06. Januar 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
SMI mit leichten Abgaben zum Jahresauftakt
Defensive Werte bremsten gestern den SMI entgegen dem Trend zum Jahresauftakt aus. Trotz später Erholung drückte vor allem Nestlé den Index ins Minus.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: -0.15%, SPI: +0.12%, SMIM: +1.01%
Der Schweizer Aktienmarkt zeigte sich am ersten Handelstag des neuen Jahres uneinheitlich. Der SMI (-0.15%) startete mit einem leichten Minus in das Jahr 2026, bleibt jedoch nahe seinem kurz vor Weihnachten erreichten Allzeithoch. Zwischenzeitlich betrugen die Verluste knapp 1%, konnten dank starker US-Märkte kurz vor Handelsschluss aber deutlich eingedämmt werden.
Während viele europäische Märkte zulegen konnten, beendete der Schweizer Leitindex den Handelstag dennoch im Minus. Belastend wirkte dabei insbesondere das schwache Abschneiden der drei Index-Schwergewichte, allen voran Nestlé (-2.9%). Der SMIM, der klein- und mittelkapitalisierte Unternehmen umfasst, gewann derweil 1.1%, während der marktbreite SPI um 0.1% zulegte. Im SMI verzeichneten elf Titel Gewinne und neun notierten in der Verlustzone, wobei der Nahrungsmittelkonzern Nestlé das Schlusslicht bildete. Belastend wirkte ein umfangreicher Rückruf von Säuglingsnahrung, die mit Schadstoffen belastet sein könnte. Nestlé hatte bereits über die Weihnachtsfeiertage einen stillen Rückruf eingeleitet und die betroffenen Produkte aus den Regalen entfernt. Am Montag folgte nun ein öffentlicher Rückruf. Die Umschichtung in risikoreichere Aktienkategorien belastete auch die beiden weiteren Schwergewichte Roche (-0.8%) und Novartis (-1.0%). Ebenfalls unter Druck standen Versicherungswerte, allen voran Swiss Re (-2.0%). Der Rückversicherer litt unter negativen Analystenkommentaren. Im Minus schloss auch Zurich Insurance (-0.4%), während Swiss Life (+1.7%) am späten Nachmittag die Verluste abschütteln konnte und deutlich avancierte. An der Tabellenspitze notierte Partners Group (+4.9%). Der Privatmarktspezialist profitierte von einer Ratingerhöhung durch einen Broker. Gesucht waren auch die Aktien von UBS (+3.3%), nach einem positiven Analystenkommentar. Am breiten Markt standen Technologiewerte im Fokus. KI‑Hoffnungen, positive Signale von Samsung Electronics und dem Chiphersteller TSMC sowie Rückenwind von der Technologiebörse Nasdaq sorgten für kräftige Kursgewinne. VAT sprang um 12.1% nach oben und auch AMS Osram, Comet und Inficon legten zwischen 5.5% und 9.8% zu. Comet (+7.5%) profitierte zudem von einer Ratingerhöhung. Positiv aufgefallen sind die Aktien von Stadler Rail (+8.1%). Nachdem ein Mitglied der Geschäftsleitung kurz vor dem Jahreswechsel ein grösseres Aktienpaket erworben hatte, rückten die Titel verstärkt in den Fokus der Anleger. Heute Morgen wurde bekannt, dass der Schweizer Preisüberwacher erstmals eine einvernehmliche Regelung mit Online-Plattformen zu deren Preismodellen abgeschlossen hat. Ziel der neuen Preismodelle ist eine bessere Kostenkontrolle und in vielen Fällen tiefere Gesamtkosten. Die Regelung tritt spätestens ab 1. April 2026 in Kraft. SMG, die unter anderem Homegate.ch und Ricardo betreibt, begrüsst den Schritt und erhält damit für die kommenden drei Jahre Rechtssicherheit.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +1.25%, DAX: +1.34%
Insgesamt starteten die wichtigsten europäischen Aktienmärkte trotz der verschärften geopolitischen Lage mehrheitlich mit Gewinnen in die erste volle Börsenwoche des neuen Jahres. Der EuroStoxx 50 (+1.3%) setzte seinen jüngsten Höhenflug fort und erreichte ein neues Rekordhoch, während auch der spanische IBEX 35 (+0.7%) ein neues Allzeithoch erklomm. Ebenfalls deutlich zulegen konnte der deutsche DAX (+1.3%). Die Gewinne im britischen FTSE 100 (+0.5%) und dem französischen CAC 40 (+0.2%) fielen moderater aus. Aus Branchensicht konnten sich insbesondere die Technologiewerte positiv in Szene setzen. ASML avancierte um 6.8% und erreichte ein neues Rekordhoch, nachdem ein Broker den Titel hochstufte. Ebenfalls überdurchschnittlich zulegen konnten die Sektoren Industrie und Finanzen. Unter Abgabedruck litten hingegen die defensiven Bereiche Basiskonsum, Gesundheit und Kommunikationsdienste.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +1.23%, S&P 500: +0.64%, Nasdaq: +0.69%
