05. Februar 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
SMI erreicht neues Allzeithoch
Eine starke Entwicklung der Schwergewichte und eine Erholung bei konjunktursensitiven Aktien trieb den Schweizer Aktienmarkt gestern deutlich an. An den amerikanischen Aktienmärkten setzte sich die Umschichtung aus Technologiewerten in andere Sektoren nach enttäuschenden Zahlen von AMD fort.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +1.01%, SPI: +1.04%, SMIM: +1.29%
Der Schweizer Aktienmarkt drehte nach einem verhaltenen Start im Tagesverlauf deutlich nach oben. Nach den Verlusten vom Vortag wurde die Stimmung durch eine Erholung der konjunktursensitiven Industriewerte und starken Schwergewichten begünstigt. Der SMI machte seinen Rückgang vom Dienstag mehr als wett, erreichte am Nachmittag ein neues Allzeithoch und schloss zuletzt 1.0% höher. Im Fokus standen die Jahresberichte von Novartis und UBS, die bei beiden Aktien zunächst mit Kursverlusten quittiert wurden. Novartis drehte trotz einem durchzogenen Schlussquartal und einem verhaltenen Ausblick am Nachmittag noch in die Pluszone und schloss 1.6% höher. Die UBS-Aktie schloss hingegen trotz eines besser als erwarteten Quartalsgewinns, einer Dividendenerhöhung und einem neuen Aktienrückkaufprogramm 6.3% tiefer. Noch schwächer entwickelte sich Holcim (-7.9%). Der Zementhersteller wurde von Berichten über eine mögliche Lockerung des CO2-Emissionshandels in der EU gebremst. Holcim gehört bei der Entwicklung von CO2-armem Zement zu den Vorreitern. Zuvorderst im Tableau standen Swisscom (+3.9%), Givaudan (+4.3%) und Kühne + Nagel (+5.0%). Der Logistikkonzern erhielt Rückenwind von positiven Kommentaren des dänischen Branchennachbarn DSV.
Im breiten Markt schossen die Aktien von Huber + Suhner nach einer optimistischen Unternehmensstudie eines Analysten um 7.4% nach oben. AMS (+4.7%) profitierten von der Ankündigung, das Sensorgeschäft an Infineon verkauft zu haben. Gefragt waren ausserdem Zykliker aus dem Industriesektor: Georg Fischer, SFS, Adecco und Rieter gewannen zwischen 3.6% und 6.8% dazu. Die Aktien von Straumann zogen ohne ersichtlichen Grund ebenfalls um 4.2% an. Accelleron büssten dagegen 4.8% ein. Der Hersteller von Turboladern, die vor allem zur Steigerung der Effizienz von Schiffsmotoren eingesetzt werden, litt analog zu Holcim unter der möglichen Lockerung der CO2-Vorschriften in der EU. Positiv wurden diese Neuigkeiten für den Chemiekonzern Clariant ausgelegt, der um 13.3% nach oben sprang.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: -0.41%, DAX: -0.72%
Die europäischen Aktienmärkte entwickelten sich gestern uneinheitlich. Während der EuroStoxx50 (-0.4%) und der DAX (-0.7%) von schwachen Schwergewichten wie ASML (-4.1%) oder Siemens (-4.2%) gebremst wurden, dominierte an den meisten anderen Handelsplätzen die Farbe Grün. So verzeichneten etwa der französische CAC 40 (+1.0%) und der britische FTSE 100 (+0.9%) klare Kursavancen. Im Rampenlicht stand nach der Präsentation der Jahreszahlen Novo Nordisk. Das dänische Pharmaunternehmen, das seit einigen Monaten von einem neue CEO geführt wird, warnte aufgrund von Preis- und Wettbewerbsdruck in den USA im Bereich der Abnehm-Medikamente vor einer schwierigen Entwicklung im aktuellen Jahr, worauf die Aktie 17.1% einbrach.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.53%, S&P 500: -0.51%, Nasdaq: -1.51%
An den amerikanischen Aktienmärkten setzte sich der Ausverkauf bei den Technologiewerten zugunsten von anderen Sektoren gestern fort. Der technologielastige Nasdaq gab 1.5% nach und setzte damit seine jüngste Korrektur fort. Der auf Standardwerte ausgerichtete Dow Jones stieg hingegen wieder in die Nähe seine Rekordhochs und schloss 0.5% höher.
Positiv überraschten die Zahlen von Eli Lilly (+10.3%). Der Pharmakonzern ist führend bei den Abnahmepräparaten und überzeugte im Gegensatz zum Konkurrenten Novo Nordisk mit einem optimistischen Ausblick. Auch der Biotechkonzern Amgen (+8.2%) vermochte mit seinem Quartalsbericht zu überzeugen. Mit Enttäuschung quittiert wurde dagegen das Zahlenset von AMD (-17.3%). Insbesondere der Ausblick des Chipkonzerns blieb deutlich hinter den Analystenerwartungen zurück.
