07. Januar 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht

SMI erreicht neues Allzeithoch

Der Leitindex SMI erreicht gestern, getragen von den Pharma-Schwergewichten Novartis und Roche, ein neues Allzeithoch von 13'322 Punkten.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.56%, SPI: +0.60%, SMIM: +0.95%

Der Schweizer Aktienmarkt drehte gestern nach anfänglichen Korrekturen am späteren Nachmittag nach oben. Der SMI legte schlussendlich 0.6% zu und erreichte ein neues Allzeithoch. Bald werden die Unternehmensabschlüsse zum Gesamtjahr 2025 in den Fokus rücken. Am Dienstag kommender Woche werden die Unternehmen Sika (-0.2%) und Lindt&Sprüngli (-1.2%) mit ihren Verkaufszahlen die Berichtssaison in der Schweiz eröffnen. Von den 20 grosskapitalisierten Werten schlossen zwölf mit positivem Vorzeichen. Angeführt wurde der Leitindex von Novartis (+2.8%), Alcon (+2.6%), Kühne+Nagel (+2.6%) und Roche (+1.4%). Der Augenheilkonzern Alcon profitierte von der abgesagten Milliardenübernahme des US-Unternehmens Staar Surgical (-6.6%). Die Staar-Aktionäre, allen voran der Grossaktionär Broadwood Partners, verhinderten letztlich die Übernahme durch Alcon. Tagesverlierer waren UBS (-1.6%), Logitech (-1.4%), und ABB (-1.0%). ABB wurde dabei durch eine bestätigte Broker-Verkaufsempfehlung belastet. Bei Nestlé (-0.4%) lasteten die jüngsten Berichte über den Rückruf von Babynahrung weiter auf dem Kurs. Ebenfalls schwächer entwickelte sich die Aktie von Amrize (-0.9%). Das Unternehmen gab heute Morgen bekannt, eine Vereinbarung zur Übernahme von PB Materials aus Texas abgeschlossen zu haben. Das Unternehmen erzielt einen Umsatz von rund USD 180 Mio. und die Akquisition soll bereits im ersten Jahr positiv zu Gewinn und Geldfluss beitragen. Im breiten Markt avancierten die Gesundheitswerte. Straumann (+6.0%), Tecan (+4.2%), Galderma (+3.4%), Ypsomed (+3.4%) und Sandoz (+2.9%) konnten alle klar zulegen. Weiter nach oben ging es auch für den Halbleiterzulieferer VAT (+1.7%), der in den zwei Handelstagen im neuen Jahr bereits um 14.1% zugelegt hatte. Nach wie vor sorgen positive Signale aus dem Chip-Markt für Rückenwind. Tagesgewinner waren gestern die Aktien von SMG (+18.1%), die von einer Regelung mit dem Schweizer Preisüberwacher und einer Broker-Hochstufung profitierten.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: +0.14%, DAX: +0.09%

Die europäischen Aktienmärkte zeigten sich gestern mehrheitlich von der freundlichen Seite. Der länderübergreifende EuroStoxx50 legte 0.1% zu und erreichte ein neues Rekordhoch. Zulegen konnten auch der deutsche DAX (+0.1%) und der französische CAC40 (+0.3%), während der italienische FTSE MIB (-0.2%) leicht rückläufig schloss. Bei den Einzelwerten fiel die Aktie von Novo Nordisk mit einem Plus von 5.2% auf, welche die Erholung im neuen Jahr fortsetzte. Aus Branchensicht waren insbesondere die Sektoren Gesundheit, Grundstoffe und Versorger gefragt. Unter Abgabedruck standen die Bereiche Energie und Finanzen.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +0.99%, S&P 500: +0.62%, Nasdaq: +0.65%

