09. Februar 2026, CIO-Sicht | Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
Rohstoffe sind nicht gleich Gold
Gold und Silber gehörten 2025 mit einer Performance von 44% respektive 116% in Franken gerechnet zu den grössten positiven Renditetreibern.
Im Fokus
Gold und Silber gehörten 2025 mit einer Performance von 44% respektive 116% in Franken gerechnet zu den grössten positiven Renditetreibern. Der eine oder andere Anlageverantwortliche einer Pensionskasse wird sich aber ungläubig die Augen reiben, wenn er die Performance der Anlageklasse «Rohstoffe» anschaut. Die meisten Kassen orientieren sich an einem der gängigen Rohstoffindizes, die im letzten Jahr deutlich schlechter abgeschnitten haben. Beim bekannten CRB Commodity-Index resultierte in Franken ein Verlust von 12.0%, beim ebenfalls beliebte Rogers International Commodity-Index ein solcher von 6.5%. Der Rohstoff-Index von Bloomberg konnte mit einem Plus von 1.2% in Franken zumindest einen kleinen Ertrag erzielen. In diesem Index wird das Gold mit 15% und das Silber mit 4% gewichtet, während bei den beiden anderen Indizes die Edelmetalle keine grosse Rolle spielen. Dominiert werden die klassischen Rohstoffindizes durch das Erdöl, welches zusammen mit anderen Energieprodukten ein Gewicht zwischen 30% und 40% aufweist. Im letzten Jahr ist der Erdölpreis fast 20% gefallen. Die zweite wichtige Kategorie mit einem ähnlichen Gewicht sind die Landwirtschaftsprodukte, welche 2025 mehrheitlich ebenfalls schlecht abgeschnitten haben.
Rohstoffe sind eine schwierige Anlageklasse
Rohstoffe sind eine schwierige Anlageklasse. Das fängt schon bei der Auswahl der Benchmark an, an welcher sich die internen oder externen Vermögensverwalter orientieren müssen und sich auch daran orientieren werden. Wie stark die verschiedenen Rohstoff-Segmente gewichtet sind, hat auf das Anlageergebnis einen entscheidenden Einfluss. Die Umsetzung im Portfolio ist ebenfalls mit Tücken verbunden. Soll ich ein Produkt nehmen, dass den ausgewählten Commodity-Index nachbildet oder versuche ich, die unterschiedliche Entwicklung der verschiedenen Rohstoffe auszunützen? Bei vielen Rohstoffen gibt es im Unterschied zu Gold und Silber keinen Kassamarkt. Sie müssen über den Kauf oder Verkauf von Futures-Kontrakten abgebildet werden. Da eine physische Lieferung beim Auslaufen der Kontrakte für die meisten Investoren weder möglich noch gewünscht ist, müssen die Kontrakte vor dem Verfall in den Futures-Kontrakt mit einer längeren Laufzeit gewechselt werden. Dabei fallen häufig «Rollkosten» an, weil der neue Kontrakt zu einem höheren Preis gekauft werden muss als der auslaufende Kontrakt verkauft werden kann. Diese Rollkosten summieren sich und können die Performance in einem erheblichen Ausmass belasten.
Diversifikation ist ein Grund, Rohstoffe zu halten
Obwohl die Umsetzung komplex ist, gibt es gute Gründe, einen Teil des Portfolios in Rohstoffe zu investieren. Industriemetalle sind zyklisch orientiert und bewegen sich wie die Aktienmärkte. Das gleiche gilt für die Energierohstoffe, wobei die politischen Faktoren hier eine grössere Rolle spielen. Bei den Landwirtschaftsprodukten spielen das Wetter und andere Faktoren, welche die Ernte bestimmen, eine wichtige Rolle. Diese hängen nur geringfügig von der Wirtschaft ab. Die Edelmetalle sind gesucht, wenn die Wirtschaft nicht so gut läuft und die Unsicherheit die Aktien belastet. Damit die Diversifikationsvorteile greifen, genügt eine symbolische Allaktion von 3% in der Anlagestrategie jedoch nicht. Die Allokation sollte diesbezüglich mindestens 10% betragen und dann stellt sich schon die Frage, ob man das entsprechende Risiko eingehen will. Sinnvoll ist auch, sich nicht einfach an einem Commodity-Index zu orientieren, sondern Schwergewichte zu setzen, beispielsweise beim Gold oder bei der Energie. Die einzelnen Bereiche können relativ einfach über ETF-Produkte abgedeckt werden. Nicht zuletzt muss auch das Währungsrisiko beachtet werden und über eine mögliche Absicherung entschieden werden.
