Symbolbild für Kurse an der Börse: Zahlen auf einer Anzeige

11. Februar 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht

SMI pendelt um den Vortagesstand

Vor der Veröffentlichung wichtiger US-Konjunkturdaten zeigte sich der Schweizer Aktienmarkt richtungslos. Im Fokus stehen heute die Zahlen von SGS und Schindler.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.00%, SPI: +0.01%, SMIM: -0.07%

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag praktisch auf der Stelle getreten. Die Anleger hielten sich vor den US-Daten zum Arbeitsmarkt zurück, die heute präsentiert werden. Zum Wochenschluss folgen noch die US-Inflationsdaten, die ebenfalls entscheidend für die weitere US-Zinspolitik sein dürften. Der Leitindex SMI schloss gestern unverändert (+0.0%). Die Gewinner-Aktien im SMI waren unter anderem Geberit (+1.5%), Alcon (+1.6%) und Givaudan (+1.8%). Richemont (+2.2%) stand an der SMI-Tabellenspitze, nachdem der französische Branchenvertreter Kering solide Zahlen zum 4. Quartal vorgelegt hatte. Auf der anderen Seite des Tableaus waren Kühne + Nagel (-1.4%), UBS (-1.5%) und Zurich Insurance (-3.2%) zu finden. Damit zogen die Titel von Zurich mit anderen europäischen und amerikanischen Vergleichsunternehmen gleich, die wegen möglichen KI-Sorgen unter Verkaufsdruck litten.

Am breiten Markt verbuchten die Aktien von SIG (+4.1%) und ams-Osram (+5.6%) ein deutliches Kursplus. Das Halbleiterunternehmen übertraf mit dem Zahlenset zum 4. Quartal die Analystenerwartungen. Des Weiteren stiegen die Aktien von Gurit (+5.9%) und Cicor (+6.5%) nennenswert an. Verluste wiesen EFG (-1.9%), Accelleron (-2.0%) und Julius Baer (-3.0%) aus.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -0.20%, DAX: -0.11%

Die europäischen Aktienmärkte bewegten sich am Dienstag grösstenteils seitwärts, ohne nennenswerte Impulse aus dem Ausland zu erhalten. Diese werden mit den heutigen US-Arbeitsmarktdaten erwartet. Der EuroStoxx50 schloss 0.2% tiefer als am Vortag. Auch der britische FTSE100 (-0.3%) und der deutsche DAX (-0.1%) verloren leicht. Beinahe unverändert ging der französische CAC40 (+0.1%) aus dem Handel. Bei den Einzelwerten standen die Aktien des französischen Luxuskonzerns Kering nach starken 4. Quartalszahlen im Fokus (+10.9%). Ein Kursplus verzeichneten auch die Titel von Ferrari (+10.2%). Der Sportwagen-Hersteller überzeugte die Anleger mit einem starken Ausblick auf das Jahr 2026 und unterstrich eine anhaltende Nachfrage-Resilienz, trotz rückläufiger Auslieferungen. Weitere europäische Aktien mit grösseren Kursbewegungen waren Siemens Energy (-4.6%) und BP (-6.1%). 

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +0.10%, S&P 500: -0.33%, Nasdaq: -0.59%

Die amerikanischen Aktienmärkte legten am Dienstag nach frühzeitigem Rekordhoch eine leicht rückläufige Tendenz hin, beeinflusst durch Äusserungen zu den Zinsen aus der US-Notenbank Fed. Dabei sagte die Präsidentin der Federal Reserve Bank of Cleveland, dass die Zinsen für längere Zeit unverändert bleiben könnten. Der Dow Jones stieg letztlich um 0.1%. Der breitere S&P 500 fiel um 0.3%, während der Tech-lastige Nasdaq um 0.6% zurückging. Bei den Einzelwerten überzeugten Spotify und Datadog mit starken Zahlen zum letzten Quartal und schlossen 14.8% bzw. 13.7% höher. Schwächer entwickelten sich Coca-Cola (-1.5%), Walmart (-1.8%) und Intel (-6.2%).

Unternehmensberichte

Schindler mit zusätzlicher Dividende

Schindler erreichte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von CHF 10.947 Mrd. (Wachstum in lokaler Währung: 1.3%). Die Auftragslage lag bei CHF 11.313 Mrd. (+3.1%). Die EBIT-Marge stieg auf 12.6% (im 4. Quartal: 13.0%). Der Cashflow aus operativen Aktivitäten betrug CHF 1.490 Mrd. (Vorjahr: CHF 1.595 Mrd.). CEO Paolo Compagna betonte, dass 2025 das Ende der Erholungsphase markiert - vier Jahre nach den Herausforderungen von 2022 steht Schindler gestärkt da. Der Fokus für 2026 liegt auf gezieltem Wachstum, Margensteigerung sowie innovativen Modernisierungs- und Digital-Lösungen für Servicekunden. Der Verwaltungsrat schlägt eine ordentliche Dividende von CHF 6.00 CHF plus eine ausserordentliche Dividende von CHF 0.80 pro Aktie vor. Für 2026 erwartet Schindler ein niedriges bis mittleres einstelliges Umsatzwachstum in lokaler Währung sowie eine EBIT-Marge von 13%. Die ausgewiesenen Geschäftszahlen von Schindler übertreffen die Analystenerwartungen bei der EBIT-Metrik und verfehlen leicht beim Umsatz.