Am zweiten Handelstag des neuen Börsenjahres verzeichneten die US-Aktienmärkte Gewinne. Der Angriff der USA auf Venezuela löste an den US‑Börsen ebenso wenig Unruhe aus wie an den internationalen Märkten. Am deutlichsten legte der Leitindex Dow Jones (+1.2%) zu und erreichte damit ein neues Allzeithoch, gefolgt vom technologielastigen Nasdaq (+0.7%) und dem marktbreiten S&P500 (+0.6%). Im Fokus der Marktteilnehmer standen Aktien der Öl- und Gasindustrie, getragen von der Aussicht auf künftige Geschäftsmöglichkeiten in Venezuela. Chevron gewann 5.2%. Das Unternehmen ist das einzige grosse US‑Ölunternehmen, das derzeit in Venezuela vertreten ist. Entsprechend werden dem Konzern besonders gute Chancen zugesprochen, vom erheblichen Potenzial des Landes zu profitieren. ConocoPhillips stieg um 2.6%, Exxon Mobil um 2.2%. Bei den Ölfeldausrüstern zogen Baker Hughes um gut 4%, Halliburton um fast 8% und SLB um 9% an.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.18%; DE: 2.87%; CH: 0.28%
Die richtungsweisende Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen gab gestern leicht nach. Auch in der Schweiz und Europa tendierten die Zinsen gestern nach unten. Diese Woche stehen am Freitag neue Daten zum US-Arbeitsmarkt im Fokus. Davon erhoffen sich die Marktteilnehmenden neue Hinweise zum weiteren Vorgehen der US-Notenbank.
Währungen
Euro in Franken: 0.929
US-Dollar in Franken: 0.791
Euro in US-Dollar: 1.174
Der US-Dollar war gestern zunächst gefragt, geriet jedoch am Nachmittag nach schwachen Konjunkturdaten aus der US-Industrie unter Druck. In der Folge büsste er gegenüber den meisten Währungen leicht an Wert ein und notiert zum Franken bei rund 79 Rappen. Seit rund einem halben Jahr pendelt das Währungspaar ohne klare Richtung um die Marke von 80 Rappen.
Rohwarenmärkte
Ölpreis WTI: USD 58.15 pro Fass
Goldpreis: USD 4'463.93 pro Unze
Sorgen vor einem grösseren Ölangebot aus Venezuela belasteten gestern zunächst den Ölpreis. Das OPEC-Land verfügt über die grössten Ölreserven der Welt. Angesichts des schlechten Zustands der Förderinfrastruktur dürfte eine nennenswerte Produktionsausweitung jedoch Zeit in Anspruch nehmen. Der Ölpreis erholte sich im weiteren Tagesverlauf und schloss 1.8% höher. Der Goldpreis profitierte gestern von der Unsicherheit nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten durch die USA und stieg um 2.7%.
Wirtschaft und Konjunktur
Schweiz: Einkaufsmanagerindex Industrie (Dezember)
aktuell: 45.8 (erwartet: 49.6, Vormonat: 49.7)
Die Stimmung in der Schweizer Industrie hat sich zum Jahresende überraschend stark eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) ist im Dezember auf 45.8 Punkte gesunken. Damit verharrt der Index bereits seit drei Jahren unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Insbesondere der Auftragsbestand wird deutlich schlechter beurteilt als im Vormonat. Auch der Produktionsrückgang sowie der Beschäftigungsabbau haben sich beschleunigt.
USA: Einkaufsmanager-Index Industrie (Dezember)
aktuell: 47.9 (erwartet: 48.4, Vormonat: 48.2)
Die Dynamik im US-Industriesektor bleibt verhalten. Entgegen den Erwartungen hat sich der entsprechende Index des Institute of Supply Management im Dezember abgeschwächt und liegt weiterhin unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die Beschäftigungsaussichten bleiben gemäss der Befragung schwach, was unter anderem auch auf das tiefere Volumen neuer Bestellungen zurückzuführen ist. Der Subindex für die bezahlten Preise bleibt auf hohem Niveau, was einen Preisanstieg signalisiert.
Anja Felder
8021 Zürich
Céline Koster
8021 Zürich
Ihr nächster Schritt
Möchten Sie unsere Research-Berichte als Newsletter erhalten? Abonnieren Sie die Themen-Newsletter unseres Investment Centers oder verschaffen Sie sich mit unserem kompakten Anlagemagazin /sicht einen Gesamtüberblick.