Aktienmärkte
US-Aktienmärkte
Dow Jones: +2.47%, S&P500: +1.97%, Nasdaq: +2.18%
Europäische Aktienmärkte
EuroStoxx50: +1.23%, DAX: +0.94%, SMI: +0.27%
Asiatische Märkte
Nikkei 225: +4.42%, Hang Seng: +1.62%, S&P/ASX 200: +1.85%
Obschon die Zweifel bezüglich der Profitabilität der Investitionen in KI zunehmen, erreichte der amerikanische Aktienmarkt gemessen am Dow Jones Industrial Index einen neuen historischen Höchststand. Dieser ist mit einer Rückkehr der Risikofreudigkeit der Investoren verbunden. Der S&P 500 verlor letzte Woche 0.10%. Die europäischen Aktien stiegen 0.85%, während der Swiss Performance Index die Woche mit einem Plus von 2.29% abschloss.
Die Stimmung der Anleger ist zuletzt von politischen Unsicherheiten belastet worden. Für die mittelfristige Entwicklung bleiben aber die Konjunktur- und Gewinndynamik zentral. Die für die globalen Aktienmärkte den Ton angebende US-Wirtschaft befindet in einer guten Verfassung. So hat das Wachstum im 3. Quartal mit 4.4% positiv überrascht. Der wichtige private Konsum bleibt trotz der Abschwächung am Arbeitsmarkt tragfähig und stützt die US-Wirtschaft. Die Unternehmen agieren vorsichtig, was neue Stellen angeht, aber auch Entlassungen bleiben begrenzt. Die für die der Aktienmärkte zentralen Treiber wie die Perspektiven für die Gewinne der Unternehmen und das Wirtschaftswachstum bleiben deshalb intakt.
Kapitalmärkte
Renditen 10 J: USA: 4.221%; DE: 2.842%; CH: 0.272%
Die Nominierung von Kevin Warsh als zukünftigem Fed-Präsident hat an den Kapitalmärkten keine grossen Wellen geworfen. Man wartet mal zu, ob er vom Senat bestätigt wird und wie stark er auf die Aufforderungen von Donald Trump zu deutlich tieferen Zinsen eingehen wird.
Währungen
US-Dollar in Franken: 0.7749
Euro in US-Dollar: 1.1834
Euro in Franken: 0.9169
Die Aufwertung des Frankens ist gestoppt worden, zumindest für den Moment. Es hat sich während der Hochphase des Konflikts rund um Grönland einmal mehr gezeigt, dass in schwierigen Situationen der Franken gesucht wird. Daran wird sich so schnell nicht viel ändern.
Rohstoffmärkte
Ölpreis WTI: USD 62.88 pro Fass
Goldpreis: USD 5'034.18 pro Unze
Das Gold hat sich gefangen und der Preis ist wieder über die Marke von 5'000 US-Dollar pro Unze gestiegen. Die Kursschwankungen sind aber immer noch beträchtlich. Das gilt insbesondere auch für den Silberpreis, der in der Tendenz im Unterschied zum Gold immer noch auf dem Rückzug ist.
Wirtschaft
Schweiz: Arbeitslosenrate, saisonal adjustiert (Januar)
letzte: 3.0%; erwartet: 3.0%; aktuell: 2.9%
Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz ist im Januar saisonal bedingt auf 3.2% gestiegen. Der Anstieg war dabei weniger stark als erwartet. Unter Berücksichtigung der saisonalen Anpassung ist die Arbeitslosenrate um 0.1% gefallen. Der Arbeitsmarkt ist deutlich weniger ausgetrocknet als vor zwei Jahren. Insgesamt ist die Jobsicherheit in der Schweiz aber immer noch hoch, was sich positiv auf die Binnenwirtschaft auswirkt.
Thomas Stucki
8021 Zürich
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