Candle Chart auf einem Bildschirm

23. Januar 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht

Erholungszeit an den Aktienmärkten

Die Aktienmärkte erholten sich gestern etwas von ihren Vortagesverlusten. Am Schweizer Aktienmarkt stehen heute die Umsatzzahlen von SFS und Gurit im Fokus.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.54%, SPI: +0.60%, SMIM: +0.54%

Der Schweizer Aktienmarkt erholte sich am Donnerstag nach vier Verlusttagen deutlich. Der SMI schloss mit einem Zuwachs von 0.5% gegenüber Mittwoch. Die Entspannung im Grönlandkonflikt, nachdem US-Präsident Donald Trump die angedrohten Zölle auf Gütern aus acht EU-Staaten zurücknahm, liess die Märkte steigen. Die Kursreaktionen auf die gestern publizierten  US-Daten zu Arbeitslosenhilfe, BIP und PCE-Inflation fielen verhalten aus, sodass vorerst von konstanten Fed-Zinsen auszugehen ist und ein nächster Zinsschritt erst zur Jahresmitte wahrscheinlicher wird. Unter den SMI-Werten fielen die Aktien von UBS (+1.4%), Kühne + Nagel (+1.7%), Amrize (+1.9%) und Holcim (+3.0%) positiv auf. Die gestrigen Kursverluste der SMI-Einzeltitel hielten sich in Grenzen. Am unteren Ende des Tableaus standen Lonza (-0.4%), ABB (-0.4%) und Alcon (-0.5%).

Am breiten Markt verbuchten Kuros (+5.6%), Arbonia (+6.9%), Ascom (+9.0%) und Aryzta (+11.7%) deutliche Kursgewinne. Der Backwarenhersteller verbuchte am gestrigen Handelstag den grössten Kursgewinn seit dem Jahr 2022. Die Geschäftsleistung im Jahr 2025 sowie die Prognose fürs laufende Jahr gelten als erste Schritte, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen. Auf der Verkaufsliste standen die Titel von Polypeptide (-5.7%) und Huber + Suhner (-7.0%). Der letztgenannte Wert geriet unter Druck, nachdem das Unternehmen mit den ausgewiesenen Umsatzzahlen die Erwartungen leicht verfehlte.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: +1.25%, DAX: +1.20%

Die europäischen Aktienmärkte schlossen sich am Donnerstag der globalen Erholung an. Die Entspannung im Grönland-Konflikt sowie der nachlassende Handelsdruck zwischen den USA und der EU beruhigten die Anleger. Der EuroStoxx50 kletterte um 1.3% und der deutsche DAX um 1.2% nach oben. Auch der britische FTSE 100 verzeichnete mit 0.1% leichte Gewinne. Bei den Einzelaktien stiegen die Papiere von Volkswagen um 6.4%, nachdem der deutsche Autohersteller in der Sparte Automobile mit unerwartet starkem freien Geldfluss überzeugte – getrieben durch ein optimiertes Umlaufvermögen und reduzierte Investitionen. Europäische Rüstungsaktien vertieften ihre Verluste von Mittwoch, darunter befanden sich Thales (-3.9%) und BAE Systems (-3.7%).

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +0.63%, S&P 500: +0.55%, Nasdaq: +0.91%

Die amerikanischen Aktienmärkte legten am Donnerstag dank geopolitischer Entspannung und besser als erwarteten US-Konjunkturzahlen weiter zu. Bereits am Vortag hatten die Kurse positiv auf die Entspannung im Grönland-Konflikt, dem nachlassenden Handelsstreit zwischen den USA und Europa und  auf eine höhere Wachstumsrevision für das dritte Quartal reagiert. Die Publikationen der Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal sorgten für Bewegungen bei den Einzelwerten. GE Aerospace (-7.4%) verlor deutlich, weil die Jahresprognose die Investoren trotz starker 4.Quartalszahlen enttäuschte. Ebenso enttäuschten die Zahlen des Medizintechnik-Unternehmens Abbott Laboratories (-10.0%). Kursgewinne verbuchten hingegen Meta (+5.6%) und Datadog (+6.3%).

