15. Januar 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht

SMI klettert auf neuen Rekordstand

Der Schweizer Aktienmarkt konnte sich gestern der vorsichtigen Börsenstimmung entziehen und schloss deutlich fester. Heute stehen die Umsatz- und Vorabzahlen von Partners Group, Geberit, Richemont, VAT, Bossard und Temenos im Fokus.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.75%, SPI: +0.64%, SMIM: +0.74%

Der Schweizer Aktienmarkt gewann gestern trotz einer weltweit verhaltenen Börsenstimmung deutlich an Terrain. Unterstützt durch starke Schwergewichte setzte der SMI seinen Rekordlauf fort und schloss 0.8% höher. Tagesgewinner im Leitindex waren die Aktien von Kühne + Nagel, die nach einer neuen Kaufempfehlung eines amerikanischen Brokers um 4.3% nach oben zogen. Gefragt waren zudem die beiden Pharma-Schwergewichte Novartis (+2.1%) und Roche (+0.9%), die ihre Gewinnsträhne der letzten Monate fortsetzten. Auch Nestlé (+1.8%) gehörte nach den jüngsten Verlusten wieder einmal zu den Gewinnern, nachdem sich CEO Navratil mit einer Videobotschaft für die Verunsicherung im Zusammenhang mit der zurückgerufenen Babynahrung entschuldigte. Auf der Verliererseite büsste Alcon 1.1% ein. Grund dafür könnten Aussagen an der JP Morgan Health Conference gewesen, die von Analysten zurückhaltend kommentiert wurden. Am Ende des Tableaus verlor Amrize 2.8%. Die Erholung, welche die Aktie seit Mitte November zeigte, erhielt damit einen Dämpfer. Im breiten Markt gehörten die in den letzten Monaten verschmähten Pharmazulieferer zu den Gewinnern: Ypsomed (+4.6%), Siegfried (+3.6%), Skan (+2.7%) und Dottikon (+2.7%) zogen ohne relevante Neuigkeiten deutlich an. Sandoz (+3.4%) erhielt Rückenwind von der europäischen Zulassung des Nachahmer-Medikaments Ondibda zur Behandlung von Diabetes. EMS-Chemie schossen nach einer neuen Kaufempfehlung eines Brokers um 8.1% nach oben.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -0.41%, DAX: +0.06%

Die europäischen Aktienmärkte konsolidierten gestern in einem verhaltenen Handelsumfeld ihre jüngsten Kursgewinne. Vor der anlaufenden Berichtssaison war die Stimmung von Zurückhaltung geprägt. Der länderübergreifende EuroStoxx50 gab 0.4% nach, während der DAX um 0.5% zurückfiel. Leichte Kursgewinne verzeichneten dagegen der britische FTSE 100 (+0.5%) und der italienische FTSE MIB (+0.3%). Die von Vorsicht geprägte Stimmung zeigte sich auch in der Branchenpräferenz: Verkauft wurden unter anderem Aktien aus konjunktursensitiven Sektoren wie IT, Industrie, Zyklischer Konsum, während Aktien aus defensiven Bereichen wie Versorger, Gesundheit und Basiskonsum zulegten.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: -0.09%, S&P 500: -0.53%, Nasdaq: -1.00%

Die amerikanischen Aktienmärkte setzten gestern ihre jüngste Korrektur fort. Ein stärker als erwartetes Wachstum bei den Erzeugerpreisen und verhaltene Zahlen einiger Grossbanken lasteten auf der Stimmung. Am stärksten unter Druck kamen die Technologiewerte, was sich auch am schwachen Abschneiden des Nasdaq (-1.0%) zeigte. Der S&P 500 gab 0.5% nach, während sich die Verluste beim auf Standardwerte ausgerichteten Dow Jones (-0.1%) in Grenzen hielten. Die gestern vorbörslich publizierten Berichte der Grossbanken wurden allesamt mit Kursverlusten quittiert. Bank of America (-3.7%) übertraf zwar mit dem Zahlenset die Erwartungen, enttäuschte aber mit dem Ausblick. Wells Fargo (-4.6%) verfehlte mit den Zahlen zum Zinsüberschuss die Erwartungen, während Citigroup (-3.3%) von einer vorsichtigen Kostenschätzung für das laufende Jahr gebremst wurde.

