27. Januar 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht

Verhaltene Stimmung zum Wochenstart

Die Anleger zeigten sich gestern zurückhaltend und richten ihren Blick auf die Berichtssaison sowie den Fed-Entscheid. Im Fokus steht heute die Zahlenpublikation von Meier Tobler.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: -0.04 %, SPI: -0.18%, SMIM: -0.57%

Der Schweizer Aktienmarkt erholte sich am Montag nach einem schwachen Start und schloss nahezu unverändert. Die Stimmung blieb angesichts geopolitischer Risiken und der US-Handelspolitik gedämpft. Am Wochenende drohte die US-Regierung Kanada mit einem 100%-Zoll für den Fall eines Handelsabkommens mit China. Positive Impulse kamen gestern Nachmittag von freundlichen US-Börsen. Die Marktteilnehmer zeigten sich insgesamt vorsichtig und richteten den Blick vor allem auf die anlaufende europäische und US-Berichtssaison sowie auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch. Im Fokus standen gestern die Aktien von Nestlé (-0.9%). Das Index-Schwergewicht geriet wegen des Rückrufs möglicherweise bakteriell belasteter Säuglingsnahrung zeitweise stark unter Druck, konnte die Verluste zum Handelsschluss jedoch etwas reduzieren. Auch der Pharmariese Roche startete mit Abgaben in den Tag, setzte danach zur Erholung an und schloss 0.7% höher. Roche wird am kommenden Donnerstag die Geschäftszahlen 2025 publizieren. Die Konkurrentin Novartis (+0.2%) verzeichnete ebenfalls leichte Gewinne. An der Tabellenspitze notierte Holcim (+1.4%). Der Baustoffhersteller profitierte von einem positiven Analystenkommentar. Auch die Grossbank UBS (+0.4%) war dank positiven Brokerkommentaren gefragt. Auf dem Einkaufszettel standen auch ABB und Logitech (je +1.1%), die im Vorfeld der im Wochenverlauf anstehenden Ergebnispräsentationen gesucht waren. Lonza (-0.6%) geriet hingegen aus demselben Grund unter Verkaufsdruck.

Am breiten Markt gab Inficon (-2.0%) nach der Publikation der Umsatzzahlen für das vergangene Geschäftsjahr nach. Das Messtechnikunternehmen erzielte letztes Jahr einen Umsatz von USD 673.7 Mio., nach USD 671. Mio. im Vorjahr. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT kam bei USD 112.3 Mio. zu liegen, nach USD 136.0 Mio. im Vorjahr. Die entsprechende Marge betrug 16.7%. 2024 lag die Marge noch bei 20.3%. Inficon erreichte mit den Zahlen die eigenen Prognosen. Detaillierte Zahlen wird das Unternehmen am 24. März publizieren. Nach Zahlenpublikation standen auch die Aktien von Skan (-4.2%) unter Druck. Gurit (+12.4%) profitierte von weiteren Anschlusskäufen nach den zuletzt erhöhten Margenprognosen.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: +0.16%, DAX: +0.13%

Die europäischen Aktienmärkte starteten verhalten in die neue Börsenwoche. In dieser Woche rückt unter anderem die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed am Mittwochabend in den Fokus. Zudem dürften die in den kommenden Tagen anstehenden Quartalsberichte einiger US-Tech-Giganten grosse Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Am stärksten avancierte der spanische IBEX35 (+0.8%), gefolgt vom italienischen FTSE MIB (+0.3%) und dem länderübergreifenden EuroStoxx50 (+0.2%). Leichte Abgaben musste der französische CAC40 (-0.2%) hinnehmen. Gesucht waren gestern Rohstoffwerte, die weiter von steigenden Preisen für Gold, Silber und Kupfer profitierten. So ging es für Fresnillo (+6.7%), Antofagasta (+5.3%), Rio Tinto (+1.5%) und BHP (+1.4%) nach oben. Unter Abgabedruck stand erneut Danone (-2.3%). Der Grund dafür ist das anhaltende und branchenweite Problem mit verunreinigter Babynahrung.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +0.64%, S&P 500: +0.50%, Nasdaq: +0.43%

