10. Februar 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
Verhaltener Wochenstart vor wichtigen US-Daten
Ein Abwarten vor wichtigen US Daten im Wochenverlauf sorgte für Zurückhaltung an den Schweizer Aktienmärkten. Im Fokus stehen heute die Zahlen von AMS Osram.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.11%, SPI: +0.27%, SMIM: +0.82%
Der Schweizer Aktienmarkt ist mit einer leicht positiven Tendenz in die Woche gestartet, blieb jedoch mangels Impulsen weitgehend richtungslos. Die Marktteilnehmer warteten auf entscheidende US-Daten, darunter den nachzuholenden Arbeitsmarktbericht für Januar sowie neue Inflationszahlen. Beide könnten Hinweise auf den weiteren Zinskurs der US‑Notenbank liefern. Für zusätzliche Bewegung dürfte die laufenden Bilanzsaison sorgen. Der Leitindex SMI schloss 0.1% höher, nachdem er im Tagesverlauf mehrmals die Nulllinie über- und unterschritten hatte. Der marktbreite SPI schloss 0.3% und der klein- und mittelkapitalisierte Unternehmen umfassende SMIM gewann 0.8% an Wert. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 11 Kursgewinner und 9 Verlierer gegenüber.
Das Gewinnertableau wurde von Amrize (+2.7%) angeführt. Die Titel setzten damit ihren starken Lauf aus der Vorwoche fort und profitierten von Spekulationen, wonach führende US‑Hausbauer grosse Pläne schmieden und rund eine Million sogenannter „Trump‑Häuser“ entstehen sollen. Auch der Baustoffkonzern Holcim (+2.5%) legte deutlich zu, obwohl das Unternehmen seit der Abspaltung von Amrize keine Geschäfte mehr in den USA tätigt. Ebenfalls deutlich zulegen konnten weitere Zykliker wie ABB (+2.2%), Kühne + Nagel (+1.8%), Partners Group (+1.1%) und Richemont (+0.8%). Givaudan war mit einem Minus von 1.2% der schwächste Wert. Der Duft- und Aromenhersteller wurde dabei für die schwache Marktreaktion auf den Verkauf der Tiernahrungssparte beim Konkurrenten DSM‑Firmenich in Sippenhaft genommen. Auch die Schwergewichte Roche (-0.7%) und Nestlé (-0.6%) belasteten den Gesamtmarkt, während Novartis mit +0.2% leicht zulegte. Abgaben verzeichneten auch Alcon (-1.1%) und Swisscom (-0.8%) sowie die Versicherer Swiss Re (-0.6%) und Zurich Insurance (-0.5%). Swisscom wird am kommenden Donnerstag die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr publizieren.
Am breiten Markt gewann die Aktie von SoftwareOne 6.7% hinzu. Das Unternehmen überraschte mit den gestern publizierten Vorabzahlen positiv. Die Titel von R&S (+5.0%) profitierten von positiven Analystenkommentaren, während Idorsia ohne nennenswerte Neuigkeiten um 11.0% anstieg.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +1.01%, DAX: +1.19%
Die europäischen Aktienmärkte erwischten zum Wochenauftakt einen positiven Start. Die grössten Gewinne verzeichnete der italienische FTSE MIB (+2.1%), gefolgt vom spanischen IBEX 35 (+1.4%) sowie dem deutschen DAX (+1.2%). Etwas gemächlicher nahmen es der französische CAC 40 (+0.6%) und der britische FTSE 100 (+0.2%). Stärkster Wert im EuroStoxx50 war Unicredit (+6.4%). Die italienische Grossbank präsentierte starke Gewinnziele bis 2030 und überraschte positiv mit den Ausschüttungsplänen. Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk (+5.3%) erholte sich weiter. Das US-Telemedizinunternehmen Hims & Hers hat seine Nachahmer-Version der Wegovy‑Abnehmpille zurückgezogen. Damit fällt die potenzielle Konkurrenz durch eine günstigere Alternative vorerst weg. DSM-Firmenich verloren 5.3%. Der Markt reagierte negativ auf den Verkauf der Tiernahrungssparte an CVC Capital Partners, zumal die erzielte Bewertung von EUR 2.2 Mrd. von Analysten als enttäuschend eingestuft wurde.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.04%, S&P 500: +0.47%, Nasdaq: 0.90%
Die amerikanischen Aktienmärkte starteten mit positivem Vorzeichen in die neue Handelswoche. Der Leitindex Dow Jones verteidigte gestern die am letzten Freitag erzielte Marke von 50'000 Punkten und stieg im Tagesverlauf auf ein neues Allzeithoch, beendete den Handel schlussendlich mit einem Plus von 0.04%. Der marktbreite S&P500 legte um 0.5% zu und der Tech-Index Nasdaq schloss 0.9% höher und setzte seine bereits am Freitag eingeleitete Erholung fort. Oracle (+9.6%) profitierte vom positiven Umfeld sowie einer Ratinghochstufung durch einen Broker. Beim Pharmaunternehmen Eli Lilly drehten die anfänglichen Gewinne ins Minus und die Aktie schloss 1.3% tiefer, während Hims & Hers um 16.0% einbrachen. Das Telemedizinunternehmen hat seine Nachahmer‑Version der Wegovy‑Abnehmpille von Novo Nordisk zurückgezogen. Damit dürfte die Konkurrenz durch eine günstigere Alternative vorerst vom Tisch sein.