Unternehmensberichte

SFS verzeichnete leichtes Wachstum in schwierigem Umfeld

SFS Group erzielte 2025 in einem anspruchsvollen Marktumfeld einen Nettoumsatz von CHF 3'056.6 Mio., was einem organischen Wachstum von 2.9% entspricht. Währungseffekte bremsten das Umsatzwachstum um -2.9% ab. Das Umsatzwachstum gegenüber dem Geschäftsjahr 2024 lag insgesamt bei 0.6%. Hohe Unsicherheiten, zurückhaltende Investitionen sowie Überkapazitäten in der Automobil- und europäischen Fertigungsbranche dämpften die Nachfrage weiter. Die Umsatzzahlen liegen leicht über den Analystenerwartungen.

Gurit sieht Margensteigerung im 2025

Gurit verzeichnete 2025 einen Nettoumsatz von CHF 319.6 Mio., mit guten Vorgaben aus der Windsparte. Infolge geplanter strategischer Rückzüge sank der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 22% zu konstanten Wechselkursen bzw. um 26% in Schweizer Franken. Gurit hebt die Prognose für die operative Gewinnmarge 2025 an und rechnet nun mit rund 8% – eine Steigerung gegenüber den 6.9% aus 2024. Bisher war lediglich eine Stagnation angekündigt worden. Trotz des starken Umsatzrückgangs liegen die ausgewiesenen Zahlen über den Analystenerwartungen.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.25%; DE: 2.89%; CH: 0.30%

An den Kapitalmärkten blieb es gestern vergleichsweise ruhig. Allerdings legten die Schweizer Kapitalmarktzinsen zum Jahresausklang einen regelrechten Endspurt hin und stiegen deutlich an. Dieser Anstieg dürfte unserer Meinung nach jedoch nur vorübergehend sein. Mehr dazu lesen Sie in unserer neusten /ansicht zum Thema «Zinsen & Geldpolitik».

Währungen

Euro in Franken: 0.929
US-Dollar in Franken: 0.791
Euro in US-Dollar: 1.175

Nach einer kurzen Gegenbewegung zur Wochenmitte setzte der US-Dollar gestern seinen Trend nach unten fort und büsste gegenüber fast allen G10-Währungen weiter an Terrain ein. Zum Schweizer Franken notiert der «Greenback» folglich wieder um die Marke von 0.79 und damit nur unwesentlich höher als vergangenen September, als der US-Dollar zum Franken ein Mehrjahrestief erreichte.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 59.90 pro Fass
Goldpreis: USD 4'954.43 pro Unze

Gold ist weiter auf Rekordjagd und markiert heute Morgen mit einem Preis von knapp über 4'950 US-Dollar pro Unze erneut ein neues Allzeithoch. Im Vergleich zum Jahresanfang beträgt das Plus beim gelben Edelmetall bereits über 14%. Verglichen mit Anfang 2025 notiert Gold gar 81% höher.

Wirtschaft und Konjunktur

USA: Bruttoinlandprodukt (3. Quartal, letzte Schätzung, QoQ annualisiert)
aktuell: 4.4% (erwartet: 4.3%, Vormonat: 3.8%)

Gemäss der dritten und letzten Schätzung ist das reale Bruttoinlandprodukt der USA im dritten Quartal 2025 gegenüber dem Vorquartal um annualisierte 4.4% gewachsen. Weiterhin bleibt der private Konsum die grösste Wachstumsstütze der US-Wirtschaft. Er war im dritten Quartal für 2.4 Prozentpunkte des Wachstums verantwortlich. Der Aussenhandel trug mit 1.6 Prozentpunkten ebenfalls deutlich zum überdurchschnittlichen Wachstum bei. Insgesamt bestätigten die neusten Daten das Bild einer überraschend robusten US-Wirtschaft.

Patrick Häfeli

Portraitfoto von Patrick Häfeli, Senior Strategieanalyst Fixed Income bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst Fixed Income
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Florian Hiltpold

Portraitfoto von Florian Hiltpold, Finanzanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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