Unternehmensberichte

Partners Group übertrifft mit starken Zahlen die Erwartungen

Der Private Equity Spezialist Partners Group hat im vergangenen Jahr Neugeld bzw. Kapitalzusagen in der Höhe von USD 26 Mrd.. eingesammelt, nach USD 22 Mrd. im Vorjahr. Zusätzlich kamen 2025 noch USD 4 Mrd. Vermögen aus der Übernahme der Empira Group hinzu. Die verwalteten Vermögen stiegen damit auf USD 185 Mrd. Beide Eckwerte lagen leicht über den Analystenschätzungen. Die Investitionen lagen im vergangenen Jahr bei USD 27 Mrd. und die Realisationen bei USD 26 Mrd. Für das laufende Geschäftsjahr werden Kapitalzusagen in der Höhe von USD 26 bis 32 Mrd. Dollar angestrebt. Die detaillierten Jahreszahlen legt Partners Group am 10. März vor.

Geberit trifft Markterwartungen nach starkem Schlussquartal

Der Sanitärtechnikkonzern Geberit steigerte den Umsatz im Jahr 2025 um 2.5% auf CHF 3.2 Mrd. Bereinigt um Währungseinflüsse betrug das Wachstum 4.8%. Im 4. Quartal beschleunigte sich das währungsbereinigte Wachstum auf 6.4%. Damit ist Geberit  in einem weiterhin anspruchsvollen Umfeld einmal mehr schneller als der Markt gewachsen. Bei der Margenentwicklung rechnet Geberit angesichts des anspruchsvollen Umfelds und Kosten im Zusammenhang mit der Schliessung eines Keramikwerts weiterhin mit einem Wert unter dem Vorjahr. Im Vergleich zum 3. Quartal wird das EBITDA-Margenziel auf «leicht unter 29.5% angehoben (zuvor: rund 29%). Den detaillierten Geschäftsbericht wird Geberit am 12. März 2026 vorlegen. Das Zahlenset deckt sich ungefähr mit den Analystenerwartungen.

Richemont übertrifft Konsens dank starkem Weihnachtsgeschäft

Der Luxusgüterkonzern Richemont vermeldete für das verschobene 3. Geschäftsquartal, das Ende Dezember 2025 endete, einen Umsatzanstieg von 4% auf EUR 6.4 Mrd. Währungsbereinigt lag das Wachstum bei 11% und damit sogar noch über dem Rekordquartal aus dem Vorjahr, als man mit 10% gewachsen war. Die Erwartungen der Analysten, die mit einem Anstieg von rund 8% rechneten, wurden damit deutlich übertroffen. Auf einen konkreten Jahresausblick verzichtet Richemont wie üblich.

VAT mit starkem Bestelleingang im Schlussquartal

VAT vermeldete für das 4. Quartal 2025 einen Anstieg des Auftragseingangs im Vergleich zum Vorjahresquartal um 14%. Währungsbereinigt entspricht dies einem Plus von 25%. Die Erwartungen der Analysten, die mit einer schwächeren Auftragslage gerechnet hatten, wurden damit deutlich übertroffen. Begünstigt wurde die bessere Auftragslage von einer starken Nachfrage nach KI-Anwendungen, Technologiewechseln und einer starken Entwicklung in China. Der Umsatz sank im Vorjahresvergleich um 9% auf CHF 257 Mio., fiel damit aber ebenfalls besser aus als die Analystenerwartungen und übertraf auch die eigene Zielsetzungs-Bandbreite von CHF 225 bis 245 Mio. Die EBITDA-Marge wird weiterhin bei rund 30% und damit am unteren Ende des Zielbands erwartet. Die Margen- und Gewinnzahlen und der Ausblick für 2026 werden am 3. März 2026 präsentiert.

