18. Februar 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
SMI auf Rekordhoch, KI belastet weiterhin Softwarebranche
Das Stimmungshoch am Schweizer Aktienmarkt hielt gestern an. Heute stehen die Geschäftszahlen von Amrize, Straumann, Sunrise, EFG und Palo Alto im Fokus.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.71%, SPI: +0.74%, SMIM: +1.10%
Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag dank der starken Pharmatitel ein neues Rekordhoch erreicht. Die Schwergewichte profitierten von ihrem Ruf als defensive Qualitätsaktien. Aus den USA kamen am Nachmittag dagegen keine nennenswerten Impulse. Anhaltende Sorgen rund um das Thema Künstliche Intelligenz und Software belasteten weiterhin. Im Blickfeld standen zudem die diversen Gespräche in Genf, einerseits zum Ukraine-Krieg, andererseits zwischen dem Iran und den USA. Der SMI schloss gestern 0.7% höher. Zu den gestrigen Gewinner-Aktien zählten Novartis (+1.5%), Lonza (+1.7%), Roche (+2.2%) und Alcon (+3.0%). Nach dem Kurssturz in der letzten Woche stiegen die Titel von Kühne + Nagel um 3% an. In der Verlustzone bewegten sich die Werte von ABB (-1.2%), Nestlé (-1.4%) und Amrize (-1.9%).
Am breiten Markt verbuchten Cicor Technologies (+4.5%), Avolta (+5.1%) und DKSH (+7.3%) deutliche Kurszuwächse. DKSH übertraf mit seinen Geschäftszahlen zum abgelaufenen Jahr 2025 mit seinem organischen Wachstum die Erwartungen und erzielte trotz schwierigem Umfeld eine verbesserte Marge. Zu den schwächeren SPI-Werten gehörten gestern Arbonia (-5.6%), Gurit (-7.0%) und Also (-31.2%). Der Grund für den starken Kursverfall bei Also waren die Jahreszahlen und die Gewinnprognose für das laufende Jahr, die deutlich unter den Markterwartungen lagen.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +0.72%, DAX: +0.80%
Der EuroStoxx 50 drehte am Nachmittag nach einem schwachen Start ins Plus und schloss 0.7% höher. Ebenfalls stark avancierten der deutsche DAX (+0.8%), der britische FTSE100 (+0.8%) und der französische CAC40 (+0.5%). Unter den Einzeltitel stiegen die Bayer-Aktien um 7.4% an, nachdem berichtet wurde, dass der Konzern eine Vergleichszahlung von mehr als USD 7 Mrd. vorbereitet, um die Krebsklagen im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter Roundup beizulegen. Auf Sektorenebene waren die Bereiche Immobilien, Gesundheit und Finanzen gefragt. Tiefer notierten die Sektoren Energie und Grundstoffe.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.07%, S&P 500: +0.10%, Nasdaq: +0.14%
Nach dem verlängerten Feiertagswochenende schloss der Dow Jones minimal höher. Ähnlich aus dem Handel gingen die Indizes S&P500 (+0.1%) und Nasdaq (+0.1%). Gestern litten erneut die Softwaretitel unter starkem Verkaufsdruck. Dazu gehörten Intuit (-5.1%), Fortinet (-4.5%) und Crowdstrike (-3.6%). Dagegen avancierten die Aktien von Paramount Skydance (+5.0%), nachdem Warner Bros. zustimmte, die Übernahmeverhandlungen mit Paramount wieder aufzunehmen. Dies gefährdet das konkurrierende Angebot von Netflix. Der Vorstand empfiehlt jedoch weiterhin den Netflix-Deal.
