09. Januar 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
Zurückhaltende Anleger an den Aktienmärkten
Heute stehen die Geschäftszahlen von Tecan im Fokus.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.20%, SPI: +0.12%, SMIM: -0.21%
Der Schweizer Aktienmarkt schloss am Donnerstag leicht im Plus und setzte nach dem Rekordhoch des SMI seine Konsolidierung fort. Anleger hielten sich vor den anstehenden US-Arbeitsmarktdaten zurück, die Hinweise zur Zinspolitik der Fed geben könnten. Eine starke Tagesperformance wiesen die SMI-Titel Givaudan (+1.4%), UBS (+1.4%) und Richemont (+3.7%) auf. Der Luxusgüterhersteller profitierte vom Anstieg der Preise für Luxusuhren auf dem Sekundärmarkt, die den höchsten Stand seit über zwei Jahren erreichten. Schwächer entwickelten sich die Werte von Kühne + Nagel (-2.4%), Partners Group (-2.9%), ABB (-3.1%) und Logitech (-5.1%). Der Computerzubehör-Hersteller leidet unter den starken Preisanstiegen von Memory-Chips und wurde gestern zusätzlich von einer Ratingabstufung eines Brokers belastet. Am breiten Markt waren die Aktien Newron Pharma (+5.0%), Polypeptide (+6.0%) und Implenia (+6.3%) gefragt. Implenia stieg auf ein neues Rekordhoch, nachdem das Unternehmen gemeinsam mit Marti Aufträge im Wert von knapp CHF 1.7 Mrd. für den Ausbau der Bahnstrecke Zürich - Winterthur erhalten hatte. Im Rahmen des 50/50-Joint-Ventures entfällt auf Implenia ein Anteil von rund CHF 830 Mio. Die Bauarbeiten sollen etwa zehn Jahre dauern. Eine negative Kursentwicklung zeigte sich gestern bei Arbonia (-4.2%), Mobilezone (-4.2%), AMS-Osram (-7.4%) und Gurit (-7.8%). Heute Morgen gab Gurit bekannt, einen Fünfjahresvertrag im Umfang von rund CHF 250 Mio. mit einem führenden Windkraftanlagenhersteller abgeschlossen zu haben.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: -0.32%, DAX: +0.02%
Die europäischen Aktienmärkte schlossen am Donnerstag uneinheitlich. Der EuroStoxx 50 verlor 0.3%, nachdem der Leitindex zu Wochenbeginn ein Rekordhoch erreicht hatte und nun in eine Konsolidierungsphase überging. Der französische CAC40 (+0.2%) konnte leicht zulegen, während der deutsche DAX (+0.0%) unverändert schloss. Die europäischen Anleger sind in Erwartung an die heute Nachmittag anstehende Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten vorsichtig. Schwächere Beschäftigungszahlen in den USA würden die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen stützen. Auf Sektorenebene verbuchten die Bereiche Zyklischer Konsum und Kommunikationsdienste Kursgewinne, während die Bereiche Energie und Technologie deutliche Abgaben zu verzeichnen hatten. Bei den Einzeltiteln sanken die Aktien von ASML um 3.7%. Noch deutlicher im roten Bereich notierten Schneider Electric (-4.1%) und Siemens Energy (-4.6%). Zu den Gewinner zählten erneut Rüstungswerte wie BAE Systems (+6.5%) und Leonardo (+2.0%).
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.55%, S&P 500: +0.01%, Nasdaq: -0.44%
Auch die amerikanischen Aktienmärkte zeigten sich uneinheitlich. Nach einem verhaltenen Start legte der Dow Jones um 0.6% zu, gestützt vor allem von klassischen Old-Economy-Titel wie Coca‑Cola (+2.7%), Caterpillar (+2.0%), Home Depot (+3.0%) und Nike (+3.2%). Die Technologie-Aktien standen gestern auf der Verkaufsliste. Darunter befanden sich Nvidia (-2.2%), AMD (-2.5%) und Broadcom (-3.2%). Im Rüstungsbereich kam es zu kräftigen Kursgewinnen, nachdem diese Aktien am Vortag unter Trumps geplanter Einschränkung von Dividenden und Aktienrückkäufen gelitten hatten. Neue Impulse lieferte die Aussicht auf ein deutlich höheres US-Militärbudget von 1.5 Billionen US-Dollar für 2027. Die Titel von Lockheed Martin legten daraufhin 4.3% zu.