Die amerikanischen Aktienmärkte erwischten einen guten Start in die neue Handelswoche. Allerdings mieden die Marktteilnehmer grössere Risiken und wandten den Blick bereits auf den Mittwoch, wo der Zinsentscheid der Notenbank Fed auf der Agenda steht. Die Fed dürfte den Leitzins unverändert belassen. Viel wichtiger bleibt jedoch die weiterhin offene Frage nach dem Nachfolger von Fed-Chef Jerome Powell, der unter politischem Druck von US-Präsident Donald Trump steht und dessen Amtszeit im Mai endet. Zudem dürften die Quartalszahlen der Tech-Giganten Apple (+3.0%), Microsoft (+0.9%), Meta (+2.1%) und Tesla (-3.1%), die in den kommenden Tagen publiziert werden, grosse Strahlkraft haben. Gesucht waren gestern die Aktien des Netzwerk- und IT-Spezialisten Cisco (+3.2%), die damit versuchten, sich vom jüngsten Abgabedruck zu lösen. Die Intel-Aktien (-5.7%) gaben nach dem in der vergangenen Woche publizierten enttäuschenden Geschäftsausblick weiter nach.

Unternehmensberichte

Meier Tobler enttäuscht mit den Zahlen, Dividende bleibt stabil

Meier Tobler veröffentlichte überraschend die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025. Der Haustechnikspezialist erzielte einen Umsatz von CHF 496.6 Mio., was einem leichten Anstieg von 0.1% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das operative Ergebnis auf Stufe EBITDA sank hingegen um 8.2% auf CHF 37.9 Mio. Diese Reduktion ist gemäss Meier Tobler insbesondere auf einen Rückgang der Bruttomarge zurückzuführen, der durch Preis- und Produktemix-Effekte verursacht wurde. Zudem haben höhere IT-Ausgaben den operativen Gewinn belastet. Unter dem Strich verzeichnete Meier Tobler einen Reingewinn von CHF 15.3 Mio., nach CHF 21.3 Mio. im Geschäftsjahr 2024. Die Dividende soll wie im Vorjahr mindestens CHF 1.60 je Aktie betragen. Aufgrund des volatilen Marktumfelds verzichtet der Verwaltungsrat vorerst auf die für März 2026 geplante Tranche des Aktienrückkaufprogramms. Eine mögliche Wiederaufnahme wird zu einem späteren Zeitpunkt geprüft. Der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr bleibt verhalten und es wurden keine quantitativen Angaben gemacht. Meier Tobler wird am 26. Februar  das definitive Jahresergebnis 2025 publizieren. Die heute vorgelegten Zahlen liegen unter den Markterwartungen.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.22%; DE: 2.87%; CH: 0.29%

An den Kapitalmärkten blieb es gestern vergleichsweise ruhig. Diese Woche steht der Zinsentscheid der US-Notenbank am Mittwoch im Fokus. Es wird erwartet, dass die Fed ihren Leitzins unverändert belässt. Im Fokus steht derzeit jedoch vor allem die Nachfolge des noch bis Mai amtierenden Fed-Vorsitzenden, Jerome Powell. Unsere Einschätzung dazu hören Sie im Audio-Podcast der SGKB.

Währungen

Euro in Franken: 0.923
US-Dollar in Franken: 0.777
Euro in US-Dollar: 1.188

An den Devisenmärkten war der japanische Yen gestern gefragt und legte gegenüber allen wichtigen Währungen zu. Ausgelöst wurde die Bewegung durch Spekulationen über eine Intervention der USA und Japans zur Stützung des Yens. Der US-Dollar setzte seinen Trend nach unten fort und büsste gegenüber den meisten G10-Währungen weiter an Terrain ein. Zum Schweizer Franken notiert der «Greenback» folglich unter der Marke von 0.78 und erreichte damit ein neues Mehrjahrestief.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 60.38 pro Fass
Goldpreis: USD 5'091.36 pro Unze

Der Goldpreis setzte seine Rekordjagd gestern fort. Nachdem er gestern Morgen erstmals die Marke von 5'000 US-Dollar pro Unze überschritten hat, kletterte er im Tagesverlauf sogar kurzzeitig über 5'100 US-Dollar. Im Vergleich zum Jahresanfang beträgt das Plus beim gelben Edelmetall bereits über 18%. Mehr dazu lesen Sie in unserer neusten /ansicht zum Thema «Rohstoffe».

Wirtschaft und Konjunktur

Es wurden gestern keine Wirtschaftsdaten aus der ersten Reihe publiziert.

Céline Koster

Portraitfoto von Céline Koster, Strategieanalystin bei der St.Galler Kantonalbank
Strategieanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Anja Felder

Portraitfoto von Anja Felder, Senior Finanzanalystin bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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