Bossard mit solidem Umsatz in schwierigem Umfeld

Bossard konnte den Umsatz im Jahr 2025 um 8.6% auf CHF 1.1 Mrd. steigern. Währungsbereinigt entspricht dies einem Plus von 12.2%. Der deutliche Umsatzanstieg war vor allem mehreren kleinen Akquisitionen zu verdanken. Ohne diesem Einfluss lag das Wachstum bei 2.0%. Das EBIT-Margenziel wird unverändert bei «rund 10%» gesehen (2024: 10.2%). An den Mittelfristzielen hält das Management ebenfalls fest. Die detaillierten Zahlen wird Bossard am 5. März 2026 präsentieren. Mit den Umsatzzahlen liegt Bossard leicht über den Analystenerwartungen.

Temenos wächst 2025 schneller als der Markt

Temenos steigerte den Umsatz im 4. Quartal 2025 gemäss vorläufigen Zahlen um 11% auf USD 314.6 Mio. Der bereinigte Betriebsgewinn auf Stufe EBIT erhöhte sich um 14% auf USD 106.3 Mio. Damit verbesserte sich die EBIT-Marge um 90 Basispunkte auf 33.8%. Für das Gesamtjahr 2025 erreicht der Softwarekonzern damit ein Umsatzwachstum von 11% auf USD 1.01 Mrd. und einen Anstieg des EBIT um 22% auf USD 371.9 Mio. Damit konnte Temenos laut Aussage des Managements schneller als der Markt wachsen und übertraf auch die Analystenerwartungen. Die endgültigen Zahlen sollen am 24. Februar 2026 veröffentlicht werden.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.14%; DE: 2.82%; CH: 0.26%

Trotz solider Zahlen von den US-Detailhändlern und einem leicht höher als erwarteten Wachstum der Produzentenpreisen (PPI) ging die Rendite auf die massgebende 10-jährige US-Staatsanleihe gestern um drei Basispunkte zurück. Auch mit der jüngsten Bewegung pendelt die Rendite der 10-jährigen US-Anleihe weiterhin innerhalb der Handelsspanne des letzten Monats zwischen 4.1 und 4.2%.

Währungen

Euro in Franken: 0.932
US-Dollar in Franken: 0.801
Euro in US-Dollar: 1.164

Wenig Bewegung gestern an den Devisenmärkten: Der US-Dollar bewegt sich zum Schweizer Franken weiterhin um die Marke von 80 Rappen und damit nahe dem Mittelwert des 2. Halbjahres 2025. Seit September zeigt sich auch der Euro zum Schweizer Franken stabil und bewegt sich in einer Handelsspanne von 0.92 bis 0.94 Rappen.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 59.92 pro Fass
Goldpreis: USD 4'610.12 pro Unze

Gold ist weiterhin auf Rekordjagd. Mit kurzzeitig mehr als 4’640 US-Dollar pro Unze hat das gelbe Edelmetall gestern erneut ein neues Allzeithoch erreicht. Die strukturellen Treiber des Goldpreises, Käufe von Zentralbanken und Zuflüsse aus ETFs, sind weiterhin dieselben wie im Jahr 2025. Mit der fragilen Lage im Iran und den erneuten Angriffen auf die Unabhängigkeit der US-Notenbank ist die Nachfrage nach der sicheren Anlage Gold seit Anfang Jahr aber nochmals stärker geworden.

Wirtschaft und Konjunktur

USA: Detailhandelsumsätze YoY (Dezember)
aktuell: 0.6% (erwartet: 0.5%, Vormonat: -0.1%)

Die Umsätze der US-Detailhändler sind im Dezember leicht stärker gewachsen als erwartet. Zum Wachstum beigetragen haben insbesondere die Einnahmen aus Verkäufen von Autos, Treibstoff und Baumaterialien. Diese unterliegen aber traditionell relativ grossen Schwankungen. Der um solche Positionen bereinigte Index hat sich mit +0.4% aber ebenfalls robust entwickelt. Die Detailhandelsumsätze gelten als wichtiger Indikator für die Entwicklung des Privatkonsums, welcher rund 70% zum US-BIP beiträgt.

Roman Elbel

Portraitfoto von Roman Elbel, Senior Strategieanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Tobias Kistler

Portraitfoto von Tobias Kistler, Senior Finanzanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
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Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Matthias Müller

Portraitfoto von Matthias Müller, Senior Finanzanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich

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