07. April 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
US-Aktien legen am Ostermontag leicht zu
Der Schweizer Aktienmarkt und die europäischen Aktienmärkte waren über das verlängerte Osterwochenende geschlossen. Der US-Markt verzeichnete gestern moderate Gewinne. EMS präsentierte heute Morgen seine Umsatzzahlen des 1. Quartals.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: geschlossen, SPI: geschlossen, SMIM: geschlossen
Der Schweizer Aktienmarkt blieb über das verlängerte Osterwochenende feiertagsbedingt geschlossen.
1 Monat Krieg im Nahen Osten: Eine Zwischenbilanz
Der Krieg im Nahen Osten dauert schon über einen Monat. Durch die anhaltende Blockade der Strasse von Hormus sind die Energiepreise erheblich angestiegen und an den Aktienmärkten ist es zu Korrekturen gekommen. Die Tagesbewegungen sind gross. Zeit für eine Zwischenbilanz und einen Blick nach vorne.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: geschlossen, DAX: geschlossen
Die europäischen Aktienmärkte blieben über das verlängerte Osterwochenende feiertagsbedingt geschlossen.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.36%, S&P 500: +0.44%, Nasdaq: +0.54%
Die amerikanischen Aktienmärkte haben am Ostermontag leicht zugelegt. Da in Europa erst am Dienstag wieder gehandelt wird, blieb das Handelsvolumen insgesamt unter dem üblichen Niveau. Unterstützung erhielten die Märkte von den Hoffnungen auf einen Waffenstillstand im Iran-Konflikt, wobei sich Anleger auch von erneuten Drohungen von US-Präsident Donald Trump unbeeindruckt zeigten. Dieser hatte dem Iran ein Ultimatum zur Öffnung der Strasse von Hormus gestellt und für den Fall der Nichtbefolgung massive Zerstörungen angekündigt. Vor dieser geopolitischen Ausgangslage rückten konjunkturelle Daten in den Hintergrund, obwohl der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag besser als erwartet ausgefallen war. Moderate Gewinne verzeichneten die Sektoren Zyklischer Konsum, Energie und Nichtzyklischer Konsum. Zu den wenigen Verlierer-Sektoren gehörten gestern Grundstoffe, Gesundheit und Versorger.
Unternehmensberichte
EMS präsentierte heute Morgen die Umsatzzahlen des 1. Quartals 2026. EMS erzielte im 1. Quartal einen Umsatz von CHF 487 Mio. nach CHF 522 Mio. im Vorjahr (-6.7%). Trotz des starken Frankens stiegen Absatzvolumen, EBIT und Profitabilität über das Vorjahresniveau. Das Unternehmen profitierte von einer hohen Nachfrage nach energie- und kostensparenden Systemlösungen sowie Metallersatzprodukten. Produkte für den US-Markt werden entweder lokal produziert oder fallen als Spezialitäten nicht unter die US-Zölle. Geschäftsbeziehungen im Nahen Osten bestehen keine. Die stark gestiegenen Energie-, Fracht- und Rohstoffpreise machen Preisanpassungen gegenüber Kunden jedoch notwendig. Insgesamt rechnet EMS für 2026 mit Nettoumsätzen unter dem Vorjahr aufgrund von Währungseffekten, aber mit einem Betriebsergebnis leicht über dem Vorjahresniveau. Die Umsatzzahlen befinden sich im unteren Bereich der Analystenerwartungen.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.35%; DE: 2.99%; CH: 0.39%
Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe ging gestern aufgrund von Hoffnungen auf einen Waffenstillstand im Iran-Krieg leicht zurück. Ende März hatte sie mit rund 4.42% den höchsten Stand seit acht Monaten erreicht, ehe sie in den darauffolgenden Tagen wieder etwas nachgab. Seit Beginn des Kriegs ergibt sich damit insgesamt ein Anstieg von knapp 40 Basispunkten. Ursache dafür sind Sorgen vor einer höheren Inflation und einem restriktiveren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank.