Unternehmensberichte
Amrize mit einem soliden Zahlenset
Amrize erwartet für das Geschäftsjahr 2026 ein Umsatzwachstum von 4% bis 6% auf USD 12.29 bis 12.52 Mrd. sowie ein stärkeres EBITDA-Wachstum von 8% bis 11% auf USD 3.25 bis 3.34 Mrd. Im Segment Building Materials tragen Volumenanstieg sowie niedrige bis mittlere einstellige Preiserhöhungen bei Zement und Zuschlagstoffen bei, während Building Envelope bei gewerblichen Dächern niedriges Wachstum und bei Wohndächern Stagnation (mit Besserung in der zweiten Jahreshälfte) prognostiziert. Für 2025 meldete Amrize einen Umsatzanstieg von 2.2% auf insgesamt USD 12.81 Mrd., getrieben von Building Materials (+2.2% auf USD 8.51 Mrd.), während Building Envelope um 2.2% auf USD 3.30 Mrd. zurückging. Die Aktionäre profitieren von einer Sonderdividende von je USD 0.44 pro Aktie und einem neuen Rückkaufprogramm bis zu USD 1 Mrd. über 12 Monate. Die Geschäftszahlen traffen die Analystenerwartungen.
Straumann-Zahlen im Rahmen der Erwartungen
Straumann konnte 2025 den Umsatz um 4.1% auf CHF 2.6 Mrd. steigern. Organisch betrug das Wachstum 8.9%. Besonders positiv entwickelte sich die wichtigste Region Europa, Naher Osten & Afrika mit einem zweistelligen organischen Plus von 15.3%. Nordamerika konnte mit einem organischen Wachstum von 4.2% nicht ganz mithalten. Der operative Kerngewinn (Core EBIT) konnte nach CHF 650 Mio. im Vorjahr auf CHF 655 Mio. gesteigert werden, was einer Marge von 25.2% entspricht. Insgesamt blieb ein Kerngewinn von CHF 478 Mio. nach CHF 502 Mio. im Vorjahr. Der Generalversammlung wird eine 5 Rappen höhere Dividende von CHF 1 je Aktie vorgeschlagen. Die Erwartungen konnten insgesamt erfüllt werden, einzig der Gewinn lag etwas darunter. Für 2026 stellt Straumann ein organisches Umsatzwachstum zu konstanten Wechselkursen im hohen einstelligen Prozentbereich und eine um 30 bis 60 Basispunkte höhere Kern-EBIT-Marge in Aussicht.
Sunrise erfüllt Erwartungen
Sunrise hat heute Morgen die Jahreszahlen 2025 publiziert. Der Umsatz sank um 1.1% auf CHF 2.98 Mrd. Hauptgrund war ein Rückgang im Privatkundensegment um 2.5% auf CHF 2.1 Mrd. Dies ist insbesondere auf die Migration der UPC-Kunden auf Sunrise-Produkte zurückzuführen. Demgegenüber konnten die Umsätze mit Geschäftskunden und im Grosshandel um 2.0% auf CHF 859 Mio. gesteigert werden. Der bereinigte EBITDA nach Leasingkosten nahm um 0.9% auf CHF 1.0 Mrd. zu. Insgesamt blieb ein Nettoverlust von CHF 108.5 Mio. nach CHF 361.9 Mio. im Vorjahr. Der bereinigte freie Geldfluss stieg um 4.7% auf CHF 379.7 Mio. Sunrise schlägt eine Dividende von CHF 3.42 je Aktie vor. Für 2026 stellt Sunrise einen weitgehend stabilen Umsatz, sowie einen bereinigten EBITDA nach Leasingkosten von rund CHF 1 Mrd. in Aussicht. Insgesamt erfüllt Sunrise damit die Markterwartungen.
