26. Januar 2026, Meine Anlagewelt | Rohstoffe

Gold eilt von Rekord zu Rekord

Gold hat auch in den ersten Wochen des neuen Jahres deutlich zugelegt, während das Vertrauen in den US-Dollar weiter gelitten hat. Auch Silber und Platin setzen Rally fort.

Das neue Jahr hat geopolitisch mindestens so turbulent begonnen, wie das alte geendet hat. Die konfrontative Politik von US-Präsident Donald Trump gegenüber Nato-Verbündeten im Streit um Grönland hat die Finanzmärkte vergangene Woche erneut auf die Probe gestellt. Gold hat zugelegt, während das Vertrauen in den US-Dollar weiter gelitten hat. Am Mittwoch, kurz vor der Rede des US-Präsidenten am Wef in Davos, hat sich der Goldpreis erstmals der Marke von 4’900 USD/Unze genähert. Am späten Abend folgte dann eine kurzzeitige Gegenbewegung, nachdem Trump in der Grönland-Frage den Verzicht auf die angedrohten neuen Zölle gegen europäische Staaten angekündigt hatte. Dem Aufwärtstrend hat dies jedoch keinen Abbruch getan. Mittlerweile hat der Goldpreis die Marke von 5’000 USD/Unze durchbrochen.

Zentralbanken als verlässliche Käufer

Nach den ersten drei Wochen des Jahres liegt der Goldpreis in US-Dollar bereits wieder über 15% im Plus, nach 65% im Vorjahr. Die physische Nachfrage zeigt sich trotz des hohen Preisniveaus robust. Zentralbanken treten weiterhin als verlässliche Käufer auf, was den strukturellen Charakter der Goldnachfrage unterstreicht. So hat die National Bank of Poland ein zusätzliches Kaufvolumen von bis zu 150 Tonnen genehmigt, während die chinesische Zentralbank den vierzehnten Monat in Folge Goldzukäufe meldet.

Zusätzliche Unterstützung von Investorenseite

Zusätzliche Unterstützung kommt von der Investorenseite. Steigende Bestände bei Gold-ETFs zum Jahreswechsel signalisieren eine anhaltende Nachfrage. Im vergangenen Jahr flossen rund 500 Tonnen in Gold-ETFs, der grösste Zufluss seit 2020. Der Trend setzt sich in den ersten drei Wochen des Januars fort (+32 Tonnen), wie Bloomberg-Daten zeigen. Der World Gold Council wird diese Woche über die Trends der globalen Goldnachfrage berichten. Der Bericht fällt zeitlich mit dem ersten Fed-Zinsentscheid 2026 zusammen, wobei der Einschätzung des Fed-Vorsitzenden für die kurzfristige Marktreaktion die grössere Bedeutung zukommt.

Auch Silber und Platin mit kräftiger Rally 

Silber und Platin haben zuletzt ebenfalls neue Höchststände markiert, mit Kursgewinnen von über 50% beziehungsweise 40% seit Jahresbeginn. Damit bestätigt sich die kräftige Preisbewegung der Vormonate. Silber ist mit einem Nachfrageanteil von rund 60% ein zentrales Industriemetall und wird etwa für die Herstellung von Smartphones und Solarmodulen eingesetzt. Im Unterschied zu Gold sind die Marktvolumen jedoch deutlich kleiner, und die stützende Wirkung durch Zentralbankkäufe fehlt. Noch ausgeprägter zeigt sich dies bei Platin, was eine hohe Risikobereitschaft erfordert. Das Marktumfeld ist – speziell nach den jüngsten Zugewinnen – anfällig für stärkere Preisausschläge.

Preisentwicklung im Quervergleich

Quelle: Bloomberg; Edelmetallpreise in USD pro Unze (indexiert; Jan. 2021=100)

Nachfrage nach Segmenten

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Quelle: U.S. Geological Survey, Metals Focus, World Gold Council, The Silver Institute, World Platinum Investment Council; Stand: 2024

Daniel Wachter

Portraitfoto von Daniel Wachter, Senior Strategieanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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