Symbolbild für den Kursverlauf des US-Dollars

29. Januar 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht

Dollarschwäche belastet Schweizer Aktien

Die jüngste Abwertung des US-Dollars lastete gestern zusammen mit schwachen Pharma-Schwergewichten auf dem Schweizer Aktienmarkt. Heute stehen bei den SMI-Werten unter anderem die Jahreszahlen von Roche, ABB und Givaudan im Fokus.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: -1.46%, SPI: -1.42%, SMIM: -1.15%

Der Schweizer Aktienmarkt zog gestern einen schwachen Tag ein und schloss deutlich tiefer. Schwache Pharmaschwergewichte und die Abschwächung des US-Dollars vom Dienstagabend, die für den exportabhängigen Schweizer Markt ein Belastungsfaktor darstellt, sorgten für eine vorsichtige Stimmung. Der SMI beendete den Tag 1.5% tiefer. Novartis (-2.0%) und Roche (-3.4%) standen weit hinten im Tableau. Sie wurden von einem US-Entscheid belastet, der den Spielraum für Medikamentenpreise einschränkt. Noch schwächer entwickelte sich Logitech (-5.2%) im Anschluss an das Quartalsupdate vom Dienstagabend. Beim Technologieunternehmen gab insbesondere der Ausblick bei einigen Analysten Anlass für vorsichtige Kommentare. Ebenfalls nicht für eine positive Reaktion reichten die Jahreszahlen von Lonza (-2.1%). Der Pharma-Auftragsfertiger übertraf nach einem starken Halbjahr die Analystenerwartungen, blieb hingegen beim Ausblick leicht darunter. Zu den wenigen Gewinnern im SMI gehörten Partners Group (+1.5%), Swisscom (+0.6%) und Sika (+0.4%). Partners Group erhielt Rückenwind von einer Kaufempfehlung eines Brokers.

Im breiten Markt setzten die Aktien von Gurit (+12.0%) ihre Erholung mit einem erneuten Kurssprung fort, zuletzt unterstützt durch eine Empfehlung eines Brokers. Deutlich unter Druck standen Industriewerte wie Dormakaba (-2.1%) Sulzer (-2.8%) und Belimo (-2.9%). Sie verfügen über erhebliche Kostenblöcke in der Schweiz und sind entsprechend negativ vom schwachen US-Dollar respektive starkem Franken betroffen. Ähnlich verhält es sich bei der Privatbank Julius Bär (-4.4%), die einen Grossteil ihrer Kundengelder in US-Dollar hält. Die zurückhaltende Stimmung im Gesundheitssektor spürten auch Sandoz (-4.1%), Straumann (-3.3%), Ypsomed (-3.1%) und Bachem (-2.9%). Die Aktien von BKW (-4.2%) sackten nach einer doppelten Ratingabstufung eines Brokers deutlich ab.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -1.02%, DAX: -0.29%

Die europäischen Aktienmärkte gaben ihre zwischenzeitlichen Kursgewinne im Tagesverlauf wieder ab.. Zurückhaltung vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank und Geschäftszahlen einiger US-Tech-Schwergewichte lasteten auf dem Investitionsappetit. Der EuroStoxx50 beendete den Handelstag 1.0% tiefer. Im Fokus standen unter anderem die Zahlen des niederländischen Schwergewichts ASML. Der Chipausrüster berichtete über einen überraschend starken Anstieg der Bestellungen. Die Aktie konnte die anfänglichen Kursavancen allerdings nicht halten und beendete Handelstag 1.9% tiefer. Noch stärkere Abgaben lösten die Zahlen von LVMH (-7.9%) aus. Der französische Luxusgüterkonzern musste im letzten Jahr wegen dem schwierigen Wirtschaftsumfeld einen Umsatz- und Gewinnrückgang hinnehmen und wurde zudem von den Zoll-Turbulenzen belastet.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +0.02%, S&P 500: -0.01%, Nasdaq: +0.17%

Die amerikanischen Aktienmärkte traten gestern weitgehend an Ort und Stelle. Vor den Abschlüssen verschiedener Schwergewichte zeigten sich die Marktteilnehmer zurückhaltend gestimmt. Der Zinsentscheid der Fed, die den Leitzins erwartungsgemäss unverändert belässt, war so erwartet worden und brachte keine Impulse. Gefragt waren Aktien aus dem Chipsektor, die Rückenwind von den positiven Zahlen des Chipausrüsters ASLM erhielten. Dazu kam ein besser als erwarteter Bericht des Halbleiter-Herstellers Texas Instruments (+9.9%). Die Branchennachbarn Micron (+6.1%) und Intel (+11.0%) schlossen ebenfalls deutlich höher. Die Aktien des Telekomunternehmens AT&T gewannen nach Vorlage der Quartalszahlen 4.7% dazu.