Unternehmensberichte
Tecan bestätigt mittelfristigen Ausblick
Tecan verzeichnete in der 2. Jahreshälfte 2025 eine Rückkehr zu leichtem Umsatzwachstum und eine Zunahme der Auftragseingänge. Im Gesamtjahr sanken die Umsätze währungsbereinigt um 1.6% auf CHF 882.5 Mio., während der Auftragseingang um 3.8% zulegte. In der 2. Jahreshälfte stiegen die Bestellungen um 8.6% und der Umsatz legte in lokalen Währungen um 0.4% zu. Das Unternehmen bestätigte seine Gewinnprognose sowie den mittelfristigen Ausblick, der ein organisches Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich vorsieht. Eine vollständige Markterholung erwartet Tecan erst nach 2026. Die Prognose für 2026 folgt mit den endgültigen Jahreszahlen im März. Die ausgewiesenen Zahlen von Tecan erfüllen die Analystenerwartungen.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.13%; DE: 2.81%; CH: 0.28%
An den US-Kapitalmärkten gab es gestern wenig Bewegung. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe stieg um knapp 3 Basispunkte. Die Marktakteure warten gespannt auf den neusten Arbeitsmarktbericht des Bureau of Labor Statistics, welcher heute Nachmittag publiziert wird. Davon erhoffen sie sich neue Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Fed. Der nächste Zinsentscheid der Fed wird am 28. Januar veröffentlicht.
Währungen
Euro in Franken: 0.932
US-Dollar in Franken: 0.800
Euro in US-Dollar: 1.165
Im Vorfeld der heute Nachmittag anstehenden US-Arbeitsmarktdaten tendiert der US-Dollar zur Stärke. Zum Schweizer Franken erreicht der Greenback heute Morgen erstmals seit rund einem Monat wieder die Marke von 0.80.
Rohwarenmärkte
Ölpreis WTI: USD 58.25 pro Fass
Goldpreis: USD 4'474.30 pro Unze
Der Ölpreis ist gestern um gut 3% angestiegen und zeigte damit eine beachtliche Gegenreaktion. In den Tagen zuvor war der Ölpreis vor dem Hintergrund der US-Intervention in Venezuela und der möglichen Kontrolle der dortigen Ölproduktion noch deutlich gefallen. Inwiefern zusätzliches Öl aus Venezuela den Ölpreis mittelfristig belasten kann, ist jedoch fraglich. Aktuell steuert Venezuela nur rund 1% zur weltweiten Ölförderung bei.
Wirtschaft und Konjunktur
Schweiz: Inflationsrate YoY (Dezember)
aktuell: 0.1% (erwartet: 0.1%, Vormonat: 0.0%)
Die Konsumentenpreise in der Schweiz blieben im Dezember im Vergleich zum Vormonat stabil. Mit 0.1% im Jahresvergleich bleibt die Teuerung damit weiterhin am unteren Ende des Zielbands der Schweizerischen Nationalbank von 0-2%. Während Inlandgüter 0.5% teurer waren als vor einem Jahr, verbilligten sich die Importgüter um 1.6%. Preisdämpfend wirkten insbesondere die tieferen Energiepreise und der starke Schweizer Franken. Die Kerninflation ohne die Preise für frische und saisonale Produkte sowie Energie betrug im Dezember +0.5%.
Patrick Häfeli
8021 Zürich
Florian Hiltpold
8021 Zürich
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