Komplexität in den Lieferketten, und demnach einer steigenden Nachfrage nach Logistiklösungen, sowie von einer Sperrung der Strasse von Hormus profitieren. Unter Abgabedruck standen hingegen ABB (-3.6%), Sika (-2.6%) und UBS (-2.1%). Der Bauchemiekonzern Sika verzeichnete gestern den Dividendenabgang von CHF 3.70 je Aktie, womit der Kursrückgang nur optischer Natur war.
Am breiten Markt verzeichnete auch Schindler (-1.9%) den Dividendenabgang von CHF 6.80 je Aktie, wobei der gestrige Kursrückgang CHF 5.00 pro Aktie ausmachte. Der aktivistische Investor Cevian erhöhte seinen Anteil am Verpackungsspezialisten SIG (+0.0%) auf 5.6%.
Heute Morgen gab Novartis bekannt, das US Biotechunternehmen Excellergy für bis zu USD 2 Mrd. zu übernehmen, um die Immunologiestrategie im Bereich Nahrungsmittelallergien und weiterer Erkrankungen zu stärken. Der Abschluss der Transaktion wird in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: -1.48%, DAX: -1.50%
Die europäischen Aktienmärkte verloren gestern vor dem Hintergrund wieder gestiegener Unsicherheiten im Iran-Krieg sowie des angestiegenen Ölpreises an Wert. Unternehmensneuigkeiten waren kaum vorhanden. Die stärksten Abgaben verzeichneten der länderübergreifende Euro Stoxx 50 sowie der deutsche DAX, die jeweils um 1.5% nachgaben. Etwas besser hielt sich hingegen der italienische FTSE MIB (-0.7%). Auf Sektorenebene zählten Energiewerte zu den gefragtesten Titeln. Unter Abgabedruck standen hingegen insbesondere die Sektoren Technologie, Industrie und Finanzen.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: -1.01%, S&P 500: -1.74%, Nasdaq: -2.38%
Die amerikanischen Aktienmärkte konnten sich den gestiegenen Unsicherheiten im Iran-Konflikt nach weiteren Äusserungen von US-Präsident Trump, die eher auf eine weitere Eskalation als auf eine Deeskalation hindeuten, nicht entziehen und verzeichneten teils deutliche Kursrückschläge. Insbesondere der technologielastige Nasdaq verlor mit 2.4% deutlich, gefolgt vom marktbreiten S&P 500, der 1.7% nachgab. Etwas besser hielt sich der US-Leitindex Dow Jones (-1.0%). Unter Abgabedruck standen vor allem Halbleiterwerte. Lam Research (-9.4%), Applied Materials (-8.3%) sowie AMD (-7.5%) verzeichneten deutliche Verluste. Auch Meta (-8.0%) gab deutlich nach, nachdem Berichten zufolge mehr als USD 10 Mrd. für die Entwicklung eines Rechenzentrums in Texas ausgegeben werden sollen, nachdem dafür ursprünglich Investitionen von rund USD 1.5 Mrd. geplant waren.
Iran-Krieg - eine Einordnung
In der neusten Ausgabe unseres Podcasts sprechen unsere Strategieanalysten Céline Keller und Roman Elbel über den Krieg im Nahen Osten. Wie ist die aktuelle Situation einzuschätzen und wie könnte es an den Finanzmärkten weitergehen?
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.43%; DE: 3.07%; CH: 0.41%
Die möglichen Auswirkungen der höheren Energiepreise auf die Inflation bleiben derzeit das Hauptthema an den Kapitalmärkten. Entsprechend waren die Renditen auf die massgebenden 10-jährigen Staatsanleihen aus den USA, Europa und der Schweiz auch gestern wieder ein Abbild der Bewegungen am Ölmarkt. Mit dem deutlichen Anstieg des Ölpreises stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe heute Morgen gar auf ein neues Jahreshoch. Die Rendite der Schweizer Eidgenossenanleihe mit vergleichbarer Laufzeit liegt nur noch wenig unter ihrem Jahreshöchst von 0.48%.
Währungen
Euro in Franken: 0.918
US-Dollar in Franken: 0.796
Euro in US-Dollar: 1.154
Der US-Dollar bleibt im Zuge der geopolitischen Turbulenzen rund um den Krieg im Nahen Osten weiterhin gesucht. So hat er auch gestern wieder gegenüber sämtlichen G10-Währungen zugelegt. Etwas anders sieht das Bild derzeit für den Schweizer Franken aus. Dieser gehört seit Kriegsausbruch zu den schwächsten G10-Währungen. Gegenüber dem US-Dollar hat die Schweizer Währung rund 3.5% verloren. Zum Euro notiert ein Minus von 1.0%. SNB-Vertreter hatten in den letzten Wochen wiederholt ihre Interventionsbereitschaft betont, um eine etwaige übermässige Aufwertung des Frankens zu verhindern.
Rohwarenmärkte
Ölpreis WTI: USD 94.00 pro Fass
Goldpreis: USD 4'465.50 pro Unze
Der Erdölpreis ist gestern trotz einem erneut verlängerten Ultimatum vonseiten der USA an Iran wieder deutlich angestiegen. Der Preis für ein Fass Öl der US-Sorte WTI liegt aktuell rund 40% höher als vor Kriegsausbruch. Der Preis für die Nordseesorte Brent liegt sogar fast 50% höher.
Wirtschaft und Konjunktur
Gestern wurden keine Wirtschaftsdaten aus der ersten Reihe publiziert.
Patrick Häfeli
8021 Zürich
Angela Truniger
8021 Zürich
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