Unternehmensberichte

Roche bleibt mit Jahreszahlen leicht unter den Erwartungen

Der Pharmakonzern steigerte den Umsatz 2025 um 2% auf CHF 61.5 Mrd. Wechselkursbereinigt entspricht dies einem Plus von 7%. Damit erreichte Roche die eigene Zielsetzung eines Wachstums im mittleren, einstelligen Prozentbereich. Der operative Kerngewinn kletterte währungsbereinigt um 13% auf CHF 21.8 Mrd. Unter dem Strich blieb ein Reingewinn von CHF 13.8 Mrd., nach CHF 9.2 Mrd. im Vorjahr. Im letzten Jahr hatten Abschreibungen den Reingewinn belastet. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Roche erneut mit einem wechselkursbereinigten Umsatzwachstum im mittleren, einstelligen Prozentbereich, während der Kerngewinn im hohen einstelligen Prozentbereich steigen soll. Den Aktionären wird eine Erhöhung der Dividende um 10 Rappen auf CHF 9.80 vorgeschlagen. Das Zahlenset bleibt etwas unter den Erwartungen.

ABB mit hohem Bestelleingang im Schlussquartal

ABB konnte den Umsatz im 4. Quartal 2025 um 13% auf USD 9.1 Mrd. steigern. Wechselkursbereinigt entspricht dies einem Plus von 9%. Überraschend stark erhöhte sich im Schlussquartal der Auftragseingang, der dank einem vorteilhaften Timing bei Grossaufträgen wechselkursbereinigt um 32% auf USD 10.3 Mrd. anzog. Der operative Gewinn auf Stufe EBITA erhöhte sich währungsbereinigt um 14% auf USD 1.6 Mrd. Damit verbesserte sich die entsprechende Marge um 100 Basispunkte. Der Reingewinn für das Gesamtjahr 2025 stieg um 20% auf USD 4.7 Mrd. Die Dividende soll um 4 Rappen auf 94 Rappen pro Aktie erhöht werden. Zudem startet ABB ein neues Aktienrückkaufprogramm über CHF 2 Mrd. Für 2026 werden ein vergleichbares Umsatzwachstum zwischen 7% bis 10% und eine steigende Marge als Ziele gesetzt. Das Zahlenset übertrifft die Erwartungen deutlich, insbesondere beim Auftragseingang.

Givaudan wächst solide, Profitabilität etwas unter Druck

Givaudan erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von CHF 7.47 Mrd., was im Vergleich zum Vorjahr einem Anstieg von 0.8% entspricht. Organisch resultierte ein Umsatzwachstum von 5.1%. Alle Regionen und Geschäftsbereiche trugen zum Anstieg bei. Das Betriebsergebnis (EBITDA) sank um 0.8% auf CHF 1.75 Mrd. Die entsprechende Marge kam bei 23.4% nach 23.8% im Vorjahr zu liegen. Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung eine um CHF 2 höhere Dividende von CHF 72 pro Aktie vor. Für das laufende Geschäftsjahr nennt Givaudan wie üblich keine konkrete Zielsetzung. Die mittelfristigen Ziele bleiben unverändert bestehen. Mit dem vorgelegten Zahlenset liegt Givaudan leicht unter den Markterwartungen.

Bucher mit weniger Umsatz und mehr Aufträgen

Bucher musste im letzten Jahr einen Umsatzrückgang von 7.6% auf CHF 2.91 Mrd. vermelden. Bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte betrugt das Minus 5.7%. Am stärksten rückläufig entwickelte sich die Landwirtschaftssparte Kuhn Group (-9.2%) und das Glasgeschäft Emhart Glass (-19.2%). Ein leichtes Wachstum zeigte dagegen der Auftragseingang, der um 4.6% auf CHF 2.9 Mrd. anstieg. Am meisten neue Bestellungen verzeichnete Bucher bei Kuhn Group (+16.4%) und in der Hydraulics-Sparte (+9.8%). Die Betriebsgewinnmarge erwartet Bucher im Bereich von 8%. Die detaillierten Zahlen wird Bucher am 3. März vorlegen. Das Zahlenset liegt im Rahmen der Analystenerwartungen.

Interroll verfehlt mit Vorabzahlen Erwartungen

Der Lagerlogistikspezialist Interroll hat im Geschäftsjahr 2025 einen 2.5% tieferen Umsatz von CHF 514.2 Mio. erzielt. In Lokalwährung lag das Wachstum bei 1.4%. Der Auftragseingang legte um 5.1% auf CHF 545.3 Mio. zu. In Lokalwährung lag das Wachstum bei 9.2%. Die EBIT-Marge wird nur leicht unter dem Vorjahresniveau erwartet. Mit den Eckwerten beim Umsatz und Auftragseingang wurden die Analystenerwartungen verfehlt. Die vollständigen Zahlen werden am 12. März veröffentlicht.

