Kommt die Rezession?

07.Februar 2023

Am Trend- und Konjunkturforum «Horizonte» der St.Galler Kantonalbank in Rapperswil standen die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen der regionalen Wirtschaft im Mittelpunkt. Ausserdem wurden die Auswirkungen der Digitalisierung auf das menschliche Sozialverhalten, die Kommunikation und die Selbstsicht thematisiert.

Rund 140 Gäste der St.Galler Kantonalbank trafen sich am Montag, den 6. Februar 2023 in Knies Zauberhut in Rapperswil. Im ersten Teil erläuterten Thomas Stucki, Leiter Investment Center, und Beat Schiffhauer, Konjunktur- und Finanzexperte, ihre Einschätzungen zur Wirtschaftsentwicklung.

Thomas Stucki: «Die Schweizer Wirtschaft durchlebt im ersten Halbjahr eine konjunkturelle Abkühlung. Im zweiten Halbjahr aber erwarte ich eine Wiederbelebung. Die Inflation hat ihren Höhenpunkt erreicht und wird im Verlaufe des Jahres sinken.»

Beat Schiffhauer: «Die Ostschweizer Wirtschaft wird durch die hohe Abhängigkeit von der europäischen Wirtschaft die Abkühlung zu spüren bekommen. Die steigenden Zinsen führen zudem zu einer Zurückhaltung bei den Bauinvestitionen. Die Region See-Gaster wird den wirtschaftlichen Rückgang in Deutschland und Europa merken. Zwar ist die hier stark vertretene, traditionelle Industrie oft inländisch orientiert. Trotzdem ist der Exportanteil nicht unerheblich und wird sich entsprechend in der wirtschaftlichen Entwicklung niederschlagen. Spürbar wird auch die sinkende Bautätigkeit aufgrund der steigenden Zinsen.»

Im anschliessenden Dialog vertieften Regierungsrat Beat Tinner und René Walser, Geschäftsleitungsmitglied der St.Galler Kantonalbank, die Erkenntnisse aus Sicht der Wirtschaft und der Politik.

Der analoge Mensch in der digitalen Welt

Anschliessend referierte der Neuropsychologe Lutz Jäncke über die Auswirkungen der Digitalisierung auf das menschliche Verhalten. Smartphones und soziale Medien hätten in nicht einmal 20 Jahren den Alltag komplett verändert. Vor allem mit der enormen Informationsmenge sei der Mensch überfordert – so eine zentrale These des deutschen Wissenschaftlers. Er zeigte auf, wie man es schafft, sich nicht von digitalen Reizen überrollen zu lassen, sondern die Technik gezielt und verantwortlich zu nutzen.

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