SGS überzeugt mit Quartalszahlen

Der Umsatz von SGS stieg im Jahr 2025 auf CHF 6.945 Mrd. bei einem organischen Wachstum von 5.6%. Der bereinigte operative Gewinn (EBIT) erreichte CHF 1.108 Mrd. mit einer um 70 Basispunkte gestiegenen Marge von 16%. Der Free Cash Flow lag bei CHF 841 Mio., während der Gewinn pro Aktie (EPS) um 12.3% auf CHF 3.48 kletterte. CEO Géraldine Picaud hob hervor, dass alle Säulen der Strategy 27 vorzeitig vollständig umgesetzt wurden. Der Verwaltungsrat schlägt eine stabile Dividende von CHF 3.20 pro Aktie vor. Für 2026 plant SGS ein organisches Umsatzwachstum von 5% bis 7% zuzüglich 5% bis 7% durch Akquisitionen und eine bereinigte operative Gewinnmarge von mindestens 16%. Zudem wird eine Cash-Conversion von über 50% angestrebt. Die ausgewiesenen Geschäftszahlen von SGS liegen am oberen Ende der Analystenerwartungen.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.14%; DE: 2.81%; CH: 0.27%

In der zweiten Wochenhälfte rücken mit dem heutigen US-Arbeitsmarktbericht sowie den neusten US-Inflationsdaten am Freitag zentrale Konjunkturindikatoren in den Fokus. Sie sollen Hinweise auf den künftigen geldpolitischen Kurs der US-Notenbank liefern. Im Vorfeld dieser Daten sowie angesichts schwächerer US-Wirtschaftsdaten fiel die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe gestern um 6 Basispunkte auf ein Monatstief. Der nächste Zinsentscheid in den USA, der Eurozone sowie in der Schweiz steht erst im März an.

Währungen

Euro in Franken: 0.912
US-Dollar in Franken: 0.765
Euro in US-Dollar: 1.192

Sowohl der Euro als auch der US-Dollar schwächelten gestern gegenüber dem Franken, konnten im späten Handel jedoch einen Teil ihrer Verluste wieder wettmachen. Der EUR/CHF-Kurs notierte erneut oberhalb von 0.91. Ein ähnliches Bild zeigte sich beim USD/CHF-Kurs. Zuvor erhielt der Greenback einen Dämpfer, nachdem die US-Einzelhandelsumsätze im Dezember unter den Erwartungen ausgefallen waren und damit Spekulationen auf eine Lockerung der US-Geldpolitik schürten. Nun richten sich die Blicke auf die heute anstehenden Arbeitsmarktdaten.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 64.35 pro Fass
Goldpreis: USD 5'052.75 pro Unze

Der Goldpreis behauptet sich oberhalb der Marke von 5'000 US-Dollar pro Unze. Mit einem Plus von rund 17% seit Jahresbeginn in US-Dollar liegen Gold und Silber aktuell gleichauf.

Der Ölpreis legte zu, da die Spannungen im Nahen Osten mit Fokus auf den Iran einen US-Branchenbericht überwogen, der auf einen deutlichen Anstieg der Öllagerbestände hindeutete. Iran und die USA stehen indirekt im Dialog, ein militärisches Eingreifen wird jedoch weiterhin nicht ausgeschlossen. Diese Unsicherheit hält den Ölpreis nahe dem im Januar erreichten Jahreshoch.

Wirtschaft und Konjunktur

USA: Detailhandelsumsätze MoM (Dezember) 
aktuell: 0.0% (erwartet: 0.4%; Vormonat: 0.6%)

Die Umsätze der Einzelhändler stagnierten im Dezember gegenüber dem Vormonat. Die Zahlen deuten auf eine nachlassende Dynamik bei den Konsumausgaben gegen Ende der Weihnachtssaison hin. Zwar rechnen viele Ökonomen damit, dass Steuerrückerstattungen die Nachfrage zu Jahresbeginn stützen werden, doch die Haushalte bleiben wegen der hohen Lebenshaltungskosten verunsichert, zudem halten die Sorgen um den Arbeitsmarkt an. Der neuste Arbeitsmarktbericht der Regierung erscheint heute Nachmittag.

Daniel Wachter

Portraitfoto von Daniel Wachter, Senior Strategieanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Florian Hiltpold

Portraitfoto von Florian Hiltpold, Finanzanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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