Emmi übertrifft Umsatzerwartungen dank Schlussquartal 

Der Nahrungsmittelkonzern Emmi hat im vergangenen Jahr den Umsatz 9.1% auf CHF 4.7 Mrd. gesteigert. Das organische Wachstum lag bei 4.3%. Die Akquisitionseffekte trugen 7.9% zum Wachstum bei, während die Währungseffekte mit 3.1% negativ wirkten. Regional trugen alle Divisionen zum Wachstum bei. Der operative Gewinn auf Stufe EBIT wird, wie bereits bekannt, am unteren Ende der Bandbreite von CHF 330 bis 350 Mio. erwartet und die Reingewinnmarge bei 4.8% bis 5.3%. Mit den Umsatzzahlen wurden die Analystenerwartungen klar übertroffen. Die detaillierten Finanzzahlen werden am 26. Februar veröffentlicht.

Meta trotz steigenden Kapitalausgaben nachbörslich gefragt

Meta hat mit seinen Zahlen zum 4. Quartal 2025 sowie mit dem Ausblick auf das laufende 1. Quartal 2026 die Markterwartungen übertroffen. Gleichzeitig prognostiziert das Unternehmen mit USD 115 bis 135 Mrd. deutlich höhere Kapitalausgaben für 2026 als von den Analysten antizipiert. Die Aktie stieg nachbörslich um 9%.

Microsoft lässt Überraschungseffekt im Cloud-Geschäft aus

Microsoft meldete für das 4. Quartal 2025 einen Umsatzanstieg von 17% auf 81.3 Mrd. bei stark gestiegenen Kapitalausgaben. Trotz einer starken Wachstumsdynamik im Cloud-Geschäft mit 38% konnten die Markterwartungen nur erfüllt werden, weshalb der Überraschungseffekt in dieser zentralen Metrik fehlte. Die Aktie nachbörslich um 6%. 

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.26%; DE: 2.86%; CH: 0.26%

An den Kapitalmärkten stand gestern der Zinsentscheid der US-Notenbank im Fokus. Wie erwartet legte die Fed eine Zinspause ein und signalisierte mit Blick auf die kommenden Monate eine abwartende Haltung. Da der Entscheid weitgehend eingepreist war, fiel die Marktreaktion verhalten aus. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihe schloss nahezu unverändert.

Währungen

Euro in Franken: 0.918
US-Dollar in Franken: 0.765
Euro in US-Dollar: 1.199

Der US-Dollar weist im Januar die schwächste Entwicklung aller G10-Währungen auf. Seit Jahresbeginn hat der Euro gegenüber dem Franken rund 1.5% verloren, der US-Dollar um rund 3.5%. Mehr zu unserer aktuellen Einschätzung der Devisenmärkte lesen Sie in der neusten /ansicht zum Thema  «Währungen».

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 64.13 pro Fass
Goldpreis: USD 5'570.92 pro Unze

Der Goldpreis legte gestern weiter zu. Nachdem er erst am Montag erstmals die Marke von 5'000 US-Dollar pro Unze überschritt, näherte sich das gelbe Edelmetall heute Morgen bereits der Marke von 5'600 US-Dollar. Seit Anfang Jahr hat der Goldpreis mittlerweile bereits 29% zugelegt. Silber ist noch fulminanter ins Jahr gestartet und hat bereits 66% zugelegt. Die Gründe für die grosse Nachfrage nach Edelmetallen sind vielfältig. Dazu gehören unter anderem ein unberechenbarer US-Präsident, geopolitische Unsicherheiten, Sorgen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank sowie das bröckelnde Vertrauen in den US-Dollar. Die Nachfrage von Investorinnen und Investoren nach Gold ist im vergangenen Jahr daher gemäss dem Branchenverband World Council um 84% angestiegen und dürfte auch dieses Jahr hoch bleiben. Auch Notenbanken treten weiterhin als verlässliche Käufer auf.

Wirtschaft und Konjunktur

USA: Fed Leitzinsentscheid
aktuell: 3.50% - 3.75% (erwartet: 3.50% - 3.75%, letzte: 3.50% - 3.75%)

Die US-Notenbank Fed hat gestern Abend wie erwartet den Leitzins unverändert belassen. Zuvor hatte sie diesen dreimal in Folge um jeweils 25 Basispunkte gesenkt. Die Zinspause begründete die Fed mit der Stabilisierung am Arbeitsmarkt, verbesserten Konjunkturaussichten für die US-Wirtschaft sowie der weiterhin erhöhten Inflation. Diese Gemengelage rechtfertigte aus Sicht von zehn der zwölf Mitglieder des Offenmarktausschusses zum jetzigen Zeitpunkt keine weitere Zinssenkung. Lediglich der von Trump nominierte Stephen Miran sowie Christopher Waller stimmten für eine Senkung. Waller gilt als möglicher Nachfolgekandidat für den Fed-Vorsitzenden Jerome Powell, dessen Amtszeit im Mai endet. Der Zinsentscheid wurde von den Marktteilnehmenden erwartet, im Fokus standen zuletzt vielmehr Sorgen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank. Unsere Einschätzung dazu hören Sie im Audio-Podcast der SGKB.

Matthias Müller

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