Währungen
Euro in Franken: 0.921
US-Dollar in Franken: 0.799
Euro in US-Dollar: 1.154
Am Devisenmarkt stand der US-Dollar gestern trotz eines leicht steigenden Ölpreises etwas unter Druck. Seit Beginn des Kriegs hatte sich der Greenback weitgehend im Gleichklang mit dem Ölpreis entwickelt und gegenüber allen anderen G10-Währungen zugelegt. Gegenüber dem Schweizer Franken beträgt das Plus seither rund 3.7%.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 111.38 pro Fass
Goldpreis: USD 4'639.33 pro Unze
Der Ölpreis bleibt von Spekulationen über den weiteren Verlauf des Iran-Kriegs geprägt. Das Ultimatum zur Öffnung der Strasse von Hormus läuft in der Nacht auf morgen aus. Zuletzt hat Donald Trump den verbalen Druck auf Teheran deutlich erhöht. Zwar nähren Gespräche Hoffnungen auf eine Waffenruhe, doch die Positionen bleiben weit auseinander. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent stieg gestern leicht und liegt aktuell wieder über der Marke von 110 US-Dollar pro Fass. Es ist zu erwarten, dass die Volatilität am Ölmarkt auch in den nächsten Tagen und Wochen erhöht bleiben wird.
Wirtschaft und Konjunktur
Schweiz: Inflationsrate YoY (März)
aktuell: 0.3% (erwartet: 0.5%, Vormonat: 0.1%)
Die Konsumentenpreise in der Schweiz lagen im März 0.3% über dem Vorjahr und damit weiterhin am unteren Ende des SNB-Zielbands. Die Energiepreise stiegen gegenüber dem Vormonat um 5.3% und trugen erstmals seit Sommer 2024 wieder zur Inflation bei, ihr Einfluss bleibt jedoch begrenzt. Ohne Erdölprodukte lag die Teuerung bei 0.2%. Aufgrund der höheren Energiepreise sanken die Preise für Importgüter noch um 0.3% (Vormonat -1.6%). Bei den Inlandgüter blieb die Teuerung mit 0.5% beinahe unverändert (Vormonat +0.6%). Die Kerninflation verharrte bei 0. 4%.
USA: Non Farm Payrolls (März) aktuell: 178’000 (erwartet: 65’000, Vormonat: -133’000)
USA: Arbeitslosenrate (März) aktuell: 4.3% (erwartet: 4.4%, Vormonat: 4.4%)
In den USA sind im März mit 178’000 neuen Stellen mehr Arbeitsplätze geschaffen worden als erwartet, nachdem im Februar noch Stellen verloren gegangen waren. Besonders in der Gesundheitsbranche und im Gastgewerbe wurde Personal aufgebaut. Seit Jahresbeginn resultiert ein Plus von 207’000 Stellen ausserhalb der Landwirtschaft. Die Arbeitslosenquote sank überraschend auf 4.3%. Der US-Arbeitsmarkt präsentiert sich damit weiterhin robust, was baldige Zinssenkungen unwahrscheinlicher macht.
USA: Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor (März)
aktuell: 54.0 (erwartet: 54.9, Vormonat: 56.1)
Die Stimmung im US-Dienstleistungssektor hat sich im März auf hohem Niveau leicht eingetrübt. Der vom Institute of Supply Management erhobene Einkaufsmanagerindex sank um 2.1 Punkte auf 54 und liegt damit weiterhin über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Während sich die Einschätzung zum Auftragseingang nochmals verbesserte, verschlechterte sich die Beschäftigungskomponente deutlich. Erstmals seit November berichten die Unternehmen wieder von einem Stellenabbau. Zugleich hat sich der Preisdruck im März erneut verstärkt.
Florian Hiltpold
8021 Zürich
Céline Keller
8021 Zürich
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