Die US-Aktienmärkte verzeichneten den dritten Handelstag mit Gewinnen im neuen Börsenjahr. Positive Stimmung kam erneut aus dem Halbleitermarkt. Einerseits überraschte Microchip Technology (+12.0%) mit einer Erhöhung des Umsatzziels für das 3. Geschäftsquartal positiv, andererseits gab der CEO von Nvidia (-0.2%), Jensen Huang, an der Fachmesse CES in Las Vegas den Produktionsstart des nächsten Chipsystems mit dem Namen Vera Rubin bekannt. Am stärksten legte gestern der Leitindex Dow Jones (+1.0%) zu, der den zweiten Handelstag in Folge ein neues Rekordhoch erreichte. Ebenfalls nach oben ging es für den breiter gefassten S&P500 (+0.6%) und den technologielastigen Nasdaq (+0.7%). Im Fokus der Marktteilnehmer standen vor allem zahlreiche Aktien aus dem Chipsektor die stark avancierten. SanDisk (+28.0%), Micron (+10.3%), NXP Semiconductor (+10.2%), Texas Instruments (+8.8%), Lam Research (+6.6%), Applied Materials (+4.4%) schlossen alle klar höher.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.16%; DE: 2.84%; CH: 0.28%

Die richtungsweisende Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen bewegt sich seit rund einem Monat in einer Spanne zwischen 4.10% und 4.20%. Die Rendite deutscher Bundesanleihen gab nach den jüngsten Inflationsdaten aus Deutschland nach, bleibt jedoch in Schlagdistanz zum Vorjahreshoch von 2.90%. Am Freitag stehen insbesondere die neuesten Daten zum US-Arbeitsmarkt im Fokus. Davon erhoffen sich die Marktakteure neue Hinweise zum Zustand der US-Wirtschaft, die auch für die geldpolitischen Entscheide der US-Notenbank relevant sind.

Währungen

Euro in Franken: 0.92.9
US-Dollar in Franken: 0.795
Euro in US-Dollar: 1.169

Wie bereits zu Wochenbeginn bewegten sich die wichtigsten Währungspaare richtungslos. Auch Aussagen von Fed-Gouverneur Stephen Miran belasteten den US-Dollar nur begrenzt. Miran erklärte, die US-Notenbank sollte seiner Ansicht nach im Jahr 2026 die Zinsen um mehr als einen Prozentpunkt senken, und betonte in einem TV-Interview, dass die Geldpolitik die Wirtschaft bremse. Die nächste Fed-Zinsentscheidung erfolgt am 28. Januar.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 56.2 pro Fass
Goldpreis: USD 4'455.3 pro Unze

Der WTI-Rohölpreis verlor gestern rund 2%, nachdem Präsident Trump angekündigt hatte, dass Venezuela wieder Öl in die USA liefern würde. Die Aussicht auf ein zusätzliches Angebot liess den WTI-Kontrakt in Richtung der 55-Dollar-Marke sinken. Angesichts des aktuellen Zustands der Förderinfrastruktur dürfte eine nennenswerte Produktionsausweitung jedoch Zeit in Anspruch nehmen. Venezuela steuert derzeit rund 1% zur weltweiten Ölförderung bei.

Der Goldpreis setzte den Aufwärtstrend der Vortage fort und stieg zeitweise bis auf 4'500 Dollar pro Unze. Damit nähert sich das Edelmetall dem Allzeithoch von Ende Jahr erneut an. Neben geopolitischen Unsicherheiten sorgen die Erwartungen sinkender US-Leitzinsen für zusätzlichen Auftrieb beim zinslosen Edelmetall.

Wirtschaft und Konjunktur

Deutschland: Inflationsrate YoY (Dezember)
aktuell: 1.8% (erwartet: 2.1%, Vormonat: 2.3%)

Die Inflationsrate in Deutschland ist im Dezember überraschend deutlich gefallen und lag bei 1.8% gegenüber dem Vorjahr, nach 2.3% im November. Vor allem sinkende Energiepreise wirkten dämpfend. Sprit, Strom und Gas waren 1.3% günstiger als ein Jahr zuvor, während die Lebensmittelpreise im Schnitt um 0.8% über dem Vorjahresniveau lagen. Die Kerninflation ohne die schwankungsanfälligen Preise für Nahrungsmittel und Energie sank auf 2.4% und bleibt damit erhöht.

Daniel Wachter

Portraitfoto von Daniel Wachter, Senior Strategieanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Tobias Kistler

Portraitfoto von Tobias Kistler, Senior Finanzanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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