Unternehmensberichte
SPS mit mehr Gewinn dank Neugeld und Neubewertungen
Der Immobilienkonzern steigerte das verwaltete Immobilienvermögen 2025 dank Zukäufen und Neugeldern im Asset Management um 6.8% auf CHF 28.2 Mrd. Der Ertrag im Asset Management stieg unter anderem dank einer starken Neugeldentwicklung um 18.1% auf CHF 83.6 Mio. Die Mieterträge sanken hingegen um 1.4% auf CHF 456.8 Mio. Grund dafür war unter anderem die Schliessung des Retail-Geschäfts von Jelmoli bei der Bahnhofstrasse sowie Sanierungsprojekte. Bereinigt um diese Projekte stieg der Mietertrag um 2.0%, unterstützt durch ein reales Mietszinswachstum von 1.6%. Die Leerstandsquote verringerte sich um 0.1 Prozentpunkte auf 3.7%. Unter dem Strich und inklusive Neubewertungen verblieb ein 6.1% höherer Gewinn von CHF 360 Mio. Neubewertungen trugen CHF 216.9 Mio. zum Ergebnis bei. Den Aktionären wird eine Dividende von CHF 3.50 pro Aktie vorgeschlagen, 5 Rappen höher als im Vorjahr. Das Zahlenset fällt im Rahmen der Erwartungen aus.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.26%; DE: 2.86%; CH: 0.28%
Auf die neusten Inflationszahlen aus dem Euroraum reagierten die europäischen Zinsen nur gering. Die Rendite der 10-jährigen deutschen Bundesanleihe notiert aktuell rund 5 Basispunkte tiefer als gestern im Tageshoch. Für die Eurozone steht heute Nachmittag der nächste Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank an. Trotz den tieferen Inflationszahlen bleibt die Markterwartung bestehen, dass der Leitzins heute unverändert belassen wird.
Die Amtszeit des amtierenden Fed-Präsidenten Jerome Powell läuft Mitte Mai aus. Wie ist die Nominierung von Kevin Warsh als dessen Nachfolger einzuordnen und was bedeutet sie für die US-Geldpolitik?
Währungen
Euro in Franken: 0.917
US-Dollar in Franken: 0.778
Euro in US-Dollar: 1.178
Im Fokus steht heute die Sitzung der EZB, auch wenn kein Zinsschritt erwartet wird. Interessant wird sein, was die EZB zur jüngsten Inflationsentwicklung zu sagen hat. Auf der Währungsseite hat sich der US-Dollar gegenüber Euro und Franken zuletzt etwas stabilisiert. Der Greenback notiert im Jahr 2026 zum Euro 0.5% im Minus, zum Franken knapp 2%. Deutlich ausgeprägter fällt das Minus auf 12-Monatssicht mit über 12% aus.
Rohwarenmärkte
Ölpreis WTI: USD 63.74 pro Fass
Goldpreis: USD 4'917.60 pro Unze
Gold (+14%) und Silber (+10%) notieren seit Jahresbeginn im Plus, an den Edelmetallmärkten ist jedoch viel Bewegung. Seit Mitte letzter Woche erreichte der Goldpreis mit fast 5'600 US-Dollar sowohl ein neues Allzeithoch, fiel danach aber in den Bereich von 4'400 US-Dollar pro Unze. Nach einer Erholungsphase Anfang dieser Woche bewegte sich der Goldpreis gestern seitwärts um die Marke von 5'000 US-Dollar. Deutlich volatiler zeigt sich der Silberpreis, der heute Morgen wieder abrupt rund 15% verloren hat.
Der Ölpreis bleibt von den Spannungen zwischen den USA und dem Iran geprägt. Iranische und US-Vertreter bestätigten zuletzt, dass am Freitag in Oman Gespräche zwischen den beiden Ländern stattfinden sollen. Im Vorfeld wurde ein militärisches Eingreifen im Iran jedoch nicht ausgeschlossen, was den Ölpreis weiterhin in der Nähe des Ende Januar erreichten Jahreshochs hält.
Wirtschaft und Konjunktur
Eurozone: Inflationsrate YoY (Januar)
aktuell: 1.7% (erwartet: 1.7%, Vormonat: 2.0%)
Die Inflationsrate in der Eurozone ist zum Jahresstart unter den 2%-Zielwert der Europäischen Zentralbank gesunken. Im Januar sind die Konsumentenpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1.7% angestiegen, nach 2.0% im Dezember. Dämpfend wirkten insbesondere die im Jahresvergleich tieferen Energiepreise. Die Kerninflation ohne die schwankungsanfälligen Preise für Nahrungsmittel und Energie ist im Januar ebenfalls gesunken und liegt bei 2.2%. Obwohl vergleichsweise tief, dürften diese Inflationszahlen den heutigen Zinsentscheid der EZB nicht entscheidend beeinflussen.
Matthias Müller
8021 Zürich
Daniel Wachter
8021 Zürich
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