04. Februar 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
Börsen verlieren an Schwung
Der Schweizer Aktienmarkt verlor gestern an Schwung und schloss leicht tiefer. Heute stehen die Jahreszahlen von Novartis und UBS im Fokus.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: -0.27%, SPI: -0.31%, SMIM: -0.64%
Der Schweizer Aktienmarkt büsste nach einem freundlichen Start immer mehr an Schwung ein und schloss im Minus. Der Leitindex SMI gab 0.3% nach. Von den 20 grosskapitalisierten Titeln schlossen acht mit positivem Vorzeichen. Gewisse Einzeltitel zeigten dabei einen sehr volatilen Verlauf. Der Privatmarktspezialist Partners Group führte mit Gewinnen von über 2% am Morgen noch das Tableau an, schloss dann aber zu Handelsschluss mit -6.6% als schwächster SMI-Wert. Grund dafür war eine allgemeine Korrekturbewegung im Private Equity Sektor aufgrund eines Bloomberg-Berichts. Dieser besagt, dass viele Private Equity Firmen stark in Softwareunternehmen investiert sind, welche nun wegen dem Einfluss von Künstlicher Intelligenz im Wert in Frage gestellt werden. Angeführt wurde der SMI von Holcim (+1.4%), Nestlé (+0.8%) und Sika (+0.7%). Der Nahrungsmulti setzte damit seine vor rund einer Woche eingesetzte Erholung fort.
Im breiten Markt litten unter anderem Temenos (-7.1%) und SoftwareOne (-8.4%) unter den Sorgen um Software-Bewertungen. Ebenfalls unter Abgabedruck standen Sonova (-1.9%), nach einem enttäuschenden Ausblick des Konkurrenten Demant. Stark nach oben ging es für R&S (+15.4%) nach der Präsentation von Eckdaten zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2025. Vor allem der um 56% angestiegene Auftragseingang überzeugte die Marktteilnehmer. Ebenfalls gefragt waren die Aktien der Privatbank Julius Bär (+2.9%), aufgrund von Kurszielerhöhungen nach den Jahreszahlen vom Montag, obwohl diese durchzogen ausfielen.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: -0.20%, DAX: -0.07%
Die europäischen Aktienmärkte schlossen uneinheitlich. Der länderübergreifende EuroStoxx50 gab um 0.2% nach. Ebenfalls schwächer schlossen der deutsche DAX (-0.1%) und der französische CAC40 (-0.02%). Höher gingen hingegen der spanische IBEX35 (+0.02%) und der italienische FTSE MIB (+0.9%) aus dem Handel. Die Softwarenschwäche zeigte sich klar im Sektorenbild mit dem schwächsten Bereich Technologie. Ebenfalls schwach entwickelten sich die Sektoren Zyklischer Konsum und Kommunikationsdienste. Gefragt waren die Bereiche Grundstoffe, Versorger und Nichtzyklischer Konsum.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: -0.34%, S&P 500: -0.84%, Nasdaq: -1.43%
Die amerikanischen Aktienmärkte verloren nach dem positiven Wochenauftakt an Schwung. Der Leitindex Dow Jones gab um 0.3% nach und der breiter gefasste S&P500 um 0.8%. Am meisten unter Druck stand der technologielastige Nasdaq (-1.4%). Bei den Einzelwerten fiel der Zahlungsdienstleister Paypal auf (-20.8%). Nach einem schwachen 4. Quartal und einem unter den Erwartungen liegenden Ausblick wird der bisherige CEO abgelöst. Im Pharmasektor legte Merck um 1.6% zu und Pfizer büsste 3.9% ein nach der Präsentation der Jahreszahlen. Für die Aktien des Datensoftware-Spezialisten Palantir ging es um 6.2% nach oben und für den Nahrungsmittelmulti Pepsico um 4.3% in Folge der Quartalszahlen.
Unternehmensberichte
UBS übertrifft und plant Aktienrückkäufe von USD 3 Mrd.