Unternehmensberichte
AMS Osram überzeugt mit Quartalszahlen, bleibt beim Ausblick aber vorsichtig
AMS Osram verzeichnete im 4. Quartal 2025 im Vergleich zur Vorjahresperiode einen Umsatzrückgang von 0.9% auf EUR 874 Mio. Der um Transformationskosten bereinigte operative Gewinn (EBITDA) stieg im Schlussquartal um 7.3% auf EUR 161 Mio. Die entsprechende Marge stieg um 140 Basispunkte auf 18.4%. Im Gesamtjahr 2025 sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 3% auf EUR 3.32 Mrd. Positiv aufgefallen ist die Sparte Halbleiter, die um 7% auf EUR 2.37 Mrd. angestiegen ist. Der bereinigte operative Gewinn stieg um 6% auf EUR 608 Mio., wobei die Marge um 150 Basispunkte auf 18.3% verbessert werden konnte. Unter dem Strich musste AMS Osram jedoch einen Verlust von EUR 129 Mio. verzeichnen, nach einem Verlust von EUR 785 Mio. im Vorjahr. Zudem kündigte das Unternehmen ein neues Sparprogramm an, mit welchem Einsparungen von jährlich EUR 200 Mio. bis 2028 erzielt werden sollen. Zudem dürften rund 200 Mitarbeiter entlassen werden. Nach dem Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäft an Infineon Anfang Februar 2026 will sich AMS Osram nun auf die angestrebte Marktführerschaft im Bereich Digital Photonics konzentrieren. Für das 1. Quartal 2026 peilt das Unternehmen einen Umsatz von EUR 710 bis 810 Mio. an. Die bereinigte EBITDA-Marge soll in einer Spanne von 13.5% bis 16.5% zu liegen kommen. Im Gesamtjahr 2026 wird mit einem moderaten Umsatzrückgang gerechnet. Zudem rechnet das Management damit, dass der bereinigte EBITDA durch verschiedene Einmaleffekte belastet wird. Mit den Zahlen zum 4. Quartal 2025 lag AMS Osram über den Markterwartungen, während sich der Analystenkonsens beim Ausblick mehr erhofft hatte.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.19%; DE: 2.83%; CH: 0.26%
An den Kapitalmärkten blieben die Kursbewegungen gestern insgesamt verhalten. Im weiteren Wochenverlauf rücken mit dem monatlichen US-Arbeitsmarktbericht am Mittwoch sowie den neusten Inflationsdaten am Freitag zentrale Konjunkturindikatoren in den Fokus. Sie könnten wichtige Hinweise auf den künftigen geldpolitischen Kurs der US-Notenbank liefern.
Währungen
Euro in Franken: 0.913
US-Dollar in Franken: 0.767
Euro in US-Dollar: 1.191
Der US-Dollar stand zu Wochenbeginn erneut unter Druck. Belastend wirkte eine Meldung, wonach chinesische Behörden Banken im Land aufgefordert haben sollen, den Kauf von US-Staatsanleihen zu begrenzen. In der Folge verlor der Greenback gestern gegenüber sämtlichen wichtigen Währungen an Boden. Der Schweizer Franken legte zudem auch gegenüber dem Euro zu und erreichte ein neues Rekordhoch. Seit Jahresbeginn hat der Euro gegenüber dem Franken 1.9% an Wert eingebüsst.
Rohwarenmärkte
Ölpreis WTI: USD 64.30 pro Fass
Goldpreis: USD 5'034.47 pro Unze
Der Goldpreis stieg gestern wieder über die Marke von 5'000 US-Dollar pro Unze. Ende Januar war das gelbe Edelmetall von knapp 5'600 US-Dollar auf rund 4'400 US-Dollar zurückgefallen und hat sich seither von diesem Preisrückgang erholt. Auf Jahressicht verzeichnet der Goldpreis einen Wertzuwachs von rund 13%.
Wirtschaft und Konjunktur
Es wurden gestern keine Konjunkturdaten aus der ersten Reihe veröffentlicht.
Anja Felder
8021 Zürich
Céline Koster
8021 Zürich
Ihr nächster Schritt
Möchten Sie unsere Research-Berichte als Newsletter erhalten? Abonnieren Sie die Themen-Newsletter unseres Investment Centers oder verschaffen Sie sich mit unserem kompakten Anlagemagazin /sicht einen Gesamtüberblick.