EFG startet Aktienrückkaufprogramm
EFG verzeichnete 2025 ein Assets under Management von CHF 185 Mrd. (+12% gegenüber 2024), angetrieben von Nettoneugeld von CHF 11.3 Mrd. Dies entspricht einem Wachstum von 6.8%, und übertrifft das Ziel von 4% bis 6%. Das Betriebsergebnis lag 26% höher bei CHF 493.1 Mio. Das Nettoergebnis lag 1% höher bei CHF 325.2 Mio. Die Cost/Income-Ratio verbesserte sich auf 69.8%. Die Geschäftsleitung schlägt eine Dividende von CHF 0.65 CHF pro Aktie vor (+8% zum Vorjahr). Das Unternehmen startet ein Aktienrückkaufprogramm. Der Verwaltungsrat genehmigt den Rückkauf von bis zu 9 Mio. EFG-Aktien bis Juli 2027. Das Unternehmen legte im Vergleich mit den Analystenschätzungen ein gemischtes Zahlenset vor.
Palo Alto mit starkem Quartal, aber schwächerer Gewinnprognose
Die Aktie von Palo Alto Networks fiel im nachbörslichen Handel um 8%, nachdem das Unternehmen eine schwächere Prognose für den bereinigten Gewinn im 3. Quartal und Gesamtjahr abgegeben hatte. Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen einen Gewinn pro Aktie zwischen USD 3.65 bis 3.70, dabei ging der Analystenkonsens von USD 3.87 aus. Gleichzeitig erhöhte Palo Alto jedoch seine Jahresziele für wichtige Kennzahlen wie Umsatz, Next-Generation-Security-ARR (jährlich wiederkehrende Erträge) und Remaining Performance Obligations (verbleibende Aufträge). Die Ergebnisse des abgelaufenen 2. Quartals lagen insgesamt über den Analystenerwartungen.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.07%; DE: 2.74%; CH: 0.24%
Die US-Anleger kehrten gestern aus dem verlängerten Wochenende zurück. Marktbewegende Konjunkturdaten wurden nicht veröffentlicht. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe notiert knapp über der Marke von 4% und liegt damit rund 20 Basispunkte unter dem Stand von vor einem Monat. Auch in Europa gaben die Renditen leicht nach. Im Fokus steht heute Abend das Protokoll der letzten Fed-Zinssitzung vom 28. Januar.
Währungen
Euro in Franken: 0.913
US-Dollar in Franken: 0.771
Euro in US-Dollar: 1.184
Der US-Dollar erhielt im Nachmittagshandel etwas Auftrieb und tendierte nach dem feiertagsbedingten verlängerten Wochenende gegenüber den meisten Währungen fester. Zum Franken notiert er bei 0.771 rund einen Rappen über seinem im Januar erreichten Tiefstand. Trotz der jüngsten Stabilisierung bleibt der Dollar aufgrund der Kursschwäche der vergangenen Wochen die schwächste G10-Währung im laufenden Jahr.
Rohwarenmärkte
Ölpreis WTI: USD 62.52 pro Fass
Goldpreis: USD 4'933.38 pro Unze
Der Ölpreis ist vom gestrigen Tageshoch um rund zwei Dollar pro Fass zurückgekommen. Im Fokus stehen die Gespräche zwischen Iran und den USA in Genf. Die diplomatische Annäherung erfolgt trotz wachsender militärischer Aktivitäten in der Strasse von Hormus. Die Verhandlungen bleiben jedoch von Skepsis und Misstrauen geprägt. Seit Jahresbeginn hat sich die US-Sorte WTI vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen um rund 9% verteuert. Auf Sicht von zwölf Monaten notiert WTI jedoch rund 12% tiefer.
Der Goldpreis hat sich nach dem zweitägigen Rückgang wieder über die Marke von USD 4'900 pro Unze vorgearbeitet. Impulse aus Asien bleiben aus, da das Lunar New Year den Handel in weiten Teilen der Region, insbesondere in China, deutlich ausdünnt. Gold weist unter den Edelmetallen weiterhin die stärkste Performance im laufenden Jahr auf (+14%), während Silber auf das Niveau von Anfang Jahr zurückgefallen ist.
Wirtschaft und Konjunktur
Gestern wurden keine Konjunkturdaten aus der ersten Reihe veröffentlicht.
Daniel Wachter
8021 Zürich
Florian Hiltpold
8021 Zürich
Angela Truniger
8021 Zürich
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