Die Grossbank UBS erzielte im 4. Quartal 2025 einen um 56% höheren Jahresgewinn von USD 1.2 Mrd. Die Erträge legten um 4% auf USD 12.15 Mrd. zu, während der Aufwand um 1% auf USD 10.29 Mrd. abnahm. Das Kosten-/Ertrags-Verhältnis verbesserte sich damit auf 75.2%. Für das Gesamtjahr 2025 lag der Reingewinn 53% höher bei USD 7.8 Mrd., was einer Eigenkapitalrendite von 8.8% entspricht. Die Dividende soll von USD 0.90 auf USD 1.10 je Aktie angehoben werden. Zudem sind 2026 zunächst Aktienrückkäufe im Wert von USD 3 Mrd. geplant. Gesamthaft sollen die Aktienrückkäufe dann wieder das Niveau von vor der CS-Übernahme erreichen (2022: 5.6 Mrd.). Im 4. Quartal konnte Nettoneugeld von USD 8.5 Mrd. erzielt werden. Die verwalteten Vermögen stiegen damit innert Jahresfrist von USD 6'087 Mrd. auf USD 7’005 Mrd. Für 2026 wird eine Rendite auf das harte Kernkapital (RoCET1) von 15% und für 2028 von 18% angestrebt, sowie ein Kosten-/Ertrags-Verhältnis von 67%. Mit dem Resultat wurden die Analystenerwartungen übertroffen.
Novartis erfüllt die Erwartungen nicht vollumfänglich
Der Pharmamulti Novartis steigerte den Umsatz im 4. Quartal 2025 um 1% auf USD 13.3 Mrd. Zu konstanten Wechselkursen resultierte ein Minus von 1%. Der operative Gewinn stieg um 2% auf USD 3.6 Mrd. Unter dem Strich resultierte ein Reingewinn von USD 2.4 Mrd. nach USD 2.8 Mrd. in der Vorjahresperiode. Der bereinigte Kern-Betriebsgewinn stieg hingegen um 1% auf USD 4.9 Mrd. Für das Gesamtjahr 2025 resultierte damit ein 8% höherer Umsatz von USD 54.5 Mrd., was 8% Wachstum in Lokalwährung entspricht. Der Reingewinn erhöhte sich von USD 12 Mrd. auf USD 14 Mrd. Die Dividende soll von CHF 3.50 auf CHF 3.70 je Aktie erhöht werden. Für das laufende Jahr wird ein Umsatzwachstum zu konstanten Wechselkursen im niedrigen einstelligen Prozentbereich angestrebt. Der operative Kerngewinn soll im niedrigen einstelligen Bereich zurückgegen. Der Umsatz lag unter den Analystenerwartungen, während der Kern-EBIT diese erreichte.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.28%; DE: 2.89%; CH: 0.29%
Die Rendite auf die 10-jährige Schweizer Staatsanleihe hat sich nach dem Rückgang von Ende Januar in den letzten Tagen wieder erholt. Das Renditeniveau des «Eidgenoss» ist mit aktuell rund 0.29% wieder ähnlich hoch wie vor einer Woche. Für die Eurozone steht morgen Donnerstag der nächste Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank an. Der Leitzins dürfte aber aller Voraussicht nach unverändert bleiben.
Die Amtszeit des amtierenden Fed-Präsidenten Jerome Powell läuft Mitte Mai aus. Wie ist die Nominierung von Kevin Warsh als dessen Nachfolger einzuordnen und was bedeutet sie für die US-Geldpolitik?
Währungen
Euro in Franken: 0.917
US-Dollar in Franken: 0.775
Euro in US-Dollar: 1.183
An den Devisenmärkten steht weiterhin der US-Dollar im Fokus. Nach den grossen Verlusten im Vorjahr hat der «Greenback» auch seit Anfang 2026 gegenüber allen wichtigen Währungen an Wert verloren. Mit rund 77.5 Rappen kostet ein US-Dollar im Moment zwar wieder leicht mehr als am Tiefstand der vergangenen Woche. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus zum Schweizer Franken aber weiterhin über 2%.
Rohwarenmärkte
Ölpreis WTI: USD 63.79 pro Fass
Goldpreis: USD 5'057.22 pro Unze
Nach der scharfen Korrektur von Ende letzter Woche ist der Goldpreis weiter auf Erholungskurs. Eine Unze des gelben Edelmetalls kostet bereits wieder über 5'000 US-Dollar – ähnlich viel wie vor sieben Tagen. Der Ölpreis wird weiterhin von den Spannungen zwischen den USA und Iran geprägt, deren weiterer Verlauf sich nur schwer abschätzen lässt. Ein Fass der US-Sorte WTI kostet mit rund 63.8 US-Dollar aktuell rund 11% mehr als Anfang Jahr.
Wirtschaft und Konjunktur
Gestern wurden keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe publiziert.
Tobias Kistler
8021 Zürich
Roman Elbel
8021 Zürich
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