30. Januar 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
ABB und Roche schieben SMI an
Die Aktien von ABB konnten gestern dank starken Quartalszahlen glänzen. Heute stehen die Quartalszahlen von Swatch im Fokus. Der Goldpreis musste hingegen einen Rücksetzer hinnehmen.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.95%, SPI: +0.69%, SMIM: -0.04%
Der Schweizer Aktienmarkt zeigte sich am Donnerstag deutlich fester. Nach einem verhaltenen Start legte der SMI im Tagesverlauf spürbar zu, getragen vor allem von positiven Quartalszahlen bei ABB und Roche, die Kursanstiege auslösten. Am Nachmittag trübte die schwache Eröffnung der US-Börsen kurzzeitig die Stimmung auf dem Schweizer Markt. Die Aktien der Indexschwergewichte Nestlé (+1.3%) und Roche (+2.6%) legten gestern deutlich zu. Obwohl der Pharmakonzern die Anleger am Morgen mit eher verhaltenen Wachstumsaussichten enttäuschte, stieg der Aktienkurs im gestrigen Tagesverlauf stetig an. Am meisten gefragt waren die Titel von ABB (+8.5%), nachdem das Unternehmen für das laufende Jahr eine höhere Profitabilität in Aussicht stellte und ein Aktienrückkaufprogramm über USD 2 Mrd. ankündigte. Angetrieben wird das Wachstum vor allem durch den anhaltenden Boom bei Rechenzentren und den Elektrifizierungstrend. Schwächere Kurse stellten die Aktien von Logitech (-1.6%) und Lonza (-2.3%). Die Givaudan-Aktien gaben gestern 6.8% nach und fielen damit auf das tiefste Niveau seit Oktober 2023, nachdem der Aromen- und Duftstoffhersteller für das 4. Quartal ein schwaches organisches Wachstum vorgelegt hatte. Am breiten Markt legten die Werte von Accelleron (+1.8%), PSP (+2.1%) und Emmi (+3.7%) zu. Auf dem Verkaufszettel standen Siegfried (-3.1%), Gurit (-3.3%), SMG (-5.0%) und Interroll (-8.6%).
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: -0.70%, DAX: -2.07%
Die europäischen Aktienmärkte gerieten am Donnerstag unter Druck, da hohe Verluste bei Technologie-Unternehmen sowohl in Europa als auch in den USA die Indizes belasteten. Der Leitindex der Eurozone EuroStoxx50 schloss 0.7% tiefer. Der deutsche DAX fiel um 2.1%. Im Fokus standen gestern vor allem die Aktien von SAP, die um 15.5% zurückfielen und über EUR 38 Mrd. an Marktkapitalisierung einbüssten. Das Software-Unternehmen vermeldete den stärksten Tagesverlust seit fünf Jahren, nachdem es einen enttäuschenden Cloud-Auftragseingang für das 4.Quartal 2025 von +16% vermeldete. Obwohl die Erwartungen nicht weit verfehlt wurden, schürten die Zahlen bei den Anlegern Bedenken, dass KI-basierte Lösungen Alternativen zu den SAP-Anwendungen schaffen könnten.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.11%, S&P 500: -0.13%, Nasdaq: -0.72%
Die amerikanischen Aktienmärkte entwickelten sich gestern in unterschiedliche Richtungen. Während sich der Dow Jones (+0.1%) stabil entwickelte, fielen der marktbreite S&P500 (-0.1%) und der Nasdaq (-0.7%) zurück. Die Microsoft-Aktien gerieten in einen massiven Ausverkauf, der USD 357 Mrd. Marktwert vernichtete und den stärksten Kurssturz seit März 2020 markierte. Der Softwarekonzern schloss 10.0% niedriger, nachdem die Quartalszahlen Rekordinvestitionen in KI offenbarten, während das Wachstum im Kerngeschäft Cloud im Vergleich mit dem Vorquartal leicht nachliess. Trotzdem lag das Cloud-Wachstum mit +38% in den Erwartungen der Analysten. Die Titel von Meta legten um 10.4% zu, nachdem der Facebook-Mutterkonzern eine deutlich bessere Umsatzprognose als erwartet vorgelegt hatte, die die Belastung durch höhere KI-Ausgaben stützte. Weitere nennenswerte Kursbewegungen waren bei Royal Caribbean Cruises (+18.7%), ServiceNow (-10.0%) und First Solar (-10.1%) festzustellen.
Unternehmensberichte
Swatch enttäuscht im operativen Gewinn
Swatch hat für 2025 ein operatives Ergebnis von CHF 135 Mio. gemeldet, bei einer operativen Marge von 2.1%. Diese Zahlen liegen deutlich unter dem Analystenkonsens. Der Nettoumsatz lag bei CHF 6.28 Mrd., bei einem organischen Wachstum von negativen 1.3%, was über den Erwartungen liegt. Das Nettoergebnis lag bei CHF 25 Mio. und die Dividende wurde auf CHF 4.50 je Aktie angehoben. Trotz negativer Produktionssegment-Ergebnisse durch Kapazitäts- und Job-Erhaltung erwartet Swatch für 2026 ein starkes Wachstum in allen Preissegmenten und eine Verbesserung der Kapazitätsauslastung.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.27%; DE: 2.84%; CH: 0.22%
Der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed vom Mittwochabend sorgte auch gestern nicht für grosse Bewegungen an den Kapitalmärkten. Für etwas mehr Wirbel dürfte hingegen die für heute in Aussicht gestellte Nomination des neuen Fed-Präsidenten sorgen. US-Präsident Donald Trump kündigte gestern an, seine Wahl für den Nachfolger von Jerome Powell im heutigen Tagesverlauf bekannt zu geben. Danach muss der vorgeschlagene Kandidat noch vom US-Senat bestätigt werden. Hier kündigt sich allerdings Gegenwind an. Zwar haben die Republikaner im Senat eine knappe Mehrheit. Aufgrund der strafrechtlichen Ermittlungen gegen Powell im Zusammenhang mit der Sanierung von Gebäuden der Zentralbank wurden jedoch Stimmen laut, wonach die Nominierungen so lange blockiert werden sollen, bis die Ermittlungen gegen Powell vom Tisch seien.
Währungen
Euro in Franken: 0.916
US-Dollar in Franken: 0.768
Euro in US-Dollar: 1.193
Der Schweizer Franken spielt seine Karte des «sicheren Hafens» weiterhin aus. Seit Jahresbeginn hat der Euro gegenüber dem Franken rund 1.7% verloren, der US-Dollar gar rund 3.0%. Mehr zu unserer aktuellen Einschätzung der Devisenmärkte lesen Sie in der neusten /ansicht zum Thema «Währungen».
Rohwarenmärkte
Ölpreis WTI: USD 64.32 pro Fass
Goldpreis: USD 5'167.45 pro Unze
Der Goldpreis hat seine Rekordjagd zumindest vorübergehend unterbrochen. Mit knapp 5'600 US-Dollar pro Unze erreichte der Goldpreis gestern Morgen noch ein neues Rekordhoch. Danach setzte jedoch eine deutliche Gegenbewegung ein. Heute Morgen notiert das Gold wieder unter 5'200 US-Dollar pro Unze und damit etwa 8% tiefer. Dennoch weist das Gold seit Anfang Jahr noch immer eine stattliche Performance von knapp 20% auf. Ebenfalls unter Druck kamen gestern die Preise für Silber und Kupfer, die zuletzt ebenfalls stark gesucht waren.
Wirtschaft und Konjunktur
Gestern wurden keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe publiziert.
Patrick Häfeli
8021 Zürich
Florian Hiltpold
8021 Zürich
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